Dune | Kritik / Review (Oscars 2022)

Storyanriss:

Paul Atreides (Timothee Chalamet) siedelt gemeinsam mit seinem Vater Herzog Leto (Oscar Isaac), seiner Mutter Lady Jessica (Rebecca Ferguson) und dem gesamten Hauststand des Adelshauses Atreides auf den Planeten Arrakis um, der auch als Dune bekannt ist. Dort sollen die Atreides sicherstellen, dass das Spice, eine Droge, die intergalaktische Reisen erst möglich macht und nur auf Arrakis zu finden ist, weiter abgebaut wird. Doch die Reise nach Arrakis entpuppt sich als Falle, die Baron Vladimir Harkonnen (Stellan Skarsgård) den Atreides gemeinsam mit dem Herrscher des galaktischen Imperiums gestellt hat. Paul muss gemeinsam mit seiner Mutter in die endlosen Wüsten von Dune fliehen, wo er auf die geheimnisvollen Fremen um deren Anführer Stilgar (Javier Bardem) und die furchtlose Chani (Zendaya) trifft, ein nomadisches Wüstenvolk, das auf die Ankunft eines prophezeiten Erlösers wartet.

Fazit:

Frank Herberts Dune aus dem Jahre 1965 galt als einer dieser unverfilmbaren Kultromane. Auch wenn frühere Versuche wie David Lynchs Dune von 1984 durchaus ihre treue Fangemeinde haben, gab es ein weitaus größeres Lager, das sich eine moderne Verfilmung des Stoffes in seiner Komplexität und mit modernster Technik gewünscht hat.

Als dann bekannt wurde, das der vielleicht beste Regisseur der letzten Dekade, Denis Villeneuve, dem bereits mit Blade Runner 2049 entgegen aller Vorzeichen eine Fortsetzung zu einem Kultklassiker gelang, an einer neuen Dune-Verfilmung arbeitete, war es um mich und sämtlichen Fans weltweit geschehen.

Als dann auch noch gefühlt wöchentlich neue Verpflichtungen für die Besetzung bekannt gegeben wurden und sich ein Cast der Superlative formte, holte man auch weit über die Fanbubble ab und auch der Mainstream entwickelt ein immer größeres Interesse. Zugegeben war es auch genau das was der Film brauchte, denn solche epischen Schinken benötigen nun mal möglichst viele Zuschauer, um den Filmstudios zu signalisieren, dass es sich für sie lohnt auch die gesamte Geschichte zu verfilmen und nicht wieder ein Buchfranchise nach einem Eintrag einzustampfen wie beispielsweise Eragon, Mortal Engines, Die Insel der besonderen Kinder oder Der Goldene Kompass.

Glücklicherweise kann ich an diesem Punkt nun schon bestätigen, dass genug Leute den Film gesehen haben und Denis Villeneuve bereits an den Fortsetzungen arbeitet – God bless.

Natürlich leidet Dune – Part One wie der Titel es vermuten lässt daran, dass er natürlich nur Part One ist. Mich störte es zwar nicht super stark, aber die Kritik, dass es sich oft anfühlt als ob man eben nur Dinge die weit in der Zukunft stattfinden nur anteast und eine eher mittelmäßig abgeschlossene Geschichte bzw. eigenständigen Film bekommt, ist durchaus legitim. Wäre das Franchise nun nach nur diesem Film eingestampft worden, hätte man zwar höchste Qualität in allen Bereichen bekommen, aber keinen runden Film.

Denis Villeneuves Dune nimmt sich viel Zeit um erstmal, wie wir es auch von Game of Thrones kennen, Familienverhältnisse und die einzelnen Fraktionen zu etablieren, was ich als wichtig und richtig und keineswegs langweilig empfand und trotzdem kratzte man hier nur an der Oberfläche.

Der Score von Hans Zimmer und die Kameraarbeit von Greig Fraser sorgen dafür, dass man diesen Film im Optimalfall auf der größten und besten Leinwand mit dem stärksten Soundsystem schauen sollte. Die Bilder sind wunderschön und gewaltig, der Sound wummert durch den Körper. Generell sind die Ausstattung, das Kostümdesign, die visuellen Effekte und alles was man zu den technischen Kategorien zählen kann erstklassig. Die Konkurrenz ist stark, aber ich nehme an, dass Dune hier den ein oder anderen Oscar abräumen wird.

Was ich hingegen gar nicht verstehe, ist das Fehlen von Denis Villeneuve in der Kategorie Beste Regie. Ich mein, wenn es jemandem gelingt so einen Stoff in der Qualität SO umzusetzen, sollte er für mich hier auch geehrt werden. Eher als ein Spielberg für West Side Story zum Beispiel, der hier eins zu eins ein Remake inszenierte.

