Kurzkritiken Round-Up KW 47/48 2017

Paddington 2

Storyanriss:

Er trägt Schlapphut, Dufflecoat und ist ziemlich behaart: Der liebenswerte Bär Paddington (Stimme im Original: Ben Whishaw / deutsche Stimme: Elyas M’Barek) hat bei Mr. und Mrs. Brown (Hugh Bonneville, Sally Hawkins) sowie deren Kindern Judy (Madeleine Harris) und Jonathan (Samuel Joslin) ein Zuhause gefunden und sich mittlerweile auch in der Nachbarschaft durch seine höfliche, zuvorkommende und immer fröhliche Art zum beliebten Mitglied gemausert. Als der 100. Geburtstag von Tante Lucy (Imelda Staunton) vor der Tür steht, sucht Paddington nach einem passenden Geschenk. Im Antiquitäten-Laden von Mr. Gruber (Jim Broadbent) findet er ein einzigartiges Pop-up-Bilderbuch, von dem er sofort angetan ist. Doch um sich das leisten zu können, muss der tollpatschige Bär ein paar Nebenjobs antreten, bei denen das Chaos nicht lange auf sich warten lässt. Und zu allem Überfluss wird auch noch das Buch geklaut! Paddington und die Browns heften sich an die Fersen des Diebes Phoenix Buchanan (Hugh Grant).

Fazit:

Ich habe vorab ehrlich gesagt nicht wirklich an Paddington 2 geglaubt, aber muss diesen voreiligen Schluss revidieren, denn letztlich hat er mir dann doch echt gut gefallen und sogar besser als der Vorgänger. Regisseur Paul King und sein Team beweisen einmal mehr ihr Gespür und guten Blick für’s Visuell. Sehr positiv sind mir hier die tollen Übergänge und sehr phantasievollen Zeitraffersequenzen aufgefallen. Gleich zu Beginn zeigt man den Ideenreichtum mit der coolen Idee, das Pop-Up-Buch, welches im im weiteren Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle spielt, zum Leben zu erwecken und unsere Protagonisten in dieser Welt aus Pappwänden agieren zu lassen. Auch später im Gefängnis gibt es eine sehr interessante Idee, den Gefängnisausbruch anhand eines Puppenhauses darzustellen, welches unsere Akteure in 2D zeigt.

Darüber hinaus – wie schon im ersten Teil – ist Paddington einfach eine süße Figur, der man nicht böse sein kann so ungeschickt sie sich auch manchmal anstellt und anderen auf den Schlips tritt. Viele liebevolle Szenen. Zu dem alten Cast rund um die tolle Sally Hawkins und Hugh Bonneville, kehrte auch Elyas M’Barek als deutsche Stimme für Paddington zurück. Zusätzlich hat man natürlich auch neue Leute in diesem Film gehabt. Unter anderem Noah Taylor, der dieses Jahr so grandios Hitler in der zweiten Staffel von Preacher verkörperte, so dass er einem sogar fast sympathisch werden konnte. Wow, dass ich das mal sagen würde, hätte ich nie erwartet. Noch größere Rollen haben Brendan Gleeson und Hugh Grant. Gleeson als kautziger Gefängniskoch mit harter Schale aber weichem Kern war sehr gut in dieser witzigen Rolle und natürlich Hugh Grant, der im zweiten Teil Nicole Kidman als Bösewicht beerbte und mir auch deutlich besser gefiel. Natürlich ist der Charakter auch wieder ein wenig drüber aber letztlich irgendwie charmanter und herrlich selbstironisch.

Alles in allem war Paddington 2 ein sehr schöner Familienfilm für die Weihnachtszeit mit dem man nicht viel verkehrt machen kann.

Battle of the Sexes – Gegen jede Regel

Storyanriss:

1973 befindet sich die Profi-Tennisspielerin Billie Jean King (Emma Stone) als Weltranglistenerste auf dem vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere. Doch die vielen Turniersiege und der Ruhm sind nicht alles für sie, denn King, die weit mehr als nur Freundschaft für ihre Vertraute Marilyn Barnett (Andrea Riseborough) empfindet, setzt sich außerdem mit Vehemenz für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Bobby Riggs (Steve Carell) hingegen hat seine besten Jahre schon lange hinter sich und außerdem mit seiner Spielsucht zu kämpfen. Der ehemalige Champion möchte es noch einmal wissen und den Ruhm alter Tage wieder aufleben lassen. Dazu ist er sogar bereit, seine ganze Reputation aufs Spiel zu setzen. In der Öffentlichkeit vertritt er bezüglich der Geschlechterdebatte die entgegensetzte Meinung zu der von King und so kommt es zum unvermeidlichen Zusammenprall in einem Tennismatch der Geschlechter, das als „Battle Of The Sexes“ in die Geschichte eingehen soll.

Fazit:

Mit Emma Stone und Steve Carrell hat man zwei passende Darsteller für die Hauptrollen gefunden. Oscarpreisträgerin Stone wirkt mit ihrer zurückhaltenden und sensiblen Art gut zu Bille Jean King und Steve Carrell darf einmal mehr zeigen, dass er auch im „ernsten Schauspiel“ überzeugen kann, auch wenn seine Figur natürlich hauptsächlich skurril-witzig angelegt ist. Die Geschichte ist gut und nicht nur durch die entflammte Debatte auch sehr aktuell. Die schmierigen und chauvinistischen Aussagen waren schon teilweise sehr hart an der Grenze zur Unerträglichkeit.

Was ich an der Geschichte cool fand, war der Fakt, dass hier im Prinzip ein Tennismatch zwischen zwei Tennislegenden ausgetragen wird, aber im Endeffekt keiner der beiden Teilnehmer das Ganze für das Duell an sich macht. Bobby Riggs spielt mit dem chauvinistischen Image, weil er das große Geld und den Eventcharakter nutzen will und auch Billie Jean geht es nicht darum, zu beweisen, dass Frauen besser als Männer im Tennis sind, sondern sie kämpft für eine faire Gleichstellung beider Geschlechter. Wenn Frauen es schaffen die gleiche Anzahl an Tickets zu verkaufen wie die Männer, warum sollten sie nur einen Bruchteil der Gewinnsummen verdienen, ist nur eine Frage die der Film und Billie Jean aufwerfen.

Auch wenn beide Tennisfilme nicht wirklich inhaltlich zu vergleichen sind, gefiel mir Battle of the Sexes besser als Borg McEnroe, so wirklich was auszusetzen habe ich an Battle of the Sexes auch nichts außer die Qualität der Tennis-Szenen, die recht langweilig und ohne Spannung inszeniert waren. Sicherlich wird das aber einfach mit der Ära zu tun haben, die der Film beleuchtet. Wie bei jedem Sport üblich, entwickelte sich natürlich auch Tennis über die Jahre weiter und ist 2017 hundertmal athletischer und schneller als Ende der 60er, wo die im Film gezeigten Bilder des Jahrhundertspiels wirkten wie Warm-up und Trainingssessions im Jahr 2017.

 

Detroit

Storyanriss:

Detroit, 1967: Die schwarze Bevölkerung leidet bereits seit vielen Jahren unter Diskriminierung und sozialer Ungerechtigkeit. An einem hitzigen Sommertag eskaliert der Konflikt schließlich und Straßenschlachten brechen aus – ganze fünf Tage halten die Unruhen an, bei denen Soldaten als Unterstützung der Sicherheitskräfte in die Stadt einrücken. Mitten in diesem unübersichtlichen Geschehen werden eines Abends Schüsse aus dem überwiegend von Schwarzen bewohnten Algiers Motel gemeldet, das daraufhin von Polizei und Militär gestürmt wird. Ein Gast stirbt dabei und die folgenden Ermittlungen eskalieren schnell, als die Polizisten unter Führung des Streifencops Philip Krauss (Will Poulter) beginnen, die Gäste, darunter Sänger Larry (Algee Smith), dessen bester Freund Fred (Jacob Latimore) und Wachmann Melvin Dismukes (John Boyega), in Verhören mit brutalen Mitteln unter Druck zu setzen.

Fazit:

Kathryn Bigelow ist eine der größten und erfolgreichsten Regisseurinnen der Welt. Im Jahr 2008 stach sie ihren Exmann James Cameron bei den Oscars im direkten Duell mit The Hurt Locker gegen Avatar aus und gewann den Preis für den Besten Film des Jahres. Aber auch darüber hinaus hat sie mit Near Dark, Zero Dark Thirty und Gefährliche Brandung  den ein oder anderen Kultklassiker zur Leinwand gebracht. Dementsprechend landete auch ihr neustes Projekt Detroit selbstverständlich sofort auf meinem Radar. Die Erwartungen waren hoch, der Cast versprach viel Talent und der Trailer konnte mit seiner sehr beklemmenden Atmosphäre definitiv überzeugen. Mit dem finalen Ergebnis tue ich mich ehrlich gesagt aber schwer.

Genauer gesagt war ich ganz schön enttäuscht. Erstmal war Detroit mit 2,5 h bestimmt 20-30 Minuten zu lang, was ich nicht nur bei mir sondern auch an den Reaktionen des Publikums spürte. Diese überschüssige Zeit steckte Bigelow vor allem in den Beginn und das Ende des Films, um den Charakteren, die es so ja wirklich in diesen wahren Begebenheiten gegeben hat, mehr Background zu geben und uns als Zuschauer emotional zu binden für die dramatischen Momente, die noch folgen sollten. Leider hat das für mich null funktioniert, ehrlich gesagt – auf die Gefahr hin, mich komplett in die Nesseln zu setzen – sogar eher noch Gegenteiliges. Das Hauptaugenmerk lag auf einem Gesangstalent, was wohl zu dieser damaligen Zeit auf dem Weg zu einem Plattenvertrag war und durch die Aufstände in Detroit ausgebremst wurde. Ständig fing der Dude an komplett theatralisch und nervig zu singen, was mich halt gar nicht berührt hat.

Genauso schaffte es Detroit für mich nicht, die Motivation hinter den Riots so näher zu bringen, dass ich ein richtiges Verständnis dafür entwickeln konnte. Ja klar, der Rassismus der Weißen und die Polizeigewalt waren der Grund, aber im Film fragte ich mich die erste halbe Stunde eigentlich permanent „was zum Teufel machen die Afroamerikaner da eigentlich gerade? Was soll das bringen?“. Der Film zeigt zu Beginn wie die Polizei eine Party von Schwarzen willkürlich auflöst, woraufhin diese anfangen sich gegen das System aufzulehnen und ihre eigenen, denn damals zogen die Weißen in die Vororte Detroits und die Afroamerikaner bekamen Viertel in der Stadtmitte zugeordnet, Häuser, Autos, Geschäfte und Straßen zu zerstören. Sie zerstörten im Prinzip das Eigentum und die Leben ihrer eigenen Community, plünderten und riefen die Anarchie in Detroit aus. Ich konnte dieser Logik nicht folgen, fühlte mich nicht selten an die G20 Ausschreitungen in Hamburg erinnert, wo die Linksextremisten ihre Wut auf die Politik und Politiker als Vorwand nutzten um Unschuldige und Unbeteiligte zu bestrafen in dem sie deren hart erarbeitetes Eigentum zerstörten und die Stadt in den Ausnahmezustand versetzten. Im Anschluss ging es aber gleich weiter: der Grund warum es dann zu dem Kern der Geschichte kommt, also den Ereignissen im Hotel, ist nämlich, weil ein Afroamerikaner auf die super geniale Idee kommt in dieser eh kaum angespannten Lage mit einer Schreckschusspistole von seinem Fenster aus auf Polizei und Armee zu schießen, woraufhin diese nach Heckenschutz in dem Hotel sucht. Richtig Verständnis hatte ich für das alles nicht und der Film hatte mich zu diesem Zeitpunkt schon fast verloren.

Die komplette Verhörszene im Hotel traf dann aber wieder einen Nerv bei mir, war erschreckend, beängstigend und natürlich absolut widerwärtig. Poulter stach hier schauspielerisch besonders raus. Bei The Revenant war er schon richtig gut aber dass er nach einer Dulli-Rolle in Wir sind die Millers hier als knallharter, rassistischer Cop so abliefern würde, ist beeindruckend. Von ihm wird man noch viele gute Filme sehen. Nachdem die Situation im Hotel aufgelöst ist, verfällt der Film wieder in die Langeweile zurück. Ich weiß nicht, Detroit hat ein schreckliches Kapitel der amerikanischen Geschichte erzählt und für sowas ist Kathryn Bigelow normalerweise die richtige Person, doch mich konnte Detroit weder auf einem emotionalen noch unterhaltungsmäßigen Level abholen.

Aus dem Nichts

Storyanriss:

Katja (Diane Kruger) verliert ihren Mann Nuri (Numan Acar) und ihren Sohn Rocco (Rafael Santana) bei einem Bombenanschlag. Sie ist tief erschüttert. Es gibt niemanden, der ihre Trauer lindern kann – ihren Schmerz betäubt sie mit Drogen. Katja denkt daran, sich umzubringen. Als die Polizei das Neonazi-Paar Edda (Hanna Hilsdorf) und André Möller (Ulrich Friedrich Brandhoff) verhaftet, weil ein entscheidender Hinweis von Andrés Vater (Ulrich Tukur) einging, schöpft Katja Hoffnung. Der Prozess, bei dem sie von Nuris bestem Freund Danilo Fava (Denis Moschitto) anwaltlich vertreten wird, ist anstrengend, doch die Aussicht auf eine Verurteilung der Täter gibt Katja Kraft.

Fazit:

Mit Aus dem Nichts startet unser deutscher Oscarbeitrag in den Kinos. Regisseur Fatih Akin hat sich mit Filmen wie Gegen die Wand und Soul Kitchen zu einem der besten deutschen Regisseuren gemausert. Auch mit seinem neusten Film der lose von den NSU Morden „inspiriert“ ist, konnte er neben der Wahl zum deutschen Oscarbeitrag auch schon andere Auszeichnungen gewinnen. Die größte Ehrung wurde Hauptdarstellerin Diane Kruger zuteil, die in Cannes den Award für die beste schauspielerische Leistung bekommen hat.

Der Film wird in den drei Kapiteln „Familie“, „Gerechtigkeit“ und „Meer“ erzählt, die sich nicht nur inhaltlich stark unterscheiden, sondern auch tonal. Im ersten Kapitel überwiegen vor allem die Emotionen, die in einigen stark inszenierten Szenen eindrucksvoll zur Geltung kommen, beispielsweise im Auffanglager als Diane Krugers Charakter Katja die Todesmeldung bekommt und innerlich völlig zerrissen auf den Boden sackt, die Musik aussetzt und man ihr minutenlang bei ihrem emotionalen Zusammenbruch zuschaut. Diane Kruger war wirklich durchweg sehr gut in diesem Film. In diesem Teil geht es auch viel um die Polizeiarbeit, die Trauerbewältigung der Familie und Freunde. Gut gefiel mir hier auch ein Moment wo Diane Kruger ihre sehr fürsorgliche und hochschwangere beste Freundin wegschickt, weil sie es einfach nicht ertragen kann, nachdem sie ihre eigene Familie verlor.

Das zweite Kapitel beschäftigt sich dann mit dem Prozess und für mich als Zuschauer waren einige Szenen genauso unerträglich wie es für Katja sein musste, das kam echt gut rüber. Auf das dritte Kapitel gehe ich jetzt nicht näher ein, kann aber sagen, dass es mir nicht so wirklich gefallen hat. Der Ansatz war in Ordnung, Ich hätte mir nur eine etwas andere, straffere Inszenierung gewünscht. Alles in allem war Aus dem Nichts ein guter Film, der hauptsächlich von seiner tollen Hauptdarstellerin und den emotionalen Momenten lebt, aber für mich weder so außergewöhnlich noch so gut ist wie unser Oscarbeitrag Toni Erdmann in letzten Jahr. Selbst der hatte trotz krassem Buzz und einem sehr erfolgreichen Jahr am Ende knapp das Nachsehen, ist aber immerhin in die Top 5 Auswahl der Academy Awards gekommen, bei Aus dem Nichts halte ich eine Wiederholung des Erfolgs ohne die diesjährige Konkurrenz zu kennen für eher unwahrscheinlich.

Whatever Happens

Storyanriss:

Vor sieben Jahren wurden Julian (Fahri Yardım) und Hannah (Sylvia Hoeks) nach einer gemeinsamen Wohnungsbesichtigung zu Mitbewohnern und kurze Zeit später auch zu einem Paar. Doch ihre unterschiedlichen Lebensentwürfe und persönlichen Vorstellungen sorgen nach und nach dafür, dass die Beziehung irgendwann in die Brüche geht. Nun haben die ambitionierte Juristin und der entspannte Fotograf gerade die Trennung beschlossen und wollen fortan eigene Wege gehen. Dafür muss aber erst einmal die ehemalige gemeinsame Wohnung aufgelöst und weitervermietet werden. Die Ex-Partner treffen sich noch einmal, um das Nötige zu regeln, doch haben nicht damit gerechnet, welche Pläne das Schicksal mit ihnen hat: Ausgerechnet am Silvesterabend sitzen Julian und Hannah gemeinsam in ihrer ehemaligen Wohnung fest, weil die Übergabe geplatzt ist.

Fazit:

Whatever Happens ist weniger eine Rom-Com als ein klassisches Drama, das im Prinzip glaubwürdig eine normale Beziehung beschreibt mit ihren Höhen und Tiefen. Die Prämisse hierbei am Ende der Beziehung, sprich der Trennung anzufangen, die als Ausgangspunkt und Rahmenhandlung fungiert, empfand ich als sehr gelungen. Das Drehbuch war gut geschrieben und durch die beiden Hauptdarsteller Fahri Yardim und Sylvia Hoeks toll gespielt. Gerade Sylvia Hoeks war einer der ausschlaggebenden Gründe mir Whatever Happens anzuschauen, obwohl ich ihn sonst vielleicht unter normalen Umständen ignoriert hätte, denn erst vor wenigen Monaten hatte sie mit einem der besten Filme des Jahres, Blade Runner 2049, ihren Durchbruch und ist mit ihrer grandiosen Leistung auf meinem Radar aufgetaucht. Umso erstaunter war ich dann, dass sich die holländische Schauspielerin jetzt in dieser deutschen Produktion wiederfindet.

Die größten Stärken des Films liegen im Realismus und vor allem den kleinen Momenten, die die Abnutzungserscheinungen der Beziehung zeigen, wenn der Alltag einsetzt und beide Partner eigentlich sehr unterschiedliche Pläne für ihre Leben hatten. Ein Moment der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, war als Sylvia Hoeks Charakter Hannah endlich mehr Zeit für ihre Tochter aufbringen will und merkt, dass diese gar keine richtige Bindung zu ihrer Mutter empfindet und sie auch gar nicht zu brauchen scheint. In dieser Szene sitzt Hannah am Küchentisch, während Julian mit der gemeinsamen Tochter den Raum und die Kamera verlässt und ihr hilft. Man hört im Hintergrund noch wie gut sich Vater und Tochter verstehen und wie eng ihre Bindung ist, währenddessen Hannah am Tisch sitzend realisiert und resigniert sich einem Heulkrampf hingibt.

Whatever Happens ist ein realistisches Liebesdrama mit glaubwürdigen Hauptdarstellern und für mich ein weiterer, guter deutscher Film in diesem Jahr.

Girls Trip

Storyanriss:

Fünf lange Jahre ist es her, dass die vier eigentlich besten Freundinnen Ryan (Regina Hall), Sasha (Queen Latifah), Lisa (Jada Pinkett Smith) und Dina (Tiffany Haddish) zum letzten Mal zusammen feiern waren, zu viel hatten sie in der Zwischenzeit mit Beruf, Familiengründung und diversen Beziehungen zu tun. Doch nun steht das große Wiedersehen an, denn die selbsternannte „Flossy Posse“ reist gemeinsam zum legendären Essence Festival in New Orleans. Und eines steht für die vier ehemaligen Partyköniginnen fest: Sie wollen die wilden College-Tage wiederaufleben lassen! Doch während sie ein spektakuläres Dance-Off veranstalten, mit heißen Typen flirten und vielleicht ein klein wenig zu tief ins Glas schauen, merken die vier vor allem eines: Am meisten Verlass ist noch immer auf die besten Freundinnen.

Fazit:

Mit einigen Monaten Verzögerung schafft es die Hitkomödie des Jahres Girls Trip auch zu uns nach Deutschland. Mit mehr als 140 Millionen war der Film nicht nur finanziell erfolgreich, sondern kommt mit einem Rotten Tomatoes Score von 89% und einer IMDb Wertung von 6,4 bei Kritikern und Publikum sehr gut weg für eine Komödie. Diesen Erfolg hatte sich sicherlich auch Girls Night Out mit Scarlett Johansson im Sommer gewünscht, der so zu 80% das gleiche Storykonstrukt wie Girls Trip nutzte, aber in jeglicher Hinsicht schlechter war.

