And the Oscar 2018 goes to..

Es ist endlich wieder soweit: in wenigen Stunden werden die Oscars in Los Angeles verliehen. Es ist mittlerweile die 90. Verleihung des prestigeträchtigsten Filmspreises der Welt, den Academy Awards. Der hauseigene Latenight-Host Jimmy Kimmel wird erneut durch die Gala führen, die wie gewohnt auf ABC in den USA oder ProSieben in Deutschland zu sehen sein wird. Kimmel ist ein kompetenter Host, der auch das Umschlag-Desaster im letzten Jahr souverän gemeister hatte. Man wird eher weniger Showeinlagen von ihm erwarten können, dafür bissige Seitenhiebe gegenüber Trump, Weinstein und besagter Katastrophe des letzten Jahres.

Ein weiteres Highlight dürften in diesem Jahr die musikalischen Performances für die Kategorie Bester Filmsong sein. Mit der Power-Hymne This is me ist der große Favorit von Benj Pasek und Justin Paul, die bereits im letzten Jahr gleich zwei Songs in dieser Kategorie hatten für La La Land. Mit City of Stars konnten sie den Oscar sogar gewinnen. Zwei Jahre in Folge zu gewinnen wäre schon ein Statement. Zusätzlich darf man sich auf Performances von Mighty River aus dem Film Mudbound, Mystery of Love aus dem gefühlvollen Drama Call Me by Your Name, Stand up for something aus Marshall und Remember Me aus dem Pixar Animationshit Coco freuen.

Kontroverse:

Wie jedes Jahr gibt es das ein oder andere Thema rund um die Oscars, dass für ordentlich explosiven Gesprächsstoff führt, ja und wo soll ich da dieses Jahr anfangen?

Zum einen wird zur großer Sicherheit die gigantische Katastrophe der letzten Verleihung aufgegriffen werden, als der Mitarbeiter, dessen Job es war die Umschläge an die Laudatoren zu übergeben, versehentlich den Umschlag der Besten Hauptdarstellerin, Emma Stone für La La Land, an Warren Beatty gab, der den Besten Film kühren sollte. Grund dafür waren Ablenkungen durch Selfies im Backstagebereich von denen man ihm abriet.

Des Weiteren wird man sich sicherlich nicht den ein oder anderen Seitenhieb auf Trumps Regierung verkneifen können, gerade jetzt in dieser angespannten Situation und Kimmels Engagement nach den letzten Amokläufen.

Ja und natürlich wird auch der große Elefant im Raum die größte Bedeutung und Erwähnung finden – auch wenn der allergrößte Elefant von ihnen, Harvey Weinstein, nicht dabei sein wird.

Kein Thema hat die Medien und vor allem Hollywood so bestimmt im Jahr 2017 wie die #MeToo & #TimeIsUp Bewegung. Angefangen hat alles mit einem investigativen Artikel der New York Times Anfang Oktober, der systematisch die sexuellen Belästigungen Harvey Weinsteins über die letzten Jahrzehnte  offenlegte. Weinstein galt bis dato als mächtigster und einflussreichster Mann in Hollywood, der als Producer quasi mit nahezu jedem in Hollywood arbeitete und an über 80 Oscar-Gewinnern beteiligt war. Unter anderem war auch Quentin Tarantinos Geldquelle.

Dass Harvey Weinstein kein guter und angenehmer Typ war, galt schon jeher als offenes Geheimnis in der Branche, doch das Machtgefüge und die Abhängigkeit von seinem guten Willen haben es ihm ermöglicht ein System der Unterdrückung, sexuellen Belästigung und Abhängigkeit zu schaffen. Zu den ersten Prominenten die über ihre Erlebnisse mit Weinstein offen sprachen gehörten Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow, Alyssa Milano und Rose McGowan.

Ihre Offenheit löste ein gigantisches Erdbeben aus, das täglich mehr und mehr sexuelle Übergriffe von Weinstein und anderen Männern in Hollywood offenlegte. Gefühlt hatte jede Frau bereits Erfahrungen damit gemacht und infolgedessen kam es zu einer Welle der Solidarität. Die #MeToo und #TimeIsUp Bewegung bestimmten die Medienlandschaft. Die Karrieren von Weinstein und Kevin Spacey beispielsweise waren innerhalb von 3 Tagen Geschichte. Die Branche reinigt sich gerade von Innen und bricht mit immer mehr alten Strukturen, die über Jahrzehnte ein solch widerliches Verhalten förderten.

Vorsicht ist trotzdem auch hierbei geboten, denn die Stimmung ist aktuell hochexplosiv, jeder ist sensibilisiert und man muss trotz der richtigen Intension Hollywood & Co. vor Peinigern und Unterdrückern zu befreien, darauf achten jetzt nicht jeden Kommentar und Blick eines Mannes aus den letzten 30 Jahren zu überdramatisieren und somit eine Hetzkampagne zu starten die schnell Karrieren und Leben beendet.

Dieser Skandal ist natürlich nicht nur auf Hollywood anzuwenden und gibt es wohl in fast jedem Job. Zum Glück hat es auch hier die ein oder andere Veränderung gegeben, die hoffentlich in Zukunft dazu führt, dass Frauen sich sicher fühlen und Karriere machen können ohne dafür mit Körper und Seele zu zahlen.

 

 

Oscar Snubs und Surprises:

Wie jedes Jahr gibt es auch bei dieser Oscar-Verleihung Nominierungen die absolut überraschend waren und keiner so auf dem Schirm hatte und auch paar Personen oder Filme, deren Berücksichtung und Anerkennung total fehlt und die man schmerzlich vermisst.

Surprises:

#1 Christopher Plummer, ich glaue nie zuvor hat es sowas gegeben: als im Zuge der #meToo Kampagne Schauspiellegende Kevin Spacey unter die Räder geriet, hat sich Regisseur Ridley Scott dazu entschieden einen Monat vor Release des Films „All the Money in the WorldKevin Spacey aus den Film zu schneiden und mit Christopher Plummer neu zu besetzen. Dieser drehte in Windeseile innerhalb von zwei Wochen alle Szenen – das auch sehr gut – und stieg trotzdem völlig unerwartet in die Awardseason ein.

#2 Logan wurde zwar nicht als Bester Film nominiert, obwohl es viele Fans zu so empfanden und auch die Darsteller gingen leer aus, aber immerhin konnte man eine überraschene Nominierung für’s adaptierte Drehbuch abgreifen.

#3 Aus dem Nichts, unser deutscher Oscar-Beitrag wurde trotz Erfolgen in der Awardseason und eigentlicher Favoritenrolle überraschen nicht unter die letzten fünf Kandidaten gewählt worden.

#4 Denzel Washingtons Nominierung kann ich neben vielen anderen nicht so recht nachvollziehen. Der junge hat genug abgeräumt und wird dennoch wie Meryl Streep jedes Jahr aufs Neue nominiert für Filme die fast Niemand gesehen hat, kaum jemand richtig gut fand und finanziell floppten. Es gab genug bessere Alternativen – siehe Snubs.

 

Snubs:

#1 Blade Runner 2049 & Denis Villeneuve. Villeneuves phänomenales Sequel zum Klassiker Blade Runner war objektiv einer der besten Filme 2017 und vermutlich auch der letzten Jahre. Für mich absolut unverständlich, dass man hier nur Nominierungen für technische Kategorien bekommen hat und stattdessen Der seidene Faden, Die Verlegerin und Die dunkelste Stunde bevorzugte.

#2 Holly Hunter für The Big Sick, Tiffany Haddish für Girls Trip und Sir Patrick Stewart für Logan hätten eine Nominierung in den Nebendarsteller-Kategorien verdient gehabt. Octavia Spencer, Lesley Manville, Woody Harrelson und Christopher Plummer hätte ich dafür rausgenommen.

#3 James Franco für The Disaster Artist, Andy Serkis für Planet der Affen 3, Aubrey Plaza für Ingrid Goes West und Robert Pattinson für Good Times hätten in den Hauptdarsteller-Kategorien Meryl Streep, Denzel Washington, Daniel Day-Lewis oder Daniel Kaluuya ersetzen können.

#4 The Lego Batman Movie: Pixars Coco ist der große Favorit in der Animationskategorie, was vor allem daran liegt, dass man The Boss Baby The Lego Batman Movie vorzog – unverständlich.

Beste Nebendarstellerin / Actress in A Supporting Role:

Mary J. Blige (Mudbound) | Allison Janney (I, Tonya) | Lesley Manville (Phantom Thread) | Laurie Metcalf (Lady Bird) | Octavia Spencer (The Shape of Water)

 

Wunsch: #1 Allison Janney #2 Laurie Metcalf

Meine Nummer 1 ist Allison Janney, sie hat die spannendste und erinnerungswürdigste Rolle unter den Nominierten – mit so einer Mutter braucht man keine Feinde mehr.

Ich kannte die Filmographie von Janney nicht sonderlich gut, fand ihre Transformation aber beeindruckend.

 

 

 

 

Wahrscheinlich: #1 Allison Janney #2 Laurie Metcalf

 

 

 

Wie bei viele Kategorien in diesem Jahr scheint der Sieger schon fast festzustehen Allison Janney ist klar der größte Favorit, schätzungsweise 80%.

Doch wenn eine Darstellerin noch realistische Chancen auf den Upset hätte, dann in erster Linie Laurie Metcalf die ähnlich wie Allison Janney eine starke Mutterrolle spielt, auch wenn diese unterschiedlicher nicht sein könnten.

 

Bester Nebendarsteller / Actor in A Supporting Role:

Willem Dafoe (The Florida Project) | Woody Harrelson (3 Billboards) | Richard Jenkins (The Shape of Water) | Christopher Plummer (All the Money in the World) | Sam Rockwell (3 Billboards)

 

Wunsch: #1 Sam Rockwell #2 Richard Jenkins

 

Sam Rockwell wurde 2009 für Moon frevelhaft übergangen und ist völlig zurecht nun der große Favorit in dieser Kategorie. Seine Rolle war nicht einfach und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri musste dafür viel Kritik einstecken, doch an Sam Rockwells authentischer und grandioser Performance lässt sich nicht rütteln.

Seine Konkurrenz braucht sich aber nicht zu verstecken und ist dieses Jahr vielleicht nicht so viel besprochen worden, aber unfassbar stark. Gerade Richard Jenkins aus The Shape of Water hat mich persönlich sehr berührt und landet auf meiner Wunschliste hinter Sam Rockwell.

 

Wahrscheinlich: #1 Sam Rockwell #2 Willem Dafoe

 

 

Sam Rockwell ist auch für die Experten und Buchmacher die Nummer Eins in der „Bester Nebendarsteller„-Kategorie, doch wenn einer überraschend an ihm vorbeizieht, dann Willem Dafoe für seine sympathische und feinfühlige Performance als „Mädchen für Alles“ im außergewöhnlichen Film  The Florida Project, der darüber hinaus für viele zu unrecht in allen anderen Kategorien zu wenig Beachtung fand.

 

Beste Hauptdarstellerin / Actress in A Leading Role:

Sally Hawkins (The Shape of Water) | Frances McDormand (3 Billboards) | Margot Robbie (I, Tonya) | Saoirse Ronan (Lady Bird) | Meryl Streep (Die Verlegerin)

 

Wunsch: #1 Frances McDormand #2 Sally Hawkins

Sally Hawkins

Neue Kategorie, alte Leier: Auch hier deckt sich mein Empfinden mit der Meinung der Presse. Wunschkandidatin #1 ist Frances McDormand, die bereits für Fargo einen Oscar erhielt aber in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri unglaublich mitreißend und sowohl in den dramatischen als auch zynischen Momenten grandios war.

Sie gilt seit Ewigkeiten als der Frontrunner für die Beste Hauptrolle und dennoch bietet das Teilnehmerfeld viel Spielraum für einen Upset. Sally Hawkins würde ich es noch am ehesten wünschen, weil mich ihre Leistung als liebevolle und stumme Reinigungskraft, die sich in ein Fischwesen verliebt einfach abgeholt und berührt hat.

Wahrscheinlich: #1 Frances McDormand #2 Margot Robbie #3 Saoirse Ronan

 

Auch wenn der Name Francis McDormand am häufigsten fällt im Zusammenhang mit dieser Kategorie, sind die Performances von Margot Robbie und der Saoirse Ronan nicht zu vernachlässigen. Saoirse Ronan ist mit erst 23 Jahren schon Stammgast bei den Academy Awards und bereits zum dritten Mal nominiert ohne zu gewinnen. Der Druck auf die Mitglieder steigt so langsam, vielleicht soll es dieses Jahr soweit sein auch wenn ich es ihr für Brooklyn mehr gegönnt hätte.

Auch Margot Robbie hat man bereits im Trailer zu I, Tonya angesehen, dass das Oscar-Material werden wird. Sie hat zwar noch Zeit für einen Oscar-Gewinn aber die Aktualität durch Olympia und die wahre Geschichte dahinter, könnten neben dieser tollen Leistung das Zünglein an der Waage sein. P.S.: Nur bitte nicht Meryl Streep.

Bester Hauptdarsteller / Actor in A Leading Role:

Timothee Chalamet (Call Me by Your Name) | Gary Oldman (Darkest Hour) | Daniel Kaluuya (Get Out) | Daniel Day-Lewis (Phantom Thread) | Denzel Washington (Roman J. Israel, Esq.)