Spätestens in der zweiten Hälfte überschlagen sich stellenweise die Ereignisse und nicht jeder der Teil des gigantischen hochkarätigen Casts ist, bekommt viel Screentime oder eine volle Charakterentwicklung. Letztlich nehme ich auch einfach jede Szene, die ich mit Schauspieler:innen wie Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Zendaya, Oscar Isaac, Jason Momoa, Stellan Skarsgard, Josh Brolin oder Javier Bardem kriegen kann, gerne mit. Am Ende war für mich zu jeder Zeit genug da um investiert zu sein mehr über die Figuren, die Welt und die Lore erfahren zu wollen.

Der Film lässt so einige Fragen offen, aber war ein so grandioses Filmerlebnis, so dass ich es nicht erwarten kann die Fortsetzungen im Kino zu sehen.

Nightmare Alley | Kritik / Review (Oscars 2022)

Storyanriss:

Auf einem düsteren Jahrmarkt findet der vor seiner Vergangenheit fliehende Stanton ‚Stan‘ Carlisle (Bradley Cooper) Unterschlupf und lernt bald die Tricks der Schausteller*innen. Durch sein Talent, Menschen um die Finger zu wickeln, nimmt ihn das Mentalistenpaar Zeena & Pete (Toni Collette und David Strathairn) unter ihre Fittiche. Stan wird zum geschickten Schlitzohr, das andere bewusst manipulieren kann. Die kleine Welt des Jahrmarkts reicht ihm bald nicht mehr und er geht in die große Stadt, wo er seine Fähigkeiten bald nicht nur zu Unterhaltung, sondern zu seinem persönlichen Vorteil ausnutzt. Als er mit seiner Masche an die Psychiaterin Lilith Ritter (Cate Blanchett) gerät, lässt die ihn aber nicht auffliegen, sondern hilft ihm. Doch immer mehr zeigt sich, dass Lilith noch gefährlicher als Stan ist. Für den abgebrühten Trickser beginnt ein Spiel, in dem er schon bald die Kontrolle zu verlieren scheint.

Fazit:

Nach CODA, West Side Story und Dune ist Nightmare Alley dieses Jahr das vierte Remake in der Kategorie Bester Film. Guillermo del Toro, der definitiv zu meinen liebsten Regisseuren gehört, verfilmt knapp 74 Jahre später erneut den gleichnamigen Roman von Williams Lindsay Gresham.

Del Toro gehört zu den visuell stärksten Regisseuren Hollywoods, dessen Werke jedoch nicht immer bis zum Ende ausgereift sind. Pans Labyrinth und The Shape of Water gehören zu seinen rundesten Filmen – für letzteren gewann er 2018 sowohl den Oscar als Bester Regisseur, sondern auch für den Besten Film des Jahres. Auch ich habe dem Film seinerzeit die Höchstwertung von 5/5 gegeben.

Nightmare Alley erreicht für mich diese Klasse nur in wenigen Augenblicken, wenn dann vor allem im ersten Akt des Films, der für mich deutlich interessanter und stärker als die zweite Hälfte war. Insgesamt reiht sich der Film für mich in den soliden, visuell herausragenden aber nicht perfekt zu ende gebrachten Werken in del Toros Filmographie á la Crimson Peak ein.

Der Film ist wie man es gewohnt ist von del Toro grandios ausgestattet bis ins letzte Detail, gerade in der ersten Hälfte, wenn wir den Freakshow-Zirkus begleiten, kann sich der Meister des Grotesken austoben ohne Ende. Es wirkt so als ob er Kameramann Dan Laustsen, der schon Shape of Water filmte, kurz mal die Tür zu seinem privaten Kuriositätenkabinett, was er in seinem Haus führt, geöffnet hat.

Skurrile, nebulöse Figuren gespielt von Hollywoods Finest – passen einfach wie die Faust aufs Auge und machen viel Spaß, trotz der angespannten und mysteriösen Atmosphäre in der ersten Hälfte. Trotz dieser famos besetzten Schauspielriege – unter anderem Stammschauspieler Ron Perlman – sticht Hauptdarsteller Bradley Cooper raus. Cooper liefert hier wie gewohnt eine sehr starke Performance ab, die nicht nur durchaus hätte nominiert werden können, sondern auch erst in der zweiten Hälfte so richtig von der unnahbaren Femme Fatale Cate Blanchett herausgefordert wird.

Der Film ist trotz seiner 2,5h Laufzeit nie wirklich langweilig, kann aber die Spannung der ersten Hälfte in der zweiten selten für mich halten. Das Finale hingegen kommt dann gefühlt plötzlich viel zu schnell und überrumpelte mich beinahe, bis es dann in einem bittersweeten Ende mündet.

Den Preis für den Besten Film sehe ich Nightmare Alley nicht gewinnen, für das Bestes Kostümdesign, das Beste Szenenbild und die Beste Kamera kann man sich aber große Hoffnungen machen.