Während der Scarlett Johansson Film im Prinzip sehr handzahm war, hat Girls Trip definitiv kein Blatt vor den Mund genommen. Es ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn ein Saal voll mit 100 Weissbroten im 2 Minutentakt über eine Comedy gröhlt, die nicht nur von Schwarzen gemacht wurde, sondern auch auf ein in erster Linie schwarzes Publikum abzielt, aber es war dennoch ein sehr lustiger Abend. Das Publikum bestand zu 95% aus Frauen, die nach wenigen Minuten hemmungslos anfingen zu saufen und eine Menge Spaß zu haben schienen. Girls Trip war sehr witzig auch wenn man sich erst ein wenig daran gewöhnen musste, in einer deutschen Synchronisation in jedem zweiten Satz „Pussy“, „Nigga“, „Bitch“ und „Schwanz“ zu hören und die Komödie war dementsprechend vor allem hart und dreckig. Spätestens bei einer 1-zu-1 Übersetzung von chick und cock zu „ein Hühnchen findet ihren Hahn“, wird einem bewusst, dass der Film natürlich auf seiner Originalsprache besser funktioniert – auch wenn es nicht immer so schlecht war.

Die Geschichte war jetzt nichts Besonderes und ein typisches Vehicle für diese Art Film. Wie gesagt: schon selbst in diesem Jahr wurde sie so ein weiteres Mal so verfilmt. Vier beste Freundinnen verloren sich mit der Zeit aus den Augen um ihr eigenes Leben zu führen und kommen dann an einem Wochenende wieder zusammen, um zu feiern und natürlich auch ihre nicht so perfekten Leben mit Hilfe ihrer Freundinnen zu retten. Also auch hier gab es zwischen dem Humorfeuerwerk immer Mal wieder ruhige Momente, um vor allem die Rahmenhandlung rund um Regina Halls Charakter zu erzählen, auch die letzten 15 Minuten sind nahezu ausschließlich dieser Geschichte gewidmet, was zwar prinzipiell okay ist, aber auch gigantisch das zackige Tempo ausbremst, das Girls Trip bis dato hatte. Diese Szenen hätte man vielleicht ein wenig kürzer und knackiger halten können, um die Zuschauer auf einer eher lustigen Note aus dem Saal zu lassen, aber letztlich war es auch in dieser Form kein Reinfall.

Der Humor ist nicht nur derbe, sondern zum Großteil natürlich auch vulgär. Wer sich absolut nicht auf diese Art Humor einlassen kann und nur auf witty, smarten Witz steht, der sollte diesen Film meiden. Aber glaubt mir, hin und wieder kann man auch einen Film wie Girls Trip vertragen. Jetzt habe ich viel über Humor geredet, doch was wäre eine gute Dialogzeile ohne die richtigen Personen, die diese rüberbringen könnten? Vermutlich nur ein paar Worte auf einem Blatt Papier. Der Cast des Films war super; Regina Hall kennt man bereits aus ähnlichen Filmen wie Denk wie ein Mann oder Scary Movie und ist ein solides Fundament für diese Komödie, Jada Pinkett Smith und Queen Latifah waren super Ergänzungen, aber diese gute Mischung rundet die Vierte im Bunde ab: Neuentdeckung Tiffany Haddish, die ein echter Scenestealer ist und die witzigsten Momente im Film hat.

Bei ihrer Leistung und dem Erfolg von Girls Trip insgesamt bekomme ich einen Brautalarm-Vibe, der 2011 ähnliche Knöpfe drückte und sogar eine Oscar-Nominierung für Melissa McCarthy abwarf, obwohl Komödien in der Regel wenig bedacht werden bei den Academy Awards. Ich könnte mir vorstellen, dass Tiffany Haddish dieses Jahr in der Award-Saison generell aber eventuell sogar bei den Oscars dabei sein könnte.

 

Flatliners

Storyanriss:

Was sie in ihren Vorlesungen lernen, reicht den fünf jungen Medizinstudenten Courtney (Ellen Page), Ray (Diego Luna), Jamie (James Norton), Sophia (Kiersey Clemons) und Marlo (Nina Dobrev) nicht: Sie wollen noch viel mehr über den menschlichen Körper und Geist erfahren und sind bereit, für neue Erkenntnisse auch gefährliche Grenzen zu übertreten. Um herauszufinden, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, beginnen sie mit einem riskanten Selbstversuch. Sie stoppen ihre Herzen für einen kurzen Zeitraum und bringen sich so an die Schwelle des Todes. Begeistert von dem, was dann geschieht, lassen die Studenten immer mehr Minuten verstreichen, bis sie sich gegenseitig per Defibrillator ins Leben zurückholen. Doch die Experimente bringen ungeahnte Nebenwirkungen mit sich und bald wachsen sie der Gruppe über den Kopf.

Fazit:

Das Flatliners-Remake war leider eine Totgeburt, die bis auf einen passablen Cast nicht viel zu bieten hatte. Die Prämisse bietet zwar durchaus Potential, aber was man mit dieser Idee letztlich anfängt, ist absolut enttäuschend. Vielleicht hätten sie eine Art Chronicle aus dem Set-Up machen sollen oder den Ansatz in 3-4 weiteren Alternativen weiterspinnen müssen, stattdessen bekommt man hier einen total langweiligen, inkonsequenten Film, der alles sein will aber am Ende nichts ist.

Die Charaktere sind eindimensional und der Cast bekommt kaum brauchbares Material mit dem sie arbeiten können. Die Dialoge waren teils haarsträubend und andauernd gab es so merkwürdige Momente, wo beispielsweise ein random Dude an unseren Protagonisten vorbeiläuft, einen dummen, peinlichen Satz fallen lässt, der weder die Geschichte vorantreibt noch der Tiefe der Figuren hilft und dann wieder abhaut. Eigentlich hat man da nur Fragezeichen über dem Kopf und ist peinlich berührt.

Für mich hat sich der Film auch zu viel Zeit genommen um jeden Charakter seine Flatline-Erfahrung zu geben, es dauerte knapp eine Stunde bis überhaupt der zweite Aspekt der Geschichte ins Rollen kam. Man hätte hier durchaus ein wenig zügiger machen und dafür dann die Horrorelemente inhaltlich sowie optisch ausarbeiten können, denn diese waren auch eher unterirdisch. Unsinnige und super generische Schockelemente, die weder Spannung noch Grusel auslösten, sondern wenn überhaupt gähnende Langeweile. Leider reihte sich auch das Ende in die Liste der Enttäuschungen ein, so dass Flatliners schlussendlich wirklich ein komplett belangloser Reinfall bleibt.

Coco – Lebendiger als das Leben

Storyanriss:

Miguel (Stimme im Original: Anthony Gonzalez) ist zwölf Jahre alt und ein großer Fan von Musik – aber leider hasst seine Schusterfamilie alles, was mit Tönen und Instrumenten zu tun hat. Miguels Ururgroßvater verließ damals seine Frau und Tochter, um Musiker zu werden, seitdem fühlen sich die Riveras durch Musik verflucht. Doch Familie hin oder her – Miguel will seinem Idol, dem Sänger Ernesto de la Cruz (Benjamin Bratt), trotzdem nacheifern. Aus Versehen kommt er dabei ins Reich der Toten und betritt dadurch einen wunderschönen Ort, an dem er die Seelen seiner toten Verwandten trifft. Miguels Ururgroßmutter Imelda (Alanna Noel Ubach) ist darunter, und das nette Schwindler-Skelett Hector (Gael García Bernal). Zusammen suchen Skelett und Junge im Totenreich nach de la Cruz, wobei allerdings die Zeit drängt: Zu lange darf Miguel nicht in der Unterwelt bleiben.

Fazit:

Fantastisch. Coco gehörte zu den wenigen Ausnahmen im Animationsgenre dieses Jahr, die mich schon mit ihrem Trailer neugierig gemacht haben und ich muss sagen: Pixar ist und bleibt der Klassenprimus unter den Animationsstudios. Wiedermal schaffen sie es eine tolle, liebevolle Geschichte zu erzählen, die es durch schöne Bilder und kreative Szenen hinbekommt, mit Leichtigkeit die gesamte Klaviatur der Emotionen zu spielen.

Dia de los Muertos, also den „Tag der Toten“ als Gerüst für diese Geschichte zu nehmen, war super genial, vor allem, weil man hier eine wunderschöne Brücke zur mexikanischen Kultur schlagen konnte, die für die Mehrheit sicherlich nicht so geläufig ist. Vor allem der Aspekt der Familienzusammengehörigkeit, die Liebe die man in diesen Kulturkreisen seiner Verwandtschaft bis ins hohe Alter und sogar den Tod hinaus zukommen lässt, war sehr berührend und üblicherweise in westlichen Kulturen nicht so stark verbreitet. In Deutschland ist es nun mal nicht üblich mit 3 Generationen unter einem Dach zu leben.

Eine sehr begrüßenswerte Entscheidung wurde meiner Meinung nach auch bei der Musikauswahl getroffen, denn man hat nicht einfach nur deutsche Songs drüber gestülpt, sondern sich für einen Mix aus deutschen und spanischen Texten entschieden. Sicherlich ist das jetzt vielleicht nicht so extrem einprägsam wie die typischen Disneysongs aber es ist ein netter Kompromiss, der dieser mexikanischen Geschichte Authentizität verleiht und mir das Gefühl vermittelt, dass man sich ernsthaft mit der Thematik und der Kultur befasst hat. Gewisse Parallelen zu „Moana“ aus dem letzten Jahr kommen da zwangsläufig auf für mich, auch wenn das oscarprämierte Moana vom Mutterkonzern Disney selbst stammt.

Was mir an den Pixarfilmen immer besonders gut gefällt, sind die Parallelgesellschaften, die sie so häufig in ihren Filmen kreieren. Egal welches Setting und welche Geschichte, aber sie bekommen es hin unsere Gesellschaft und Struktur im Fall von Coco auf das Reich der Toten zu übertragen, was dazu führt, dass ich mich immer über die Liebe zum Detail freue und in meinen Bart schmunzle. Die Story dreht sich im Kern also um die Ehrung der Lebenden und Toten, behandelt aber auch abseits davon Themen wie die Erwartungshaltung an die eigenen Kinder, das Verwirklichen der persönlichen Träume und welchen Eindruck man bei seinen Liebsten hinterlassen hat und wie sie dich in Erinnerung behalten.

Coco ist ein wunderbarer Film für die Familie mit vielen optischen Highlights und einer liebevollen Geschichte, die gerade zum Ende pure Emotion verspricht. Wer schneidet auch im Kino Zwiebeln..

Kurzkritiken Round-Up KW 46 2017

The Big Sick

Storyanriss:

Kumail (Kumail Nanjiani) stammt aus einer Familie von pakistanischen Immigranten und schlägt sich mehr schlecht als recht als Comedian in Chicago durch. Seiner sehr konservativen und traditionsbewussten Familie ist Kumails Lebensstil schon seit längerem ein Dorn im Auge, doch auch wenn er alle potentiellen Ehefrauen-Kandidatinnen, die seine Eltern ihm regelmäßig vorsetzen, bisher abgelehnt hat, bringt er es doch nicht fertig, endgültig mit seiner Familie zu brechen. Auch als er eine Beziehung mit Emily (Zoe Kazan) beginnt, die er bei einem seiner Auftritte kennenlernt, ändert sich daran nichts und ihre junge Liebe droht zu zerbrechen, als sie irgendwann erfährt, dass er seinen Eltern noch nichts von ihr erzählt hat. Da wird Emily wegen einer mysteriösen Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen und in ein künstliches Koma versetzt. Nun muss Kumail sich entscheiden, ob er zu seiner großen Liebe steht.

Fazit:

Seit sicherlich einem halben Jahr höre ich nur Gutes über diesen Film und endlich konnte ich mir selbst ein Bild machen. The Big Sick erzählt im Prinzip die Geschichte wie Comedian und Schauspieler Kumail Nanjiani seine heutige Frau kennenlernte und welche Steine den beiden zunächst in den Weg gelegt worden sind. Er selbst schrieb auch das Drehbuch zum Film. The Big Sick war ein wunderbarer Film, der sicherlich am Ende des Jahres – trotz des guten Einspielergebnisses in Amerika – nur in die Kategorie Geheimtipp fällt.

Der Film war witzig, liebevoll und hatte viele kleine Nebenhandlungen, die The Big Sick Fleisch gegeben haben ohne den Film überladen wirken zu lassen. So nimmt sich der Film Zeit für die süße Kennenlernphase der beiden Hauptfiguren, erzählt von Kumails Struggle als unerfahrener Stand-Up Comedian, von den Erwartungen seiner traditionsbewussten Familie, die regelmäßig versucht für ihren Sohn eine Hochzeit zu arrangieren sowie letztlich die große Krankheit, die nochmal alles auf den Kopf stellt und Kumail dazu zwingt, sich mit den Eltern seiner großen Liebe auseinanderzusetzen. Für viele Kritiker gilt der Film schon jetzt als einer der besten des Jahres und auch mir hat The Big Sick ziemlich gut gefallen. Definitiv eine Empfehlung.

 

Justice League

Storyanriss:

Bruce Wayne (Ben Affleck) alias Batman hat wieder Vertrauen in die Menschheit – auch dank Superman (Henry Cavill), der im Kampf gegen das Monster Doomsday wahre Selbstlosigkeit bewies und sich opferte. Als sich das mächtige außerweltliche Wesen Steppenwolf (Ciarán Hinds) mit einer Armee Paradämonen anschickt, die Erde zu überfallen, wendet sich Batman an Diana Prince (Gal Gadot), besser bekannt unter dem Namen Wonder Woman, die gegen Doomsday eindrucksvoll zeigte, was sie kann. Gemeinsam rekrutieren sie ein Team von Superhelden, bestehend aus den Metamenschen, auf die die beiden bereits aufmerksam geworden sind: Aquaman (Jason Momoa), Cyborg (Ray Fisher) und The Flash (Ezra Miller) verbünden sich mit Batman und Wonder Woman, aber der Angriff auf die Erde scheint dennoch nicht mehr zu verhindern sein.

Fazit:

Justice League ist wie sein Vorgänger Batman v Superman: Dawn of Justice eine Mixed Bag. Alles was mit der Justice League zu tun hat macht Spaß, die Gruppe funktioniert gut und jeder einzelne von ihnen hat so seine Momente, aber darüber hinaus gibt es wenig denkwürdiges. Doch kommen wir zunächst zum wichtigsten Part, den Akteuren der neu formierten Justice League.

Flash: Für die filmische Umsetzung hat man sich für Ezra Miller (We need to talk about Kevin, Phantastische Tierwesen) und gegen Grant Gustin, der den Superhelden in der TV-Serie von CW verkörpert, als Flash entschieden.  Ezra Miller hat gut funktioniert war aber in diesem Film hauptsächlich auf seine Position als Comic Relief innerhalb des Teams beschränkt, um den Ton der Szenen aufzulockern.

Aquaman: Jason Momoa als Aquaman war zwar eine super Wahl und merkwürdiger Weise habe ich sogar echt Bock auf den Solofilm nächstes Jahr, doch dafür, dass hier Aquaman in Justice League vorgestellt wird und einen ähnlich großen Part wie die anderen bekommen hat, sieht man genau 0 x seine außergewöhnlichen Fähigkeiten im Wasser, weil – oh welch Überraschung – der Film so weit weg wie möglich vom Wasser spielt und man maximal durch sehr, nennen wir es „günstige Umstände im Drehbuch“ mal das Element Wasser sieht. Bis James Wan uns also mit dem Aquaman-Solofilm beglückt, muss man sich Jason Momoa in einer „fish out of water“-Story (höhö) gefallen lassen und damit abfinden, dass er abgesehen von einem weiteren Sixpack kaum was zum Team beiträgt.

Cyborg: Mit Ray Fisher gab man einem sehr unerfahrenen Schauspieler die Rolle des Cyborgs in Justice League. Seine Figur hatte sicherlich die beste Entstehungsgeschichte im Film. Diese hat man darüber hinaus auch ganz nett in die Rahmenhandlung des Films eingeflochten auch wenn man seinen Charakter ein wenig als Plot-Device für allerhand Schlüsselmomente im Film missbraucht hat. Ihn als Superheld finde ich jetzt persönlich am uninteressantesten aus der „Justice League“-Gruppe, aber das kann ja noch werden.

Wonder Woman: Gal Gadot hat mit ihrer Verkörperung als Wonder Woman dieses Jahr einen unfassbaren Buzz erzeugt, viel Gutes bewirkt und Frauen und Männer inspiriert und motiviert. Sie surft auch in Justice League weiter auf ihrer 2017-Erfolgswelle und gehört definitiv zu den besten Sachen an Justice League, sie bleibt weiterhin charmant, witzig und bad-ass.

Batman: Ben Affleck bekommt zwar leider keine so geile Actionszene spendiert wie noch in Batman v Superman, kann aber trotzdem überzeugen, vielleicht war es aber auch schon sein letzter Auftritt als Gothams Dark Knight, denn wie aktuelle Gerüchte besagen, plant man für den neuen Batman-Solofilm von Matt Reeves (Planet der Affen) mit Jake Gyllenhaal.

Superman: Zu Supermans Part in Justice League werde ich aus spoilertechnischen Gründen nicht viel sagen, nur, dass man ganz genau sieht, welche Szenen Nachdrehs waren und wo man aufgrund von Henry Cavills Bartwuchs für ein anderes Filmprojekt mit digitaler Hilfe den Bart retuschieren musste. Leider hat man da keinen sonderlich guten Job geleistet und ein uncanny valley geschaffen, was dich stutzen lässt.

Generell merkte man häufig an den Dialogen, wo Joss Whedon (Firefly, Buffy, The Avengers) Hand angelegt hat. Der fertige Film soll zu rund 20% von Whedon stammen und zu 80% von Zack Snyder, der sich im Frühjahr vom Film distanzierte, nachdem sich seine Tochter das Leben genommen hat. Wie gesagt, man merkt es vielen Szenen an, aber nicht zwangsläufig negativ auch wenn nicht jeder Gag ins Schwarze getroffen hat.

Was aber wieder leider so gar nicht funktionierte, waren die Geschichte im Allgemeinen und der Antagonist. Die Story war schwach und wie so oft jagt ein Widersacher McGuffins den Film über, um wie auch schon in Transformers und 10 anderen Filmen seinen Heimatplaneten auf die Erde zu holen, beziehungsweise „überzustülpen“. Völlig nachvollziehbar die grünen Wiesen, Wälder sowie hochwertige Städte durch verbrannte Erde, Stachelwucherungen und allerlei anderes komplett abstoßendes Zeug zu ersetzen. Steppenwolf, der diesen genialen Plan umsetzen will, ist leider ein Totalausfall und einfach nur ein charakterloser CGI-Haufen ohne Persönlichkeit. Man sagt DC ja immer nach, die cooleren Bösewichte im Vergleich zu Marvel zu haben, aber Steppenwolf und seine CGI Mücken waren unendlich öde und erinnerten nicht selten an Ultron und seine Gefolgschaft in Avengers 2: Age of Ultron, wobei man dem sogar noch eine gewisse Charakterentwicklung und Hintergrundgeschichte attestieren kann.

Justice League war am Ende nicht so katastrophal wie ich es das ganze Jahr über vermutete aber auch weit weg von einem guten Film. Er ist definitiv schlechter als Wonder Woman und Man of Steel, nicht so messy wie Batman v Superman (auch wenn dieser die cooleren Momente hatte) und auch nicht so schrecklich wie Suicide Squad.

 

Happy Deathday

Storyanriss:

Die junge Studentin Tree (Jessica Rothe) wacht am Morgen ihres Geburtstags auf, doch anders als sonst ist ihr Ehrentag dieses Mal kein Grund zur Freude: Nicht nur hat sie in der Nacht davor zu hart gefeiert und ist in der Studentenbude von Carter (Israel Broussard) gelandet. Noch dazu taucht am Abend plötzlich ein maskierter Unbekannter auf und ermordet sie. Nach ihrem Tod landet Tree jedoch nicht im Jenseits, sondern wacht erneut am Morgen ihres Geburtstages auf, als wäre nichts geschehen. Schnell stellt sie fest, dass sie in einer Zeitschleife gefangen ist, in der sich die Ereignisse fortlaufend wiederholen und sie jedes Mal am Ende ermordet wird, egal, was sie versucht. Während Tree ihren Geburts- und Todestag ein ums andere Mal durchläuft, versucht sie verzweifelt, einen Weg zu finden, um ihrer Ermordung zu entkommen.

Fazit:

Blumhouse hat sich in den letzten Jahren zum absoluten Produzentenüberflieger im Bereich der Horrorfilme gemausert. Dabei produzieren sie auch immer häufiger nicht nur Horrorkost von der Stange, sondern fördern auch frische Ideen und Ansätze, die sowohl Fans als auch Kritiker überzeugen. Allein in diesem Jahr hat Blumhouse für sage und schreibe weniger als 20 Millionen Produktionskosten die 3 Boxofficehits Split, Get Out und nun Happy Deathday produziert, die insgesamt knapp 700Mio Dollar eingespielt haben.

Mir hat Happy Deathday sehr gut gefallen. Ja, das Konzept von einem Charakter, der den selben Tag immer und immer wieder erlebt, bis er sich oder gewisse Aspekte der Geschichte ändert, ist nicht neu und kennen wir unter anderem aus …und täglich grüßt das Murmeltier oder auch Edge of Tomorrow. Dennoch setzte bei mir noch keine Ernüchterung ein als ich den Trailer sah; der Film machte einen sympathischen und frischen Eindruck und mit diesem Gefühl bin ich letztlich auch aus dem Kino gegangen. Jessica Rothe als Hauptdarstellerin empfand ich als äußerst facettenreich und sehr gut in ihrer Rolle. Sie konnte sowohl in den dramatischen und bitchigen als auch in den lustigen oder actionreichen Momenten überzeugen – eine tolle Wahl für den Film.

