Bridge of Spies | Kritik / Review (Oscars 2016)

ST. JAMES PLACE

(Trailer)

Tag 2 meiner Oscarwoche gehört ganz allein Bridge of Spies, der bereits im letzten Herbst in die deutschen Kinos kam und wohl so einige Aspekte miteinander verbindet, die traditionell nicht nur gut beim Publikum ankommen, sondern auch bei der Oscar Academy: Steven Spielberg (E.T. – der Außerirdische), der wohl bekannteste und beliebteste Regisseur auf den sich die breite Masse einigen kann. Dazu der erst vor wenigen Wochen wiederholt zum beliebtesten Schauspieler Amerikas gewählte Tom Hanks (Captain Phillips), der nach Terminal und Der Soldat James Ryan erneut mit Spielberg zusammenarbeitet. Und zu guter Letzt natürlich eine Geschichte mit historischem Hintergrund, die den Amerikanern schmeichelt. Ob das in diesem Jahr für den Oscar reicht?

Storyanriss:

1957, als der Kalte Krieg auf einem Höhepunkt ist, gelingt den USA die Verhaftung des Sowjetagenten Rudolf Abel (Mark Rylance). Er wird vernommen, verweigert aber die Zusammenarbeit. Als Pflichtverteidiger bekommt er jemanden zur Seite gestellt, dessen Fähigkeiten außer Frage stehen, der jedoch als Versicherungsanwalt wenig Expertise für seinen neuen Auftrag mitbringt: James Donovan (Tom Hanks). Der Jurist ist skeptisch, zumal die Verteidigung eines feindlichen Agenten von vielen als Landesverrat angesehen wird und damit sein Leben und vor allem das seiner Frau Mary (Amy Ryan) und das seiner Tochter Jan (Eve Hewson) bedrohen kann. Donovans persönliche Lage spitzt sich zu, als ihn der CIA-Beamte Hoffman (Scott Shepherd), beindruckt von Donovans Auftritten im Gerichtssaal, mit einer neuen Mission betraut. Das U-2-Spionage-Flugzeug des US-Piloten Francis Gary Powers (Austin Stowell) wurde über der Sowjetunion abgeschossen. Donovan soll nach Ost-Berlin, um mit den Sowjets die Freilassung zu verhandeln – und einen Gefangenenaustausch zu initiieren.

bridgeofspiesblog2

Fazit:

Mir gefiel Bridge of Spies letztlich ganz gut, auch wenn ich ein wenig nüchtern sagen muss, dass mir der Hype vieler amerikanischer Kritiker nicht ganz einleuchten will. Schauspielerisch gibt es nichts zu beanstanden, aber meiner Meinung nach auch keine Performance, die besonders herausgehoben werden sollte. Warum Mark Rylance als bester Nebendarsteller abräumt und gefeiert ist, bleibt mir ein Rätsel.

Typisch für Spielberg sieht auch Bridge of Spies gut aus und versucht vor allem mit Emotionen zu überzeugen. Das besetzte Berlin kommt schon ganz gut rüber und ein paar Szenen haben mich dann doch gepackt, wie beispielsweise die in der S-Bahn am Grenzstreifen oder der Moment auf der Glienicker Brücke, der mich auch irgendwie an die Pferde-Schlachtfeld-Szene aus dem Spielberg-Film Die Gefährten erinnerte.

Bridge of Spies – Gelungener Film aber nichts bleibt so wirklich lang im Gedächtnis und somit für mich eher einer der schwächeren Filme im Oscar-Rennen, der nur geringe Chancen haben sollte. Ich freu mich mehr auf BFG – The Big friendly Giant, der endlich mal wieder nach einem Spielberg aussieht mit ET-Charm und Fantasyfeeling.

bewertungsskalafinal3,0

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