King Richard | Kritik / Review (Oscars 2022)

Storyanriss:

Richard Williams (Will Smith) zog zwei der außergewöhnlichsten und besten Tennisspielerinnen aller Zeiten groß. Dabei war der Erfolg von Venus und Serena Williams alles andere als ein Zufall: Schon vor deren Geburt schrieb Richard einen detaillierten 78 Seiten langen Plan, in dem er bereits die professionelle Laufbahn seiner Töchter vorzeichnete. Als Venus (Saniyya Sidney) und Serena (Demi Singleton) gerade einmal viereinhalb Jahre alt waren, gab ihr Vater ihnen schon regelmäßig Tennisunterricht. Doch auch wenn diese unkonventionelle Art der Erziehung auf den ersten Blick durchaus fragwürdig erscheint, so führte er sie zumindest zu enormem Erfolg. Serena gilt für einige Experten als beste Tennisspielerin aller Zeiten und auch Venus konnte große Erfolge feiern und war zumindest eine zeitlang auf Platz eins der Weltrangliste. Die Beziehung zu ihrem Vater aber war für die beiden Mädchen nie eine leichte.

Fazit:

Die meisten Sportdramen erzählen die Geschichte aus der Sicht des Sportstars, King Richard hingegen fokussiert sich, wie der Titel es vermuten lässt, auf den von Will Smith gespielten Vater der beiden Williams Schwestern. Das ist zwar nicht unbedingt meine bevorzugte Inszenierung, aber gelingt hier Regisseur Reinaldo Marcus Green sehr gut.

Solche Charaktere, diese Trainerfiguren, diese Macher und Schleifer wie Will Smith ihn hier spielt, haben eine gewisse Sogwirkung, der ich mich gerne im Kino hingebe.

Will Smith liefert hier nach Filmen wie Ali, Sieben Leben oder Das Streben nach Glück wieder einmal eine oscarworthy Performance. Neben Benedict Cumberbatch ist Will Smith denke ich der größte Favorit im Rennen um den Goldjungen. Seine Leistung überstrahlt zwar alles, jedoch muss sich auch der restliche Cast, vor allem die ebenfalls nominierte Aunjanue Ellis, nicht verstecken.

Gestört hat mich ehrlich gesagt nur bisschen die fehlende Härte. Was ich damit meine ist folgendes: Ob nun Michael Jackson, Beyonce oder sehr wahrscheinlich auch die Williams Schwestern, sie wurden allesamt von ihren Eltern gemanaged und zu Höchstleistungen getrietzt. Das ist wie bei diesen Müttern, die ihre Töchter zu jede Misswahl schleppen, was auf Dauer oft zu Erfolg führt, aber auch Kindheiten und Psychen zerstören kann.

Sicherlich wären Sie ohne diesen Einsatz nicht so durchgestartet, aber gleichzeitig weiß man auch, dass da längst nicht alles Friede Freude Eierkuchen war und der Zweck die Mittel heiligt.

King Richard wurde von den Williams Schwestern produziert und wirkt dann doch sehr versöhnlich. Ich würde einfach mal behaupten, dass Ihre Kindheit deutlich schwieriger war als dargestellt und es sicherlich auch nicht immer Spaß machte im Regen zu trainieren oder ähnliches.

Alles in allem ist King Richard aber ein solides Sportdrama ohne viele Ecken und Kanten, aber mit viel Gefühl und einem herausragenden Will Smith.

Drive my Car | Kritik / Review (Oscars 2022)

Storyanriss:

Der Schauspieler und Theaterregisseur Yusuke Kafuku (Hidetoshi Nishijima) hat vor zwei Jahren seine Ehefrau Oto (Reika Kirishima) verloren. Obwohl er diesen persönlichen Schicksalsschlag noch nicht gänzlich verarbeitet hat, erklärt er sich bereit, bei einem Festival in Hiroshima das Tschechow-Stück Onkel Wanja in Szene zu setzen. Dort trifft Kafuku auf Misaki (Toko Miura), die ihm als Fahrerin zugewiesen wird. Die zurückhaltende junge Frau chauffiert den Künstler fortan in seinem roten Saab 900 zur Arbeit und wieder zurück. Auf ihren gemeinsamen Fahrten beginnen die Beiden ganz zögerlich, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und öffnen sich einander, um von ihrer beider Leben zu berichten.

Fazit:

180 Minuten japanisches Drama. 3 Stunden Film in dem nicht sonderlich viel passiert und dennoch fällt es mir unglaublich schwer, dieses fantastische Werk des japanischen Regisseurs Ryusuke Hamaguchi, der erst vor wenigen Monaten für Wheel of Fortune and Fantasy den Jury-Preis der Berlinale bekommen hat, in Worte zu fassen.

Während ich mich bei The Power of the Dog gelangweilt habe, konnte sich Drive my Car sogar einen 40 Minuten Prolog vor der eigentlichen Geschichte leisten, ohne mich auch nur ansatzweise anzuöden.