Ein gutes Gespür hatten die Macher auch beim Highschool Setting, was sich meiner Meinung nach perfekt anbietet für dieses Konzept. Happy Deathday ist definitiv mehr Komödie als Horrorfilm und wenn man eigentlich Bock auf einen gruseligen Horrorschocker hat, sollte man lieber kein Ticket für den Film lösen. Ich für meinen Teil hatte viel Spaß mit dem Film und habe Tree gerne dabei zugesehen wie sie Tag für Tag versucht ihrem Mörder auf die Spur zu kommen und ihn zu überlisten. Dabei gingen die Macher klug vor und haben uns nicht immer denselben Mord präsentiert, sondern sich auch hier kreativ ausgelassen. Im Gegensatz zu Mord im Orientexpress konnte man bei Happy Deathday auch aktiv miträtseln.

Wenn man will, kann man natürlich den kompletten Film kaputt reden, weil die Geschichte bereits am zweiten Tag ihr Ende finden könnte wenn Tree dem Mörder einfach die Maske vom Kopf zieht und somit am nächsten Morgen bereits weiß, wer sie umbringen will. Doch wenn ihr wie ich in diesem Fall nicht die Logik kaputt denkt, dann hat man eine nette Komödie für zwischendurch und eine gute Zeit im Kino.

Kurzkritiken Round-Up November 2017

Fack Ju Göthe 3

Storyanriss:

Chantal (Jella Haase), Danger (Max von der Groeben), Zeynep (Gizem Emre) und die anderen Schüler der Goethe-Gesamtschule stehen zwar kurz vor dem Abitur, doch die ehemaligen Problemschüler sind nicht wirklich motiviert, diesen Abschluss zu ergattern. Dafür hat die Frau vom Berufsinformationszentrum gesorgt, indem sie ihnen klargemacht hat, dass ihre Zukunft sowieso nicht besonders rosig aussieht. Somit ist bei Chantal & Co. erstmal wieder Frustration, Eskalation und Leistungsverweigerung angesagt, aber dennoch will Zeki Müller (Elyas M’Barek) alles tun, damit sie das Abi schaffen. Auf die Hilfe von Schulleiterin Gudrun Gerster (Katja Riemann) kann er sich dabei nicht verlassen, denn diese hat mit dem Bildungsministerium genug Stress. Immerhin die neue Lehrerin Biggi Enzberger (Sandra Hüller) springt Zeki zur Seite und hilft ihm bei einem Anti-Mobbing-Seminar.

Fazit:

Ist ein guter Abschluss der Trilogie und für mich zumindest nicht der schlechteste der drei Filme. Das lag zum einen an der Verpflichtung von Sandra Hüller, die uns im letzten Jahr im oscarnominierten Toni Erdmann begeistert hat und mit ihrer selbstironischen und sehr charmant-witzigen Ader, die zwar sehr talentierte aber meist etwas steife Karoline Herfurth ersetzte, weil sie aus zeitlichen Gründen nicht mehr dabei sein konnte. Hüller hatte viele der coolsten Szenen und brachte auch eine schöne Portion Herz in den Film. Das bringt mich auch zum zweiten großen, positiven Aspekt des Films: für mich haben wie schon beim Vorgänger gerade die eher emotionalen Momente funktioniert, wo man für einen Augenblick die Gags/Minute-Ratio ein wenig gedrosselt hat und Themen wie Mobbing, suizidale Gedanken und Perspektivlosigkeit behandelt oder zumindest anreißt, bevor im Anschluss auch direkt wieder dumme Sprüche darüber folgen.

Natürlich geht die breite Masse aber hauptsächlich für die Comedyelemente in den Film und wie bei jedem Teil ging mir auch dieses Mal die übertriebene Art wie die Figuren reden auf den Sack auch wenn diese selbstverständlich oft als Delivery für die Pointen dienen. Ich habe nichts gegen die falsche Grammatik der Charaktere, mir geht es vielmehr um dieses Overacting, weil es so wirkt als ob sich die Figuren im Film selbst karikieren würden was einfach keinen Sinn ergibt. Nichtsdestotrotz gibt es auch im dritten Teil wieder eine sauhohe Anzahl an an buntgemischten Sprüchen, Beleidigungen, Slapstickeinlagen und Fäkalhumor, die ohne Rücksicht auf Verluste in alle Richtungen gefeuert werden, egal ob AFD, Trump oder Flüchtlingen. Das soll aber keineswegs als negative Kritik aufgefasst werden, denn nicht das Thema ist entscheidend, sondern die Qualität der Comedy und die war oft witzig aber konnte in ihrer Gesamtheit meistens das Ziel nicht treffen.

Alles in allem war der Abschluss der erfolgreichsten deutschen Filmreihe der letzten Jahre in Ordnung aber es ist auch gut zu wissen, dass es nun vorbei ist.

Borg/McEnroe – Duell zweier Gladiatoren

Storyanriss:

1980 ist der 24-jährige Schwede Björn Borg (Sverrir Gudnason) die Nummer eins auf der Weltrangliste im Herren-Tennis, aber auch von den Spuren seiner langen Karriere gezeichnet: Er fühlt sich ausgebrannt und müde. Das mit Spannung erwartete Finale des renommierten Tennisturniers in Wimbledon steht bevor, bei dem der besonnene Borg gegen den 20-jährigen John McEnroe (Shia LaBeouf) antreten muss, einen ebenso hitzköpfigen wie exzentrischen Newcomer aus New York. Während sich Borg mit Hilfe seines Trainers Lennart Bergelin (Stellan Skarsgård) auf das Duell vorbereitet, sorgt McEnroe immer wieder für neue Schlagzeilen und fühlt sich bald von den Medien in einen Käfig gezwängt. Und so erkennen die beiden Männer trotz ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten, dass sie mehr verbindet, als man auf den ersten Blick ahnt.

Fazit:

Kleines Drama / Biopic mit tollen schauspielerischen Leistungen von Shia LaBeouf und Sverrir Gudnason, und einer interessanten, wahren Geschichte über zwei Tennisgenies, die nach Außen hin sehr unterschiedlich wirken, aber im Kern sich sehr ähnlich sind und nach einer hitzigen Rivalität zu besten Freunden wurden. Mir hat Borg/McEnroe schon gut gefallen und hauptsächlich bin ich für Shia LaBeouf ins Kino gegangen, der mich eigentlich immer überzeugt.

Überraschend und teils sehr anstrengend fand ich aber den Aspekt, dass dir eigentlich keiner der beiden Hauptfiguren sympathisch ist. Während der eine den Bad Boy der Szene verkörpert, ist der andere eigentlich der Vorzeigesportler, der sich innerlich aber so unter Druck setzt, dass er es an seinen geliebten Mitmenschen auslässt, da ist man nach 2h auch froh, wenn der Film vorbei ist. Lustigerweise kommt mit „Battle of the Sexes“ in wenigen Wochen ein weiterer Tennisfilm in die Kinos mit Emma Stone von dem ich mir noch deutlich mehr erhoffe.

Bad Moms 2

Storyanriss:

Amy (Mila Kunis), Carla (Kathryn Hahn) und Kiki (Kristen Bell) haben die Schnauze voll: Der alljährliche Weihnachstress steht vor der Tür und weil sie keine Lust mehr haben, sich wie jedes Jahr mit Kochen, Dekorieren und Geschenke kaufen kaputt zu machen und als Belohnung nur einen Gutschein für eine Rückenmassage zu bekommen, beschließen sie, den Weihnachtswahnsinn dieses Jahr großflächig zu umschiffen. Stattdessen soll für ihre Familien eine kleine, aber umso persönlichere und besondere Bescherung auf dem Programm stehen. Doch der Traum von ruhigen, entspannten Weihnachten platzt, als dann plötzlich die Mamas der Mütter vor der Tür stehen und sie mit ihren Schrullen und Eigenarten in den Wahnsinn treiben. Und so läuft alles auf ein großes Entscheidungsduell zwischen den Bad Moms und ihren Müttern (Susan Sarandon, Cheryl Hines und Christine Baranski) hinaus.

Fazit:

Hey, der erste Weihnachtsfilm des Jahres! Bad Moms war mit seinen 184 Millionen letztes Jahr ein großer Überraschungshit und führte unmittelbar dazu, den Nachfolger direkt in Angriff zu nehmen und mit der Produktion bereits wenige Monate später anzufangen. Für die Story ist man einen logischen Schritt gegangen und erweitert nicht nur den Cast um die „Bad Moms“ der „Bad Moms“, gespielt von Susan Sarandon, Cheryl Hines und Christine Baranski, sondern man nimmt sich mit Weihnachten auch einen beliebten Feiertag für Filme aber natürlich auch für die Kinokassen.

Der Cast war wie gewohnt cool und sowohl die Ursprungsmoms mit Mila Kunis, Kathryn Hahn und Kristen Bell haben eine spürbar gute Chemie miteinander und auch ihre Filmmütter fügten sich super ein. Der Humor war wie gewohnt dreckig, vulgär und sicherlich nicht immer geistreich oder lustig aber insgesamt noch auf einem soliden Niveau mit paar witzigen Ideen. Der Film ist sehr formelhaft und folgt eigentlich den üblichen Regeln dieser Weihnachtskomödien und ich bin mir zu 99% sicher, dass Daddys Home 2, der in wenigen Wochen in die Kinos kommt absolut genauso sein wird. Der erste Teil dieser Reihe war genauso erfolgreich und nimmt die gleiche Entwicklung wie Bad Moms, sprich Mark Wahlberg und Will Ferrell bekommen zu Weihnachten Besuch von ihren abgedrehten Vätern. Bad Moms 2 war eine konsequente Weiterführung des ersten Teils, der zwar nicht so frisch und gut ist aber als lockerer Spaß zur Weihnachtszeit und seichte Unterhaltung in Ordnung geht.

Mord im Orientexpress

Storyanriss:

Für die Rückreise von einem seiner Fälle nimmt Hercule Poirot (Kenneth Branagh) den legendären Orient-Express. An eine gemütliche Zugfahrt ist aber nicht lange zu denken, stattdessen hat der berühmte Meisterdetektiv bald wieder Arbeit: Ein Passagier wird ermordet und damit ist klar, dass einer der übrigen Reisenden der Täter sein muss. Die spanische Missionarin Pilar Estravados (Penélope Cruz), die Gouvernante Mary Debenham (Daisy Ridley), Professor Gerhard Hardman (Willem Dafoe), die Witwe Mrs. Hubbard (Michelle Pfeiffer) und der Doktor Arbuthnot (Leslie Odom Jr.) sind alle verdächtig. Doch bald wird Poirot klar, dass er den Fall nicht lösen wird, wenn er mehr über die möglichen Täter erfährt. Er muss mehr über das Opfer herausfinden – und sich beeilen, damit der Killer nicht nochmal zuschlägt.

Fazit:

Kenneth Branagh hat mit Thor und Cinderella bereits bewiesen, dass er ein ganz guter Regisseur ist und bei der erneuten Auflage von Agatha Christies Klassiker Mord im Orientexpress nimmt er nicht nur auf dem Regiestuhl Platz, sondern verkörpert auch die legendäre Hauptfigur Hercule Poirot. Um sich herum hat er aber einen absoluten Allstar-Cast versammelt. Ehrlich gesagt tu ich mich ein wenig schwer mit dem Film, denn die Regie war zwar ganz gut, der Film war schön inszeniert und Hercule als brillianter aber kautziger Ermittler hat mir super gefallen, doch für mich persönlich kränkelt der Film an anderen Dingen.

Ich habe das Buch gelesen und kannte die Auflösung des Films, was Mord im Orientexpress schon direkt mal kaum spannend für mich gemacht hat. Das kann man zwar nicht so richtig dem Film vorwerfen, ist natürlich aber ein typisches Problem, wenn es eine Buchvorlage und bereits vorhandene Filmumsetzungen gibt. Was man dem Film aber an diesem Aspekt ankreiden kann, ist, dass sich Mord im Orientexpress schon auch irgendwie so anfühlt als ob man ein Buch liest, wo man erst zum Schluss die Auflösungen präsentiert bekommt und die Geschichte bis dahin natürlich so geschrieben ist, dass nahezu kein Selbsträtseln möglich ist.

Das äußert sich vor allem darin, dass man als Zuschauer eigentlich keinerlei nützliche Infos bekommt um selbst Schlüsse zu ziehen, Vermutungen aufzustellen und zu begründen, sondern Hercule Poirot im Prinzip mit absolutem Durchblick durch den Film rennt und komplett alleine nur Hinweise sieht und deutet, die uns verborgen bleiben. Abgesehen von wenigen Ausnahmen erfährt man auch kaum was von den anderen Figuren außer Hercule. Zusätzlich hat es mich manchmal rausgerissen wie übertrieben diese Charaktere waren. Man merkte zwar, dass der Cast Spaß hatte und sich bewusst war, dass er hier nur sehr stereotypische Abziehbilder verkörpert, aber es wirkt irgendwie auch manchmal drüber und reißt aus dem Film.

Mord im Orientexpress ist ein durchschnittlicher Film mit tollem Cast, der sich eher lohnt, wenn man die Auflösung der Geschichte noch nicht kennt.

3

Thor 3: Tag der Entscheidung

Storyanriss:

Donnergott Thor (Chris Hemsworth) wird weit weg von seiner Heimat Asgard auf der anderen Seite des Universums gefangengehalten. Ohne seinen mächtigen Hammer Mjölnir scheint eine Flucht nahezu ausgeschlossen, dabei läuft ihm allmählich die Zeit davon: Denn die ebenso mächtige wie erbarmungslose Hela (Cate Blanchett), die nach jahrtausendlanger Gefangenschaft aus ihrem Gefängnis freigekommen ist, droht Ragnarok einzuleiten, die Götterdämmerung, die Asgard vernichten würde. Um das zu verhindern, setzt Thor alles daran, nach Hause zurückzukehren. Zwischen ihm und seiner Freiheit stehen jedoch tödliche Gladiatorenkämpfe auf dem Planeten Sakaar, der so etwas wie die Mülldeponie des Universums ist. Bei einem dieser Duelle trifft Thor auf den Ex-Avenger und seinen früheren Mitstreiter Hulk (Mark Ruffalo), den beliebtesten und erfolgreichsten Kämpfer auf Sakaar.

Fazit:

Marvels Entscheidung Taika Waititi (5 Zimmer, Küche Sarg) als Regisseur zu verpflichten für einen Film dieser Größenordnung war ein sehr außergewöhnlicher und mutiger Schritt seitens Marvel und ich freue mich ungemein, dass das Experiment so gut aufgegangen ist. Thor 3: Ragnarok oder wie er bei uns heißt Tag der Entscheidung ist definitiv der bislang beste Ableger der Thor-Filme und kann durchaus als Winter Soldier für die Thor-Marke verstanden werden, denn Captain America war damals auch eher ein sehr durchwachsener und vergleichsweise schlechter Marvelfilm, bis dann die Russo Brothers übernommen haben und mit Captain America 2: The Winter Soldier das komplette Genre der Superheldenflme auf ein neues Level hievten.

Thor 3 ist super witzig und einer der lustigsten Marvelfilme; an jeder Ecke spürt man den Einfluss und das gute Gespür für Humor von Taika Waititi. Man merkt den Schauspielern und ihren dargestellten Figuren die gute Zeit, die sie am Set hatten, an und viele Szenen leben von der tollen Dynamik, beispielsweise wenn Thor und Hulk miteinander interagieren und sich der stärkste Superheld plötzlich wie ein Kleinkind benimmt. Allgemein war der gesamte Cast super und nahezu jede Figur hatte seine witzigen Momente, selbst die große Antagonistin des Films Hela, gespielt von Cate Blanchett. Mir hat Cate Blanchett in dieser Rolle sehr gut gefallen und auch wenn der Charakter wie üblich für so einen Film ein wenig drüber ist, war es ihr Schauspiel angenehmer Weise nicht.

Jeff Goldblum war perfekt besetzt für… „Jeff Goldblum in Space“, Tessa Thompson als Valkyrie war ein richtiger Scene Stealer und selbst Taika Waititi, der wie üblich eine Rolle in seinen eigenen Filmen übernimmt, hat als CGI-Sidekick Korg paar richtig coole Momente im Film. Abgesehen von seinem vorab bekannten Cameo, gab es zu Beginn des Films noch einen für mich unerwarteten Auftritt, den ich ganz witzig fand. Stichwort: Theaterstück. Natürlich ist auch Loki, der für viele noch immer als bester Bösewicht des Marvel Cinematic Universe gilt, dabei, doch mittlerweile hält er eigentlich nur noch als Comic Relief her um überhaupt noch einen Grund zu haben als Fanliebling im Film zu sein.

Was bei all dem Humor und den coolen Figuren aber zu kurz kommt, ist das Gefühl, dass die großen Veränderungen und Verluste wirklich einen emotionalen Impact auf die Charaktere haben.

Thor 3: Tag der Entscheidung ist ein sehr farbenfroher Film der sehr gut aussah. Der beeindruckendste Shot war für mich der Valkyrenritt, den man bereits im Trailer erhaschen konnte. Ich fand den inszenatorisch super und visuell wunderschön auch wenn er sich optisch stark vom Rest des Films abgrenzt. Untermalt wurden viele der Szenen mit einer coolen Musikauswahl, die nicht nur im Trailer verwendet wurde, sondern auch wirklich passend in den fantastischen Actionszenen zur Geltung kamen. Generell waren die actionreichen Momente auf einem guten Niveau, klar, einige waren nur durchschnittlich ein paar andere dafür dann richtig kreativ und stark. Alles in allem hat für mich dieser komplett andere Ansatz eines Space-Roadmovies mit großartigem Humor funktioniert und Thor 3: Tag der Enttäuschung landet für mich im oberen Drittel der Marvelfilme.

Halloween-Special 2017 | SAW – Eine Ode an Hobbybastler und den Willen zu leben

Halloween-Special 2017 | SAW – Eine Ode an Hobbybastler und den Willen zu leben

 

Pünktlich wie die Maurer erscheinen jährlich zu Halloween die größten Horrorfilme des Jahres, jahrelang brachte man vor allem zwei Filmreihen mit diesem Zeitraum in Verbindung: Paranormal Activity und SAW. Um das zweite Franchise soll es heute in meinem Halloween-Special gehen, denn nach 7 Jahren Pause geht die Reihe mit Jigsaw diese Woche in die bereits 8.Runde. Die Filme haben über die Zeit einen gewissen Wandel durchgemacht und sind weg von dem eher bodenständigen Stil des ersten Teils zu einer Aneinanderreihung möglichst blutiger Tötungssequenzen verkommen. Machte zwar durchaus Spaß aber hat so ein wenig den Fokus auf einstige Stärken verloren.

Ich für meinen Teil, vermutlich als einer der wenigen, konnte auch in späteren SAW-Ablegern auch immer noch der Story etwas abgewinnen und habe mich auch immer auf die letzten 10 Minuten gefreut, die – wie im ersten Teil eingeführt – Zusammenhänge und Wendungen aufdeckt unter der musikalischen Untermalung des SAW-Themes.

James Wan hat 2004 diese Marke gestartet, die nicht nur seine Karriere seit dem ungemein beflügelt hat und ihn zu einem der aktuell größten Horrorregisseure machte, sondern weltweit insgesamt fast 900 Millionen $ einspielte.

Für mich stehen die SAW-Filme für coole Musik, eines der besten Horrorthemes überhaupt, kreative Fallen, Foreshadowing mit Doppeldeutigkeiten, eine für Horrorfilmstandards gute Prämisse und eine zwar verstrickte aber nicht zwangsläufig verzettelte Gesamtgeschichte, die in weiten Teilen der eigenen aufgebauten Filmlogik treu bleibt und häufig durch coole Wendungen erzählt wird.

Aus diesen Gründen und dem Release von Jigsaw präsentiere ich euch heute meine Kritik zum gesamten SAW-Franchise.

 

 

SAW I

Storyanriss:

Arzt Lawrence (Cary Elwes) und Fotograf Adam (Leigh Whannell) erwachen aus unerfindlichen Gründen in einem mysteriösen, verdreckten Waschraum. Angekettet an Abflussrohren entdecken sie in der Mitte des Raumes eine Leiche. Wer sie hierher entführte und weshalb, wissen die beiden Gefangenen nicht. Verschiedene Anzeichen lassen letztlich darauf schließen, dass sie sich in der Falle des Serienmörders „Jigsaw“ befinden. Wollen sie den wahr gewordenen Alptraum lebendig überstehen, müssen sie sich im Spiel des Mörders blutigen Aufgaben stellen. Bald wird klar, dass die beiden Gefangenen mehr verbindet, als sie ursprünglich gedacht haben – und außerdem, dass nur einer überleben kann.

Fazit in 3 Sätzen:

Die Prämisse hier einen Antagonisten zu präsentieren, der seine Opfer mit Bedacht wählt und ihnen „die Wahl lässt“ ihre verwerflichen Charaktereigenschaften und Sünden unter großer Opferbereitschaft zu sühnen oder ihr Leben zu verlieren, ist sehr cool und war zu diesem Zeitpunkt eine tolle Idee und ein frischer Wind im Horrorgenre. Der erste Teil der Reihe sticht mit seiner praktisch Kammerspiel-Inszenierung stilistisch deutlich aus seinen Nachfolgern heraus und hebt sich positiv ab. Natürlich kommt man bei SAW I nicht darum herum den grandios inszenierten Twist am Ende zu erwähnen, der super mit dem seitdem so berühmten Saw-Theme untermalt wurde.