 

Wunsch: #1 Gary Oldman #2 Daniel Day-Lewis

Gary Oldman - großer Favorit auf den Oscar

Gary Oldman muss und wird es machen. Nicht nur hat er sich mit Die dunkelste Stunde verdient sondern wird hier für sein Lebenswerk geehrt werden. Der Oscar ist längst überfällig nach seinen ikonischen Performances über die letzten Jahrzehnte. Ihm spielt zusätzlich in die Karten, dass die ein oder andere sehr starke Konkurrenz wie James Franco, Andy Serkis und Robert Pattinson nicht nominiert wurde.

Dafür aber zwei talentierte Jungschauspieler hat, die bislang zu wenig erreicht haben und sowas wird nur selten mit einem Oscar belohnt. Ergänzend hat man mit Daniel Day-Lewis und Denzel Washington zwei Urgesteine und Legenden dabei, die weder eine weitere Auszeichnung brauchen noch hier die beste Leistung ihrer Karriere erbracht haben.

Wahrscheinlich: #1 Gary Oldman #2 Timothee Chalamet

 

Wie oben bereits angeführt ist Gary Oldman fast gesetzt als Sieger der Kategorie Bester Hauptdarsteller bei den 90. Academy Awards. Dennoch rechnet man gerade Timothee Chalamet, der gleich in zwei Oscar-Filmen dieses Jahr mitspielt, die größten Chancen auf einen Außenseitersieg ein.

Seine nuancierte und verletztliche Performance im Schwulendrama Call Me by Your Name war fantastisch. Er könnte heute Abend als jüngster Oscar-Gewinner dieser Kategorie in die Geschichte eingehen.

Bester Film / Best Picture:

Die dunkelste Stunde | Get Out | Call Me by Your Name | Lady Bird | The Shape of Water | Phantom Thread | The Post | Three Billboards Outside Ebbing, Missouri | Dunkirk

 

Wunsch: #1 The Shape of Water #2 3 Billboards #3 Get Out

Wer wird der Nachfolger zum Vorjahressieger La La Land ..äh Moonlight? Vermutlich The Shape of Water und das würde ich mir auch wünschen, weil es für mich einer dieser Filme ist, die bei mir total den Nerv treffen und einer Offenbarung gleichen.

Ich liebe Guillermo del Toros Vision, seine Designs, seine Fantasie. Ich stehe auf diese märchenhaften und phantastischen Elemente, die mit der Geschichte verknüpfen. Tolle Darsteller, super Geschichte und grandios inszeniert.

 

Wahrscheinlich: #1 The Shape of Water #2 3 Billboards #3 Dunkirk

 

Ja, The Shape of Water ist dank 13 Nominierungen auch der große Favorit für den Besten Film, aber letztlich spielen soviele Faktoren rein und Auswertungen von Zweit- und Drittstimmen, so dass am Ende Filme wie Dunkirk, Lady Bird oder Get Out auf der Zielgerade vorbeiziehen könnten, weil sich Fans und Hater von The Shape of Water und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri gegenseitig die Stimmen nehmen.

Konkret bedeutet das: Jemand der will, dass Three Billboards gewinnt, wird vielleicht bewusst keine weitere Stimme für The Shape of Water abgeben, aber sich ohne Probleme auf die drei genannten „Außenseiter“ einigen können. Wenn sich zwei streiten freut sich der Dritte wie man so schön sagt. Mein Herz schlägt für The Shape of Water aber auch 3 Billboards, Get Out, Dunkirk, Call Me by Your Name und Lady Bird wären nachvollziehbare Sieger.

 

Zusätzlich schau ich vor allem auf folgende Kategorien:

Bester Regisseur:
Wunsch: #1 Guillermo del Toro #2 Jordan Peele / Wahrscheinlich: #1 Guillermo del Toro #2 Christopher Nolan
Guillermo del Toro, mach es! Für mich führt wohl kaum ein Weg an ihm vorbei, nach ihm würde ich es vor allem Jordan Peele für Get Out wünschen. Christopher Nolan könnt hier am Ende aber auch noch vorbeiziehen. Seine Fanbase ist gigantisch und Dunkirk brachte ihm die erste Regie-Oscar-Nominierung. Er profitiert vor allem davon, dass Martin McDonagh, Denis Villeneuve und Sean Baker nicht nominiert wurden.

Bestes original/adaptierte Drehbuch:
Wunsch: #1 Logen (adapt) / #1 The Big Sick (orig.) / Wahrscheinlich: #1 Call Me by Your Name (adapt) / #1 Three Billboards (orig)
Call Me by Your Name und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri sind die Favoriten in den Drehbuchkategorien, ein Sieg wäre definitiv gerechtfertig. Wünschen würde ich mir jedoch Logan, der auf #1 meiner Topliste 2017 landete und sonst nicht bedacht wurde & The Big Sick, der generell trotz viel postivier Resonanz in der Awardsseason teils sträflich übergangen wurde.

Beste Kamera:
Wunsch: #1 Blade Runner 2049 / Wahrscheinlich: #1 Blade Runner 2049 #2 Dunkirk #3 Mudbound
Roger Deakins muss dieses Jahr einfach gewinnen. 13 Mal wurde er bereits für den Oscar nominiert, gewann aber letztlich nie. Diese Pechsträhne muss ein Ende haben – heute Abend! Blade Runner 2049 sieht fantastisch aus und das ist vor allem Deakins zu verdanken. Pechvogel Deakins könnte am Ende aber noch gegen Dunkirk oder Mudbound verlieren, denn mit Rachel Morrison wurde zum ersten Mal eine Kamerafrau nominiert.

Zusammenfassung:

Wunsch – BigFive + Bonus:

  • #1 Allison Janney #2 Laurie Metcalf (Nebendarstellerin)
  • #1 Sam Rockwell #2 Richard Jenkins (Nebendarsteller)
  • #1 Frances McDormand #2 Sally Hawkins (Hauptdarstellerin)
  • #1 Gary Oldman #2 Daniel Day-Lewis (Hauptdarsteller)
  • #1 The Shape of Water #2 3 Billboards #3 Get Out (Film)
  • #1 Guillermo del Toro #2 Jordan Peele (Regisseur)
  • #1 Logan & The Big Sick (Drehbücher)
  • #1 Blade Runner 2049 (Beste Kamera)

Wahrscheinlich – Big Five + Bonus:

  • #1 Allison Janney #2 Laurie Metcalf (Nebendarstellerin)
  • #1 Sam Rockwell #2 Willem Dafoe (Nebendarsteller)
  • #1 Frances McDormand #2 Margot Robbie #3 Saoirse Ronan (Hauptdarstellerin)
  • #1 Gary Oldman #2 Timothee Chalamet (Hauptdarsteller)
  • #1 The Shape of Water #2 3 Billboards #3 Dunkirk (Film)
  • #1 Guillermo del Toro #2 Christopher Nolan (Regisseur)
  • #1 Call me by your name & Three Billboards (Drehbücher)
  • #1 Blade Runner 2049 #2 Dunkirk (Beste Kamera)

Meine Top 15 aus dem Jahr 2017

Wieder ein Jahr rum und meine alljährliche Top-Liste der Kinofilme und Filme von Streamingseiten a la Netflix darf da natürlich nicht fehlen. Die Oscar-Filme der letzten Verleihung sind wie immer ausgeschlossen um die Liste nicht zu verwässern. Allgemein kann man über das Filmjahr 2017 sagen, dass es wohl eines der besten Jahre für das Medium Film seit Ewigkeiten war. Die Jahre zuvor wechselten sich immer ein wenig ab zwischen Blockbuster-Jahren und Zeiten wo die kleineren Filme die Nase vorn hatten. 2017 ist ein gesunder Mix mit vielen handwerklich sehr guten Filmen jeder Größe, dabei haben uns in Deutschland die zukünftigen Oscar-Anwärter wie unter anderem Ladybird oder The Shape of Water noch gar nicht erreicht, die in Amerika schon vergöttert werden.

Honorable Mentions die es nur knapp nicht auf diese Liste geschafft haben, sind unter anderem: The Founder, Miss Sloane – Die Erfindung der Wahrheit, Brawl in Cell Block 99, Geralds Game, Shot Caller, The Babysitter, Spider-Man: Homecoming, Split, The Girl with all the Gifts, Star Wars 8, Thor 3, Life, Die rote Schildkröte, Die versunkene Stadt Z u.v.m.

#15 Paddington 2

Ich habe vorab ehrlich gesagt nicht wirklich an Paddington 2 geglaubt, aber musste diesen voreiligen Schluss revidieren, denn letztlich hat er mir dann doch echt gut gefallen und sogar besser als der Vorgänger. Regisseur Paul King und sein Team beweisen einmal mehr ihr Gespür und guten Blick fürs Visuelle. Sehr positiv sind mir hier die tollen Übergänge und sehr phantasievollen Zeitraffersequenzen aufgefallen. Gleich zu Beginn zeigt man den Ideenreichtum mit der coolen Idee, das Pop-Up-Buch, welches im weiteren Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle spielt, zum Leben zu erwecken und unsere Protagonisten in dieser Welt aus Pappwänden agieren zu lassen. Auch später im Gefängnis gibt es eine sehr interessante Idee, den Gefängnisausbruch anhand eines Puppenhauses darzustellen, welches unsere Akteure in 2D zeigt.

Darüber hinaus – wie schon im ersten Teil – ist Paddington einfach eine süße Figur, der man nicht böse sein kann so ungeschickt sie sich auch manchmal anstellt und anderen auf den Schlips tritt. Es gibt viele liebevolle Szenen mit ihm. Zu dem alten Cast rund um die tolle Sally Hawkins und Hugh Bonneville, sind auch die Ergänzungen Brendan Gleeson und Hugh Grant super integriert worden.

Alles in allem war Paddington 2 ein sehr schöner Familienfilm für die Weihnachtszeit mit dem man nicht viel verkehrt machen kann.

#14 The Big Sick

The Big Sick erzählt im Prinzip die Geschichte wie Comedian und Schauspieler Kumail Nanjiani seine heutige Frau kennenlernte und welche Steine den beiden zunächst in den Weg gelegt worden sind.

Der Film war witzig, liebevoll und hatte viele kleine Nebenhandlungen, die The Big Sick Fleisch gegeben haben ohne den Film überladen wirken zu lassen. So nimmt sich der Film Zeit für die süße Kennenlernphase der beiden Hauptfiguren, erzählt von Kumails Struggle als unerfahrener Stand-Up Comedian, von den Erwartungen seiner traditionsbewussten Familie, die regelmäßig versucht für ihren Sohn eine Hochzeit zu arrangieren, sowie letztlich die große Krankheit, die nochmal alles auf den Kopf stellt und Kumail dazu zwingt, sich mit den Eltern seiner großen Liebe auseinanderzusetzen. Meine Empfehlung für den Bereich Rom-Com 2017.

#13 Mother!

Mother! hat es tatsächlich auf meine Topliste geschafft. Es war definitiv der verrückteste und weirdesten Film des Jahres, der sowohl finanziell gefloppt ist als auch ordentlich negative Kritik einstecken musste. Das lag meiner Meinung nach vor allem daran, dass das Studio vielleicht mit der Weitsicht, dass sich der Film sonst nicht gut verkaufen würde, Mother! mehr als Horrorfilm vermarktet hat und dann super viele Leute enttäuscht waren als sie feststellten, dass er genau das nicht ist. Auch in meiner Filmvorführung haben es nicht alle Besucher bis zum Schluss ausgehalten und verließen den Saal bereits frühzeitig. Der Film ist definitiv nichts für den normalen Kinobesucher und man muss sich bewusst sein, dass man hier einen sehr abgefahrenen Arthouse-Streifen zu sehen bekommt, der viel Geduld und Aufmerksamkeit abverlangt.

Obwohl der Film es aufgrund seiner tollen Inszenierung und seiner Einzigartigkeit in meine Topliste geschafft hat, kann ich ihn euch dennoch nicht so richtig empfehlen, weil er glaube ich den meisten absolut nicht gefallen wird. So doof das klingen mag, aber es macht auch nicht wirklich Spaß den Film zu schauen. Dennoch unabhängig davon hat er mir trotz eigentlich fehlenden Spaß beim Gucken thematisch und inszenatorisch zugesagt. Die letzte halbe Stunde war, vor allem wenn man den Kniff des Films verstanden hat, einfach nur abgefahren und wie der Rest des Films auch toll gespielt von Lawrence und Co.

#12 Wonder Woman

Auch wenn Spider-Man: Homecoming und Thor 3: Tag der Entscheidung vielleicht die insgesamt besseren Comicfilme waren, habe ich mich dazu entschieden Wonder Woman in meine Topliste aufzunehmen, weil wohl kein anderer Film dieses Jahr so wichtig war für die Branche wie Wonder Woman. Gefühlt gab es keinen weiblichen Star, der in 2017 nicht Bezug genommen hat auf die Wichtigkeit Wonder Womans und so den neu entfachten Kult angeheizt hat.

Ein Comicbuchfilm mit einer Superheldin in der Hauptrolle und das unter der Leitung einer weiblichen Regisseurin klingt eigentlich nicht sonderlich außergewöhnlich, stellt aber trauriger Weise dann doch ein Novum dar in dieser Männerdomäne. Patty Jenkins jedoch hat es mit diesem Film nicht nur geschafft, DC nach Ewigkeiten auf die Landkarte zurückzubringen, sondern auch für mehr Regisseurinnen die Tür zu diesem Genre zu öffnen.

Wonder Woman hat tolle Charaktere, ein stimmiges Setting, eine gelungene Originstory, coole Actionszenen, eine perfekt gecastete Gal Gadot und eine super Chemie der Hauptdarsteller zu bieten und ist bis auf den Actionpart des großen Finales für mich ein sehr runder Film für dieses Genre. Ein guter Film der zudem viel bewegt hat? Ganz klar ein Grund um auf meiner Top15 des Jahres zu landen.