Virtuos inszeniert und behutsam beobachtet, verwebt Ryusuke Themen wie Liebe, Tod, Trauer, Sex, Betrug, Ehrlichkeit, Oberflächlichkeiten, Innigkeit, Gewohnheit, Schicksalsschläge, Verlust geliebter Menschen, Vergebung für sich und andere, Loslassen, emotionale Last von der Seele reden, Zuhören, Schuldgefühle, Dankbarkeit, Schweigen und tiefste Verbundenheit miteinander.

Präzise, zurückhaltend und pointiert setzt Ryusuke hier die Kamera, seine starken Schauspieler und den Soundtrack ein, um den Zuschauer auf fast poetische Art emotional zu berühren.

Hierbei beantwortet er nicht zwangsläufig alle aufkommenden Fragen, lässt Vieles im Ungefähren – so wie es auch seine Hauptfiguren mussten, darf auch der Zuschauer damit umgehen lernen, nicht immer für alles eine Auflösung zu erhalten – ein Stück echtes Leben halt.

Drive my Car ist sicherlich kein Film, den man universell für jeden Filmabend vorschlagen kann, aber wer sich von den vermeintlichen 3 Stunden Road Trip im Saab 900 des Protagonisten nicht sofort abschrecken lässt, wird ihn eventuell als ähnlich fesselnd wie ich empfinden.

Da ich nicht davon ausgehe, dass der Großteil der Academy sich die Zeit für ein dreistündiges japanisches Drama genommen hat, wird Drive my Car als aussichtsreicher Außenseiter ins Rennen um die Oscars gehen.

Licorice Pizza | Kritik / Review (Oscars 2022)

Storyanriss:

Wir schreiben das Jahr 1973: Als der 15-jährige Gary Valentine (Cooper Hoffman) die Foto-Assistentin Alana Kane (Alana Haim) erblickt, ist es um ihn geschehen. Obwohl sie zehn Jahre älter ist, überredet der selbstbewusste Teenager sie zum Abendessen in seinem Stammrestaurant. Bezahlen ist für ihn kein Problem, denn Gary ist sowohl Kinderdarsteller als auch angehender Entrepreneur, der bereits seine eigene PR-Firma gegründet hat. Alana und Gary freunden sich daraufhin immer enger miteinander an, gründen ein gemeinsames Wasserbett-Geschäft und können fortan nicht mehr ohne einander.

Fazit:

Licorice Pizza ist vermutlich der leichteste Film von Paul Thomas Anderson in jüngster Vergangenheit, den wir sonst als Regisseur von Filmen wie There Will Be Blood, Magnolia oder auch The Master kennen. Licorice Pizza ist eine Liebeserklärung an eine Ära Los Angeles‘ wie es auch der vom Anderson so geschätzte Once upon a Time in Hollywood von Tarantino ist.

Nach Der seidene Faden kehrt Anderson zurück zu seinen Wurzeln ins San Fernando Valley, wo er bereits viele Szenen und Filme drehte und auch selbst aufwuchs. Mit Cooper Hoffman und Alana Haim hat Anderson einen echten Glücksgriff für seine Hauptrollen getätigt.

Wer aber glaubt, dass diese Verpflichtungen reiner Zufall waren, der hat sich geschnitten. Denn während Alana Haim Teil der Gruppe Haim ist und Anderson schon ein paar Dutzend Musikvideos für sie drehte, handelt es sich bei Cooper Hoffman um den Sohn der 2014 verstorbenen Schauspiellegende Philip Seymour Hoffman, der zu seinen Lebzeiten selbst ein Stammschauspieler für Anderson war. Wer weiß, vielleicht übernimmt sein Sohn nun dieses Zepter? Mit seiner Debütperformance hätte er sich das redlich verdient.

Neben diesen tollen schauspielerischen Leistungen, kann das liebevolle Coming-of-Age-Drama mit tollen Plansequenzen, eingefangen durch eine bockstarke Kameraarbeit, einem starken Soundtrack und diesem schön eingefangenen und vermittelten Gefühl vom Leichtigkeit bei mir punkten.

Die Geschichte als solches ist relativ losgelöst von einander. Es werden eher kleine Kapitel im Leben des selbstbewussten Kinderschauspielers und Entrepreneurs Gary erzählt und mit einem roten Faden namentlich Alana zusammengehalten, die letztlich immer wieder in das Leben von Gary stolpert, ihn begleitet und am Ende ihren Weg im Leben findet.

Als der Film beginnt steht nicht nur ein Altersunterschied von 10 Jahren zwischen den beiden: beide stehen trotz durchaus knisternder Chemie an unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben. Während er mit 15 trotz seiner Figur das Selbstbewusstsein eines Weltstars hat und mit eigener PR-Firma stetig an neuen Ideen tüftelt, steht die 25 jährige an einer Kreuzung in ihrem Leben, wo sie nicht weiß, wohin sie abbiegen soll. Mit ihren Zufallsbegegnungen über Jahre hinweg, ändert sich das und Alana und ihre Entwicklung werden zum Hauptcharakter von Licorice Pizza.