Beste Falle:

Amanda bekommt eine Zahnspange! Beschrieben als umgekehrte Bärenfalle ist diese Konstruktion ein Dauerbrenner der Reihe mit viel Bedeutung.

Coolster Moment:

Twist: Jigsaw lag die ganze Zeit im Raum, ahnen konnte man das wieder am tollen Foreshadowing: „Anscheinend hat unser Freund bei seinen kranken Spielchen einen Platz in der ersten Reihe reserviert.“

 

 

SAW II

Storyanriss:

Zwei Jahre nach nachdem der Puzzlemörder das letzte mal zugeschlagen hat, startet Jigsaw (Tobin Bell) eine neue Reihe seiner Mordspiele, die Detective Eric Matthews (Donnie Wahlberg) unbedingt aufhalten möchte. Doch bald wird ihm klar, dass auch er und seine Ermittlungen nur Teil des mörderischen Treibens des berüchtigten Serienkillers sind. Das grausame Spiel macht auch vor der Familie des Polizisten nicht halt: Jigsaw hat Matthews Sohn zusammen mit einer Gruppe von Kriminellen (Shawnee Smith, Franky G, Glenn Plummer, Emmanuelle Vaugier, Beverly Mitchell, Timothy Burd, Lyriq Bent) in einem hermetisch abgeriegelten, monitorüberwachten Haus eingesperrt. Überraschenderweise geling es Matthews und seiner Kollegin Kerry (Dina Meyer) schnell, Jigsaw nach einigen Hinweisen zu schnappen. Doch damit hat das perfide Spiel gerade erst begonnen.

Fazit in 3 Sätzen:

Für mich ist der zweite Teil der SAW-Reihe im Prinzip auf dem gleichen Niveau wie der erste Teil, obwohl oder gerade, weil er einen komplett anderen Ansatz verfolgt, aber diesen so gut meistert, dass er für mich bis heute der unterhaltsamste SAW-Film ist mit seiner 10-Jägerlein-Prämisse. Die daraus entstandene neue Gruppendynamik, vor allem weil auch alle Beteiligten vom selben Polizisten in den Knast gesteckt wurden und jetzt mit seinem Sohn dort ausharren müssen, war eine witzige Ergänzung. Die Staffelstabübergabe vom sterbenden Jigsaw zu seiner Schülerin Amanda war konsequent weitererzählt und stark inszeniert.

Beste Falle:

Die arme Amanda hat es nicht leicht, erst bekommt sie eine Zahnspange und jetzt vorsorglich ein paar Impfungen. Menschen mit Angst vor Spritzen mussten hier ganz stark sein als Amanda ins Spritzenbad geschmissen wird.

 

Coolster Moment:

Coolste Szene für mich war die automatische Öffnung des Tresors in dem Donnie Wahlbergs Sohn die ganze Zeit über versteckt war, denn die Videoaufnahmen, die Wahlberg zuvor sah und zum Handeln zwangen, waren zeitversetzt, dabei war alles was er machen musste auf Jigsaw hören: Die Regeln sind ganz einfach: Sie müssen nur hier sitzen, mit mir reden und zuhören. Wenn sie das lange genug durchhalten, dann werden sie Ihren Sohn gesund und wohlbehalten wiedersehen.

SAW III

Storyanriss:

Jigsaw (Tobin Bell), der perverse Fallensteller mit pseudo-moralischem Antrieb, ist immer noch auf freiem Fuß. Doch er leidet an Krebs und hat deswegen bereits die Fortführung seiner „Werke“ über seinen Tod hinaus in die Wege geleitet: Jigsaws ehemaliges Opfer Amanda (Shawnee Smith) soll es richten. Der gelehrigen Schülerin steht nun ihre Gesellenprüfung ins Haus. Dazu lässt sie die Ärztin Dr. Lynn Denlon (Bahar Soomekh) entführen und in Jigsaws Folterlabor verschleppen. Lynns Aufgabe besteht darin, den todkranken Krebspatienten am Leben zu halten. Als kleinen persönlichen Anreiz bekommt sie eine schmucke Halskrause umgelegt, die in direkter Verbindung mit Jigsaws Herzschlag reagiert. Wenn der Killer stirbt, stirbt auch Lynn. An der zweiten Front verschafft Amanda dem verbitterten Vater Jeff (Angus Macfadyen) die Chance, sich für den Unfalltod seines geliebten Sohnes zu rächen. Jigsaw und Amanda präsentieren ihm in Folterfallen Schlüsselpersonen, die für das Ableben mitverantwortlich sind. Jeff wird zum Herrn über Leben und Tod.

Fazit in 3 Sätzen:

Am Ende des zweiten Teils kommen wir an den Schauplatz des ersten Films zurück und Donnie Wahlbergs Charakter wird in der gleichen Zelle gefangen gehalten wie die beiden Hauptfiguren im Original – cooler Weise setzt die Geschichte des dritten Teils genau dort an, ähnlich wie bei Halloween I und II. Wieder ein neuer Ansatz, dieses Mal müssen nicht zwei Leute eine Prüfung, oder eine ganze Gruppe von Menschen viele Prüfungen meistern, sondern ein Familienvater, der sein Sohn verloren hat muss alleine mehrere Prüfungen bestehen und dabei allen Beteiligten am Tod seines Sohnes begegnen – gefällt mir gut. Auch wenn ich es nicht gänzlich als schlecht empfand Amanda und Jigsaws Geschichte Fleisch zu geben und ihre Beziehung zueinander näher zu beleuchten, war es eventuell einfach zu viel Zeit die man dafür investierte zum Beispiel Szenen aus dem ersten Film im Detail zu erklären, die für die Handlung des dritten Teils nicht mehr so relevant sind oder 10 Minuten detailliert die Operation an Jigsaws Schädel zu zeigen – mit knapp 2 Stunden der längste Teil der Reihe und das merkt man auch ein wenig.

Beste Falle:

Der Richter der dem Mörder von Jeffs Sohn eine zu lasche Strafe gab muss sich nun auf dem Boden fixiert seinem Urteil stellen. Dabei werden Schweine mit Hilfe von Sägeblättern zerhäckselt und der Richter nach und nach mit den Gedärmen übergossen bis er zu ersticken droht. Yummi!

 

Coolster Moment:

Ein bisschen Spaß muss sein und auch der knallharte und gory SAW 3 lockert zwischendurch mal fix die Stimmung auf mit einem Slapstick-Shotgunkill, der maximal vermeidbar gewesen wäre und total unnötig eine bereits gerettete Person doch noch tötet.

 

SAW IV

Storyanriss:

Killer Jigsaw (Tobin Bell) ist tot, seine Schülerin Amanda (Shawnee Smith) ebenso. Die Agenten Strahm (Scott Patterson) und Perez (Athena Karkanis) sollen Detective Hoffman (Costas Mandylor) dabei helfen, Jigsaws Hinterlassenschaften zu ordnen. Doch das ist nur ihre offizielle Aufgabe – in Wahrheit verfolgen sie Spuren, die auf einen Maulwurf innerhalb des Polizeiapparats hindeuten, der mit dem Serienmörder zusammengearbeitet haben soll. Dessen mörderische Spiele gehen auch nach seinem Tod weiter. Als nächstes tappt SWAT Commander Rigg (Lyrig Bent) in eine der perversen Fallen. Ihm bleiben 90 Minuten, um zu verhindern, dass der überraschenderweise noch lebende Eric Mathews (Donnie Wahlberg) gehängt und der entführte Hoffman gegrillt werden. Doch auf dem Weg zum Ziel muss Rigg erst eine ganze Reihe von brutalen Tests durchlaufen.

 

Fazit in 3 Sätzen:

Der vierte Teil ist gefühlt ein Mix aus der Prämisse des dritten Teils, also eine Hauptfigur die mehrere Prüfungen überstehen muss und dem Ende des Originals – dementsprechend fühlt es sich ein wenig nach aufgewärmten Essen von gestern an. Die Fallen waren für mich aber wieder besser im Vergleich zum direkten Vorgänger und die Geschichte ein wenig dünner auch wenn man dieses Mal die Hintergründe von Jigsaw und seiner Frau  Jill erklärt hat. Gut gefallen haben mir auch wie üblich die Musik und dieses Mal sehr auffällig die coolen Szenenübergänge.

Beste Falle:

Diese Fall ist vielleicht nicht die spektakulärste des Films aber ich fand vor allem die Idee ganz cool den Aufbau als Analogie zu „zum Lösen der Verbindung“ zu nehmen. Denn die Frau und ihr Kind litten jahrelang an häuslicher Gewalt und die Frau deckte trotzdem ihren Mann, weil sie sich nicht aus seinen Fängen befreien konnte. Jetzt hat sie die Möglichkeit bekommen: beide Eheleute sind durch Eisenstangen miteinander verbunden, während die Frau an schmerzhaften aber nicht tödlichen Stellen durchstochen wurde, hat es den Mann an jeder Hauptarterie erwischt und verblutet, sobald sie die Stangen löst.

 

Coolster Moment:

Nach 3 Filmen ist dann auch mal für Donnie Wahlberg schluss mit lustig: mit einer kräftigen Eisblockbackpfeife verabschiedet er sich aus dem Franchise.

SAW V

Storyanriss:

Serienkiller Jigsaw (Tobin Bell) mag tot sein, doch die perversen Folterspiele hören deswegen längst nicht auf. Als einem von Jigsaws Erben ist es nun an Detective Hoffman (Costas Mandylor), das mörderische Treiben fortzusetzen. Hoffman nimmt fünf Menschen gefangen – die Feuerinspektorin Ashley (Laura Gordon), die Baubehördenmitarbeiterin Luba (Meagan Good), die Stadtplanerin Brit (Julie Benz), den Journalist Charles (Carlo Rota) und den reichen Junkie Mallick (Greg Bryk) – und sperrt sie in eine Anordnung von Fallen, auf die sein Meister sicher stolz wäre.

Fazit in 3 Sätzen:

Ich fand ganz nett, dass man hier dafür entschieden hat den Weg von FBI-Agent Strahm zu verfolgen und zu sehen wie er seinem Kollegen und Jigsaw-Nachfolger auf die Spur kommt – endlich rafft ein Cop mal was in dieser Franchise. Die Fallen gehörten für mich eher zum Mittelmaß der Serie auch wenn ich die Idee des menschlichen Körpers als Leiter für Strom ganz solide fand. Cool war dann auch das Finale rund um den Sarg, was wie üblich in dieser Filmreihe nochmal jedem guten Charakter, weil er nicht die Spielregeln befolgt, platt macht – in SAW V wortwörtlich.

Beste Falle:

Um die Verriegelung der Tür zu öffnen muss ein Mensch als Überbrückung und menschlicher Leiter herhalten für den Strom.

 

Coolster Moment:

Eine weitere Wendung schafft es in diese Kategorie: die Erkenntnis der Teilnehmer, dass ihre Prüfungen eigentlich als Teamspiel funktionierten und sie keine Menschen hätten opfern müssen. Wie immer haben die Teilnehmer nicht richtig zugehört: „Das Ganze ist größer als die Summe seiner Teile. Ihre Instinkte werden ihnen eines raten, aber ich bitte sie das Gegenteil zu tun.“

 

SAW VI

Storyanriss:

Jigsaw-Erbe Detective Hoffman (Costas Mandylor) hat freie Hand, das Vermächtnis seines Meisters fortzuführen, denn schließlich hält alle Welt FBI-Agent Strahm (Scott Patterson) für den Täter. Diesmal hat sich Hoffman den skrupellosen Krankenkassen-Manager William (Peter Outerbridge) für eines seiner perversen Spielchen auserkoren. Mit vier Sprengsätzen an Armen und Beinen bestückt bleiben diesem genau sechzig Minuten, um vier mitunter extrem schmerzvolle Aufgaben zu erledigen. Währenddessen kommen Detective Erickson (Mark Rolston) und eine plötzlich wiederauftauchende alte Bekannte Hoffman gefährlich dicht auf die Spur.

Fazit in 3 Sätzen:

Leider verkommen die Fallen mittlerweile dem reinen Selbstzweck und der komplette Hauptstrang hat in diesem Teil immer wieder Fallen, wo es von Anfang an darum geht, dass Leute sterben egal was man macht. Beispielsweise in der Karusselfalle, wo festgelegt war 4 von 6 Menschen sterben – nicht cool und widerspricht der Moral des Franchises. Genauso dumm wirkt dann leider auch die Handlung rund um Detective Hoffman, der von seinen beiden Kollegen eigentlich schon mega auffällig wissend, dass er Jigsaws Nachfolger ist in genau diese Nachforschungen eingebunden wird und die sich dann trotzdem zu dumm anstellen und überlistet werden – insgesamt für mich der schwächste der ersten 6 Teile.

Beste Falle:

Wie bei einer großen Würgeschlange wird das Opfer dafür bestraft wenn es atmet und der Würgegriff klammert sich immer enger an die Beute bis sie letztlich erstickt. Diese Falle hat mich in ihrer Grundidee daran erinnert, es gilt so wenig zu atmen wie möglich oder der Klammergriff übt immer mehr Druck auf die Rippen der Kandidaten aus.

Coolster Moment:

Der Film startet nicht nur mit einer coolen Falle, er sorgt auch gleich mal für einen Lacher, denn die Aufgabe lautet: wer mehr von sich opfert in 60 Sekunden, überlebt. Dass die Chancengleichheit auf dem ersten Blick nicht unbedingt gegeben ist, musste auch die Kandidatin verdutzt feststellen.

SAW VII

Storyanriss:

„Saw“ goes 3D! Und dafür hat der berüchtigte Massenmörder Jigsaw (Tobin Bell) – selbstredend vor seinem frühen Versterben im dritten Serienteil – wieder besonders abartige Todesfallen ausgeheckt. Die wenigen Glücklichen, die die früheren Spielchen des mörderischen Moralapostels überlebt haben, haben sich in einer Selbsthilfe-Gruppe unter der Leitung des selbsternannten Gurus Bobby Dagen (Sean Patrick Flanery) zusammengefunden. Doch damit setzen sie Jigsaws Maschinerie des Grauens nur einmal mehr in Bewegung.

Fazit in 3 Sätzen:

Die Geschichte ist leider absolut hanebüchen und reißt das Storykonstrukt der 6 Vorgänger komplett unnötig mit dem Arsch wieder ein, weil es Figuren zurückholt die eigentlich längst tot sein müssten und auch Kodex und Prinzipien, die man frühzeitig etablierte nun total über den Haufen schmeißt. Die Überlegung einen angeblichen Jigsaw-Überlebenden zur Hauptfigur zu machen war jedoch ganz cool auch wenn es die absolut dümmste Idee eines Menschen sein kann genau das zu tun, wenn die Morde noch im vollen Gange sind. Ja und die letzten 10 Minuten setzen dem Ganzen dann nochmal die Krone auf, wenn einfach nur noch alles und jeder getötet wird und man sich unendlich weit von den Wurzeln des Ursprungs entfernte – dumme Dialoge sowie Charakterentwicklungen, dabei alles übertrieben und komplett den Stil verloren.

Beste Falle:

Dass Angeln nicht unbedingt langweilig sein muss, beweist diese Konstruktion. Der Schlüssel zur Öffnung der Falle befindet sich an einer Angelschnur im Magen der Kandidatin – sowie der passende Angelhaken. Die Frau in Nöten darf leider nur nicht ihren Schmerz herausschreien, weil 4 Bolzen ihren Hals bedrohen, sobald sie zu laut ist.

Coolster Moment:

Auch wenn ich nicht gänzlich von der Wendung überzeugt war und die Charakterentwicklung wirklich glaubhaft fand, kam die Offenbarung dann doch ganz gut: Dr. Gorden, der sich im ersten Teil ikonisch den Fuß absägte, wurde auch zu einem Komplizen Jigsaws und beendet den Film dort, wo der erste angefangen hat.

SAW VIII: Jigsaw

Storyanriss:

Achter Teil des Horrorfranchise „Saw“, das von den mörderischen Spielen des psychopathischen Killers Jigsaw (Tobin Bell) handelt. Der heißt eigentlich John Kramer und wird seit über einem Jahrzehnt für tot gehalten – aber warum ist die Stadt dann voller grausam entstellter Leichen, warum deuten alle Spuren auf ihn? Setzt etwa einer von Jigsaws Schülern das Werk seines Meisters fort? Klar ist: Die Folterspiele haben wieder begonnen.

Fazit:

Jigsaw oder Saw 8 pendelt sich für mich qualitativ etwa in der Mitte der gesamten Reihe ein, also definitiv ist Jigsaw besser als Teil 6 und 7 und schlechter als die ersten 3 Filme – zumindest aus meiner Perspektive. Dennoch ist Saw 8: Jigsaw nicht ganz so gut geworden wie ich es mir erhofft hatte, gerade weil ich zuvor hörte, dass der Film mehr Comedyelemente haben würde und so fast schon in das Genre der Horrorkomödien abdriften könnte, war ich gespannt auf den frischen Ansatz und hätte glaube ich nicht so große Probleme damit gehabt. Wenn Horrorkomödien wie beispielsweise The Babysitter, den Netflix vor einigen Wochen veröffentlichte, gut gemacht sind, dann haben diese durchaus ihre Daseinsberechtigung.

Jigsaw hatte zwar durchaus paar witzige Momente, wenn beispielsweise ein Kandidat seine ganze Prüfung „verschläft“, eine andere selfaware und sarkastisch bemerkt, dass eine Jigsawpuppe auf seinem Bike creepy as fuck ist oder auch nach 10minütigem Schweigen über mögliche Vergehen in der Vergangenheit dann doch nebenbei mal 2423424 Dinge droppt und zugibt eine schlechte Person zu sein, aber im Kern blieb dieser Teil dann doch der restlichen Franchise treu.

Die Qualität der Fallen schwankte auch und ich denke, wenn man schon nach 7-jähriger Pause die Marke wiederbeleben will, wäre es wichtig gewesen noch ein stückweit kreativer zu werden. Zudem wirkte es manchmal sehr konstruiert wie die Teilnehmer in Fallen gerieten, klar Jigsaw hat es sich zur Aufgabe gemacht die menschliche Psyche zu studieren und Verhalten vorauszusehen, aber hier und da musste man schon stark ein Auge zudrücken. Cool fand ich aber „Die Spirale“ und auch „Die Shotgun“.

Was mir gar nicht gefiel waren aber sämtliche Polizeifiguren, die einfach überhaupt nicht mal für auch nur eine Sekunde ihre Ermittlungen weit fächern und andere Leute für verdächtig halten als ihre eigenen Kollegen. Jeder beleidigt und verdächtigt jeden komplett willkürlich und ohne Sinn, das geht hin und her und war echt saudumm. Stellt euch mal diese Arbeitsatmosphäre bei euch im Betrieb vor, wo irgendwas passiert und direkt jeder jeden in die Pfanne haut und an’s Bein pisst. Sehr unnötig das alles.

Natürlich wie in dieser Horrorreihe üblich bekommen wir im letzten Drittel auch die ein oder andere coole Wendung präsentiert, die ich insgesamt ganz in Ordnung fand und auch nicht alle kommen sah.

Kurzkritiken Round-Up KW 42 2017

Captain Underpants – Der supertolle erste Film

Storyanriss:

George (Stimme im Original: Kevin Hart) und sein Schulkumpel Harold (Thomas Middleditch) sind zwei Viertklässler mit viel Fantasie. Gemeinsam entwerfen sie den gedanklich etwas langsamen Superhelden Captain Underpants. Doch mit der fiktiven Existenz ihrer Kreation geben sich George und Harold bald nicht mehr zufrieden – sie wollen ihren begriffsstutzigen Weltenretter auch in der Realität auftreten lassen. Da kommt der arrogante Schuldirektor Mr. Krupp (Ed Helms) gerade recht. Kurzerhand wird der ungeliebte Lehrer hypnotisiert und zu Captain Underpants transformiert. Gemeinsam stürzen sich die drei in ein aufregendes Abenteuer. Sie werden mit dem verrückten Wissenschaftler Professor Poopypants (Nick Kroll), der Petze Melvin (Jordan Peele) und der Turbo-Toilette 2000 konfrontiert.

Fazit:

Captain Underpants war einer der wenigen Animationsfilme auf den ich mich dieses Jahr gefreut habe. Er basiert wie viele andere Filme auf einem Comic und konnte bereits sehr erfolgreiche 117 Millionen einnehmen. Mir hat das lustige Abenteuer der beiden Chaoten George und Harold, die ihren cholerischen Stinkstiefelschuldirektor in einen Superhelden hypnotisieren, zu weiten Teilen sehr gut gefallen auch wenn meine Erwartungen jetzt nicht völlig getroffen werden konnten.

Das lag vor allem daran, dass mir einige Figuren, wie beispielsweise der Bösewicht der Geschichte oder auch generell einige Aspekte der Story doch zu übertrieben waren. Prinzipiell kann man das zwar schon machen und gerade für Kinder ist das sicherlich weniger schlimm als für mich aber meine Sicht auf den Film hat es dann doch negativ beeinflusst. Abgesehen davon hatte ich aber viel Spaß mit Captain Underpants, weil mir die beiden Hauptcharaktere und auch der namensgebende Held sehr sympathisch waren und es viele witzige Momente gab, auch das gelegentliche 4th-wall-breaking und die teils unterschiedlichen Animations- und Zeichenstile empfand ich als sehr erfrischend.

Alles in allem hat Captain Underpants also nicht ganz meine Erwartungen erfüllt aber ist trotzdem einer der sympathischsten Animationsfilme des Jahres.