#11 Happy Deathday

Blumhouse hat sich in den letzten Jahren zum absoluten Produzentenüberflieger im Bereich der Horrorfilme gemausert. Dabei produzieren sie auch immer häufiger nicht nur Horrorkost von der Stange, sondern fördern auch frische Ideen und Ansätze, die sowohl Fans als auch Kritiker überzeugen. Allein in diesem Jahr hat Blumhouse für sage und schreibe weniger als 20 Millionen Produktionskosten die 3 Boxofficehits Split, Get Out und nun Happy Deathday produziert, die insgesamt knapp 700Mio Dollar eingespielt haben.

Mir hat Happy Deathday sehr gut gefallen und verdammt viel Spaß gemacht. Jessica Rothe als Hauptdarstellerin empfand ich als äußerst facettenreich und sehr gut in ihrer Rolle. Sie konnte sowohl in den dramatischen und bitchigen als auch in den lustigen oder actionreichen Momenten überzeugen – eine tolle Wahl für den Film. Happy Deathday ist definitiv mehr Komödie als Horrorfilm und wenn man eigentlich Bock auf einen gruseligen Horrorschocker hat, sollte man lieber kein Ticket für den Film lösen. Ich für meinen Teil hatte viel Spaß mit dem Film und habe Tree gerne dabei zugesehen wie sie Tag für Tag versucht ihrem Mörder auf die Spur zu kommen und ihn zu überlisten. Dabei gingen die Macher klug vor und haben uns nicht immer denselben Mord präsentiert, sondern sich auch hier kreativ ausgelassen. Im Gegensatz zu Mord im Orientexpress konnte man bei Happy Deathday auch aktiv miträtseln. Eine gute Überraschung.

#10 Dunkirk

Für mich ist Dunkirk ein sehr beeindruckendes Filmexperiment. Ich habe den Film im IMAX gesehen und war von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen auch wenn der Film per se keine große Geschichte zu erzählen hat. Christopher Nolan macht mal wieder einiges anders als andere Genrevertreter wie beispielsweise Der Soldat James Ryan oder Hacksaw Ridge. So gibt es zwar wechselnde Figuren die wir immer Mal wieder begleiten aber keiner von ihnen ist wirklich ein typischer Hauptcharakter im klassischen Sinne. Es gibt auch trotz toller Schauspieler kaum Dialoge im Film.

Letztlich ist jede Figur gleich viel wert in diesem Krieg oder eben nicht. Genauso entschied sich Nolan dagegen Dunkirk nach gängigem Schema eines Dramas zu inszenieren und dem Zuschauer einen wirklichen Klimax zu bieten auf den man hinfiebert und der das Highlight des Films darstellt. Es ist eher so, dass dieser Anti-Kriegsfilm ab der ersten Szene eine Anspannung beim Zuschauer auslöst, die sich dann den kompletten Film auf einem hohen Level hält. Das mag ungewöhnlich sein und vielleicht bei einigen eher negativ ankommen aber ich habe das für mich so gedeutet, dass dir diese Inszenierung das Gefühl der im Film gezeigten Soldaten zeigen soll, die auch unter permanenter Anspannung von einer gefährlichen Situation in die nächste geraten und sich nie sicher fühlen konnten.

Großen Anteil an diesem beklemmenden Gefühl hatte vor allem das grandiose Soundediting, welches mit großer Wahrscheinlichkeit für den Oscar nominiert werden wird. Gerade im IMAX fühlte man sich wie mitten drin, wenn von allen Winkeln Gunshots oder Explosionen zu hören waren. Darüber hinaus fand ich die Idee cool im Prinzip drei Geschichten und Zeitebenen ineinander zu verflechten.

Auch wenn ich mir prinzipiell eher andere Stoffe von Nolan wünsche, muss ich sagen, dass er mich mit Dunkirk dann doch positiv überrascht und einen toll inszenierten Film auf die Leinwand gebracht hat, welcher das Medium Film wieder ein Stück vorangebracht hat.

#9 Get Out

Get Out stellt mit Split wohl eine der größten Überraschungen des Kinojahres da, denn die Horrorsatire und das Regiedebüt von Jordan Peele gelang es mit einem Budget unter 10 Millionen knapp 250 Millionen an den Kinokassen einzuspielen und zeitgleich auch die Kritiker zu überzeugen. Im Falle von Get Out gilt der Film mit 99% Kritikerzustimmung als einer der besten Filme aller Zeiten auf rottentomatoes.com. Und auch wenn ich eine solche Aussage nicht ganz unterschreiben würde, hat mir der erste Film von Peele sehr gut gefallen.

Ihm lag viel daran einen möglichst realistischen, klaren Blick auf seine Geschichte und Protagonisten zu halten und den im Film thematisierten unterschwelligen, latenten Rassismus in der Gesellschaft aufzuzeigen, bei dem man sich hin und wieder vielleicht sogar selbst ertappt fühlt, weil man vielleicht Mal so ähnlich gehandelt hat in einer Situation. Get Out ist eher als Satire und psychologischer Horror zu verstehen und weniger als klassischer Schocker, was mir, wenn es so gut gemacht ist, besonders gefällt. Der Film erinnert mich nicht nur dank des Hauptdarstellers Daniel Kaluuya an die Serie Black Mirror und gehört zu den Filmen mit dem größten Medienbuzz 2017.

#8 Es / It

Nach der eher miesen Verfilmung zu Stephen KingsDunkler Turm„-Buchreihe in diesem Jahr, eroberte das Remake zu seinem Buch Es die Kinos und Herzen dieser Welt im Sturm. Mit knapp 700 Millionen Dollar, ist Es bereits unter den finanziell erfolgreichsten Horrorfilmen aller Zeiten und gehört zu den finanziellen Höhenfliegern 2017. Mir hat It auf vielen Ebenen richtig gut gefallen und was den Film für mich im Vergleich zu anderen Genrevertretern so abhebt, ist der Aspekt, dass der Fokus nicht einzig allein auf den Horrorelementen lag und diese überzeugen konnten, sondern auch der komplette Rest des Films stimmig und gut war. It war nicht nur ein guter Horrorfilm, sondern insgesamt einfach ein sehr guter Film.

Für mich fing das beim Casting an, die jungen Darsteller des Losers Club waren durch die Bank weg super ausgewählt und gerade Jaeden Lieberher als Hauptfigur, Finn Wolfhard als lustiger Sidekick, Jeremy Ray Taylor als Neuling an der Schule und ganz speziell Sophia Lillis als einziges Mädchen in der Gruppe waren super. Des Weiteren wurde dieses 80er Retrofeeling toll aufgegriffen ohne dir dabei jetzt im Sekundentakt, wie beispielsweise in der Serie Stranger Things, Referenzen um die Ohren zu hauen. Bei einer Lauflänge von fast zweieinhalb Stunden kann man sicherlich den Film als ein wenig zu lang empfinden, aber wenn ich ehrlich bin hätte ich nicht wirklich viel aus Es streichen wollen. Ich fand es ja gerade toll, dass alle Charaktere eine gewisse Backstory bekamen, man erfahren konnte wo ihre Ängste liegen. Oftmals bleiben die Figuren in Horrorfilmen einfach sehr blass, bei It war das nicht so, hier nahm man sich die Zeit den Charakteren Leben einzuhauchen und auch zu sehen wie der Losers Club eigentlich zusammenkommt.

Die Schockmomente haben durch diesen Fokus auf die Geschichte nicht etwa gelitten. Die Szenen mit Pennywise – wunderbar gespielt von Bill Skarsgård – waren toll inszeniert, konsequent in ihrer Brutalität, was definitv ein Vorteil gegenüber der TV-Version mit Tim Curry aus den 90ern ist, und darüber hinaus auch kreativ in Szene gesetzt. Das Remake von Es ist besser als die TV-Version und mein liebster Horrorfilm des Jahres.

#7 Sieben Minuten nach Mitternacht / A Monster Calls

Regisseur J.A. Bayona, der mit Das Waisenhaus einen meiner liebsten Horrorfilme der letzten Jahre drehte hat für mich die tolle Buchvorlage, die sich auch in meinem Regal wiederfindet, toll umgesetzt. Mit Liam Neeson, Felicity Jones und Sigourney Weaver wurden die nötigen Schauspieler verpflichtet, die diese Geschichte brauchte.

Die Story an sich ist relativ simpel und so kompakt, dass Ness und Bayona glücklicher Weise auch alles in diesen Film abbilden konnten und nicht wie sonst üblich bei Buchadaptionen viel weglassen mussten, denen man dann zwangsläufig an irgendeinem Punkt hinterher trauert.. Richtig super waren die Schauwerte, sei es das Monster oder die erzählten Geschichten des Monsters, die einen sehr geilen visuellen Stil hatten und durch ihre gute Qualität die thematisch schwierige Geschichte toll unterstützten. A Monster Calls reiht sich für mich in die kleinen aber feinen Dramen mit fantastischen Elementen wie Pans Labyrinth, Das Waisenhaus, Before I wake oder Midnight Special ein und wird mir sicherlich länger im Gedächtnis bleiben.

#6 Baby Driver

Baby Driver war wohl der stärkste Underdog des Sommers im Kampf um die Sommerblockbuster-Krone aber hat diese für viele Fans gewonnen. Das neuste Filmprojekt von Fanliebling Edgar Wright gehört dieses Jahr zu den Geheimtipps, die man Freunden und Bekannten zum Nachholen empfiehlt. Absolut phänomenal war das Soundediting, der Film ist perfekt inszeniert und auf die Musik choreographiert. Zu Beginn kommt er schon fast als Musical rüber, wenn Ansel Elgort mit den Gedanken in seine eigene Welt abdriftend durch die Straßen tanzt und lipsynct.

Zu der guten Musik und der starken Inszenierung kommt dann auch noch ein krasses Line-Up an Darstellern, die mit ihren skurrilen Charakteren diesen Film bereichern. Jon Hamm, Kevin Spacey, Jamies Foxx waren wie gewohnt super. Auch Ansel Elgort konnte die Hauptrolle stemmen und glaubwürdig verkörpern, mittlerweile wurde er sogar für einen Golden Globe nominiert. Das Ende war für mich jetzt nicht perfekt gelöst aber insgesamt ist Baby Driver einfach handwerklich ein sehr sehr guter Film der dieses Jahr positiv heraussticht.

#5 Coco – Lebendiger als das Leben

Pixar ist und bleibt der Klassenprimus unter den Animationsstudios. Wiedermal schaffen sie es eine tolle, liebevolle Geschichte zu erzählen, die es durch schöne Bilder, guter Musik und kreative Szenen hinbekommt, mit Leichtigkeit die gesamte Klaviatur der Emotionen zu spielen. Coco ist für mich persönlich der beste Animationsfilm des Jahres und sticht auch deutlich Ich einfach unverbesserlich 3 aus, der über 1 Mrd $ einnehmen konnte. Dia de los Muertos, also den „Tag der Toten“ als Gerüst für diese Geschichte zu nehmen, war super genial, vor allem, weil man hier eine wunderschöne Brücke zur mexikanischen Kultur schlagen konnte, die für die Mehrheit sicherlich nicht so geläufig ist. Vor allem der Aspekt der Familienzusammengehörigkeit, die Liebe die man in diesen Kulturkreisen seiner Verwandtschaft bis ins hohe Alter und sogar den Tod hinaus zukommen lässt, war sehr berührend

Die Story dreht sich im Kern also um die Ehrung der Lebenden und Toten, behandelt aber auch abseits davon Themen wie die Erwartungshaltung an die eigenen Kinder, das Verwirklichen der persönlichen Träume und welchen Eindruck man bei seinen Liebsten hinterlassen hat und wie sie dich in Erinnerung behalten.

Coco ist ein wunderbarer Film für die Familie mit vielen optischen Highlights und einer liebevollen Geschichte, die gerade zum Ende pure Emotion verspricht. Wer schneidet auch im Kino Zwiebeln..

#4 Planet der Affen: Survival / War for the Planet of the Apes

Ich bin bekanntermaßen großer Fan der Filme und als man im Jahr 2011 dieses bis dato zum Trash verkommende Franchise rebootete, ging man ein großes Risiko ein und dementsprechend freut es mich umso mehr, dass jeder einzelne Teil so toll geworden ist. Jeder Film erzählt ein deutlich anderes Kapitel der Geschichte und fühlt sich darüber hinaus auch jeweils sehr anders an.

Auch wenn der Trailer eher Gegenteiliges vermuten lassen könnte, hat der Abschluss der Reihe ziemlich wenig Actionszenen. Ich würde sogar behaupten weniger als beide Vorgänger. Für mich funktionierte das gut, ich finde es einfach toll, dass man sich dazu entschieden hat diese Trilogie nicht zum reinen Actionfest aufzubauen, sondern Charaktere, ihre Entwicklung und eine emotionale Geschichte in den Vordergrund zu stellen und somit ein wenig gegen den Strom in Hollywood zu schwimmen. Es ist einfach auch bemerkenswert was man dieses mal wieder für eine komplexe, tiefgründige Geschichte erzählt: Sklaverei und Survival of the Fittest sind da nur einige Themengebiete.

Doch wieder einmal hat mich vor allem ein Mann begeistert, der nicht nur einfach die Hauptrolle verkörpert, sondern auch das Herzstück dieses Franchises darstellt: Andy Serkis. Ich fordere seit Jahren einen Oscar oder zumindest eine Nominierung für ihn und ich werde nicht müde, auch dieses Jahr die Werbetrommel zu rühren. Zollt dem Mann Respekt. Er ist das Benchmark in der Sparte des Motion Capturing und leistet meiner Meinung nach mit seiner intensiven Vorbereitung und Akribie eine bessere Arbeit ab als viele andere Schauspieler. Golum in Herr der Ringe war ikonisch, King Kong war klasse und Caesar in der „Planet der Affen“-Trilogie ist sein absolutes Meisterstück bis dato. Planet der Affen: Survival rundet diese Trilogie zu einer der besten Trilogien aller Zeiten ab.