All das erzählt Anderson mit einer Leichtigkeit, skurrilen Figuren und Gastauftritten und viel Liebe. Die Geschichte ist gar nicht so leicht zusammen zu fassen und letztlich stand meiner Meinung nach der herzliche Vibe, das Lebensgefühl im Vordergrund, das denke ich auch bei den meisten Zuschauern so ankommen sollte.

Licorice Pizza ist im Rennen um den Besten Film, den Besten Regisseur und das Beste Originaldrehbuch. Auch wenn der Film in keiner dieser Kategorien als Favorit gilt, kann ich mir einen Upset bei der Verleihung durchaus vorstellen.

CODA | Kritik / Review (Oscars 2022)

Storyanriss:

Die siebzehnjährige Ruby (Emilia Jones) ist mit einer Stimme gesegnet, die ihre Eltern nicht hören können. Sie ist das einzige hörende Mitglied einer gehörlosen Familie – ein CODA, Child of Deaf Adults. Ihr Leben dreht sich darum, als
Dolmetscherin für ihre Eltern Jackie (Marlee Matlin) und Frank (Troy Kotsur) zu fungieren und jeden Tag vor der Schule mit ihrem Vater und ihrem älteren Bruder Leo (Daniel Durant) auf dem angeschlagenen Fischerboot der Familie zu arbeiten. Doch als Ruby dem Chorclub ihrer Highschool beitritt, entdeckt sie ihr Talent für den Gesang und fühlt sich zu ihrem Duettpartner Miles (Ferdia Walsh-Peelo) hingezogen. Von ihrem enthusiastischen Chorleiter Bernardo (Eugenio Derbez) ermutigt, sich an einer renommierten Musikschule zu bewerben, ist Ruby hin- und hergerissen zwischen den Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie und dem Verfolgen ihrer eigenen Träume.

Fazit:

Was für ein fantastischer Film. Unter den diesjährigen Nominierten für die Kategorie „Bester Film“ gehört CODA definitiv zu denjenigen die mich am meisten emotional berührt haben.

Ja, es handelt sich hierbei quasi um ein 1 zu 1 Remake des französischen Films Verstehen Sie die Béliers? aus dem Jahr 2014. Die Geschichte spielt nun in Gloucester statt Frankreich und die Familie verdient mit der Fischerei statt selbstgemachtem Käse ihr Geld, aber zu 90% bekommt man sehr ähnliche Storybeats vorgesetzt. Typisch Amerikaner: lieber ein US-Remake drehen, statt einen internationalen Film zu synchronisieren.

Doch obwohl ich das natürlich ein wenig schade für das französische Original empfinde, mache ich das CODA nicht zum Vorwurf. Gut kopiert allein reicht nicht aus, ich erwarte auch immer ein Stückweit dass die Geschichte um etwas Eigenes, Besonderes erweitert wird. Ich finde CODA gelingt das vor allem durch eine sehr starke Ensemble-Performance. Vor allem Emilia Jones als Ruby und ihr Filmvater Frank, verkörpert vom Oscar-Nominierten Troy Kotsur, fand ich phänomenal gut. Beide hätten eine Nominierung für Ihre darstellerische Leistung verdient gehabt.

Der tolle Soundtrack und die guten Dialoge tun ihr übriges um den Zuschauer abzuholen. Regisseurin und Drehbuchschreiberin Sian Heder beweist auch immer wieder ein gutes Gespür für interessante Momente um die Welt der Gehörlosen als auch CODA zu beschreiben. Momente bei denen ich mich immer wieder erwischte und beispielsweise dachte: „Ach Gott, ja…, stimmt, DAS würde ein Problem für ein hörendes Kind in einer gehörlosen Familie sein“.

So zum Beispiel als Ruby in einer Szene ganz banal ihre Hausaufgaben erledigt und sich Ihre Familie im gleichen Zimmer befindet und jeder auf seine Art Lärm macht, aber natürlich die Einzige die es hört und in dem Moment darunter leidet eben Ruby ist. Auf der anderen Seite genießt Ruby als CODA aber auch den unerwarteten Vorteil, früh um 3 Uhr, wenn der Wecker klingelt, laut Musik anzumachen, da es niemand außer ihr hört oder gar stört.

Auch den Konflikt zwischen Rubys Flügge werden und Verwirklichen Ihrer eigenen Träume und gleichzeitig das Gefühl die Familie in Stich zu lassen, die abhängig von ihr ist, war gut ausgearbeitet. Mit zunehmender Spieldauer werden die Szenen auch emotionaler. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass ich zum Ende hin nicht Zwiebeln in meinem Zimmer geschnitten hätte. Also die Szene mit dem Pick-up am Ende – uff.., schluck.