American Assassin

Storyanriss:

Mitch Rapp (Dylan O’Brien) hat gerade seiner Freundin beim gemeinsamen Urlaub am Strand einen Heiratsantrag gestellt, da wird sie bei einem Angriff von Terroristen getötet. Der am Boden zerstörte Mitch will sich an den Tätern rächen und geht auf Anraten der CIA-Vize-Chefin Irene Kennedy (Sanaa Lathan) bei dem ebenso knallharten wie berüchtigten Veteranen Stan Hurley (Michael Keaton) in die Auftragskiller-Lehre. Nach einer intensiven und brutalen Ausbildung nehmen die beiden ihren ersten Auftrag an, bei dem sie eine Reihe terroristischer Angriffe auf militärische und zivile Ziele untersuchen. Schnell entdecken sie, dass alle Attentate miteinander verbunden sind und stoßen auf den mysteriösen Ghost (Taylor Kitsch), der offenbar dahintersteckt. Beim Versuch, den Terroristen zur Strecke zu bringen, stellt Mitch jedoch schnell fest, dass Ghost immer einen Schritt voraus ist.

Fazit:

Ähnlich wie Jack Reacher hat auch die Hauptfigur von American Assassin, Mitch Rapp, eine viele Bücher umfassende Bibliographie, die genügend Material für Filme bieten würde. Für mich persönlich macht American Assassin mehr richtig als falsch und ist besser als der letztes Jahr erschienene Jack Reacher 2, der maßlos enttäuschte. Natürlich handelt es sich hier um einen Action-Rache-Thriller für den man häufig die Logik ein wenig außen vor lassen muss um Spaß zu haben, aber als lockerer durchschnittlicher Film für zwischendurch reicht er allemal.

Gleich zu Beginn startet der Film mit einer starken, intensiven und brutalen Szene, die unserem Hauptcharakter, Mitch Rapp, toll und glaubwürdig gespielt von Mazerunner Dylan O’Brien eine starke Motivation und Tiefe gibt für das was im weiteren Verlauf des Films folgt. Nervig fand ich daran dann nur, dass sie hundert Mal darauf rumgeritten sind und sie dem Zuschauer weiß machen wollten er als zivile Einzelperson könnte im Kontrast zur CIA das Terrornetzwerk im Alleingang ausfindig machen und infiltrieren.

Der Rest des Films hat für mich dann aber eigentlich ganz gut funktioniert, die Action war nett und Dylan O’Brien hatte für die Rolle ordentlich an Muskelmasse gewonnen und wirkte sehr passend, auch die Geschichte war in Ordnung als leichte Kost für dieses Genre, bediente sich aber auch an vielen altbekannten Storyarcs. Auch die anderen Darsteller wie Taylor Kitch als Antagonist und Michael Keaton als knallharter Ausbilder waren überzeugend, gerade Keaton ließ teilweise alles raus und war sich bewusst, dass er sich hier nicht in einem Oscar-Anwärter befindet.

Richtig unnötig war dann wiederum das große CGI-FEST zum Finale des Films, das irgendwie komplett konträr zum restlichen Film stand und keinerlei Mehrwert beisteuerte für mich. Die gewollte Spannung kam nicht auf, es sah auch nicht sonderlich gut aus und riss den Film für mich runter. Man hätte American Assassin 10 Minuten früher in einem bodenständigen Ton zuende führen sollen wie es Jack Reacher 2 dann wiederum besser zum Beispiel vorgemacht hat.

Schneemann

Storyanriss:

Polizist Harry Hole (Michael Fassbender) ermittelt in Oslo im Fall des Verschwindens einer jungen Frau während der ersten Schneefälle. Bald schon werden weitere Frauen als vermisst gemeldet und die ersten Leichen entdeckt. Die Indizien weisen auf einen Serientäter, der zuschlägt, wenn es schneit und als Markenzeichen einen Schneemann am Tatort hinterlässt. Mit Hilfe seiner neuen Kollegin Katrine Bratt (Rebecca Ferguson) muss Harry den Fall lösen, bevor der Killer beim nächsten Schneefall wieder zuschlägt. Sie entdecken Parallelen zu alten Fällen in Bergen, in denen Holes Kollege Gert Rafto (Val Kilmer) vor neun Jahren ermittelt hat.

Fazit:

Leider komplett enttäuschende Verfilmung eines skandinavischen Krimis trotz internationaler Topbesetzung. Ich hatte mir nach dem ersten Trailer und dem tollen Cast viel erhofft, doch musste gelangweilt feststellen, dass Schneemann früher dahin geschmolzen ist als Harvey Weinsteins Karriere.

Also an Michael Fassbender, Rebecca Ferguson und Co. lag es definitiv nicht, vielmehr strauchelt Schneemann in Sachen Drehbuch und Regie. Das ging schon zu Beginn los, wo mich der Film in den ersten fünf Minuten schon wegen seines Unsinns rausgerissen hat, leider gibt es dann auch darüber hinaus so einige Szenen die dumm und sinnlos waren und immer wieder für Kopfschütteln sorgten. Szenen, die wenn man sie auch nur eine Sekunde hinterfragt bereits jeglicher Logik widersprechen und so keinen Sinn ergeben, aber für „Spannung“ oder der reinen Inszenierung wegen im Film sind. Auch die Charaktere waren mangelhaft, man erfährt in den zwei Stunden nur wenig über die Figuren und einige Charaktere werden im Film aufgebauscht, um dann mit ihrer Story komplett im Sande zu verlaufen, andere werden nur durch merkwürdige Flashbacks gezeigt.

Des Weiteren war für mich die Spannung früh raus, weil ich nach gut 1/4 des Films sämtliche Kniffe und Auflösungen der Geschichte raus hatte und dann im Prinzip nur noch 90 Minuten auf den filmischen Fingerzeig wartete. Jetzt ist natürlich die Frage inwieweit man das dem Film anlasten kann, vor allem wenn es auf einem Buch basiert, nur vielleicht war dann auch einfach die Geschichte nicht gut genug. Wenn ich einen Krimi/Thriller schaue, dann ist mir dieser Aspekt halt auch sehr wichtig, bei Geostorm den ich auch diese Woche schaute, wusste ich auch nach 5 Minuten wie sich der komplette Film entwickeln würde und wer der Verräter ist, weil der Film komplett Formelhaft produziert wurde, aber da war es mir egal, weil der Blickwinkel ein anderer ist.

So plätschert der Schneemann also dahin, bedient vom Alkoholiker Cop bis hin zu Vaterkomplexen jegliche Klischees und mündet dann in einem abstrus schlechten Finale ohne Sinn und Verstand. Sicherlich mögen die Bücher toll und spannend sein, der Film war es definitiv nicht und so hat er letztlich nur einen tollen Cast, schöne Bilder und mit Harry Hole den wohl witzigsten Namen eines Hauptcharakters in diesem Jahr auf der Habenseite.

Geostorm

Storyanriss:

Nachdem eine Reihe von Naturkatastrophen die Erde beinahe vernichtet hatte, wurde zum Schutz ein Satellitensystem installiert, mit dem das Wetter kontrolliert wird. Jake Lawson (Gerard Butler), Konstrukteur der Dutch Boy genannten Abwehrvorrichtung, wird zu Hilfe gerufen, als die wichtigste Wetterkontrollstation im All plötzlich das Gegenteil von dem macht, was sie soll – und die Erde in einem Geostorm zerstört zu werden droht. Für den wichtigsten Auftrag seines Lebens muss sich der Fachmann jedoch mit seinem Bruder Max (Jim Sturgess) versöhnen, denn nur gemeinsam können sie eine weitere Katastrophe abwenden. US-Präsident Andrew Palma (Andy Garcia) und die FBI-Agentin Sarah Wilson (Abbie Cornish) – Max‘ Freundin – bauen darauf, dass die zwei Männer das Richtige tun und geben selbst ihr Möglichstes, damit es nicht zu einem zweiten Geostorm kommt.

Fazit:

Auch dieses Jahr haben wir mal wieder einen typisches Katastrophen-Kinospektakel und es hört auf den Namen Geostorm. Es handelt sich um das Regiedebüt von Dean Devlin, der vor allem dafür bekannt ist viele Roland Emmerich Katastrophenfilme produziert zu haben. Wenig überraschend findet man hier auch Gerard Butler in der Hauptrolle, der groß genug als Name aber noch verhältnismäßig günstig ist, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu generieren aber gleichzeitig zu unbedeutend um ein solches Projekt auszuschlagen. Nach dem Trailer weiß man eigentlich schon was man zu erwarten hat und über die Jahre hat man derart Filme schon etliche Male gesehen, so dass man nicht nur jede Szene vorausahnen kann, sondern auch weiß: Geostorm muss man mit einer lockeren Spaßsicht betrachten um nicht zu verzweifeln.

Leider nimmt sich der Film aber selbst oft zu ernst, was alleine schon ein Problem ist, wenn man dann auf der anderen Seite glauben soll, dass Gerard Butler der genialste Wissenschaftler der Welt ist. Auch darüber hinaus gibt es natürlich eine Menge dummer und unlogischer Szenen, die ich hier im Gegensatz zu Schneemann weniger schlimm gewichte. Mit Alexandra Maria Lara gibt es auch eine deutsche Schauspielerin in einer relativ großen Rolle in Geostorm. Eigentlich sehe ich sie gerne in Filmen und freue mich auch über jeden deutschen Darsteller in internationalen Produktionen, doch leider empfand ich sie als sehr langweilig und blass. Besser gefallen haben mir da schon ihre Kolleginnen Talitha Eliana Bateman als Butlers Tochter, die schon in Annabelle 2: Creation dieses Jahr die beste Leistung zeigte und auch Abbie Cornish als Secret Service Agentin war ganz sympathisch. Der Fokus liegt bei Geostorm natürlich eher auf den optischen Eindrücken und der Action statt auf genialem Storytelling, aber für mich hat der Film auch hier nur selten überzeugen können.

Alles in allem macht Geostorm nicht soviel Spaß wie er machen müsste um über die offensichtlichen Schwächen hinwegsehen zu können und ist bereits nächste Woche vergessen.

Kurzkritiken Round-Up Oktober 2017

Mother!

Storyanriss:

Ein Dichter (Javier Bardem) und seine Ehefrau (Jennifer Lawrence) haben sich in die Abgeschiedenheit eines viktorianischen Landhauses zurückgezogen. Er versucht, seine Schreibblockade zu überwinden. Sie richtet das Haus ein, kocht essen, wäscht – und wird zunehmend von alptraumhaften Eindrücken geplagt. Plötzlich steht überraschender Besuch vor der Tür: ein Fremder (Ed Harris) und wenig später dessen Ehefrau (Michelle Pfeiffer). Das Paar wird vom Dichter eingeladen, zu bleiben – obwohl die junge Frau des Künstlers, der die Aufdringlichkeit der Besucherin nicht behagt, Bedenken hat. Und die nächste Invasion des Refugiums lässt nicht lange auf sich warten: Die Söhne (Domhnall und Brian Gleeson) des fremden Ehepaares tauchen auf und tragen ihren zunehmend heftigeren Streit im Haus aus.

Fazit:

Wooooah, was genau habe ich da gesehen? Definitiv den verrücktesten und weirdesten Film des Jahres. Ich bin großer Darren Aronofsky (Requiem for a Dream, The Wrestler, The Fountain) Fan und mit Black Swan hat er einen meiner absoluten Lieblingsfilme inszeniert. Sein letztes Projekt Noah war jedoch weitestgehend ziemlicher Mist und dementsprechend gespannt war ich, ob er mit diesem super geheimen Filmprojekt wieder zurück in die Spur finden würde. Außer die Verpflichtung der Oscarpreisträgerin Jennifer Lawrence für die Hauptrolle war lange nichts bekannt über den Film – sie selbst hatte damals nicht mal ein Script bevor sie bereits unterschrieb. Auch die Trailer waren super mysteriös und geheimnisvoll.

Ich fand das super aber leider liegt hier schon ein großes Problem des Films, der gerade nicht nur finanziell floppte, sondern auch durch Mouth-to-mouth ordentlich durch den Fleischwolf gedreht wurde. Das Filmstudio hat vermutlich gemerkt, dass sie mit dem eigentlichen Produkt von Aronofsky kaum Leute ins Kino locken werden und gingen notgedrungen All-In beim Marketing. So wurde Mother! letztlich irgendwie einfach als Horrorfilm vermarktet und jetzt gebasht, weil viele Leute verständlicherweise mit falschen Erwartungen ins Kino gingen und komplett enttäuscht rauskamen. Auch in meiner Filmvorführung haben es nicht alle Besucher bis zum Schluss ausgehalten und verließen den Saal bereits frühzeitig. Der Film ist definitiv nichts für den normalen Kinobesucher und man muss sich bewusst sein, dass man hier einen sehr abgefahrenen Arthouse-Streifen zu sehen bekommt, der viel Geduld und Aufmerksamkeit abverlangt. Leider ist Mother! auch der Film zu dem man eigentlich gar nichts sagen kann ohne ins Spoilerterritory zu müssen.

Deswegen sage ich nur, dass Mother! kein klassischer Horrorfilm ist auch wenn er so vermarktet wird und ich ihn definitiv euch auch nicht empfehlen werde, weil er glaube ich den meisten absolut nicht gefallen wird. So doof das klingen mag, aber es macht auch nicht wirklich Spaß den Film zu schauen. Dennoch unabhängig davon hat er mir trotz eigentlich fehlenden Spaß beim Gucken thematisch und inszenatorisch toll gefallen. Die letzte halbe Stunde war, vor allem wenn man den Kniff des Films verstanden hat, einfach nur abgefahren und wie der Rest des Films auch toll gespielt von Lawrence und Co. Da musste einiges raus, Darren Aronofsky.

Stephen Kings „Es“

Storyanriss:

Die Kinder Bill Denbrough (Jaeden Lieberher), Richie Tozier (Finn Wolfhard), Eddie Kaspbrak (Jack Dylan Grazer), Beverly Marsh (Sophia Lillis), Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor), Stanley Uris (Wyatt Oleff) und Mike Hanlon (Chosen Jacobs) leben in einer Stadt namens Derry im US-Bundesstaat Maine, in der immer wieder Menschen verschwinden – sowohl Erwachsene, als auch vor allem Minderjährige. Im Laufe eines Sommers erfahren die Kinder schließlich von einer monströsen Kreatur, die Jagd auf Menschen macht und sich in die schlimmsten Alpträume ihrer Opfer verwandeln kann. Meistens tritt das Biest jedoch in Form des sadistischen Clowns Pennywise (Bill Skarsgård) auf. Die sieben Kinder wachsen nach und nach zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammen, dem „Club der Loser“, und schwören, die Kreatur zu vernichten.

Fazit:

Nach der eher miesen Verfilmung zu Stephen KingsDunkler Turm„-Buchreihe in diesem Jahr, erobert momentan das Remake zu seinem Buch Es die Kinos dieser Welt. Mit weit über 600 Millionen Dollar, ist Es bereits unter den finanziell erfolgreichsten Horrorfilmen aller Zeiten. Doch im Gegensatz zu vielen ähnlich erfolgreichen Gruselstreifen stimmen bei diesem Remake auch die Kritiken und ich kann mich diesen überschwänglich positiven Meinungen nur anschließen. Mir hat It auf vielen Ebenen richtig gut gefallen und was den Film für mich im Vergleich zu anderen Genrevertretern so abhebt, ist der Aspekt, dass der Fokus nicht einzig allein auf den Horrorelementen lag und diese überzeugen konnten, sondern auch der komplette Rest des Films stimmig und gut war. It war nicht nur ein guter Horrorfilm, sondern insgesamt einfach ein sehr guter Film.

Für mich fing das beim Casting an, die jungen Darsteller des Losers Club waren durch die Bank weg super ausgewählt und gerade Jaeden Lieberher als Hauptfigur, Finn Wolfhard als lustiger Sidekick, Jeremy Ray Taylor als Neuling an der Schule und ganz speziell Sophia Lillis als einziges Mädchen in der Gruppe waren super. Des Weiteren wurde dieses 80er Retrofeeling toll aufgegriffen ohne dir dabei jetzt im Sekundentakt, wie beispielsweise in der Serie Stranger Things, Referenzen um die Ohren zu hauen. Bei einer Lauflänge von fast zweieinhalb Stunden kann man sicherlich den Film als ein wenig zu lang empfinden, aber wenn ich ehrlich bin hätte ich nicht wirklich viel aus Es streichen wollen. Ich fand es ja gerade toll, dass alle Charaktere eine gewisse Backstory bekamen, man erfahren konnte wo ihre Ängste liegen. Oftmals bleiben die Figuren in Horrorfilmen einfach sehr blass, bei It war das nicht so, hier nahm man sich die Zeit den Charakteren Fleisch zu geben und auch zu sehen wie der Losers Club eigentlich zusammenkommt.

Die Schockmomente haben durch diesen Fokus auf die Geschichte nicht etwa gelitten. Die Szenen mit Pennywise – wunderbar gespielt von Bill Skarsgård – waren toll inszeniert, konsequent in ihrer Brutalität, was definitv ein Vorteil gegenüber der TV-Version mit Tim Curry aus den 90ern ist, und darüber hinaus auch kreativ in Szene gesetzt. Wie üblich handelt es sich nicht um eine 1zu1 Umsetzung des Buches und über einige Veränderungen bin ich dann doch glücklich. Zum einen habe ich gelesen, dass der Regisseur Andy Muschietti (Mama) die Angst eines Kindes mit seinen eigenen verwoben hat – es handelt sich hierbei ohne zu viel zu verraten um das Gemälde. Diese Änderung finde ich sympathisch, weil es dem Film eine persönliche Note des Regisseurs gibt und auch für Stephen King selbst war das ein Horrorhighlight des Films. Auch das Ende wurde abgeändert und ich werde natürlich nichts verraten aber auch diese Version von 2017 gefällt mir besser.

Ja und wenn man schon die Elemente erwähnt die anders sind im Vergleich zum Buch, dann muss man im Rahmen von Es selbstverständlich auch erwähnen, dass es im Buch eine zwar im Kern durchaus auf ihre eigene Art stimmige Begründung für einen Gangbang des kompletten Losers Clubs gibt, der mit dem einzigen Mädchen Beverly schläft, aber egal wie viele Jahre noch ins Land ziehen, das wird eine Szene sein, die man einfach nicht bringen kann im Film. Niemand könnte den Film als solches sehen und bewerten, weil die ganze Welt nur darüber reden würde wie 6 Kerle der Reihe nach mit einem Mädchen schlafen um gegen Pennywise zu bestehen.

Alles in allem ist Es für mich der bislang bester Horrorfilm des Jahres und ich freue mich auf das bereits angekündigte Chapter 2, welches für 2019 bestätigt wurde.

Blade Runner 2049

Storyanriss:

Im Jahr 2023 wird die Herstellung von Replikanten – künstlichen Menschen, die zum Einsatz in den Weltall-Kolonien gezüchtet werden – nach mehreren schwerwiegenden Vorfällen verboten. Als der brillante Industrielle Niander Wallace (Jared Leto) ein neues, verbessertes Modell, den „Nexus 9“, vorstellt, wird die Produktion 2036 jedoch wieder erlaubt. Um ältere und somit nicht zugelassene Replikanten-Modelle, die sich auf der Erde verstecken, aufzuspüren und zu eliminieren, ist weiterhin die sogenannte „Blade Runner“-Einheit des LAPD im Einsatz, zu der auch K (Ryan Gosling) gehört. Bei seiner Arbeit stößt K auf ein düsteres, gut gehütetes Geheimnis von enormer Sprengkraft, das ihn auf die Spur eines ehemaligen Blade Runners bringt: Rick Deckard (Harrison Ford), der vor 30 Jahren aus Los Angeles verschwand.

Fazit:

Als ein Sequel zu Blade Runner angekündigt wurde, fragte ich mich zunächst ob Hollywood nun ernsthaft einen weiteren Klassiker der Filmgeschichte zerstören möchte und um einen vermutlich miesen Nachfolger ergänzen möchte.  Ich bin zwar nicht der größte Fan des Originals, weil ich ehrlich gesagt das Pacing schon Recht behäbig fand auch wenn mir der Rest, also Geschichte, Setting, Schauspieler, Charaktere, Soundtrack und das Visuelle sehr zusagte, dennoch wollte auch ich keinen Nachfolger. Doch als es etwas später dann hieß, dass kein geringerer als Denis Villeneuve diesen Film inszenieren würde, fiel mir ein gigantischer Stein vom Herzen. Ich habe hier schon häufiger in meinen Kritiken zu seinen anderen Filmen von ihm geschwärmt als einer, wenn nicht sogar der beste Regisseur derzeit. Sein Track-Record ist beeindruckend und bislang hatte er keinen schlechten Film. Er fordert seine Zuschauer und nimmt sich immer komplexe Themen vor, vergisst aber nicht dabei den Zuschauer trotzdem zu unterhalten. Und was soll ich sagen: diese Erfolgsserie reißt auch mit Blade Runner 2049 nicht.

Die Kritiker und Fans ernennen den Film eh schon zum Instant Classic und heben Denis Villeneuve auf den Regie-Olymp. Der Film sieht unfassbar gut aus und bietet echt am laufenden Band geile Kamerashots und Bilder, zurecht fordern jetzt schon viele den Kameraoscar für Roger Deakins. Der Soundtrack ist einnehmend, bedrückend sowas von atmosphärisch, meiner Meinung nach bleiben da keine Wünsche an einen Sci-Fi-Thriller unerfüllt. Dieses Mal nicht von Villeneuves Standardkomponisten Johann Johannsson, sondern aus dem Hause Hans Zimmer. Fantastisch.