#3 Blade Runner 2049

Auch dieses Jahr schafft es Denis Villeneuve wieder auf meine Topliste des Jahres. Ich habe hier schon häufiger in meinen Kritiken zu seinen anderen Filmen von ihm geschwärmt. Er ist einer, wenn nicht sogar der beste Regisseur derzeit. Sein Track-Record ist beeindruckend und bislang hatte er keinen schlechten Film. Er fordert seine Zuschauer und nimmt sich immer komplexe Themen vor, vergisst dabei aber nicht den Zuschauer trotzdem zu unterhalten. Blade Runner 2049 ist finanziell gigantisch gefloppt, gilt dennoch schon jetzt als Meisterwerk. Rein objektiv betrachtet würde ich sagen, ist es wohl der beste Film des Jahres.

Der Film sieht unfassbar gut aus und bietet echt am laufenden Band geile Kamerashots und Bilder, zurecht fordern jetzt schon viele den Kameraoscar für Roger Deakins. Der Soundtrack ist einnehmend, bedrückend sowas von atmosphärisch, meiner Meinung nach bleiben da keine Wünsche an einen Sci-Fi-Thriller unerfüllt. Auch die Besetzung des Casts kann man nur als gelungen beschreiben, denn mit Ryan Gosling, Harrison Ford und Robin Wright kann man echt schon mal absolut nichts falsch machen. Ford sieht man an, dass er hier richtig Bock hatte und vielleicht ist das seine beste Leistung seit unzähligen Filmen. Aber nicht nur die drei großen Namen haben überzeugt. Vor allem die noch recht unbekannte Ana de Armas und Newcomerin Sylvia Hoeks haben beide sehr einnehmende Performances gebracht und ich freue mich da auf mehr von ihnen in naher Zukunft. Mit fast 3h Laufzeit ist der Film natürlich ziemlich lang und das Pacing ist schon recht gemächlich, doch lohnt es sich definitiv Blade Runner 2049 eine Chance zu geben. Für mich ist er auch besser als das Original.

#2 Die Taschendiebin / The Handmaiden

Die Taschendiebin kann man vielleicht am ehesten als historischen Thriller mit Erotikeinschlag beschreiben?! Kult-Regisseur Park Chan-Wook (Oldboy, Lady Vengeance) adaptierte den Roman „Solange du lügst“ und versetzte die Geschichte kurzerhand in das von Japan besetzte Südkorea der 1930er. Die Handlung dreht sich um eine junge Taschendiebin Sookee, die gemeinsam mit dem Heiratsschwindler The Count die reiche japanische Erbin Hideko um ihr Vermögen bringen will und sich dazu von dieser als persönliche Dienerin anheuern lässt. Was sich aber dann aus dieser Prämisse für eine verrückte aber sehr coole Geschichte entspinnt, hatte ich zuvor nicht erwartet.

Mit 164 Minuten ist der Film schon recht lang, hat mich aber vor allem auch durch seine coole Erzählstruktur nie gelangweilt. Die Geschichte erzählt Park Chan-Wook in drei Kapiteln, die dann jeweils Szenen und Elemente der Story aus anderen Charakterblickwinkeln behandeln und somit dann in einer wendungsreichen, erfrischenden Erzählung münden. Darüber hinaus sieht Die Taschendiebin einfach atemberaubend schön aus, vor allem das Anwesen auf dem der Großteil des Films stattfindet ist sehr detailliert und liebevoll eingerichtet, was sich dann mit Fortschritt der Handlung in noch krassere Gefilde begibt, wenn sich die eher „speziellen“ Seiten des Hauses zeigen.

Das Schauspiel empfand ich als sehr stimmig und angenehm zurückhaltend – die asiatischen Filme neigen ja sonst häufig dazu für westliche Sehgewohnheiten zu drüber zu sein, was mitunter aus dem Film reißen kann. Gerade die beiden weiblichen Hauptrollen Kim Min-Hee und Kim Tae-Ri haben eine super Leistung abgerufen und mir als Zuschauer eine sehr glaubwürdige, gute Chemie zwischen ihnen vermittelt. Die Taschendiebin war einer der wenigen asiatischen Filme die es dieses Jahr in unsere Kinos geschafft hat und kam zudem bereits in der ersten Januarwoche raus, hat bei mir aber so einen positiven Eindruck hinterlassen, dass er es auf die #2 meiner Topliste 2017 schafft.

#1 Logan

Dank des R-Rated Actionblockbusters Deadpool, der knapp 750 Millionen $ eingespielt hat, haben die Studiobosse sehen können, dass sich auch erwachsenere Superhelden-Filme finanziell lohnen können. Hierbei geht es aber weniger darum jetzt jeden Superhelden-Film brutal, blutig und vulgär zu machen, sondern den Charakteren die bestmögliche Umsetzung und Inszenierung zu geben. Ein Superman verkörpert andere Werte und ist eine andere Art Superheld als beispielsweise Deadpool oder Wolverine. Bei ihm passt ein R-Rating gar nicht, wohingegen es für Wolverine und Deadpool perfekt ist.

Hugh Jackman hat das erkannt und Gerüchten zufolge auf einen Teil seiner Gage verzichtet um vom Filmstudio das OK für ein R-Rating zu bekommen. Nach 17 Jahren und 9 Filmen gibt es also endlich die passende Umsetzung Wolverines und einen der besten Vertreter des „X-Men„-Franchises. Endlich geht es Mal um was in diesen Filmen und die Figuren werden ein wenig mehr ausgeleuchtet, sie bekommen endlich Fleisch. Der ruhige Stil trägt ungemein zur Atmosphäre bei und die angerissenen Themen wie ALS, Alzheimer und Familie werden so unterstützend untermalt.

Die Anzahl der Charaktere hält sich sehr in Grenzen, wodurch Logan nicht so aufgeblasen wirkt wie die letzten „X-Men„-Filme. Es geht nur um Charles Xavier, Logan und X-23. Neben der gelungenen Geschichte, brilliert der Film vor allem durch krasse Actionszenen. Die Kämpfe sind super brutal und perfekt choreographiert. Es fließt literweise Blut, Gliedmaßen und Köpfe werden in regelmäßigen Abständen von ihrem Körper getrennt und durch Logans neue Verletzlichkeit, Xaviers Zerbrechlichkeit und Lauras Unerfahrenheit hat man durchaus das Gefühl, dass sie den Superheldenstatus gewissermaßen verlieren und nicht mehr unbesiegbar scheinen. Der Film als solches ist im Prinzip ein Roadmovie und setzt weniger auf optisches Spektakel, sondern mehr auf Inhalte. Eigentlich haben mir nur die Antagonisten nicht so gut gefallen in Logan.

Abseits davon haben Hugh Jackman und Patrick Stewart die Möglichkeit bekommen, auch schauspielerisch in diesen Rollen, die sie bereits so häufig verkörpert haben, zu punkten. Auch Dafne Keen als wortkarge Laura hat als bislang eher unbeschriebenes Blatt begeistern können. Logan hat mir sehr gut gefallen und gehört zu den besten Superheldenfilmen aller Zeiten, funktioniert aber auch so gut für sich, dass er sich die #1 auf meiner Topliste 2017 verdient hat.

Meine Flop 15 aus dem Jahr 2017

Wieder ein Jahr rum und meine alljährliche Flop-Liste der Kinofilme und Filme von Streamingseiten a la Netflix darf da natürlich nicht fehlen. Die Oscar-Filme der letzten Verleihung sind wie immer ausgeschlossen um die Liste nicht zu verwässern. Allgemein kann man über das Filmjahr 2017 sagen, dass es wohl eines der besten Jahre für das Medium Film seit Ewigkeiten war. Die Jahre zuvor wechselten sich immer ein wenig ab zwischen Blockbuster-Jahren und Zeiten wo die kleineren Filme die Nase vorn hatten. 2017 ist ein gesunder Mix mit vielen handwerklich sehr guten Filmen jeder Größe, dabei haben uns in Deutschland die zukünftigen Oscar-Anwärter wie unter anderem Ladybird oder The Shape of Water noch gar nicht erreicht, die in Amerika schon vergöttert werden.

Honorable Mentions die es nur knapp nicht auf diese Liste geschafft haben, sind unter anderem: Die Schöne und das Biest, The Book of Henry, Rings, Resident Evil 6, Justice League, Overdrive, Detroit und Regeln spielen keine Rolle

#15 Monster Trucks

 

Direkt zu Beginn des Jahres stand uns dieser gigantische finanzielle Flop ins Haus, der darüber hinaus eine der skurrilsten Entstehungsgeschichten der letzten Jahre zu bieten hatte. Die Idee zum Film kommt vom 4-jährigen Sohn des Producers Adam Goodwin, der beim Spielen mit seinem Kind die Frage gestellt bekam, ob die Monster Trucks ihren Namen daher hätten, dass Monster im Inneren der Trucks leben würden und sie steuern. Aus dieser Spielerei entstand der Drang einen Film mit dieser Prämisse zu entwickeln und so machte sich Goodwin auf den Weg Geld zu organisieren und schaffte es unfassbarer Weise über 125 Mio $ zu sammeln und das Greenlight für Monster Trucks zu bekommen.

Doch damit nicht genug: Ursprünglich sollte der Film bereits im Mai 2015 erscheinen, doch wurde mehrfach verschoben. Mit der Zeit schien das Filmstudio auf den Trichter zu kommen, dass sie hier eventuell absolut misskalkuliert haben und sie wohl kaum das Geld einspielen können und bemühten sich bereits seit den problematischen Jahren der Produktion um Schadensbegrenzung.

Unter anderem ist der Produzent und Initiator des Films vor mehr als einem Jahr entlassen worden, bevor der Film es überhaupt in unser Kino schaffte. Zusätzlich hat Paramount schon im letzten Jahr den Film als Flop innerbetrieblich für über 100 Mio abgeschrieben. Der Film hätte um die 300+ Millionen einspielen müssen um überhaupt rentabel zu sein, ein Ding der Unmöglichkeit. Das Endprodukt war dann letztlich auch nicht wirklich gut. Die Charaktere waren super generisch, der Hauptdarsteller konnte den Film nicht tragen, die Effekte schwankten ungemein in ihrer Qualität ich frage mich bis heute wo die 125Mio investiert wurden, denn in diesen Film mit Newcomern und mittelmäßigen Effekten kann es eigentlich nicht sein.

 

#14 Die Mumie

Universal hatte so viel vor und war so überzeugt von ihrer Vision, so dass sie im Prinzip schon bevor Die Mumie in die Kinos kam ihr eigenes großes Dark Universe angekündigt und sämtliche Filme von Die Mumie über Frankenstein bis hin zu Wolfman ein Greenlight gegeben haben, ohne zu wissen, ob es überhaupt eine Zuschauerschaft dafür gibt, beziehungsweise den Erfolg abzuwarten. Dieser Fehler sollte sich auch sofort rächen, denn nicht nur finanziell ging Die Mumie unter, auch die Filmkritiken waren nicht gut, womit das Dark Universe als Totgeburt verbucht werden kann.

Der gesamte Film fühlte sich einfach so stark nach einem Set-Up für dieses geplante Filmuniversum an und wusste darüber hinaus nicht genau was es sein wollte. Irgendwie gibt es Horrormomente und dann wieder reihenweise klamaukiger Humor, der zu 80% nicht funktionierte – trotz eines engagierten Tom Cruise mit gutem Comedytiming. Die Geschichte verkommt zur reinen McGuffin Schnitzeljagd, sprich unsere Charaktere suchen ein Ding, das sie zu einem Ding führt, welches wiederum nur zusammen für ein weiteres Ding benötigt wird. Langweilig. Nicht zu vergessen die ganzen Logiklöcher, die selbst ein Tom Cruise nicht stopfen konnte.

#13 The Circle

The Circle hatte definitiv das Potential dazu ein guter und smarter Film zu sein über den man am Ende des Jahres in der Retrospektive sprechen könnte, weil er mit einer echt coolen Prämisse, einem tollen Set-Up daherkommt, das so eigentlich in wenigen Jahren Realität sein könnte.

Leider wollte aber der Funken der tollen Grundidee nicht so ganz überspringen auf mich, denn irgendwie geht die Entwicklung der Figuren und der Technik so schnell voran, weil man so viel in anderthalb Stunden quetschen wollte, dass es mich so ein wenig rausgerissen hat. Emma Watson, die mir ehrlich gesagt irgendwie nicht so gut gefiel in der Hauptrolle und monoton blass blieb, wird innerhalb von einer Stunde Screentime von einer Praktikantin im Kundenservice zur Pionierin des Unternehmens und rechten Hand der Geschäftsführung. Ziemlich haarsträubend. The Circle ist auch recht langweilig und eher schwach inszeniert. Der Film verkommt zu einer over-the-top und wenig glaubwürdigen Geschichte, die zwar krampfhaft versucht relevant und am Nerv der Zeit zu sein, aber nicht mehr als eine Aneinanderreihung absurder Situationen ist.