Zwischen all diesen dramatischen Ereignissen weiß der Film eine süße coming-of-age Geschichte zu erzählen, die vor allem auch mit sehr viel Humor punkten kann. Ob nun Arztbesuch oder Duett-Proben zu Hause – um nur einige Stichworte zu geben – waren herausragend. CODA hat mich berührt und sehr gut unterhalten – mehr kann man sich von einem Remake, das auch noch das Original überflügelt, nicht wünschen.

The Power of the Dog | Kritik / Review (Oscars 2022)

Storyanriss:

Zwei Brüder, die gemeinsam eine große Ranch in Montana besitzen, versuchen auf ihre Weise das gemeinsame Land zu führen. Allerdings könnten Phil (Benedict Cumberbatch) und George (Jesse Plemons) unterschiedlicher nicht sein: Während Phil mit Strenge und Härte auf der Farm anpackt, will sich George der Kontrolle seines Bruders entziehen. Er legt mehr Wert auf teure Autos, gute Kleidung und ein Leben fernab von Rindern und Feldarbeit. Die Heirat mit der Witwe Rose (Kirsten Dunst) könnte sein Ausweg aus seinem bisherigen Leben sein. Zusammen mit ihr und ihrem Sohn Peter (Kodi Smit-McPhee) will er auf der Ranch einen neuen Lebensabschnitt markieren. Die Fronten zu seinem Bruder Phil scheinen sich durch die Anwesenheit von Rose jedoch nur zu verstärken.

Fazit:

Netflix zweiter Oscaranwärter in der Kategorie „Bester Film“ ist wohl der große Favorit dieses Jahr – und das kann ich bei bestem Willen nicht nachvollziehen.

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass das etwas kontroverse Ende hier die Wahrnehmung über den gesamten Film überschattet. Denn zugegeben: das Ende macht den Film aus und bringt die Kontroverse. Jedoch kam es nicht nur so abrupt, dass ich es beim ersten Mal gar nicht direkt mitbekommen und verstanden hab und ich nochmal zurückspringen musste, um es ein weiteres Mal zu sehen, es setzt letztlich auch das Highlight in einem bis dahin einfach nur öden Film.

Jane Campion gelingt es zwar wunderbar die Ambivalenz der beiden Brüder einzufangen und deutlich zu machen, dass während der eine bereits Richtung Zukunft schaut, den technischen Fortschritt annimmt und sich von seinem Bruder loslöst, der andere noch den stereotypischen Cowboy verkörpert, der noch immer im klassischen „Western“ hängt und alles, wie beispielsweise die neue Ehefrau seines Bruders, verteufelt, das ihm dieses Cowboytum und seinen Bruder streitig macht.

Leider war The Power of the Dog eine Schlaftablette von Film, den ich niemals ehrlich Freunden empfehlen könnte. Das Pacing ist echt langsam für das was erzählt wird. Ich versteh auch nicht wie man auf die Idee kam, jede/n Schauspieler:in direkt für den Oscar zu nominieren.

Bis auf Benedict Cumberbatch, hätte es maximal noch Kodi Smit-McPhee verdient, aber warum Jesse Plemons und seine Ehefrau Kirsten Dunst ebenfalls nominiert wurden, ist mir ein Rätsel. Zudem es einfach auch sicherlich eine handvoll bessere Anwärter gab.

In den letzten Wochen war der Film vor allem Gesprächsthema, weil der schönste Schnurri Hollywoods, Sam Elliott, im Marc Maron Podcast nichts als Verachtung für den Film über hatte, da er Regisseurin & Drehbuchautorin Jane Campion keine Kompetenzen im Bereich Westen zusprach und zudem die homosexuellen Untertöne der Cowboys hasste. Daraufhin bezeichnete Campion das Verhalten Elliotts zu recht als bitchig. Diesen Streit hätte ich lieber verfilmt gesehen, bin ich ganz ehrlich.

Dennoch wird der Western The Power of the Dog auch ohne meine Zustimmung in vielen Kategorien als Favorit ins Rennen gehen. Dazu gehören unter anderem Bester Film, Bester Hauptdarsteller und Beste Regie. Bei 12 Nominierung wird The Power of the Dog sicherlich nicht leer ausgehen, einen Durchmarsch erwarte ich aber nicht.

Belfast | Kritik / Review (Oscars 2022)

Storyanriss:

Sommer, 1969 in Belfast: Der neunjährige Buddy (Jude Hill) ist Sohn einer typischen Arbeiterfamilie in der nordirischen Hauptstadt. Er liebt Kinobesuche, Matchbox-Autos und seine Großeltern Granny (Judi Dench) und Pop (Ciarán Hinds) – außerdem schwärmt er für eine seiner Mitschülerinnen. Als jedoch die gesellschaftspolitischen Spannungen in Belfast eskalieren und es daraufhin sogar in der friedlichen Nachbarschaft zu grausamen Gewalteruptionen kommt, endet die idyllische Kindheit von Buddy mit einem Schlag. Während seine Eltern Ma (Caitriona Balfe) und Pa (Jamie Dornan) versuchen, die Zukunft der Familie zu sichern, ist Buddy gezwungen, viel zu schnell erwachsen zu werden. Trotz allem versucht er, seine Lebensfreude und seine Begeisterung für Film und Fernsehen nicht zu verlieren