Auch die Besetzung des Casts kann man nur als gelungen beschreiben, denn mit Ryan Gosling, Harrison Ford und Robin Wright kann man echt schon mal absolut nichts falsch machen. Ford sieht man an, dass er hier richtig Bock hatte und vielleicht ist das seine beste Leistung seit unzähligen Filmen. Aber nicht nur die drei großen Namen haben überzeugt. Vor allem die noch recht unbekannte Ana de Armas, die ich nur aus Knock Knock und War Dogs kenne und Newcomer Sylvia Hoeks haben beide sehr einnehmende Performances gebracht und ich freue mich da auf mehr von ihnen in naher Zukunft.

In der Regel können die Schauspieler aber auch nur überzeugen, wenn das Material mit dem sie arbeiten müssen und die Regie gut ist und das ist bei Blade Runner 2049 der Fall. Die Geschichte ist gut, das Universum – ist mir bei Nachfolgern besonders wichtig – wurde sinnvoll erweitert. Es geht nicht mehr darum wer ein Replikant ist und wer nicht, sondern ob es überhaupt noch wichtig ist. Wenn ich was kritisieren würde, dann wäre es eventuell die Länge und das Pacing. Der Film erzählt die Geschichte definitiv nicht so lahmarschig wie der Vorgänger aber auch in der Lauflänge von fast 3 Stunden muss man sich bewusst sein, dass sich ausführlich Zeit genommen wird um alles zu erzählen. Die Atmosphäre und Stimmung soll wirken und dementsprechend sieht man auch Mal lange Kamerafahrten oder Charaktere bekommen mehr Zeit sich zu präsentieren. Ich war jetzt nicht genervt, weil es sehr gut umgesetzt war und ich bei Blade Runner damit gerechnet habe aber für Leute, die das Original und die Welt vielleicht noch nicht kennen und ohne Vorwissen ins Kino gehen, könnten sich daran vermutlich am ehesten stören. Insgesamt war Blade Runner 2049 aber ein verdammt guter Film und vermutlich eines der besten Sequels allerzeiten.

Kurzkritiken Round-Up August / September 2017

Bullyparade – Der Film

Storyanriss:

Aus mehreren Episoden bestehender Kinofilm, in dem einige der beliebtesten Figuren aus der Sketch-TV-Sendung „bullyparade“ zurückkehren. In „Winnetou in Love“ will Old Shatterhand (Christian Tramitz) seinen Blutsbruder, den Indianer-Häuptling Winnetou (Michael Bully Herbig) davor bewahren, leichtsinnig und vorschnell eine Ehe einzugehen, was jedoch dadurch erschwert wird, dass er selbst sich mit schurkischen Kopfgeldjägern herumschlagen muss. In „Wechseljahre einer Kaiserin“ besucht das österreichische Kaiserehepaar Franz (Tramitz) und Sissi (Herbig) ein Geisterschloss in Bayern und erlebt dabei jede Menge gruselige Abenteuer. Captain Kork (Tramitz), Mr. Spuck (Herbig) und Schrotty (Rick Kavanian) landen hingegen auf dem „Planet der Frauen“ und müssen dessen ausschließlich weibliche Bevölkerung retten. Jens und Jörg Kasirske (Tramitz und Kavanian) wollen ihrer 90-jährigen Tante den größten Wunsch erfüllen und reisen daher „Zurück in die Zone“. Lutz (Herbig) und Löffler (Kavanian) versuchen sich in „Lutz of Wall Street“ mit Hilfe von Mr. Moneymaker (Tramitz) in der New Yorker Börsenwelt.

 

Fazit:

Meine Erwartungen an diesen schon recht unnötigen und überflüssigen Film waren nicht gerade hoch, wenn nicht sogar sehr niedrig. Von diesem Standpunkt aus war ich dann letztlich auch nicht sonderlich enttäuscht von Bullyparade – Der Film. Wie zu erwarten wird man durch die beliebtesten Parodien der Bullyparade geführt und kann nebenbei noch einige der ikonischen Figuren von Bully, Rick Kavanian und Christian Tramitz in diesen episodischen nicht verknüpften Geschichten erleben. Zusätzlich gibt es dann noch das übliche Abgewixxe von deutscher Prominenz in dieser Art Film, was mich eigentlich immer stört, weil sie in der Regel halt auch keinen wirklichen Nutzen haben, sondern maximal einen One-Liner droppen und sich dann wieder verabschieden.

Was mir wiederum ganz gut gefallen hat war prinzipiell die Optik und Ausstattung, das ist ein Aspekt den Bully Herbig eigentlich immer ganz gut hinbekommt, selbst in den Projekten nach Schuh des Manitu, die mir allesamt nicht gefallen haben. Auch die Episoden, respektive Geschichten waren okay, jedoch und das ist wohl das Wichtigste an diesem Film, war das Witz- und Humorlevel mittelmäßig. Klar gibt es paar coole Szenen und Momente bei denen ich schmunzeln musste und die ich gut gemacht fand aber ehrlich gesagt wurden meine Lachmuskeln erst bei den Outtakes am Ende des Films so richtig beansprucht. Diese Szenen haben mir dann die Tränen in die Augen getrieben. Entweder spricht das dafür, dass ich vor allem gerne Leute scheitern sehe oder der eigentliche Film nicht so witzig war.

Tigermilch

Storyanriss:

Nini (Flora Li Thiemann) und Jameelah (Emily Kusche) sind beide 14 Jahre alt, gehen zusammen zur Schule und sind seit vielen Jahren unzertrennlich als beste Freundinnen. Jameelahs irakisch-stämmiger Familie droht zwar die Abschiebung, wenn demnächst über ihren Einbürgerungsantrag entschieden wird, doch darüber machen sich die beiden momentan keine Gedanken. Denn in Berlin steht der Sommer und noch besser die Sommerferien vor der Tür, also verbringen sie ihre Tage damit, mit ihrem Lieblingsgetränk Tigermilch – einer Mischung aus Milch, Maracujasaft und Mariacron – durch die Stadt zu streifen und sich darauf vorzubereiten, ihre Unschuld zu verlieren – denn das soll im Sommer endlich geschehen. Doch dann führen sie eines Nachts einen Liebeszauber durch und werden dabei Zeuginnen eines Mordes.

Fazit:

In der Regel meide ich die deutschen Kinofilme weitestgehend und suche mir pro Jahr maximal eine Handvoll aus die mir würdig erscheinen und irgendwie auch ein Stück weit besonders im Vergleich zum Einheitsbrei sind. Dementsprechend merkwürdig ist es, dass ich mir in dieser Woche gleich zwei deutsche Filme angeschaut habe. Bei Tigermilch hat mich der Trailer überzeugen können und so habe ich mir die Verfilmung des Jugendbuchs und Spiegel Bestsellers Tigermilch von Stefanie de Velasco angeguckt. Mir hat der Film insgesamt sehr gut gefallen, die beiden jungen Hauptdarstellerinnen waren gut gecastet und konnten schauspielerisch mich total überzeugen. Die Grundidee das die besten Freundinnen in den Sommerferien ihre Jungfräulichkeit verlieren, beziehungsweise wie sie es nennen „defloriert“ werden wollen, zieht sich als Prämisse zwar wie ein roter Faden durch die Geschichte, deckt aber längst nicht die komplette Handlung ab. So spielen gewissermaßen Rassismus, Bürgerkrieg, Ehrenmord, Flüchtlinge, Abschiebung, Liebe, kulturelle Unterschiede, Drogen, Prostitution, Ghetto und soziale Armut ebenso eine große Rolle und all diese Themen werden so geschickt in die Geschichte eingeflochten. Der für mich bislang beste deutsche Kinofilm des Jahres.

Table 19 – Liebe ist fehl am Platz

Storyanriss:

Kurz bevor sie bei der Hochzeit ihrer langjährigen Freundin als Trauzeugin fungieren kann, wird Eloise (Anna Kendrick) gemeinerweise vom Trauzeugen Teddy (Wyatt Russell) ihrer Aufgaben entbunden – via Textnachricht. Davon will sie sich allerdings nicht aufhalten lassen und so entschließt sich Eloise dazu, erhobenen Hauptes trotzdem auf der Hochzeit zu erscheinen und gute Miene zu machen. Das wird ihr vor Ort aber nicht leicht gemacht, denn schließlich wird sie an einem Tisch in der hintersten Ecke geparkt. Dort tummeln sich noch weitere Außenseiter (Craig Robinson, June Squibb, Lisa Kudrow, Stephen Merchant und Tony Revolori), die ihre Glückwünsche wohl besser per Postkarte ausgerichtet hätten und der Feier ferngeblieben wären. Um das Beste aus der Situation zu machen, teilen sich die einander Fremden gegenseitig ihre Geheimnisse mit und Eloise wird klar, dass Freundschaft und vielleicht sogar eine kleine Romanze selbst unter widrigsten Umständen entstehen kann.

Fazit:

Table 19 ist zwar ein solides Comedy Drama, das aber nicht wirklich zu unrecht in den Medien und an den Kinokassen untergegangen ist. Der Film lebt mehr von der ganz coolen Prämisse und seinem tollen Cast als von wirklich witzigen Szenen oder denkwürdigen Dialogen. Muss man nicht gesehen haben.

Jugend ohne Gott

Storyanriss:

In der Gesellschaft der nahen Zukunft ist alles auf Leistung und Effizienz ausgerichtet, menschliche Werte und Konzepte wie Liebe und Moral spielen keine entscheidende Rolle mehr. In dieser Welt bricht Zach (Jannis Niewöhner) zu einem Hochleistungscamp auf, in dem die Schüler seiner Abschlussklasse für die renommierte Rowald-Universität vorbereitet werden sollen. Doch daran hat der einzelgängerische junge Mann kein Interesse. Gerade auch deswegen ist die eigentlich sehr ambitionierte Nadesh (Alicia von Rittberg) von Zach fasziniert, der wiederum an ihr aber kein Interesse zu haben scheint und stattdessen die geheimnisvolle Ewa (Emilia Schüle) beobachtet, die sich illegal im nahen Wald durchschlägt. Dann verschwindet Zachs Tagebuch und ein Mord geschieht und der grundanständige Lehrer (Fahri Yardim) versucht zu helfen. Doch dafür ist es bereits zu spät.

Fazit:

Alle guten Dinge sind 3 und wie es der Zufall so wollte, gab es in diesen sonst schwachen Kinowochen ein weiteres deutsches Kinohighlight. Mit Jugend ohne Gott hat man dieses Mal einen echten Buchklassiker in Deutschland verfilmt, der in dem ein oder anderen Jahrgang durchaus zum Literaturkanon an den Schulen gehörte. Die Dystopie als Thema ist seitdem sehr beliebt geworden als Vorlage für Bücher und Filme und ich kann persönlich davon auch nicht genug bekommen. Gerade durch die aktuelle politische und ökologische Lage gewinnt diese Thematik wieder an Aktualität. Mir hat der Film insgesamt ziemlich gut gefallen. Der Cast war sehr gut auch wenn man sagen muss, dass obwohl ich nicht soviele deutsche Produktionen sehe, ich langsam ein wenig gelangweilt davon bin immer die selben Leute zu sehen. Es war original so, dass bei den Trailern vor dem Film Werbung für High Society gemacht wurde, der einfach mal 6 Schauspieler aus Jugend ohne Gott übernommen hat. Man könnte meinen die Darsteller sind nach Drehschluss nur ein Set weiter gelaufen und haben direkt den nächsten Film gedreht.

Dennoch war die schauspielerische Leistung gut. Einen sehr coolen und unerwarteten Kniff im Film war für mich die Inszenierung. Regisseur Alain Gsponer erzählt die Geschichte nämlich mehr als einmal und zwar aus verschiedenen Perspektiven, die uns nach und nach nicht nur den Mord aufklärt, sondern auch die Beweggründe und Motivationen der Figuren näherbringt. Diese Wahl der Inszenierung hat mich stark an den Action Thriller 8 Blickwinkel erinnert. Ich hätte mir vom Film noch gewünscht ein wenig stärker auf das System und die Dystopie einzugehen, diese wurde zuweilen ziemlich oberflächlich behandelt. Insgesamt war Jugend ohne Gott für mich aber ein gelungener Film.

Killer’s Bodyguard

Storyanriss:

Michael Bryce (Ryan Reynolds) ist der weltbeste Sicherheitsagent und Personenschützer und wird als solcher ausgerechnet dafür engagiert, den berühmt-berüchtigten Auftragskiller Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) zu beschützen. Kincaid soll im Austausch für die Freilassung seiner Frau Sonia (Salma Hayek) vor dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gegen den verbrecherischen weißrussischen Diktator Vladislav Dukhovich (Gary Oldman) aussagen, doch dazu muss er rechtzeitig und unversehrt dort eintreffen, was Dukhovich natürlich mit allen Mitteln verhindern möchte. Bryce und Kincaid waren zwar jahrelang Feinde und haben unzählige Male versucht, sich gegenseitig zu töten, aber jetzt müssen sie wohl oder übel zusammenarbeiten, um innerhalb von 24 Stunden zu der Gerichtsverhandlung zu kommen. Der Beginn eines haarsträubenden Abenteuers.

Fazit:

Dumme Action-Comedy mit 80er Touch. Killer’s Bodyguard hatte soweit ich mich erinnern kann eigentlich den für mich besten Trailer des Jahres. Cool geschnitten und mit dem Theme aus dem Kevin Costner Klassiker Bodyguard wurde der Trailer erst ziemlich rund gemacht. Der Film als solches konnte das Niveau nicht gänzlich halten, reicht aber immernoch als lockerer Spaß für zwischendurch. Der Film lebt natürlich einfach von dem urkomischen Gespann aus Ryan Reynolds und Samuel L Jackson, der dieses Mal richtig von der Leine gelassen wurde und komplett frei drehen konnte. Die beiden passten sehr gut zusammen und haben nicht enttäuscht. Aber auch die Auftritte der Nebencharaktere waren super. Salma Hayeks Szenen gehörten mitunter zu den witzigsten Momenten vom Killer’s Bodyguard und Gary Oldman war komplett in seiner eigenen Welt und seinem eigenen Film.

Nicht so geil war die Action, zum einen waren die Szenen nicht sonderlich gut inszeniert und zum anderen waren sie mit der Zeit recht ermüdend. Eigentlich gab es permanent nur Verfolgungsjagden und spätestens nach der dritten davon ist man gelangweilt. Zu alle dem reißen diese Szenen dann, auch wenn es jetzt für derartige Filme nicht so wichtig ist, gigantische Logiklöcher ins Script. Alles in allem muss man Killer’s Bodyguard nicht gesehen haben aber als stumpfer Spaß, der sicherlich auch in den folgenden Jahren im TV rauf und runter laufen wird, reicht es allemal.

The Circle

Storyanriss:

Als Mae Holland (Emma Watson) durch die Vermittlung ihrer Freundin Annie (Karen Gillan) einen Job bei dem weltweit dominierenden Internet-Unternehmen „Circle“ bekommt, ist sie überglücklich. Für sie ist es eine einmalige Gelegenheit. Das Ziel der Firma: sämtliche Aktivitäten der User verknüpfen und in einer Online-Identität vereinen. Mit immer neuen technologischen Fortschritten soll eine Welt der völligen Transparenz geschaffen werden. Mae ist begeistert von den Visionen des charismatischen Firmengründers Eamon Bailey (Tom Hanks) und kann Bedenken, wie die ihres Ex-Freundes Mercer (Ellar Coltrane), nicht verstehen. Das Firmengelände, wo die Mitarbeiter rundum versorgt werden, und ihre Arbeit werden nach und nach zu Maes Lebensmittelpunkt. Nur der mysteriöse Ty (John Boyega) bringt sie zum Stutzen. Er behauptet, auch ein Mitarbeiter zu sein, doch Mae kann ihn im Computer, der zu jeder Zeit anzeigt, wo sich die Mitarbeiter gerade befinden, nicht finden. Trotzdem kennt Ty auf dem Gelände Türen und Gänge, die nirgends verzeichnet sind. Und er versucht, Mae zu warnen.

Fazit:

The Circle hatte definitiv das Potential dazu ein guter und cooler Film zu sein über den man am Ende des Jahres in der Retrospektive sprechen könnte, weil er mit einer echt coolen Prämisse, einem tollen Set-Up daherkommt, das so eigentlich in wenigen Jahren Realität sein könnte. Im Prinzip hätten wir das jetzt schon, wenn Google+ damals so von der Bevölkerung angenommen worden wäre wie es sich Google gewünscht hat. Jeder wäre vernetzt in unterschiedlichen Circles und die Plattform wäre längst nicht mehr nur eine reine Socialmedia-Angelegenheit im klassischen Sinne, sondern würde wie im Film teils angedeutet Einzug in die Politik, das Medizinwesen, die Verbrechensbekämpfung u.v.m. erhalten und unser Leben weit mehr bestimmen und ergänzen. Vielleicht würde vieles besser laufen in der Welt, wenn es keine Geheimnisse mehr gebe. Vermutlich wäre man aber auch einfach spätestens nach 2 Tagen tierisch genervt und würde seine Privatsphäre zurückwollen.

Leider wollte aber der Funken der tollen Grundidee nicht so ganz überspringen auf mich als ich den Film gesehen habe, denn irgendwie geht die Entwicklung der Figuren und der Technik so schnell voran, weil man so viel in anderthalb Stunden quetschen wollte, dass es mich so ein wenig rausgerissen hat. Emma Watson, die mir ehrlich gesagt irgendwie nicht so gut gefallen hat in der Hauptrolle und monoton blass blieb, wird innerhalb von einer Stunde Screentime von einer Praktikantin im Kundenservice zur Pionierin des Unternehmens und rechten Hand der Geschäftsführung. Ziemlich haarsträubend. The Circle ist auch recht langweilig und eher schwach inszeniert. Gut gefallen haben mir aber Amerikas Liebling Tom Hanks als zwielichtiger Techguru und auch John Boyega. Beide nur in wenigen Szenen überhaupt zu sehen im Film aber definitiv für mich die Highlights des Films. Auch Bill Paxton konnte in seiner letzten Rolle nochmals zeigen was er drauf hat, schade nur, dass es im Rahmen dieses Films war, RIP. Insgesamt empfand ich The Circle trotz coolem Grundgerüst als sehr konstruiert, die Geschichte zu unglaubwürdig und insgesamt ziemlich forgettable.

Logan Lucky

Storyanriss:

Die Brüder Jimmy (Channing Tatum) und Clyde Logan (Adam Driver) haben es wirklich nicht leicht: Der impulsive Jimmy neigt zu Gefühlsausbrüchen und verliert dadurch einen Job nach dem anderen, Clyde hingegen hat zwar einen festen Job als Barkeeper, wird aber von den Gästen schikaniert, weil er einen Arm verlor und er eine Prothese trägt. Ihre zunehmenden Geldsorgen wollen die Brüder beenden, indem sie beim bekanntesten NASCAR-Rennen der Welt, dem Coca-Cola 600, einen genialen Raubüberfall durchführen. Ihre Schwester Mellie (Riley Keough) soll helfen, weitere Unterstützung für seinen Coup erhofft sich das vom Pech verfolgte Duo vom legendären Bankräuber Joe Bang (Daniel Craig) – der allerdings erst befreit werden muss, weil er momentan hinter Gittern sitzt. Und auch nachdem das vollbracht ist, geht der Plan natürlich nicht so reibungslos über die Bühne, wie Jimmy und Clyde sich das vorgestellt haben.

Fazit:

Steven Soderbergh, der Regisseur der „Ocean’s Eleven„-Reihe und Magic Mike tut sich ein weiteres Mal mit Channing Tatum zusammen für diese Heist-Comedy. Neben Tatum sind auch Daniel Craig, Riley Keough und Adam Driver zu sehen. Eigentlich hatte ich jetzt nicht sonderlich großen Bock auf den Film, weil mich die Trailer nicht so richtig angesprochen haben, aber ich muss dann doch sagen, dass mich Logan Lucky letztlich positiv überraschen konnte und ich eine gute Zeit hatte. Aus dem Ensemblecast sticht meiner Meinung nach „James Bond„-Darsteller Daniel Craig heraus, der hier als Joe Bang für mehr als einen Lacher sorgen kann und mit seiner verrückten Figur regelrecht die Szenen seiner Kollegen stiehlt. Darüber hinaus ist der Film auch lustig und hat die nötige Portion Herz um den Film rund zu machen.

Cars 3 – Evolution

Storyanriss:

Lightning McQueen (Stimme im Original: Owen Wilson) ist ein alter Hase im Rennzirkus. Doch obwohl er von einer neuen Generation Rennwagen mehr und mehr ins Abseits gedrängt wird, will der rote Flitzer vom Ruhestand nichts wissen, vielmehr steckt er sich ein neues ehrgeiziges Ziel: Er will das Piston-Cup-Rennen gewinnen und den Jungspunden zeigen, dass er immer noch das Zeug zum Sieger hat. Doch vor allem der blitzschnelle Newcomer Jackson Storm (Armie Hammer) ist für Lightning McQueen ein ernstzunehmender Gegner und mit etlichen technischen Spielereien ausgestattet, über die McQueen nicht verfügt. Und so holt er sich Hilfe von der jungen Renntechnikerin Cruz Ramirez (Cristela Alonzo): Sie soll ihn trainieren und ihm die neuesten Tricks aus dem Rennzirkus beibringen. Und sie hat auch schon ein paar Ideen, wie sie Lightning zurück in die Spur helfen kann.