#12 Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

Leider schaffen auch die neuen Kreativköpfe hinter dem fünften Ableger der Reihe nicht, der ganzen Piratenthematik und den Figuren einen frischen Ansatz zu geben und kauen im Prinzip all die Elemente und Versatzstücke der Vorgänger wieder. Das geht soweit, dass die neuen Charaktere Abziehbilder von Orlando Blooms Charakter Will Turner und Keira Knightleys Figur Elisabeth Swann sind. Sie sind schlicht langweilige Klone ihrer Vorbilder. Darüber hinaus gibt es auch die anderen altbekannten Aspekte, die man sich perfekt für einen Bingo-Bogen zurecht legen kann, weil sie immer kommen:

Geisterpiraten [].
Figuren, die schon gefühlt 3x gestorben sind, tauchen wieder auf/werden auftauchen [].
Jeder double-crossed Jack Sparrow [].
Jack Sparrow double-crossed jeden [].
Black-Pearl und andere Jack Sparrow Schiffe wechseln hundert Mal den Besitzer [].

Natürlich entertaint der Film, macht durchaus Spaß und ist definitiv besser als Fluch der Karibik 4, dennoch bleibt am Ende wenig hängen. Die besten Actionsequenzen gab es meiner Meinung nach schon direkt zu Beginn des, vor allem auch das Finale fand ich eher enttäuschend. Der Humor funktioniert bei weitem nicht immer und liegt zum Großteil auf den Schultern Johnny Depps bzw. Jack Sparrows, der zwar an sich schon noch cool ist, aber weder so frisch wie zum ersten Teil, noch häufig mehr als eine Hommage an seinen eigenen Charakter rüberkommt.

#11 Transformers 5: The Last Knight

Meiner Einschätzung nach ist Transformers 5: The Last Knight besser als noch der direkte Vorgänger Transformers 4: Ära des Untergangs, nichtsdestotrotz gab es wieder unzählige Dinge die absolut unterirdisch waren.

Es gibt keine kohärente Geschichte, irgendwie fühlt es sich nur so an als ob die Figuren von einem Ereignis zum nächsten stolpern – recht messy. Dieses Mal hat man ja versucht die Geschichte um King Arthur mit der „Transformers„-Lore zu verknüpfen und ich war schon nach 5 Minuten im Film total abgefuckt von einem Merlin der für schreckliche Gags und ein Image als Säufer und Betrüger herhalten musste.

Generell hat Michael Bay die franchise-üblichen schrecklichen, cringy Dialoge auf einen Maximum gebracht – die werden echt von Teil zu Teil schlimmer. Sicherlich gab es auch 2-3 gute Szenen aber alles in allem kann man nur hoffen, dass es wirklich Michael Bays letzter Transformers-Film war und andere Regisseure ihre Chance nutzen werden.

#10 Geostorm

Nach dem Trailer weiß man eigentlich schon was man zu erwarten hat und über die Jahre hat man derart Filme schon etliche Male gesehen, so dass man nicht nur jede Szene vorausahnen kann, sondern auch weiß: Geostorm muss man mit einer lockeren Spaßsicht betrachten um nicht zu verzweifeln.

Leider nimmt sich der Film aber selbst oft zu ernst, was alleine schon ein Problem ist, wenn man dann auf der anderen Seite glauben soll, dass Gerard Butler der genialste Wissenschaftler der Welt ist. Auch darüber hinaus gibt es natürlich eine Menge dummer und unlogischer Szenen. Der Fokus liegt bei Geostorm natürlich eher auf den optischen Eindrücken und der Action statt auf genialem Storytelling, aber für mich hat der Film auch hier nur selten überzeugen können.

Insgesamt macht Geostorm nicht so viel Spaß wie er machen müsste um über die offensichtlichen Schwächen hinwegsehen zu können und ist völlig zurecht einer der größten finanziellen Flops des Jahres.

#9 Flatliners

Das Flatliners-Remake war leider eine Totgeburt, die bis auf einen passablen Cast nicht viel zu bieten hatte. Die Prämisse bietet zwar durchaus Potential, aber was man mit dieser Idee letztlich anfängt, ist absolut enttäuschend.

Die Charaktere sind eindimensional und der Cast bekommt kaum brauchbares Material mit dem sie arbeiten können. Die Dialoge waren teils haarsträubend und andauernd gab es so merkwürdige Momente, wo beispielsweise ein random Dude an unseren Protagonisten vorbeiläuft, einen dummen, peinlichen Satz fallen lässt, der weder die Geschichte vorantreibt noch der Tiefe der Figuren hilft und dann wieder abhaut. Eigentlich hat man da nur Fragezeichen über dem Kopf und ist peinlich berührt.

Für mich hat sich der Film auch zu viel Zeit genommen um jeden Charakter seine Flatline-Erfahrung zu geben, es dauerte knapp eine Stunde bis überhaupt der zweite Aspekt der Geschichte ins Rollen kam. Man hätte hier durchaus ein wenig zügiger machen und dafür dann die Horrorelemente inhaltlich sowie optisch ausarbeiten können, denn diese waren auch eher unterirdisch. Unsinnige und super generische Schockelemente, die weder Spannung noch Grusel auslösten, sondern wenn überhaupt gähnende Langeweile. Leider reihte sich auch das Ende in die Liste der Enttäuschungen ein, so dass Flatliners schlussendlich wirklich ein komplett belangloser Reinfall bleibt.

#8 Mädelstrip, Chips, Die Jones: Spione von nebenan & Girls Night Out

Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, welche schlechte Komödie ich stellvertretend für die vielen miesen Komödien wählen soll und packe sie somit dann einfach alle in diesen Abschnitt, damit ihr sie meiden könnt.

Comedian Amy Schumer konnte vor 2 Jahren mit ihrem ersten Film Trainwrack / Dating Queen alle überraschen und echt überzeugen, ihr Wunschprojekt mit Goldie Hawn, Mädelstrip, enttäuschte leider auf ganzer Linie.

CHIPS ist ein Film zu einer amerikanischen Kultserie der 70er, die sicherlich paar gute Momente hatte aber insgesamt doch furchtbar unnötig war, weil sie eigentlich eh nur auf den amerikanischen Markt abzielte und vermutlich selbst dort niemand diesen Film brauchte.

Die Jones: Spione von nebenan hat mit Zack Galifianakis, Gal Gadot, Jon Hamm und Isla Fisher einen geilen Cast, der gut zusammen funktioniert aber alte Klischees aus der Mottenkiste holt und außer schönen Frauen in heißen Dessous nichts bietet, was im Gedächtnis bleibt.

Girls Night Out hat ähnlich wie Die Jones einen starken und witzigen Cast, der aber innerhalb dieses Films gar nicht funktionierte. Richtig witzig war es nicht, die Geschichte verläuft sich in einer komischen Mischung aus Comedy und Drama. Ultimativ wurde Girls Night Out dann noch zum Ende des Jahres total von Girls Trip in den Schatten gestellt, der mehr als Hundert Millionen in den USA einspielte und viel besser war, obwohl er im Kern die exakt gleiche Prämisse hatte.

#7 Der Dunkle Turm

Stephen King hatte dieses Jahr ein sehr gutes Filmjahr mit den Adaptionen von Es, Geralds Game oder 1922, doch ausgerechnet die Verfilmung zu seiner größten und beliebtesten Buchreihe war ein absoluter Reinfall trotz des größten Budgets und den namenhaftesten Darstellern.

Ich habe die Bücher nicht gelesen aber selbst mir war bewusst, dass diese Adaption nicht gut werden würde. Wenn man bedenkt, dass Peter Jackson aus einer knapp 300 Seiten Buchvorlage über 9 Stunden „Hobbit„-Filme drehte, ist es echt verwunderlich, wenn Sony eine 8 Bücher umfassende Reihe mit jeweils um die 1000 Seiten in einen 90 Minuten Film presst. Der Film ist dadurch super straff inszeniert und fast paced, aber im Prinzip gibt es dann auch nur 3 bis 4 Charaktere, über die man kaum was erfährt und sich letztlich auch nicht um ihr Schicksal kümmert. In Erinnerung geblieben ist mir Matthew McConaughey als Mann in Schwarz der schon sehr klischeehaft und eher overacted dargestellt wurde und gerade im Finale wirkte sein Schauspiel sowie die Effekte schrecklich lachhaft. Dank des finanziellen Flops wird es vermutlich nicht so bald einen weiteren Film zum Dunklen Turm geben.

#6 Wish Upon

Wish Upon reißt so einige Genres an, aber ist in keinem gut genug. Er ist langweilig, das Schauspiel ist teilweise richtig terrible, die Tode sind ein wenig wie in Final Destination angelegt, aber nicht spannend oder kreativ genug, um wenigstens irgendwie etwas auf der Habenseite für Wish Upon zu haben. Sie sind eigentlich super lächerlich, vor allem der erste Tod vom alten Mann. Die Figur die Hauptdarstellerin Joey King verkörpert, ist ein schrecklicher Leadcharacter: Null sympathisch und eigentlich sogar eine ziemliche C**t, die es sogar abfeiert, wenn Leute in ihrem Bekanntenkreis leiden und sterben. Teilweise wird sie gebullied in der Schule und natürlich bleiben diese Leute nicht verschont von der dämonischen Wunschbox, doch ich denke, wenn meinem Bully das Gesicht weggeaidst wird, dann ginge mir das vielleicht doch ein wenig zu weit?!

Und selbst nach x „Spaßwünschen“ für die Leute gestorben sind, rafft ausgerechnet sie als letzte Person da vielleicht IRGENDWAS nicht stimmt mit der Box, wünscht sich aber auch danach weiterhin nur noch egoistische Wünsche. Die Prämisse war in Ordnung, die Ausführung war unendlich schlecht. Echt merkwürdig, dass der Regisseur von Mortal Kombat: Annihilation, Annabelle und Butterfly Effect 2 immer noch Filme drehen darf im Jahr 2017.

#5 Der Schneemann

Leider komplett enttäuschende Verfilmung eines skandinavischen Krimis trotz internationaler Topbesetzung. Ich hatte mir nach dem ersten Trailer und dem tollen Cast viel erhofft, doch musste gelangweilt feststellen, dass Schneemann früher dahin geschmolzen ist als Harvey Weinsteins Karriere.

Also an Michael Fassbender, Rebecca Ferguson und Co. lag es definitiv nicht, vielmehr strauchelt Schneemann in Sachen Drehbuch und Regie. Das ging schon zu Beginn los, wo mich der Film in den ersten fünf Minuten schon wegen seines Unsinns rausgerissen hat, leider gibt es dann auch darüber hinaus so einige Szenen die dumm und sinnlos waren und immer wieder für Kopfschütteln sorgten. Szenen, die wenn man sie auch nur eine Sekunde hinterfragt bereits jeglicher Logik widersprechen und so keinen Sinn ergeben, aber für „Spannung“ oder der reinen Inszenierung wegen im Film sind. Des Weiteren war für mich die Spannung früh raus, weil ich nach gut 1/4 des Films sämtliche Kniffe und Auflösungen der Geschichte raushatte und dann im Prinzip nur noch 90 Minuten auf den filmischen Fingerzeig wartete.

So plätschert Der Schneemann also dahin, bedient vom Alkoholiker Cop bis hin zu Vaterkomplexen jegliche Klischees und mündet dann in einem abstrus schlechten Finale ohne Sinn und Verstand. Sicherlich mögen die Bücher toll und spannend sein, der Film war es definitiv nicht und so hat er letztlich nur einen tollen Cast, schöne Bilder und mit Harry Hole den wohl witzigsten Namen eines Hauptcharakters in diesem Jahr auf der Habenseite. Krasse Enttäuschung.

#4 Emoji – Der Film

Diesen Film hat es nicht gebraucht. Sicherlich gab es einige coole Ideen mit den Emojis umzugehen und sie für einen Film umzusetzen, aber insgesamt war das zusammengenommen wenig erinnerungswürdig. Gut gefallen haben mir die Sequenz in Spotify und die Idee hinter der Instagram-Szene, wo man die Bilder als Stills gezeigt hat, die unsere Protagonisten begehen können – das war optisch ganz nett.

Sonst kommt der Film nicht nur 1-2 Jahre zu spät, sondern ist gefühlt auch einfach nur product placement in Reinkultur: Facebook, Twitter, Spotify, Instagram, Dropbox und Candy Crush sind wohl die größten Namen. Man hat das Gefühl ein Mitfünfziger dachte sich er macht jetzt mal nen coolen Film für Teenies und er wüsste genau wie die Jugend so tickt. Ich fand man hat viel zu viel Zeit in diese merkwürdige Nebenhandlung der Meh-Eltern gesteckt nur um im Prinzip auf ein und denselben Gag 90 Minuten lang rumzureiten. Und einen Mann wie Patrick Stewart als Poopemoji zu besetzen ist arg grenzwertig.

Das Emoji Movie schafft es nicht auf die #1 meiner Flop Liste, so wie es gefühlt bei vielen Kritikern war, er ist aber definitiv einer der unnötigsten Filme des Jahres und ein sehr uninspirierter und maximal kalkulierter Cashgrab für Sony.

#3 Unforgettable: Tödliche Liebe

Eieiei, was war das? Katherine Heigl kann in Hollywood eh schon niemand leiden, weil man ihr nicht nur kein Talent attestiert, sondern auch nachsagt eine ziemliche Bitch am Set zu sein. Wie passend ist es also sie hier in diesem Film einfach praktisch sich selbst spielen zu lassen? In Unforgettable geht es um Rosario Dawsons Charakter, die mit ihrem Freund zurück in seine Heimatstadt zieht und dort auf die Ex-Frau, Katherine Heigl, trifft, die sich als absolut garstiges, eifersüchtiges Biest entpuppt und allen Beteiligten das Leben zur Hölle macht. Wobei entpuppt eigentlich nicht wirklich passend ist, denn statt hier ein wenig subtiler ranzugehen und zumindest den Anschein zu wahren, dass man sich vielleicht mal zu irgendeinem Zeitpunkt in Heigls Figur verlieben oder sie für zurechnungsfähig halten konnte, zeigt sie uns von der ersten Szene an ihre Crazy Eyes und sie startet bei 100/100 nuts-level.