Fazit:

Kenneth Branagh ist eine interessante Person. Von Theater, über Schauspiel bis hin zur Regiearbeit scheint er alles zu beherrschen und mühelos zwischen den Rollen zu wechseln. Zugegeben mit schwankender Qualität. Thor, einer der ersten Marvel Superheldenfilme war solide, die beiden whodunnit Krimis Mord im Orientexpress und sein Nachfolger Tod auf dem Nil, wo sich Branagh auch direkt selbst in der Hauptrolle inszenierte, waren nur mittelmäßig und ein Artemis Fowl gilt als einer der größten Flops der jüngeren Filmgeschichte. Und nun scheint es Branagh mit dem kleinen, schwarzweiß gehaltenen Indi-Drama Belfast gelungen zu sein, sein vielleicht bestes Werk bisher zu inszenieren.

Mit Belfast verarbeitet er seine eigene Kindheit. Der Film ist eine Liebeserklärung an eine Stadt die in den 1960ern zum Mittelpunkt des Nordirlandkonfliktes zwischen Protestanten und Katholiken wurde. Und obwohl dieser bürgerkriegsartige Konflikt die Geschichte immer wieder als Rahmen zusammenhält, empfand ich Belfast trotz allem als vergleichsweise leichten Film.

Er spiegelt eben auch die Erinnerung eines jungen Kindes, Branagh selbst, wider, das trotz der Probleme eine gute Kindheit hatte und für den zu dieser Zeit mindestens genauso wichtig war ein erstes Mal verliebt zu sein oder seine Leidenschaft für Film und Fernsehen auszuleben.

Positiv in Erinnerung ist mir hier auch die musikalische Untermalung geblieben, die auch deutlich leichter und fröhlicher ist als es vielleicht üblich wäre für einen Film mit dieser Thematik. Auch der Cast rund um den jungen Darsteller Jude Hill hat mir gut gefallen, nur die Oscar-Nominierung für Judi Dench kann ich hier null nachvollziehen. Jude Hill hingehen war großartig.

Alles in allem war Belfast für mich deutlich unterhaltsamer als erwartet. Dennoch ist es für mich nicht der beste Film in der Königskategorie auch wenn die Gewinnchancen auf dem Papier durchaus groß sind.

West Side Story | Kritik / Review (Oscars 2022)

Storyanriss:

New York in den 1950er-Jahren. In den Straßen der erwachenden Metropole herrschen raue Sitten und Gangs bestimmen das Stadtbild in den jeweiligen Vierteln. Besonders die Rivalitäten zwischen Einheimischen und Puerto-Ricanern sorgen immer wieder für Streit und Kämpfe. Die Jets, die von Tony (Ansel Elgort) angeführt werden sowie die Sharks mit ihrem Anführer Bernardo (David Alvarez) geraten stets aneinander, um ihre Vorherrsschaft zu markieren. Als sich Tony jedoch in Maria (Rachel Zegler) verliebt, scheint der Kampf in eine neue Phase zu gehen: Maria ist Bernardos Schwester, der von der heimlichen Liason der beiden Liebenden alles andere als begeistert ist. Die Situation eskaliert und schon bald sind die ersten Opfer auf beiden Seiten zu beklagen. Ist die Liebe zweier Personen es wert, das Leben anderer aufs Spiel zu setzen?

Fazit:

Steven Spielberg, der Altmeister himself, erfüllt sich mit seinem Remake vom 1961er West Side Story einen großen Traum. Denn West Side Story gehört zu den Werken, die Spielberg am meisten in seinem Leben inspirierten.

Ich habe mich durchaus auf diesen Film gefreut, denn nicht nur kann ich Musicals was abgewinnen, sondern natürlich auch Spielbergs Schaffen. Mit 7 Nominierungen punktete West Side Story auch bei der Academy. Doch ich muss gestehen, dass mich der Film zu keinem Zeitpunkt richtig abholen konnte.

Dass liegt unter anderem daran, dass die Geschichte dann doch sehr simpel und dünn ist. Die Figuren bleiben oft eindimensional, haben quasi kaum Profil und dann gibt es da noch diese eine Szene im letzten Akt, die mich völlig kopfschüttelnd zurückließ.

Eine Szene, wo eine ganz Gang kurz davor ist eine trauernde Frau im Gruppengangbang zu vergewaltigen vor den Augen Ihrer Freundinnen, schien mir 5 Stufen zu überzogen, völlig unglaubwürdig und Quatsch. Merkwürdig, einfach drüber.