Fazit:

Das Cars-Franchise und damit verbundene Merchandise ist seit dem ersten Teil aus dem Jahr 2006 eine gigantische Cashcow geworden und findet sich bei fast jedem kleinen Jungen im Kinderzimmer wieder. Kein Wunder also, dass Spin-Offs und weitere Nachfolger entwickelt wurden. Auch der dritte Film der Urserie kratzt bereits wieder an der 400Mio Dollar Marke weltweit. Der erste Trailer zu Cars 3 – Evolution sorgte im Internet für viel Furore, weil er einen ungewohnten düsteren Ton hatte und mit dem Unfall von Hauptfigur Lightning McQueen suggerierte, dass wir eventuell dieses Mal eine erwachsenere Variante bekommen könnten. Diesen Zahn kann ich euch ziehen, so wie eigentlich auch schon die weiteren Trailer, es handelt sich um einen normalen Cars Film, der sich in bewährten Gefilden bewegt.

Nichtsdestotrotz ist Cars 3 eine solide Fortsetzung mit der üblichen Portion Herz und Humor auch wenn der Mut zum Risiko über weite Strecken schmerzlich vermisst wird. Ich muss sagen, dass mich der Film vor allem im letzten Drittel gekriegt und überzeugt hat, denn dort hatte der Film die Emotionen geparkt (höhö), die coolsten Figuren und Charakterentwicklungen und letztlich auch den Mut die mögliche Zukunft des Franchises interessant weiterzuführen und nicht im Dauerloop die gleiche Geschichte zu wiederholen. Der Rest des Films fühlte sich dementsprechend altbekannt an und ritt viel auf dem all übergreifenden Thema des Älterwerdens und den unaufhaltsamen Fortschritt der Technologie rum. Sicherlich auch einige Lacher dabei aber auch ein wenig repetitiv. Das sind aber alles eher Aspekte die mich als Erwachsenen Zuschauer beschäftigen und gegebenfalls stören, die eigentliche Zielgruppe der Kinder wird das am Ende des Tages egal sein.

Kingsman 2: The Golden Circle

Storyanriss:

Nachwuchsspion Gary „Eggsy“ Unwin (Taron Egerton) und sein Kollege Merlin (Mark Strong) werden mit einer neuen Gefahr konfrontiert: Die skrupellose Poppy (Julianne Moore) zerstört das Hauptquartier ihrer Geheimorganisation Kingsman und hält die ganze Welt als Geisel. Doch glücklicherweise machen sie die Entdeckung, dass es noch eine weitere Spionageagentur wie die ihre gibt, die parallel in den USA gegründet wurde. Also verbünden sie sich mit der von Agent Champagne (Jeff Bridges) geleiteten Organisation Statesman, um Poppy das Handwerk zu legen und einmal mehr die Welt zu retten. Dafür müssen die britischen Spione mit ihren amerikanischen Kollegen Agent Tequila (Channing Tatum) und Agent Whiskey (Pedro Pascal) zusammenarbeiten und ihr ganzes Können aufbringen, aber zum Glück hat Eggsy ja schon jede Menge Erfahrung darin, die Welt zu retten.

Fazit:

Der erste Teil vor 3 Jahren schlug ein wie eine Bombe. Niemand hatte wirklich mit dem finanziellen Erfolg und dem guten Kritikerecho gerechnet. Auch ich kann mich noch genau daran erinnern wie ich mit Freunden die in Berlin zu Besuch waren ins Kino gegangen bin für den Film und ich sehr positiv geflashed war von Kingsman: The Secret Service. Der Film versprühte Kreativität an allen Ecken, der Humor war on point, die Schauspieler klasse und die Action – vor allem die legendäre Kirchenszene – spitze umgesetzt. Regisseur Matthew Vaughn hat hier echt beeindruckend abgeliefert. Schön also, dass er auch den zweiten Teil drehte und seine Entdeckung Taron Edgerton erneut ein Vehicle bieten konnte. Dieser war auch wieder super in seiner Rolle als Eggsy.

Das Motto „bigger, better louder“ das für viele Fortsetzungen in Hollywood gilt, kommt auch bei Kingsman: The Golden Circle zum Tragen. Ich finde aber, dass es sich bei Golden Circle zu The Secret Service eher so verhält wie John Wick 2 zu John Wick. Man nimmt die altbewährten Elemente, setzt bisschen was drauf aber kümmert sich vor allem auch darum das Universum, die Lore und die Welt sinnvoll zu erweitern. So ergänzt man den alten Cast und die britischen Kingsman um den amerikanischen Ableger die Statesman – gespielt von Channing Tatum, Halle Berry, Jeff Bridges und Pedro Pascal. Ich finde das gut und vor allem smart; klar sortieren die Macher einige alte Castmember, mal gut und mal weniger gut, aus aber man öffnet jetzt bereits die Türen für zukünftige Ableger. Ein australisches Pendant mit Russel Crowe, Hugh Jackman und Nicole Kidman oder eine asiatische Variante mit Jackie Chan und Jet Li? Alles kein Problem wenn die Unterschiede so cool und kreativ umgesetzt werden wie in diesem Film.

Generell war Kingsman 2 eine würdige Fortsetzung, die aber nicht ganz an das Niveau des Vorgängers rankommt. Mir hat Julianne Moore als Bösewicht Poppy gefallen auch wenn ihre Figur ein wenig dünn blieb, Humor und Action war auch gut nur gibt es meiner Meinung nach in Kingsman 2 keine so legendäre Szene wie die in der Kirche aus dem Original. Das Finale fand ich zwar cool und kommt für mich da noch am ehesten ran aber halt nicht ganz.

Kurzkritiken Round-Up Juli / August 2017

Dunkirk

Storyanriss:

Mai 1940, der Zweite Weltkrieg tobt: Die Nazis haben die französische Hafenstadt Dünkirchen eingekesselt und für deren Bewohner und die 400.000 dort stationierten Soldaten scheint die Lage ausweglos. Denn durch die feindlichen Truppen auf der einen Seite und das Wasser auf der anderen scheint es keine Chance auf Überleben zu geben. Doch in Großbritannien ersinnt man eine kühne Rettungsmission, von der zuerst nur die wenigsten glauben, dass sie Aussicht auf Erfolg haben kann: Während die eingekesselten Soldaten, darunter Tommy (Fionn Whitehead), Alex (Harry Styles) und Gibson (Aneurin Barnard), am Boden ums Überleben kämpfen, sorgen RAF-Piloten wie Farrier (Tom Hardy) in ihren Spitfires für Feuerschutz aus der Luft. Gleichzeitig eilen von Commander Bolton (Kenneth Branagh) koordinierte Zivilisten wie Mr. Dawson (Mark Rylance) den eingekesselten Soldaten mit ihren kleinen Booten übers Wasser zu Hilfe.

Fazit:

Die Säle sind voll, das bedeutet in der Regel, dass entweder ein neuer Star Wars im Kino anläuft oder Christopher Nolan, der wohl bei der breiten Masse beliebteste Regisseur unserer Zeit, sein neuestes Projekt an den Start bringt. Dieses Mal handelt es sich um letzteres. Für viele ungewöhnlich hat er sich dieses Mal für die Verfilmung eines geschichtlichen Ereignisses entschieden: der Belagerung Dunkirks/Dünkirchen zur Zeit des zweiten Weltkriegs. Neben neuen Gesichtern wie Harry Styles oder Fionn Whitehead, sind mit Tom Hardy und Cillian Murphy auch paar seiner Stammschauspieler dabei.

Für mich ist Dunkirk ein sehr beeindruckendes Filmexperiment. Ich habe den Film im IMAX gesehen wie es von den meisten Kritikern empfohlen wird und kann diesen Tipp nur an euch weitergeben. Die 2-3 € Preisunterschied lohnen sich. Christopher Nolan macht mal wieder einiges anders als andere Genrevertreter wie beispielsweise Der Soldat James Ryan oder Hacksaw Ridge. So gibt es zwar wechselnde Figuren die wir immer Mal wieder begleiten aber keiner von ihnen ist wirklich ein typischer Hauptcharakter im klassischen Sinne. Es gibt auch trotz toller Schauspieler kaum Dialoge im Film.

Letztlich ist jede Figur gleich viel wert in diesem Krieg oder eben nicht. Genauso entschied sich Nolan dagegen Dunkirk nach gängigem Schema eines Dramas zu inszenieren und dem Zuschauer einen wirklichen Klimax zu bieten auf den man hinfiebert und der das Highlight des Films darstellt. Es ist eher so, dass dieser Anti-Kriegsfilm ab der ersten Szene eine Anspannung beim Zuschauer auslöst, die sich dann den kompletten Film auf einem hohen Level hält. Das mag ungewöhnlich sein und vielleicht bei einigen eher negativ ankommen aber ich habe das für mich so gedeutet, dass dir diese Inszenierung das Gefühl der im Film gezeigten Soldaten zeigen soll, die auch unter permanenter Anspannung von einer gefährlichen Situation in die nächste geraten und sich nie sicher fühlen konnten.

Großen Anteil an diesem beklemmenden Gefühl hatte vor allem das grandiose Soundediting, welches mit großer Wahrscheinlichkeit für den Oscar nominiert werden wird. Gerade im IMAX fühlte man sich wie mitten drin, wenn von allen Winkeln Gunshots oder Explosionen zu hören waren. Darüber hinaus fand ich die Idee cool im Prinzip drei Geschichten und Zeitebenen ineinander zu verflechten. So erzählt Nolan die Belagerung und Befreiung Dunkirks zum einen aus der Sicht der Soldaten auf dem Land über einen Zeitraum von einer Woche, zum anderen aus der Sicht einer Bootscrew über einen Tag und zu guter Letzt durch die Augen zweier Piloten die eine Stunde im Geschehen sind. Das ist komplex, manchmal auch ein wenig verwirrend aber insgesamt ziemlich stark.

Auch wenn ich mir prinzipiell eher andere Stoffe von Nolan wünsche, muss ich sagen, dass er mich mit Dunkirk dann doch positiv überrascht und einen toll inszenierten Film auf die Leinwand gebracht hat.

Emoji – Der Film

 

Storyanriss:

Die Emojis leben alle in einer kleinen Welt in unseren Handys: in Textopolis. Dort warten und hoffen sie darauf, dass sie der Telefonbenutzer für seine Nachrichten auswählt. Doch Gene (im Original: T.J. Miller / deutsche Fassung: Tim Oliver Schultz) hat ein Problem: Im Gegensatz zu allen anderen Emojis hat er mehr als einen Gesichtsausdruck. Er wurde ohne Filter geboren und ist daher anders als alle anderen. Doch er träumt davon, „normal“ zu sein, und bittet den übermotivierten Hi-5 (James Corden / Christoph Maria Herbst) und das berühmt-berüchtigte Codeknacker-Emoji Jailbreak (Anna Faris / Joyce Ilg) ihm zu helfen, seinen größten Wunsch zu erfüllen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem Code, der Gene reparieren kann, und durchstreifen auf ihrem Weg die verschiedensten Handy-Apps. Eigentlich eine spaßige Angelegenheit – doch dann entdecken die drei plötzlich eine neue und unerwartete Gefahr, die die gesamte Emoji-Welt bedroht.

Fazit:

Diesen Film hat es nicht gebraucht. Sicherlich gab es einige coole Ideen mit den Emojis umzugehen und sie für einen Film umzusetzen, aber insgesamt war das zusammengenommen wenig erinnerungswürdig. Gut gefallen haben mir die Sequenz in Spotify und die Idee hinter der Instagram-Szene, wo man die Bilder als Stills gezeigt hat, die unsere Protagonisten begehen können – das war optisch ganz nett.

Sonst kommt der Film nicht nur 1-2 Jahre zu spät, sondern ist gefühlt auch einfach nur product placement in Reinkultur: Facebook, Twitter, Spotify, Instagram, Dropbox und Candy Crush sind wohl die größten Namen. Ich fand man hat viel zu viel Zeit in diese merkwürdige Nebenhandlung der Meh-Eltern gesteckt nur um im Prinzip auf ein und denselben Gag 90 Minuten lang rumzureiten.

Generell war das Emoji Movie auch eher selten lustig, am ehesten eigentlich noch in den Szenen mit Sidekick Highfive, für den man kluger Weise in der deutschen Lokalisation Christoph Maria Herbst verpflichten konnte, welcher einfach schon eine witzige Art und Stimme mitbringt. Ich habe das Gefühl, dass das Emoji Movie am Ende des Jahres nicht als #1 auf meiner Flop Liste landen wird, so wie es aktuell gefühlt bei vielen schon zu sein scheint, er ist aber definitiv einer der unnötigsten Filme des Jahres und ein sehr uninspirierte und maximal kalkulierter Cashgrab für Sony.

 

Planet der Affen: Survival

Storyanriss:

Der Krieg, den Koba (Toby Kebbell) mit den von der Seuche stark dezimierten Menschen angezettelt hat, ist in vollem Gange. Affen-Anführer Caesar (Andy Serkis) geht es dabei gar nicht länger ums Gewinnen, er will lediglich einen Weg finden, wie er mit seinem Stamm in Frieden leben kann. Doch eine Spezialeinheit unter Führung des brutalen Colonels (Woody Harrelson) will Caesar um jeden Preis tot sehen und so werden im Urwald vor den Toren San Franciscos weiterhin blutige Gefechte ausgetragen, die in einem heimtückischen Anschlag auf das geheime Versteck der Affen gipfeln, das ein Verräter preisgegeben hat. Nun gärt in dem sonst friedliebenden Caesar das Bedürfnis nach Rache und mit seiner rechten Hand Rocket (Terry Notary) und einigen weiteren Getreuen macht er sich auf die beschwerliche Suche nach dem Colonel, fest entschlossen, keine Gnade mehr walten zu lassen.

Fazit:

Neben Star Wars Episode 9 gibt es vermutlich nur noch maximal eine Handvoll Filme auf die ich so sehnsüchtig gewartet habe und gehyped war in diesem Jahr wie Planet der Affen: Survival. Wenn dieser Abschluss der Trilogie so gut wenn nicht besser als seine Vorgänger sein sollte, wäre Regisseur Matt Reeves und seinen Kollegen eine der besten Filmreihen unserer Zeit gelungen. Kein Wunder also, dass man ihn auswählte für das neue Batman Soloabenteuer mit Ben Affleck.

Ich bin bekanntermaßen großer Fan der Filme und als man im Jahr 2011 diese bis dato zum Trash verkommenes Franchise rebootete, ging man ein großes Risiko ein und dementsprechend freut es mich umso mehr, dass jeder einzelne Teil so toll geworden ist. Jeder Film erzählt ein deutlich anderes Kapitel der Geschichte und fühlt sich darüber hinaus auch jeweils sehr anders an. Der Fokus verschiebt sich immer ein Stück weit und während die Zeit vergeht entwickeln sich beide Parteien, also Mensch und Affe, weiter.

Im ersten Film begleiten wir noch hauptsächlich James Francos Charakter, der versucht mit Hilfe von Caesar ein Heilmittel gegen Alzheimer zu entwickeln. Wir erleben eine toll erzählte emotionale Geschichte, sehen wie Caesar groß wird und im Verlauf des Films begreifen muss zu welcher Gattung er gehört. Der Ausbruch der Affengrippe ist hier noch zweitrangig.

Im zweiten Teil sehen wir wie Affen und Menschen sich ein wenig annähern und versuchen in Koexistenz zu leben, doch auch unter den Affen ist nicht jeder gewillt zu vergessen was ihm all die Jahre angetan wurde und das Bündnis beginnt zu bröckeln. Als herausragend blieb mir hier die Anfangsszene im Kopf, wo die ersten zehn Minuten nur zu sehen ist wie Affen untereinander leben und miteinander interagieren. Auch die Action war cool aber vor allem die emotionalen Momente zwischen Jason Clarke und Caesar.

Im nun dritten Film leben die Affen im Verborgenen und versuchen fernab der Menschen zu leben, die jedoch unter der Führung vom Colonel auf der Suche nach Caesar sind und die Affen ein für alle Mal auslöschen wollen. Hinzu kommt eine weitere einflussnehmende Kraft und Partei, die zusätzlich ins Geschehen eingreift.

Auch wenn der Trailer eher Gegenteiliges vermuten lassen könnte, hat der Abschluss der Reihe ziemlich wenig Actionszenen. Ich würde sogar behaupten weniger als beide Vorgänger. Für mich funktionierte das gut, ich finde es einfach toll, dass man sich dazu entschieden hat diese Trilogie nicht zum reinen Actionfest aufzubauen, sondern Charaktere, ihre Entwicklung und eine emotionale Geschichte in den Vordergrund zu stellen und somit ein wenig gegen den Strom in Hollywood zu schwimmen. Es ist einfach auch bemerkenswert was man dieses mal wieder für eine Geschichte erzählt: Sklaverei und Survival of the Fittest sind da nur einige.

Gut gefallen haben mir auch die Castergänzungen Woody Harrelson als Gegenspieler und Amiah Miller als kleine Nova, eine kleine Referenz an Linda Harrisons Rolle im 1968er Original Planet der Affen. Doch wieder einmal hat vor allem ein Mann begeistert, der nicht nur einfach die Hauptrolle verkörpert, sondern auch das Herzstück dieses Franchises darstellt: Andy Serkis. Ich fordere seit Jahren einen Oscar oder zumindest eine Nominierung für ihn und ich werde nicht müde, auch dieses Jahr die Werbetrommel zu rühren. Zollt dem Mann Respekt. Er ist das Benchmark in der Sparte des Motion Capturing und leistet meiner Meinung nach mit seiner intensiven Vorbereitung und Akribie eine bessere Arbeit ab als viele andere Schauspieler. Golum in Herr der Ringe war ikonisch, King Kong war klasse und Caesar in der „Planet der Affen“-Trilogie ist sein absolutes Meisterstück bis dato. Nur weil man am Computer Effekte über seinen Körper legt, bedeutet das nicht, dass er nicht die Mammutarbeit für diese Figur leistet. Er studierte das Verhalten von Affen und wenn man sich Mal Making Ofs zu den Filmen anschaut und seine Kollegen über ihn schwärmen hört, kann man nur begeistert von ihm sein.

Fast schon automatisch versucht man die einzelnen Filme einer solchem Reihe qualitativ in eine Rangliste zu packen aber ich muss gestehen, dass mir das bei dieser Trilogie persönlich unmöglich scheint. Ich liebe jeden Teil auf seine eigene Art und für spezielle Aspekte, die nur dieser Teil bieten kann. Keiner dieser Filme tanzt da positiv oder negativ aus der Reihe. Wenn man jetzt beispielsweise eine andere starke Trilogie der letzten Jahre wie die Nolan Batmans zum Vergleich ranzieht, dann gibt es sogar da Mal Szenen oder Momente die nicht so gut waren – hier suche ich vergeblich danach. Planet der Affen: Survival rundet das Franchise perfekt ab, Chapeau!

Begabt – Die Gleichung eines Lebens

Storyanriss:

Frank Adler (Chris Evans) lebt gemeinsam mit seiner Nichte Mary (Mckenna Grace), die er anstatt ihrer eigenen Eltern großgezogen hat, in einem kleinen Küstenort in Florida. Mary ist ebenso lebhaft wie intelligent und aufgrund ihrer Leistungen in der Schule, vor allem in Mathematik, vermutet ihre Lehrerin Bonnie (Jenny Slate) schon bald, dass Mary hochbegabt sein könnte. Frank will davon jedoch nichts wissen, sondern möchte Mary ein weitgehend normales Leben abseits von Leistungsdruck und Intelligenztests ermöglichen. Doch als seine eigene Mutter Evelyn (Lindsay Duncan) davon erfährt, ist es mit dem geruhsamen Leben der Patchwork-Familie vorbei, denn Evelyn hat große Pläne für ihre Enkeltochter. Doch Frank beschließt, für das Wohl seiner Nichte zu kämpfen und erhält dabei Unterstützung von Bonnie, die ihrerseits ein Auge auf den attraktiven alleinerziehenden Ersatzvater geworfen hat, sowie von seiner resoluten Vermieterin und Freundin Roberta (Octavia Spencer).

Fazit:

Schönes aber konventionelles Drama mit interessantem Thema und tollem Cast. Viel habe ich zum Film eigentlich nicht zu sagen, weil Begabt – Die Gleichung eines Lebens weder sonderlich negativ noch positiv aus der breiten Masse heraussticht. Mir hat das Drama gefallen auch wenn ich mich manchmal daran gestört habe, wenn Figuren so betonen und darauf hinweisen mussten, dass sie, weil sie sehr intelligent sind, sich über den „Pöbel“ stellen. Sicherlich kann ich nachvollziehen wenn sie sich ausgebremst fühlen oder sich zu höherem berufen fühlen und die Gesellschaft voranbringen wollen aber manchmal kam mir das zu harsch rüber.

Dennoch fand ich es cool wie die Frage ob ein hochbegabtes Kind mit aller Macht gepusht und gefördert werden soll/muss um einmal die Welt zu verändern oder ob auch dieses Kind eine unbeschwerte, normale Kindheit haben darf, sehr interessant und gut behandelt im Film. Gut gefallen haben mir hier die Performances jeglicher Darsteller, vor allem sind mir aber Chris Evans und überraschend Jenny Slate aufgefallen. Gerade die emotionalen und liebevollen Szenen sind im Gedächtnis geblieben.