Das Ende setzt dem Ganzen dann noch die Krone der Lächerlichkeit auf, man versucht hier wieder mit maximal konstruierten Problemen wie „Oh, plötzlich ist mein Handy nicht mehr benutzbar und ich muss mit meiner 80er Kabel-Festnetz-Leitung den Notruf tätigen, die OH natürlich auch nicht möglich ist, weil man sie komplett überraschend zerstören kann“ für Spannung zu sorgen und scheitert komplett. Mir tut hier nur Rosario Dawson leid, die die einzige brauchbare Darstellerin im Film ist, den Rest an die Wand spielt und wohl den falschen Agenten hatte. Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, dass Unforgettable den wohl selbstironischsten Filmtitel des Jahres hat. Kann man das als Pluspunkt werten?

#2 The Bye Bye Man

2017 hatte viele Horrorfilme zu bieten, einige sehr gute Genre-Mixes oder klassische Vertreter und leide gab es auch wirklich miese Horrorfilme. Der schlechteste von ihnen schafft es 2017 auf #2 meiner Flopliste. The Bye Bye Man bietet dir unterirdisches Schauspiel, miiiese Effekte und dumme Schockmomente. Ich fand die Eröffnungsszene des Films und die Idee vom Bye Bye Man ja noch ganz okay, aber mit zunehmender Spieldauer baut The Bye Bye Man nur noch ab. Man bekommt durch das Script kein richtiges Gefühl für den Mythos des Bye Bye Mans, wie es funktioniert und warum, stattdessen schreibt man dann so lazy eine Figur rein, die nur da ist um plötzlich viel zu viele Infos zu haben und diese dem Hauptcharakter/Zuschauer mitzuteilen – das wirkt komplett unorganisch. Diese Figur ist dann später im Film noch teil einer der dümmsten und lächerlichsten Szenen des Jahres. Generell waren die Horrormomente und die Set-Ups für die Tötungen grottig. *sucht nach einem positiven Aspekt* ..öhm ja, hey.. Doug Jones (Pans Labyrinth, Hellboy), der Andy Serkis der practical-Effect-Monster, spielt den Bye Bye Man und erinnert mich daran, dass bald seine neuste Kollaboration mit Guillermo Del Toro, The Shape of Water, in die Kinos kommt, welcher super gefeiert wird.

#1 Fifty Shades of Grey 2: Gefährliche Liebe

Überraschung! Nach einem Jahr Pause hat es das „Fifty Shades„-Franchise wieder an die Spitze meiner alljährlichen Flopliste geschafft. Diese Filme sind die reinste Qual und uns machen zwei Menschen, die absolut keine Chemie Miteinander haben, vor, dass sie unglaublich aufeinander abfahren. An allen Ecken und Enden mangelt es Fifty Shades of Grey 2: Gefährliche Liebe.

Die Frauenrolle gehört zu den schlechtesten der letzten 10 Jahre, allein schon wie sie mehrfach im Film aus nachvollziehbaren Gründen eigentlich nichts mehr von Christian Grey wissen will und vor allem will sie keinen Sex. ZACK, 30 Sekunden später hat sie wieder Sex mit ihm und Feministen auf der ganzen Welt kriegen das Kotzen. Es ist einfach die ungesündeste Beziehung ever und geprägt von besitzergreifenden und eifersüchtigen Aspekten. Mal ganz abgesehen davon, dass der Softporn dann auch immer gleich abläuft und sie nur noch mit String bekleidet irgendwo liegt und Christian Grey bei jeder Sexszene die Hose anhat, weil es vermutlich so in seinem Vertrag steht. Nur noch lächerlich.

Zusätzlich handeln die Gespräche immer von den selben drei Themen und bei den Dialogen rollen sich mir die Zehnägel hoch. Um nur mal einige Auszüge zu präsentieren:

„Okay, ich werde mit dir essen…, weil ich Hunger habe.“

„Du hast mir gezeigt wie man fickt Elena, Ana hat mir gezeigt wie man liebt.“

Das Drehbuch ist leider auch so unglaublich schlecht, ich meine wie sinnlos war die Absage für New York?! Was war das für eine Reaktion vom Chef, wtf?! Ja und diese schlechte aufgezwungene Dramatik durch den Hubschrauberabsturz hatte einfach 0 Konsequenzen, weil er 5 Minuten später bereits wieder unversehrt da ist und alles beim Alten ist.

Wenn ich jetzt schon die Trailer im Kino zum Abschluss der Trilogie am Valentinstag 2018 sehe freue ich mich, ehrlich…. Natürlich nicht über den Inhalt, weil der Trailer schon wieder schrecklich ist, sondern weil es eben der Abschluss ist.

Halloween-Special 2017 | SAW – Eine Ode an Hobbybastler und den Willen zu leben

Halloween-Special 2017 | SAW – Eine Ode an Hobbybastler und den Willen zu leben

 

Pünktlich wie die Maurer erscheinen jährlich zu Halloween die größten Horrorfilme des Jahres, jahrelang brachte man vor allem zwei Filmreihen mit diesem Zeitraum in Verbindung: Paranormal Activity und SAW. Um das zweite Franchise soll es heute in meinem Halloween-Special gehen, denn nach 7 Jahren Pause geht die Reihe mit Jigsaw diese Woche in die bereits 8.Runde. Die Filme haben über die Zeit einen gewissen Wandel durchgemacht und sind weg von dem eher bodenständigen Stil des ersten Teils zu einer Aneinanderreihung möglichst blutiger Tötungssequenzen verkommen. Machte zwar durchaus Spaß aber hat so ein wenig den Fokus auf einstige Stärken verloren.

Ich für meinen Teil, vermutlich als einer der wenigen, konnte auch in späteren SAW-Ablegern auch immer noch der Story etwas abgewinnen und habe mich auch immer auf die letzten 10 Minuten gefreut, die – wie im ersten Teil eingeführt – Zusammenhänge und Wendungen aufdeckt unter der musikalischen Untermalung des SAW-Themes.

James Wan hat 2004 diese Marke gestartet, die nicht nur seine Karriere seit dem ungemein beflügelt hat und ihn zu einem der aktuell größten Horrorregisseure machte, sondern weltweit insgesamt fast 900 Millionen $ einspielte.

Für mich stehen die SAW-Filme für coole Musik, eines der besten Horrorthemes überhaupt, kreative Fallen, Foreshadowing mit Doppeldeutigkeiten, eine für Horrorfilmstandards gute Prämisse und eine zwar verstrickte aber nicht zwangsläufig verzettelte Gesamtgeschichte, die in weiten Teilen der eigenen aufgebauten Filmlogik treu bleibt und häufig durch coole Wendungen erzählt wird.

Aus diesen Gründen und dem Release von Jigsaw präsentiere ich euch heute meine Kritik zum gesamten SAW-Franchise.

 

 

SAW I

Storyanriss:

Arzt Lawrence (Cary Elwes) und Fotograf Adam (Leigh Whannell) erwachen aus unerfindlichen Gründen in einem mysteriösen, verdreckten Waschraum. Angekettet an Abflussrohren entdecken sie in der Mitte des Raumes eine Leiche. Wer sie hierher entführte und weshalb, wissen die beiden Gefangenen nicht. Verschiedene Anzeichen lassen letztlich darauf schließen, dass sie sich in der Falle des Serienmörders „Jigsaw“ befinden. Wollen sie den wahr gewordenen Alptraum lebendig überstehen, müssen sie sich im Spiel des Mörders blutigen Aufgaben stellen. Bald wird klar, dass die beiden Gefangenen mehr verbindet, als sie ursprünglich gedacht haben – und außerdem, dass nur einer überleben kann.

Fazit in 3 Sätzen:

Die Prämisse hier einen Antagonisten zu präsentieren, der seine Opfer mit Bedacht wählt und ihnen „die Wahl lässt“ ihre verwerflichen Charaktereigenschaften und Sünden unter großer Opferbereitschaft zu sühnen oder ihr Leben zu verlieren, ist sehr cool und war zu diesem Zeitpunkt eine tolle Idee und ein frischer Wind im Horrorgenre. Der erste Teil der Reihe sticht mit seiner praktisch Kammerspiel-Inszenierung stilistisch deutlich aus seinen Nachfolgern heraus und hebt sich positiv ab. Natürlich kommt man bei SAW I nicht darum herum den grandios inszenierten Twist am Ende zu erwähnen, der super mit dem seitdem so berühmten Saw-Theme untermalt wurde.

Beste Falle:

Amanda bekommt eine Zahnspange! Beschrieben als umgekehrte Bärenfalle ist diese Konstruktion ein Dauerbrenner der Reihe mit viel Bedeutung.

Coolster Moment:

Twist: Jigsaw lag die ganze Zeit im Raum, ahnen konnte man das wieder am tollen Foreshadowing: „Anscheinend hat unser Freund bei seinen kranken Spielchen einen Platz in der ersten Reihe reserviert.“

 

 

SAW II

Storyanriss:

Zwei Jahre nach nachdem der Puzzlemörder das letzte mal zugeschlagen hat, startet Jigsaw (Tobin Bell) eine neue Reihe seiner Mordspiele, die Detective Eric Matthews (Donnie Wahlberg) unbedingt aufhalten möchte. Doch bald wird ihm klar, dass auch er und seine Ermittlungen nur Teil des mörderischen Treibens des berüchtigten Serienkillers sind. Das grausame Spiel macht auch vor der Familie des Polizisten nicht halt: Jigsaw hat Matthews Sohn zusammen mit einer Gruppe von Kriminellen (Shawnee Smith, Franky G, Glenn Plummer, Emmanuelle Vaugier, Beverly Mitchell, Timothy Burd, Lyriq Bent) in einem hermetisch abgeriegelten, monitorüberwachten Haus eingesperrt. Überraschenderweise geling es Matthews und seiner Kollegin Kerry (Dina Meyer) schnell, Jigsaw nach einigen Hinweisen zu schnappen. Doch damit hat das perfide Spiel gerade erst begonnen.

Fazit in 3 Sätzen:

Für mich ist der zweite Teil der SAW-Reihe im Prinzip auf dem gleichen Niveau wie der erste Teil, obwohl oder gerade, weil er einen komplett anderen Ansatz verfolgt, aber diesen so gut meistert, dass er für mich bis heute der unterhaltsamste SAW-Film ist mit seiner 10-Jägerlein-Prämisse. Die daraus entstandene neue Gruppendynamik, vor allem weil auch alle Beteiligten vom selben Polizisten in den Knast gesteckt wurden und jetzt mit seinem Sohn dort ausharren müssen, war eine witzige Ergänzung. Die Staffelstabübergabe vom sterbenden Jigsaw zu seiner Schülerin Amanda war konsequent weitererzählt und stark inszeniert.

Beste Falle:

Die arme Amanda hat es nicht leicht, erst bekommt sie eine Zahnspange und jetzt vorsorglich ein paar Impfungen. Menschen mit Angst vor Spritzen mussten hier ganz stark sein als Amanda ins Spritzenbad geschmissen wird.

 

Coolster Moment:

Coolste Szene für mich war die automatische Öffnung des Tresors in dem Donnie Wahlbergs Sohn die ganze Zeit über versteckt war, denn die Videoaufnahmen, die Wahlberg zuvor sah und zum Handeln zwangen, waren zeitversetzt, dabei war alles was er machen musste auf Jigsaw hören: Die Regeln sind ganz einfach: Sie müssen nur hier sitzen, mit mir reden und zuhören. Wenn sie das lange genug durchhalten, dann werden sie Ihren Sohn gesund und wohlbehalten wiedersehen.

SAW III

Storyanriss:

Jigsaw (Tobin Bell), der perverse Fallensteller mit pseudo-moralischem Antrieb, ist immer noch auf freiem Fuß. Doch er leidet an Krebs und hat deswegen bereits die Fortführung seiner „Werke“ über seinen Tod hinaus in die Wege geleitet: Jigsaws ehemaliges Opfer Amanda (Shawnee Smith) soll es richten. Der gelehrigen Schülerin steht nun ihre Gesellenprüfung ins Haus. Dazu lässt sie die Ärztin Dr. Lynn Denlon (Bahar Soomekh) entführen und in Jigsaws Folterlabor verschleppen. Lynns Aufgabe besteht darin, den todkranken Krebspatienten am Leben zu halten. Als kleinen persönlichen Anreiz bekommt sie eine schmucke Halskrause umgelegt, die in direkter Verbindung mit Jigsaws Herzschlag reagiert. Wenn der Killer stirbt, stirbt auch Lynn. An der zweiten Front verschafft Amanda dem verbitterten Vater Jeff (Angus Macfadyen) die Chance, sich für den Unfalltod seines geliebten Sohnes zu rächen. Jigsaw und Amanda präsentieren ihm in Folterfallen Schlüsselpersonen, die für das Ableben mitverantwortlich sind. Jeff wird zum Herrn über Leben und Tod.