Abseits davon wirkte zum einen die Welt trotz guter Ausstattung etc., stilistisch schon sehr künstlich und zum anderen hat mich auch der musikalische Teil enttäuscht. Ich hatte das Gefühl eigentlich nur Geschreie zu hören, so dass ich weit mehr angenervt als unterhalten war von den Songs. Wenn man in einem Musical hofft, die Songs gingen schneller vorbei, dann ist das selten ein gutes Zeichen.

Inszenatorisch und technisch gab es wie zu erwarten wenig zu beanstanden. In diesen Kategorien sehe ich auch die größten Chancen für West Side Story.

Auch Ariana DeBose, die nicht nur einen gut gewählten Cast anführte, sondern auch bereits Bafta und Screen Actors Guild Preise abräumte, könnte durchaus den Oscar gewinnen in einer meiner Meinung nach recht schwach besetzten Kategorie.

Das Remake von West Side Story wird mit Sicherheit den ein oder anderen Preis mitnehmen bei den Oscars – aber der beste Film ist es für mich ganz klar nicht.

Don’t Look Up | Kritik / Review (Oscars 2022)

Storyanriss:

Die Menschheit ist in großer Gefahr! Ein riesiger Asteroid rast auf die Erde zu und wird die Bevölkerung restlos auslöschen. So lauten zumindest die Warnungen der beiden Astronomen Kate (Jennifer Lawrence) und Randall (Leonardo DiCaprio), die sich mit ihren bahnbrechenden Erkenntnissen an die Öffentlichkeit wagen und eine Katastrophe vermeiden wollen. Doch niemand interessiert sich für die Behauptungen der beiden Wissenschaftler, deren Belege und Thesen als unbestätigte Randnotiz verhallen. Um sich dennoch Gehör zu verschaffen, begeben sich Randall und Kate auf große Medientour. Selbst Präsidentin Orlean (Meryl Streep) steht auf der Liste der Wissenschaftler. Das ungewöhnliche Duo gibt sich redlich Mühe, die Erdbevölkerung auf das drohende Unheil aufmerksam zu machen. Aber sind ihre zahlreichen Berechnungen und Prognosen wirklich korrekt oder jagen sie einer Katastrophe hinterher, die sie selbst kreieren wollen?

Fazit:

Don’t Look up spaltet ebenso wie die Handlung im Film das Publikum vor dem Screen. Die mit Oscarpreisträgern gespickte Netflix-Produktion ist trotz ihrem fiktiven Weltuntergangs-Setup à la Armageddon, der gleichwohl aktuellste Film unter den Nominierten. Hätte man den Film vor 5 Jahren veröffentlicht, wäre er nicht nur weit weniger viel besprochen worden, sondern wäre dank fehlender Relevanz auch einfach nur belächelt worden.

Dass einem der Film trotz seiner Komik so im Halse stecken bleibt, liegt an dieser Dünnhäutigkeit, die ein jeder von uns mittlerweile nach einer unfassbar auslaugenden Trump-Regierung und weltweiten Pandemie, entwickelt hat. Wir mussten in den letzten Jahren zusehen, wie große Teile der Gesellschaft, teils auch im eigenen Freundeskreis oder der Familie, Wissenschaft und Fakten abschworen und lieber unsolidarisch ins offene Messer rannten, statt die Wahrheit zu akzeptieren und sich einzuschränken.

Adam McKays Don’t Look up spielt natürlich wenig subtil auf die Leugner und Trump-Regierung an. Es ist auch witzig mit anzusehen, wie die Charaktere vom Jennifer Lawrence und Leonardo Di Caprio im Staatsfernsehen davon erzählen, dass mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit die gesamte Menschheit ausgelöscht wird und sich die Bevölkerung stattdessen eher für das Aussehen der beiden Wissenschaftler interessiert.

Eine zentrale Rolle spielen auch die fantastischen Meryl Streep als weiblicher Trumpverschnitt und Präsidentin sowie ihren Sohn, gespielt von Jonah Hill. Als regelmäßige Sceenstealer führen die beiden Figuren mit Falschinformationen ihren Wahlkampf und prägen das titelgebende „Don’t Look up“ als Slogan ihrer Kampagne.  Klar, denn wir wissen alle seit dem Kindesalter: wenn man sich mit den Händen die Augen zuhält, ist man für seine Mitmenschen unsichtbar.  Eine Szene der beiden ist mir besonders in Erinnerung geblieben und zwar als sie tatsächlich Leo und Jennifer empfangen und ihre Ende-der-Welt-Szenario damit relativieren, dass dieses weltenzerstörende Ereignis ja nur zu mehr als 99% eintritt und damit ja längst nicht zu 100% wahrscheinlich wäre.

Die Inszenierung, die Dialoge und natürlich der Cast konnten definitiv überzeugen auch wenn der Film für viele letztlich nicht ganz das war was sie sich vorher erhofften.

Es ist für mich auch nicht der beste McKay Film geworden, aber alles im allem ein guter Einstieg in die Oscar-Saison, wo ich Don’t Look up nur wenig Chancen in den 4 Kategorien einräume.