Baby Driver

Storyanriss:

Fluchtwagenfahrer Baby (Ansel Elgort) hat einen Tinnitus, weswegen er ständig über Kopfhörer Musik hört. Doch dies macht ihn trotz seiner jungen Jahre auch zu einem der besten in seinem Job: Zu den Klängen seiner persönlichen Playlist rast er jedem Verfolger davon, ein Talent, welches Gangsterboss Doc (Kevin Spacey) auszunutzen weiß. Bei ihm steht Baby in der Schuld und daher muss er für Doc Aufträge als Fluchtwagenfahrer ausführen und zum Beispiel Buddy (Jon Hamm), dessen Freundin Darling (Eiza Gonzalez), den fiesen Griff (Jon Bernthal) und den unberechenbaren Bats (Jamie Foxx) bei ihren Coups kutschieren und anschließend dafür sorgen, dass sie den Cops entkommen. Dabei hat sich Baby in Kellnerin Debora (Lily James) verliebt und will eigentlich aussteigen. Doch vorher gibt es noch einen letzten Auftrag zu erledigen.

Fazit:

Baby Driver ist wohl der stärkste Underdog des Sommers im Kampf um die Sommerblockbuster-Krone. Klar, finanziell kann das neuste Filmprojekt von Fanliebling Edgar Wright nicht mit den ganz Großen mithalten auch wenn er sich sehr sehr gut geschlagen hat, aber dafür wird er dieses Jahr zu den Geheimtipps gehören, die man Freunden und Bekannten zum Nachholen empfiehlt. Absolut phänomenal war das Soundediting, der Film ist perfekt inszeniert auf die Musik. Cool choreographiert kommt er vor allem zu Beginn schon fast als Musical rüber, wenn Ansel Elgort mit den Gedanken in seiner eigenen Welt abdriftend durch die Straßen tanzt und lipsynct.

Zu der guten Musik und der starken Inszenierung kommt dann auch noch ein krasses Line-Up an Darstellern, die mit ihren skurrilen Charakteren diesen Film bereichern. Jon Hamm, Kevin Spacey, Jamies Foxx waren wie gewohnt super. Auch Ansel Elgort konnte die Hauptrolle stemmen und glaubwürdig verkörpern. Nicht ganz so zufrieden war ich dann mit den letzten 15-20 Minuten des Films, also dem Actionpart, weil mir das irgendwie zu übertrieben und abgedreht im Vergleich zum restlichen Film war. Nichtsdestotrotz ist Baby Driver overall sehr gut und für mich persönlich das was ich mir damals von Drive erhofft habe, weil er ein wenig mehr auf diese Fluchtfahrerthematik eingeht. Definitiv ein Filmtipp für das Jahr 2017.

 

Der Dunkle Turm

Storyanriss:

Revolvermann Roland Deschain (Idris Elba) ist der Letzte seiner Art. Wie auch seine Sippe liegt die Heimat des wortkargen Einzelgängers im Sterben. Roland hat eine Mission: Er muss den Dunklen Turm, der seine und alle anderen Welten zusammenhält, vor der Zerstörung bewahren – vor der Zerstörung durch Walter O’Dim alias der Mann in Schwarz (Matthew McConaughey). Mit ihm steckt der Revolvermann in einem ewigen Kampf, mit ihm hat er noch eine ganz persönliche Rechnung offen. Seine Odyssee führt Roland in unsere Gegenwart, in der er Jake Chambers (Tom Taylor) begegnet. Der Mann in Schwarz braucht den Jungen, um seine finsteren Pläne zu verwirklichen. Wenig später treffen Gut und Böse bei einem Kampf aufeinander, bei dem sich neben dem Schicksal unserer Welt auch das Schicksal des Universums entscheiden wird.

Fazit:

Diese Woche ist es soweit und Stephen Kings größte, beliebteste Buchreihe startet als Filmadaption in den Kinos. Die „Der Dunkle Turm„-Reihe galt aufgrund ihrer Komplexität all die Jahre eigentlich als unverfilmbar, doch Sony traute sich nun an Stephen Kings Magnum Opus. Ursprünglich sollte Ron Howard die Regie übernehmen, der dann aber letztlich nur noch Producer war und Nikolaj Arcel die Regie überließ. Als Schauspieler konnten Idris Elba (Luther), Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club), Katheryn Winnick (Vikings) und Tom Taylor für das Projekt gewonnen werden.

Ich habe die Bücher nicht gelesen aber selbst mir war bewusst, dass diese Adaption nicht gut werden würde. Wenn man bedenkt, dass Peter Jackson aus einer knapp 300 Seiten Buchvorlage über 9 Stunden Hobbitfilme drehte, ist es echt verwunderlich, wenn Sony eine 8 Bücher umfassende Reihe mit jeweils um die 1000 Seiten in einen 90 Minuten Film presst. Der Film ist dadurch super straff inszeniert und fast paced, aber im Prinzip gibt es dann auch nur 3 bis 4 Charaktere, über die man kaum was erfährt und sich letztlich auch nicht um ihr Schicksal kümmert.

Man wird sofort mit 2 Sätzen auf der Leinwand mitten in die Story geworfen und ich fand das teils überfordernd. Später mäßigt sich das ein wenig und Der Dunkle Turm kann sogar mit 2-3 Szenen überzeugen. Ich fand Tom Taylor gut gecastet und auch die großen Namen waren weitestgehend solide. Matthew McConaughey als Mann in Schwarz war schon sehr klischeehaft und eher overacted dargestellt und gerade im Finale wirkte sein Schauspiel sowie die Effekte lachhaft schrecklich.

Angeblich soll der Film nicht die Geschichte der Bücher wiedergeben, sondern eher danach ansetzen und dann auch zu der geplanten TV-Serie überleiten, die dann immer mal wieder weitere Filme hervorbringen soll. Ich denke, dass man diese komplexe Geschichte vermutlich wirklich besser als Serie umsetzen kann, denn ein einzelner Film wie dieser konnte dem einfach nicht gerecht werden. Ein weiterer Sonyflop dieses Jahr.

Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten | Kritik / Review

(Trailer)

Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten ist das neue Prestigeprojekt von Kultregisseur Luc Besson (Das Fünfte Element), der hier nicht nur nach Jahrzehnten sein Herzensprojekt endlich umsetzen konnte, sondern mit einem 180 Millionen $ Budget den bislang teuersten Film Frankreichs/Europas drehte. Der Film basiert auf der Grafiknovelle Valérian et Laureline (für den deutschen Markt Valerian und Veronique), die Luc Besson bereits im Kindesalter gelesen hat. Zum Cast gehören die beiden Hauptrollen Dane DeHaan (A Cure for Wellness) und Cara Delevingne (Suicide Squad) und unter anderem Ethan Hawke (Training Day), Clive Owen (The Knick) und Rihanna (Battleship).

Storyanriss:

Im 28. Jahrhundert sorgen der Spezialagent Valerian (Dane DeHaan) und seine Kollegin Laureline (Cara Delevingne) für Recht und Ordnung in der Galaxis. Gerade haben sie ein wertvolles kleines Alien sichergestellt (einen Transmulator, der Gegenstände kopiert), da führt der Weg der ungleichen Gesetzeshüter in die gigantische Weltraum-Metropole Alpha, wo unzählige verschiedene Spezies friedlich zusammenleben. Die Bewohner haben ihr Wissen vereint und nutzen es zum Vorteil für alle. Doch auf der riesigen Weltraumstation stimmt etwas nicht. Kommandant Arun Filitt (Clive Owen) glaubt, dass sie von einem Virus zerfressen wird – Valerian und Laureline sollen herausfinden, was los ist. Als Laureline dann auf Alpha vom verrückten Diktator Boulan Bathor III (Roman Blomme) gekidnappt wird, führt die Spur für Valerian ins Rotlichtviertel Paradise Alley. Dort begegnet er der Gestaltwandlerin Bubble (Rihanna), die bei der Befreiung seiner Kollegin eine große Hilfe sein könnte.

Wir brauchen euch beide als Wächter unserer Zukunft.

Fazit:

Hauptdarsteller Dane DeHaan erzählte in einem Interview, dass der technische Stand endlich soweit ist um mit Luc Bessons Fantasie mithalten zu können und ich muss sagen: das sieht man! Auch wenn Valerian zu 90% am Computer entstanden ist, sieht der Film echt toll aus und ist ausnahmsweise auch mal eine Empfehlung für 3D.

Für Valerian wurde eine tolle, reichhaltige Welt erschaffen mit coolen Ideen an jeder Ecke und genialem Kreaturendesign. Das erwarte ich mir von dieser Art Film einfach. Ich möchte eine tiefgründige und lebendige Welt präsentiert bekommen. Ob es nun der Planet Mül mitsamt seinen Bewohnern den Pearl ist, mit denen wir schön in den Film einsteigen, „Der große Markt“ versteckt in einer Parallelwelt oder die namensgebene Stadt der Tausend Planeten, Alpha, die als Schmelztiegel des Universums im Prinzip Tausende Ökosysteme beheimatet – überall wurde sich visuell und inhaltlich ordentlich ausgetobt. Kein Wunder, dass sich selbst Star Wars an der Vorlage orientiert haben soll.

Die größten Probleme mit dem Film hatte ich eigentlich mit den letzten zwanzig Minuten und der häufig fehlenden Chemie der beiden Hauptdarsteller. Nicht nur, dass Valerian mit 138 Minuten ein wenig zu lang ist, so fühlten sich die letzten zwanzig Minuten auch recht langsam zum sonst guten Pacing des Films an. Es wird enorm viel Zeit für eine Auflösung und vermeintlichen Twist aufgebracht, welche man so auch ohne viel Kombinationsgabe hat kommen sehen.

Auch beim Cast bin ich mir nicht so sicher ob Dane DeHaan und Cara Delevingne die richtige Wahl waren. Ich mag DeHaan und er ist ein guter Schauspieler aber wirkt irgendwie nicht richtig besetzt als Womanizer und Weltraum-Special-Agent. Cara Delevingne hingegen konnte mich bislang in keiner Rolle wirklich überzeugen. Sie wirkt bemüht und war jetzt auch nicht superschlecht aber richtig „überzeugend“ war das noch nicht. Die fehlende Chemie und der oft nicht gut pointierte Humor haben mich hin und wieder rausgerissen. Wenn man hier beispielweise die Starpower aus Passengers, also Jennifer Lawrence und Chris Pratt genommen hätte, hätte das wie die Faust aufs Auge gepasst, aber wohl auch 20 Millionen $ mehr gekostet – vielleicht eine profitable Investition?

Nach dem ersten Trailer hatten viele die Befürchtung, dass es sich bei Valerian um ein erneutes Desaster à la Jupiter Ascending handeln könnte, das seit seinem Release quasi als Benchmark für teure Sci-Fi Flops gilt. Doch davon ist man meilenweit entfernt. Luc Besson gelingt es hier im Vergleich zu Jupiter Ascending nicht nur paar coole Ideen auf die Leinwand zu bringen, sondern auch ein über weite Strecken guten Film zu inszenieren, der zwar nicht perfekt ist aber Lust auf mehr macht. Vor allem kann er sich auf die Fahne schreiben, keine super fremdschämige Antagonisten-Performance wie die von Oscargewinner Eddie Redmayne zu haben.

Für die visuellen Eindrücke und die tolle, kreative Welt kann ich Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten empfehlen, aber wenn man sich die Blockbuster der nächsten Wochen anschaut, wird es der Film wohl schwer haben dem Zuschauer das Geld für ein Ticket zu entlocken.

Kurzkritiken Round-Up Juli 2017

Spider-Man: Homecoming

Storyanriss:

Nach seinem Aufeinandertreffen mit den Avengers ist Peter Parker alias Spider-Man (Tom Holland) wieder zurück in New York, wo er bei seiner Tante May (Marisa Tomei) wohnt. Seitdem er mit bzw. gegen die anderen Helden kämpfte, fragt er sich, ob er mit seinen herausragenden Fähigkeiten nicht mehr machen sollte, als nur die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft zu sein, die den einen oder anderen Einbruch verhindert und Taschendiebe stoppt. Doch daneben muss der von seinem neuen Mentor Tony Stark (Robert Downey Jr.) geförderte Jugendliche auch noch den Alltag auf die Reihe bekommen, den Alltag als Teenager an einer Highschool, wo er sich in Liz (Laura Harrier) verguckt hat. Blöd, dass ausgerechnet in dieser Situation ein Bösewicht für Unruhe sorgt, der technisch bestens ausgestattet ist und von Rachedurst getrieben: der Vogelmann Vulture (Michael Keaton).

Fazit:

Super gutes Reboot der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft. Tom Hollands Casting hatte zum Zeitpunkt der Bekanntgabe viele negative Stimmen gegen sich, doch bereits mit seinem tollen Auftritt in Captain America: Civil War, der das heimliche Highlight des Films war, verstummten fast alle davon. Seit letztem Donnerstag hat er nun sein erstes Soloabenteuer und knüpft nahtlos an diesen guten Ersteindruck an. Tom Holland entpuppte sich zu einer perfekten Wahl, sowohl für Spider-Man als auch Peter Parker. Aus dem restlichen Ensemble stachen vor allem Peters bester Freund Ned, gespielt von Jacob Batalon, und natürlich Michael Keaton als Vulture heraus, der einen der besseren Bösewichte im Marvel Cinematic Universe auf die Leinwand brachte mit nachvollziehbaren Motiven und der nötigen Gravitas. Als angenehm empfand ich auch, dass man Ironman/Tony Stark doch nur punktuell eingesetzt hat und nicht wie es in den Trailern rüberkommt als Zugpferd weil er der wichtigste Charakter für Marvel ist.

Die mutigen Entscheidungen bezüglich Story und Setting sind meiner Meinung nach aufgegangen. Der Highschoolansatz mit all seinen Details war gut, Peter Parker ist ein Kind am Anfang seiner Teeniezeit, der sich nach seinem Auftritt in Civil War für die Avengers empfehlen will aber natürlich seinen Peter Parker Alltag mit dem geheimen Spider-Man Alterego in Einklang bringen muss. Hier erinnert Homecoming häufig an Ferris macht blau, der dann sogar in einer Szene mit einer bestätigenden Hommage bedacht wird. Zudem hat man sich glücklicherweise dagegen entschieden zum xten Mal zu erzählen wie Parkers Onkel Ben stirbt, es wird kurz angedeutet und jeder Comicfan weiß bescheid – das reichte vollkommen aus. Aber auch der Rest der Geschichte mitsamt richtigem Scaling war gut gewählt und hat nicht den üblichen Fehler begangen den Helden plötzlich gegen Götter antreten zu lassen, die das gesamte Universum unterjochen wollen.

Natürlich gab es auch genügend Action und auch wenn die Actionszenen jetzt nicht qualitativ schlecht waren, konnten sie mir auch in keinster Weise den Atem rauben oder wirklich erinnerungswürdig im Gedächtnis bleiben, da kann man im zweiten Teil sicherlich noch ein Stück weit drauflegen. Dafür haben sie es toll hinbekommen mit viel Humor den Film zu erzählen und den Figuren leben einzuhauchen. Im besonderen nach einem Twist im letzten Drittel von Spider-Man: Homecoming gab es eine Szene in einem Auto, die ich wirklich Klasse inszeniert und durchdacht fand. Es wurden auch wieder aller Hand zukünftigen Charaktere und Filme in Stellung gebracht, was zwar durchaus Spaß machte aber auch häufig nicht sehr dezent versteckt war.

Spider-Man: Homecoming hat ingesamt viel Laune gemacht und mich dank guter Story und perfektem Cast toll unterhalten.

 

Miss Sloane – Die Erfindung der Wahrheit

Storyanriss:

Die überaus erfolgreiche politische Strategin Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) arbeitet für die alteingesessene Kanzlei George Dupont und wird immer dann engagiert, wenn die Einflussnahme einer skrupellosen und selbstbewussten Lobbyistin benötigt wird. Sloanes Strategien sind durchweg von Erfolg gekrönt und so soll sie nun für die mächtige Waffenlobby der Vereinigten Staaten dafür sorgen, dass ein neues Gesetz zur schärferen Kontrolle von privatem Waffenbesitz nicht verabschiedet wird. Doch nach einem Konflikt mit ihrem Boss Dupont (Sam Waterston) wechselt Sloane überraschend die Seiten und schnell wird klar, dass sie ihre eigenen Ziele verfolgt. Statt zur stärksten Waffe der Lobby wird sie nun zu deren gefährlichsten Gegnerin, doch ihr Engagement könnte Sloane nicht nur ihre Karriere, sondern auch einen hohen persönlichen Preis kosten.

Fazit:

Ich mag diese Art von Drama mit einer Prämisse die angesiedelt ist in der Politik, Lobbyismus a la House of Cards, Das Urteil – jeder ist käuflich, Margin Call oder auch Die Wahlkämpferin aus dem letzten Jahr mit Sandra Bullock und Billy Bob Thornton in den Hauptrollen. Ein Schachspiel der Manipulation, immer zwei Schritte voraus denken. Das bockt schon wenn es so gut inszeniert ist wie beispielsweise hier bei Miss Sloane. Ein gelungener Film und sehr gut inszeniertes Drama mit einer sehr starken Hauptdarstellerin – wie zu erwarten bei Jessica Chastain.

 

Wilson – Der Weltverbesserer

Storyanriss:

Wilson (Woody Harrelson) ist ein eigenwilliger Einzelgänger, der außer zu seinem Hund zu kaum einem anderen Lebewesen eine Verbindung aufzubauen scheinen kann. Nach dem Tod seines Vaters beschließt der ebenso einsame wie neurotische und irritierend ehrliche Misanthrop, seine Ex-Frau Pippi (Laura Dern) zu finden, in der Hoffnung, mit ihr einen Neuanfang zu starten, obwohl die beiden eigentlich seit Jahren hoffnungslos zerstritten sind. Doch als Wilson sie findet, muss er zu seiner Überraschung bald feststellen, dass er Vater einer Tochter im Teenager-Alter ist: Claire (Isabella Amara) wurde nach der Geburt zur Adoption freigegeben und deswegen hat Wilson sie nie kennengelernt. Mit allen Mitteln versucht er nun, alle drei als Familie zu einen, um endlich das Idyll zu finden, nach dem er sich schon so lange sehnt.

Fazit:

Komischer Film. Wilson fängt eigentlich recht konventionell an für eine solche schon häufig erzählte Geschichte um ein Elternteil, das erfährt, dass es ein Kind hat. Doch irgendwann im letzten Drittel weicht der Film von diesem Weg ein wenig ab und geht in eine recht ungewöhnliche Richtung. Generell ist der Film sehr strange, was natürlich vor allem an Woody Harrelsons Charakter liegt. Wirklich überzeugen konnte mich Wilson als Film nicht, einzig allein Woody Harrelsons und Judy Greers Schauspiel war es wert den Film zu sehen.

 

Ich – Einfach unverbesserlich 3

Storyanriss:

Der einstmals finstere Gru (Stimme im Original Steve Carell / auf Deutsch: Oliver Rohrbeck) hat sich im zweiten Teil in Agentin Lucy Wilde (Kristen Wiig / Martina Hill) verguckt und aus Liebe zu ihr und seinen drei Adoptivtöchter Margo (Miranda Cosgrove), Edith (Dana Gaier) und Agnes (Nev Scharrel) die Seiten gewechselt: Gemeinsam mit seiner Angetrauten bekämpft er nun Bösewichte. Zu diesen gehört auch Balthazar Bratt (Trey Parker / Joko Winterscheidt), ein Super-Bösewicht und 80er-Jahre-Fan mit Schulterpolstern und Vokuhila, der hinter einem riesigen rosa Diamanten her ist. Während Gru mit der Jagd auf Bratt beschäftigt ist, bekommt er Besuch von seinem Zwillingsbruder Dru (ebenfalls Steve Carell / Oliver Rohrbeck). Dieser hat nicht nur volles Haar, sondern ist auch noch erfolgreicher und selbstbewusster als Gru, der nicht mal seine Minions unter Kontrolle hat – und das nervt diesen gewaltig! Doch dann holt Balthazar Bratt zu einem teuflischen Schlag aus und die ungleichen Brüder müssen sich zusammenraufen, um die Welt zu retten.

Fazit:

Solide Fortsetzung und besser als die letzten Illumination Filme Minions und Pets aber auch nicht der Höhepunkt der „Ich – Einfach unverbesserlich„-Reihe. Die Geschichte und Qualität des Humors waren gut, cool fand ich vor allem die Idee hinter dem Antagonisten: Ein 80er TV-Kinderstar, der – als er in die Pubertät kam – fallen gelassen wurde und jetzt mental in den 80ern hängengeblieben Rache schwört an Hollywood. Viele coole Referenzen und Ideen entstanden so die mir gut gefielen.

Getrübt wurde dieser Eindruck nur davon, dass man sich in Deutschland Mal wieder dazu entschloss mit Joko Winterscheidt einen wenig geeigneten Synchronsprecher zu wählen. Genauso fühlten sich die Parts der beliebten Minions ein wenig losgelöst von der Hauptstory an, ich finde man hätte diese Szenen besser in die Geschichte integrieren können, damit es sich weniger so anfühlt als ob man diese Momente willkürlich rein editierte. Doch alles in allem hat Ich – Einfach unverbesserlich 3 gut unterhalten und viel Spaß gemacht.