Fazit in 3 Sätzen:

Am Ende des zweiten Teils kommen wir an den Schauplatz des ersten Films zurück und Donnie Wahlbergs Charakter wird in der gleichen Zelle gefangen gehalten wie die beiden Hauptfiguren im Original – cooler Weise setzt die Geschichte des dritten Teils genau dort an, ähnlich wie bei Halloween I und II. Wieder ein neuer Ansatz, dieses Mal müssen nicht zwei Leute eine Prüfung, oder eine ganze Gruppe von Menschen viele Prüfungen meistern, sondern ein Familienvater, der sein Sohn verloren hat muss alleine mehrere Prüfungen bestehen und dabei allen Beteiligten am Tod seines Sohnes begegnen – gefällt mir gut. Auch wenn ich es nicht gänzlich als schlecht empfand Amanda und Jigsaws Geschichte Fleisch zu geben und ihre Beziehung zueinander näher zu beleuchten, war es eventuell einfach zu viel Zeit die man dafür investierte zum Beispiel Szenen aus dem ersten Film im Detail zu erklären, die für die Handlung des dritten Teils nicht mehr so relevant sind oder 10 Minuten detailliert die Operation an Jigsaws Schädel zu zeigen – mit knapp 2 Stunden der längste Teil der Reihe und das merkt man auch ein wenig.

Beste Falle:

Der Richter der dem Mörder von Jeffs Sohn eine zu lasche Strafe gab muss sich nun auf dem Boden fixiert seinem Urteil stellen. Dabei werden Schweine mit Hilfe von Sägeblättern zerhäckselt und der Richter nach und nach mit den Gedärmen übergossen bis er zu ersticken droht. Yummi!

 

Coolster Moment:

Ein bisschen Spaß muss sein und auch der knallharte und gory SAW 3 lockert zwischendurch mal fix die Stimmung auf mit einem Slapstick-Shotgunkill, der maximal vermeidbar gewesen wäre und total unnötig eine bereits gerettete Person doch noch tötet.

 

SAW IV

Storyanriss:

Killer Jigsaw (Tobin Bell) ist tot, seine Schülerin Amanda (Shawnee Smith) ebenso. Die Agenten Strahm (Scott Patterson) und Perez (Athena Karkanis) sollen Detective Hoffman (Costas Mandylor) dabei helfen, Jigsaws Hinterlassenschaften zu ordnen. Doch das ist nur ihre offizielle Aufgabe – in Wahrheit verfolgen sie Spuren, die auf einen Maulwurf innerhalb des Polizeiapparats hindeuten, der mit dem Serienmörder zusammengearbeitet haben soll. Dessen mörderische Spiele gehen auch nach seinem Tod weiter. Als nächstes tappt SWAT Commander Rigg (Lyrig Bent) in eine der perversen Fallen. Ihm bleiben 90 Minuten, um zu verhindern, dass der überraschenderweise noch lebende Eric Mathews (Donnie Wahlberg) gehängt und der entführte Hoffman gegrillt werden. Doch auf dem Weg zum Ziel muss Rigg erst eine ganze Reihe von brutalen Tests durchlaufen.

 

Fazit in 3 Sätzen:

Der vierte Teil ist gefühlt ein Mix aus der Prämisse des dritten Teils, also eine Hauptfigur die mehrere Prüfungen überstehen muss und dem Ende des Originals – dementsprechend fühlt es sich ein wenig nach aufgewärmten Essen von gestern an. Die Fallen waren für mich aber wieder besser im Vergleich zum direkten Vorgänger und die Geschichte ein wenig dünner auch wenn man dieses Mal die Hintergründe von Jigsaw und seiner Frau  Jill erklärt hat. Gut gefallen haben mir auch wie üblich die Musik und dieses Mal sehr auffällig die coolen Szenenübergänge.

Beste Falle:

Diese Fall ist vielleicht nicht die spektakulärste des Films aber ich fand vor allem die Idee ganz cool den Aufbau als Analogie zu „zum Lösen der Verbindung“ zu nehmen. Denn die Frau und ihr Kind litten jahrelang an häuslicher Gewalt und die Frau deckte trotzdem ihren Mann, weil sie sich nicht aus seinen Fängen befreien konnte. Jetzt hat sie die Möglichkeit bekommen: beide Eheleute sind durch Eisenstangen miteinander verbunden, während die Frau an schmerzhaften aber nicht tödlichen Stellen durchstochen wurde, hat es den Mann an jeder Hauptarterie erwischt und verblutet, sobald sie die Stangen löst.

 

Coolster Moment:

Nach 3 Filmen ist dann auch mal für Donnie Wahlberg schluss mit lustig: mit einer kräftigen Eisblockbackpfeife verabschiedet er sich aus dem Franchise.

SAW V

Storyanriss:

Serienkiller Jigsaw (Tobin Bell) mag tot sein, doch die perversen Folterspiele hören deswegen längst nicht auf. Als einem von Jigsaws Erben ist es nun an Detective Hoffman (Costas Mandylor), das mörderische Treiben fortzusetzen. Hoffman nimmt fünf Menschen gefangen – die Feuerinspektorin Ashley (Laura Gordon), die Baubehördenmitarbeiterin Luba (Meagan Good), die Stadtplanerin Brit (Julie Benz), den Journalist Charles (Carlo Rota) und den reichen Junkie Mallick (Greg Bryk) – und sperrt sie in eine Anordnung von Fallen, auf die sein Meister sicher stolz wäre.

Fazit in 3 Sätzen:

Ich fand ganz nett, dass man hier dafür entschieden hat den Weg von FBI-Agent Strahm zu verfolgen und zu sehen wie er seinem Kollegen und Jigsaw-Nachfolger auf die Spur kommt – endlich rafft ein Cop mal was in dieser Franchise. Die Fallen gehörten für mich eher zum Mittelmaß der Serie auch wenn ich die Idee des menschlichen Körpers als Leiter für Strom ganz solide fand. Cool war dann auch das Finale rund um den Sarg, was wie üblich in dieser Filmreihe nochmal jedem guten Charakter, weil er nicht die Spielregeln befolgt, platt macht – in SAW V wortwörtlich.

Beste Falle:

Um die Verriegelung der Tür zu öffnen muss ein Mensch als Überbrückung und menschlicher Leiter herhalten für den Strom.

 

Coolster Moment:

Eine weitere Wendung schafft es in diese Kategorie: die Erkenntnis der Teilnehmer, dass ihre Prüfungen eigentlich als Teamspiel funktionierten und sie keine Menschen hätten opfern müssen. Wie immer haben die Teilnehmer nicht richtig zugehört: „Das Ganze ist größer als die Summe seiner Teile. Ihre Instinkte werden ihnen eines raten, aber ich bitte sie das Gegenteil zu tun.“

 

SAW VI

Storyanriss:

Jigsaw-Erbe Detective Hoffman (Costas Mandylor) hat freie Hand, das Vermächtnis seines Meisters fortzuführen, denn schließlich hält alle Welt FBI-Agent Strahm (Scott Patterson) für den Täter. Diesmal hat sich Hoffman den skrupellosen Krankenkassen-Manager William (Peter Outerbridge) für eines seiner perversen Spielchen auserkoren. Mit vier Sprengsätzen an Armen und Beinen bestückt bleiben diesem genau sechzig Minuten, um vier mitunter extrem schmerzvolle Aufgaben zu erledigen. Währenddessen kommen Detective Erickson (Mark Rolston) und eine plötzlich wiederauftauchende alte Bekannte Hoffman gefährlich dicht auf die Spur.

Fazit in 3 Sätzen:

Leider verkommen die Fallen mittlerweile dem reinen Selbstzweck und der komplette Hauptstrang hat in diesem Teil immer wieder Fallen, wo es von Anfang an darum geht, dass Leute sterben egal was man macht. Beispielsweise in der Karusselfalle, wo festgelegt war 4 von 6 Menschen sterben – nicht cool und widerspricht der Moral des Franchises. Genauso dumm wirkt dann leider auch die Handlung rund um Detective Hoffman, der von seinen beiden Kollegen eigentlich schon mega auffällig wissend, dass er Jigsaws Nachfolger ist in genau diese Nachforschungen eingebunden wird und die sich dann trotzdem zu dumm anstellen und überlistet werden – insgesamt für mich der schwächste der ersten 6 Teile.

Beste Falle:

Wie bei einer großen Würgeschlange wird das Opfer dafür bestraft wenn es atmet und der Würgegriff klammert sich immer enger an die Beute bis sie letztlich erstickt. Diese Falle hat mich in ihrer Grundidee daran erinnert, es gilt so wenig zu atmen wie möglich oder der Klammergriff übt immer mehr Druck auf die Rippen der Kandidaten aus.

Coolster Moment:

Der Film startet nicht nur mit einer coolen Falle, er sorgt auch gleich mal für einen Lacher, denn die Aufgabe lautet: wer mehr von sich opfert in 60 Sekunden, überlebt. Dass die Chancengleichheit auf dem ersten Blick nicht unbedingt gegeben ist, musste auch die Kandidatin verdutzt feststellen.

SAW VII

Storyanriss:

„Saw“ goes 3D! Und dafür hat der berüchtigte Massenmörder Jigsaw (Tobin Bell) – selbstredend vor seinem frühen Versterben im dritten Serienteil – wieder besonders abartige Todesfallen ausgeheckt. Die wenigen Glücklichen, die die früheren Spielchen des mörderischen Moralapostels überlebt haben, haben sich in einer Selbsthilfe-Gruppe unter der Leitung des selbsternannten Gurus Bobby Dagen (Sean Patrick Flanery) zusammengefunden. Doch damit setzen sie Jigsaws Maschinerie des Grauens nur einmal mehr in Bewegung.

Fazit in 3 Sätzen:

Die Geschichte ist leider absolut hanebüchen und reißt das Storykonstrukt der 6 Vorgänger komplett unnötig mit dem Arsch wieder ein, weil es Figuren zurückholt die eigentlich längst tot sein müssten und auch Kodex und Prinzipien, die man frühzeitig etablierte nun total über den Haufen schmeißt. Die Überlegung einen angeblichen Jigsaw-Überlebenden zur Hauptfigur zu machen war jedoch ganz cool auch wenn es die absolut dümmste Idee eines Menschen sein kann genau das zu tun, wenn die Morde noch im vollen Gange sind. Ja und die letzten 10 Minuten setzen dem Ganzen dann nochmal die Krone auf, wenn einfach nur noch alles und jeder getötet wird und man sich unendlich weit von den Wurzeln des Ursprungs entfernte – dumme Dialoge sowie Charakterentwicklungen, dabei alles übertrieben und komplett den Stil verloren.

Beste Falle:

Dass Angeln nicht unbedingt langweilig sein muss, beweist diese Konstruktion. Der Schlüssel zur Öffnung der Falle befindet sich an einer Angelschnur im Magen der Kandidatin – sowie der passende Angelhaken. Die Frau in Nöten darf leider nur nicht ihren Schmerz herausschreien, weil 4 Bolzen ihren Hals bedrohen, sobald sie zu laut ist.

Coolster Moment:

Auch wenn ich nicht gänzlich von der Wendung überzeugt war und die Charakterentwicklung wirklich glaubhaft fand, kam die Offenbarung dann doch ganz gut: Dr. Gorden, der sich im ersten Teil ikonisch den Fuß absägte, wurde auch zu einem Komplizen Jigsaws und beendet den Film dort, wo der erste angefangen hat.

SAW VIII: Jigsaw

Storyanriss:

Achter Teil des Horrorfranchise „Saw“, das von den mörderischen Spielen des psychopathischen Killers Jigsaw (Tobin Bell) handelt. Der heißt eigentlich John Kramer und wird seit über einem Jahrzehnt für tot gehalten – aber warum ist die Stadt dann voller grausam entstellter Leichen, warum deuten alle Spuren auf ihn? Setzt etwa einer von Jigsaws Schülern das Werk seines Meisters fort? Klar ist: Die Folterspiele haben wieder begonnen.

Fazit:

Jigsaw oder Saw 8 pendelt sich für mich qualitativ etwa in der Mitte der gesamten Reihe ein, also definitiv ist Jigsaw besser als Teil 6 und 7 und schlechter als die ersten 3 Filme – zumindest aus meiner Perspektive. Dennoch ist Saw 8: Jigsaw nicht ganz so gut geworden wie ich es mir erhofft hatte, gerade weil ich zuvor hörte, dass der Film mehr Comedyelemente haben würde und so fast schon in das Genre der Horrorkomödien abdriften könnte, war ich gespannt auf den frischen Ansatz und hätte glaube ich nicht so große Probleme damit gehabt. Wenn Horrorkomödien wie beispielsweise The Babysitter, den Netflix vor einigen Wochen veröffentlichte, gut gemacht sind, dann haben diese durchaus ihre Daseinsberechtigung.

Jigsaw hatte zwar durchaus paar witzige Momente, wenn beispielsweise ein Kandidat seine ganze Prüfung „verschläft“, eine andere selfaware und sarkastisch bemerkt, dass eine Jigsawpuppe auf seinem Bike creepy as fuck ist oder auch nach 10minütigem Schweigen über mögliche Vergehen in der Vergangenheit dann doch nebenbei mal 2423424 Dinge droppt und zugibt eine schlechte Person zu sein, aber im Kern blieb dieser Teil dann doch der restlichen Franchise treu.

Die Qualität der Fallen schwankte auch und ich denke, wenn man schon nach 7-jähriger Pause die Marke wiederbeleben will, wäre es wichtig gewesen noch ein stückweit kreativer zu werden. Zudem wirkte es manchmal sehr konstruiert wie die Teilnehmer in Fallen gerieten, klar Jigsaw hat es sich zur Aufgabe gemacht die menschliche Psyche zu studieren und Verhalten vorauszusehen, aber hier und da musste man schon stark ein Auge zudrücken. Cool fand ich aber „Die Spirale“ und auch „Die Shotgun“.

Was mir gar nicht gefiel waren aber sämtliche Polizeifiguren, die einfach überhaupt nicht mal für auch nur eine Sekunde ihre Ermittlungen weit fächern und andere Leute für verdächtig halten als ihre eigenen Kollegen. Jeder beleidigt und verdächtigt jeden komplett willkürlich und ohne Sinn, das geht hin und her und war echt saudumm. Stellt euch mal diese Arbeitsatmosphäre bei euch im Betrieb vor, wo irgendwas passiert und direkt jeder jeden in die Pfanne haut und an’s Bein pisst. Sehr unnötig das alles.

Natürlich wie in dieser Horrorreihe üblich bekommen wir im letzten Drittel auch die ein oder andere coole Wendung präsentiert, die ich insgesamt ganz in Ordnung fand und auch nicht alle kommen sah.

Meine Top 15 aus dem Jahr 2016

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Wieder ein Jahr rum und meine alljährliche Top-Liste der Kinofilme die ich gesehen habe darf da natürlich nicht fehlen. Die Oscar-Filme der letzten Verleihung sind wie immer ausgeschlossen. Allgemein kann man über das Filmjahr 2016 sagen, dass vor allem die kleinen Filme überzeugen konnten, wohingegen die großen Blockbuster reihenweise inhaltlich und finanziell scheiterten.

Honorable Mentions die es nur knapp nicht auf diese Liste geschafft haben, sind unter anderem: Der Nachtmahr, Creed, Sully, Eddie The Eagle, The Lobster, Nocturnal Animals, Zoomania, Vaiana, Phantastische Tierwesen, Midnight Special und Elliot der Drache.

#15 Rogue One: A Star Wars Story

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Vielleicht eine mittelgroße Überraschung gleich zu Beginn meiner Top-Liste: Rogue One schafft es nicht aufs Podium. Im Gegensatz zu Star Wars VII: Das Erwachen der Macht, der im letzten Jahr #1 meiner Liste erreichen konnte, muss das erste Spin-Off des Franchises ein wenig zurückstecken. Der Film war super und hat mir Spaß gemacht, aber es gab dann doch letztlich Filme die mir wichtiger waren in diesem Jahr.

Rogue One machte vor allem die gelungene Verknüpfung zu Episode IV, die phänomenalen Schauwerte – egal ob in der phänomenalen Raumschlacht über Scarif oder auf dem Planeten selbst –, oder die Atmosphäre aus auch wenn dadurch die Charaktere ein wenig litten.

 

#14 Toni Erdmann

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Unsere deutsche Oscar-Hoffnung und diesjährige Sensation hat es auch in meine Top-Liste des Jahres geschafft. Seit den Filmfestspielen in Cannes, wo knapp 4.000 Kritiker – als besonders streng geltend – Toni Erdmann begeistert mit Lobpreisungen überschütteten, ist Toni Erdmann bislang kaum aufzuhalten gewesen. Buhten sie Nicolas Winding Refns The Neon Demon noch aus, gab es für Maren Ades Beitrag minutenlange Standing Ovations in Cannes.

Der Film ist für einen deutschen Film ungewohnt witzig, mutig, brilliant gespielt, durchaus auch traurig und berührend und intelligent. Manchmal lacht man durch plakativen, offensichtlichen Humor, manchmal treibt es dir die (Fremd-)Schamesröte ins Gesicht und gerade im letzten Akt kann man fast nicht fassen was man da sieht, doch trotz dieser vielen witzigen Momente geht es bei Toni Erdmann auch um die nicht ganz einfache Beziehung zwischen einer Tochter, die ihre persönlichen Befindlichkeiten und Bedürfnisse hinter den Karrierplan stellt und und ihrem einsamen Vater, der mehr Zeit mit seiner Tochter verbringen möchte und unterschwellig ihren Lebensstil kritisiert.

Neben Der Nachtmahr ist Toni Erdmann für mich einer von zwei deutschen Filmen, die man in diesem Jahr auf den Schirm haben sollte und somit einen Platz in meiner persönlichen Top 15 des Jahres verdient hat.

 

#13 Deepwater Horizon

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Ein weitere Überraschung in meiner Top-Liste mit der ich so nicht gerechnet hätte. Peter Berg und Mark Wahlberg ist Deepwater Horizon so gut gelungen, dass er sich diesen Platz erkämpft hat. Wahlberg, Kurt Russell und John Malkovich waren perfekt besetzt, das Storygerüst stand auf soliden Beinen aber auch die zweite Hälfte mit all der Action und den effektreichen Schauwerten war super. Zudem war vieles davon mit extrem viel Aufwand handgemacht und auf einer extra nachgebauten Ölbohrplattform gedreht.

Aber auch die Emotionen und Fakten kommen bei Deepwater Horizon nicht zu kurz und somit war für mich der Film einfach sehr rund für das was er sein wollte und musste und macht Vorfreude auf die nächste Zusammenarbeit von Berg und WahlbergBoston„, die die Anschläge beim Boston-Marathon verarbeitet und bereits jetzt in Amerika mit Lob überschüttet wird.

 

#12 The Witch

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The Witch verlangt meiner Meinung nach dem Zuschauer einiges ab und so konnte ich von anderen Kinogängern hören wie scheiße sie diesen Film fanden. Ich fand ihn toll, denn durch seine ruhige Erzählweise stehen Atmosphäre, Bildsprache, Sound und die dadurch entstandene Stimmung hier im Vordergrund und nicht leicht generierte Schockmomente.

The Witch ist mehr was für Genre-Fans und hebt sich deutlich vom restlichen Horror-Einheitsbrei ab. Mich hat der Film darüber hinaus auch schauspielerisch überzeugt, vor allem die Hauptdarstellerin Anya Taylor-Joy war großartig.

 

#11 Swiss Army Man

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Swiss Army Man zählt wohl neben The Lobster zu den skurrilsten Filmideen des Jahres, aber für beide Filme geht das total auf. Sicherlich gefällt dieser Film nicht jedem, schließlich geht es um einen Typen, der dem Selbstmord nah war und einer furzenden Leiche, die gewissermaßen als Schweizer Taschenmesser für allerlei Dinge benutzt wird.

Die Geschichte sprüht vor origineller Ideen die superwitzig und kreativ sind, doch was mich viel mehr überraschte, war die durchaus emotionale Seite des Films, denn Swiss Army Man behandelt auch einige komplexe und tiefgründige Themen wie Freundschaft, Depression, Liebe, Konventionen der Gesellschaft, den Sinn des Lebens, Einsamkeit, die Phantasie als Rückzugsort. Tja und um das alles perfekt dem Zuschauer zu vermitteln, braucht es super Schauspieler und die hat man hier mit Paul Dano und Daniel Radcliffe auch noch bekommen, die einfach fantastisch spielen.

 

#10 The Shallows

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Ich habe eigentlich nicht wirklich mit so einem Genrefilm im aktuellen Kinobusiness gerechnet und bin daher umso positiver gestimmt einen so hochwertigen und gut inszenierten Vertreter zu bekommen, der sich nicht in eine Reihe mit Sharknado, Sandsharks oder Haialarm auf Mallorca stellt, sondern eher eine klassische Herangehensweise wählte.

Lob gebührt neben Blake Lively, die hier auf authentische Art und Weise das Maximum für so eine Rolle herausholt, vor allem auch der Kameraarbeit von Flavio Martinez Labiano. Mit geschickten Kniffen und Ideen, die immer wieder mit dem Element Wasser und den Set-Pieces spielten, gelangen einfach super Bilder. Generell muss man zu den Set-Pieces sagen, dass sich die Beteiligten für dieses doch relativ eingeschränkte Setting und solch klar verteilten Rollen ein paar coole Ideen haben einfallen lassen.

Des Weiteren gefiel mir das Make-Up, das sich schön den Ereignissen entsprechend anpasste und so für eine bessere Immersion sorgte. Auch die visuellen Effekten aus dem Computer konnten weitestgehend überzeugen. Insgesamt war The Shallows eine erfrischende Abwechslung dieses Jahr, die mir viel Spaß gemacht hat trotz simpler Handlung.

 

#9 Don’t Breathe

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Don’t Breathe ist ein spannungsgeladener Top-(Horror-)Thriller geworden, der vor allem mit einer dichten Atmosphäre, konsequenter Härte und einem überragenden Stephen Lang punktet. Die Prämisse des nicht ganz so hilflosen und blinden Opfers ist frisch, die Inszenierung war super, die sehr begrenzte Location wurde bis zum letzten Winkel kreativ genutzt – sowohl inhaltlich wie auch visuell, die Darsteller waren gut und die Twists und Turns kamen oft unerwartet. Doch der größte Pluspunkt war für mich die Spannung, die manchmal zum Fingernägel-Kauen war.

Meine kleine Horror-Rangliste des Jahres: Don’t Breathe > The Witch > Hush > Ouija 2 > Lights Out > Conjuring 2

 

#8 American Honey

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American Honey war für mich das vielleicht berauschendste, immersivste Filmerlebnis des Jahres, es ist ein Abgesang auf den amerikanischen Traum und erzählt ungeschönt von den unerfüllten Freiheitswünschen einer vergessenen, ungewollten jungen Generation. Der Film schwankt immer zwischen schönen und dann wieder beklemmenden Momenten und Sasha Lane sowie Shia LaBeouf haben eine sehr authentische und einnehmende Art des Schauspiels in diesem Film, das mir nachhaltig im Kopf geblieben ist.

 

#7 Deadpool

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Kommen wir zu den Comicbook-Verfilmungen in diesem Jahr. Wenn man objektiv ist, muss man schon sagen, dass Marvel 2016 sowas von deutlich die Nase vorn hatte im Kampf mit DC. DC hatte mit Batman V Superman und Suicide Squad die Karten selbst in der Hand und hat beide Filme in den Sand gesetzt. Marvel hingegen hat mit Captain America 3: Civil War, Doctor Strange und Deadpool gleich 3 Bretter dieses Jahr abgeliefert.

Deadpool landet stellvertretend in dieser Liste auch wenn Civil War meiner Meinung nach nicht wirklich schlechter war, weil Deadpool 2016 die Comic-Verfilmungen auf den Kopf gestellt hat. Hauptdarsteller Ryan Reynolds hat 10 Jahre versucht diesen Film zu realisieren und lieferte hier mit verhältnismäßig geringem Budget und seinem Team rund um Regisseur Tim Miller einen R-Rated Film ab, der extrem brutal, super lustig und trotzdem finanziell mega erfolgreich war.

Bislang hielt man das für unmöglich bei den Filmstudios, doch Deadpool hat nun Filmen wie Logan, dem nächsten „Wolverine„-Teil, den Weg geebnet auch so mutig zu sein und harten und brutalen Figuren wie Wolverine auch einen R-Rated Film zu geben. Die Trailer sehen bislang fantastisch aus.

Meine kleine Comicfilm-Rangliste des Jahres: Deadpool = Civil War > Doctor Strange > X-Men Apocalypse > Batman v Superman > Suicide Squad

 

#6 Arrival

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Denis Villeneuve ist momentan echt auf dem Weg zu einem der ganz Großen unserer Zeit zu werden: Enemy, Prisoners, Sicario und nun auch Arrival waren alle durchweg super. Unterschiedliche Ansätze und Genre aber überall lässt sich seine Handschrift erkennen und er schafft es intelligentes Unterhaltungskino zu schaffen wie momentan kaum ein anderer.

Arrival hatte tolle Bilder, eine dichte Atmosphäre, eine sehr coole Herangehensweise an den Bereich „Alien-Invasion“, er war intelligent, hatte mit Amy Adams‘ Performance zusätzliches Oscar-Material und bot genug Stoff um noch nach dem Kinobesuch über die Inhalte zu diskutieren. Ich freue mich auf Villeneuves nächstes Projekt Blade Runner 2049.

#5 10 Cloverfield Lane

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Mir hat Dan Trachtenbergs erste Spielfilmarbeit sehr gut gefallen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die positiven Aspekte des Films fangen bei einer sehr düsteren und dichten Atmosphäre an und gehen über eine an Überraschungen reiche Geschichte bis hin zu grandiosen schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller John Goodman und Mary Elizabeth Winstead.

Goodmans Charakter war so undurchschaubar und Winsteads Figur stach mit ihrer cleveren Art und Intelligenz raus aus dem Einheitsbrei der Frauenfiguren in solchen Filmen. In 9/10 Fällen wäre sie hilflos, dumm und würde nur den gesamten Film über schreien und heulen – in 1/10 Fällen bekommen wir aber eine Ellen Ripley. So auch bei 10 Cloverfield Lane.

#4 Kubo and the Two Strings

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Kubo nimmt hier ein wenig stellvertretend den Slot für die tollen Animationsfilme dieses Jahr ein, denn genau genommen sind die beiden Disneyfilme Vaiana und vor allem Zoomania nicht wirklich schlechter. Gerade Zoomania bietet mit seinen Themen wie Rassismus und Vorurteile wichtigen Stoff – auch für Erwachsene.

Für mich persönlich gewinnt aber Kubo – Der Tapfere Samurai dieses Jahr die Kategorie des besten Animationsfilms, weil er so einzigartig war. Es ist ein Stop-Motion-Meisterwerk und die asiatische Story ist auch ungewöhnlich. Der Film ist herzerwärmend und wunderschön, die Figuren liebenswert und tiefgründig.

Meine kleine Animations-Rangliste des Jahres: Kubo = Zoomania > Vaiana > Anomalisa > Sing > Findet Dorie > Sausage Party > Trolls > Rest

 

#3 The Neon Demon

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Wie zu Beginn meiner Liste erwähnt, wurde The Neon Demon auf den Filmfestspielen von Cannes mächtig ausgebuht, was glaube ich bei einem Film des exzentrischen, dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn (Drive, Bronson, Walhalla Rising, Only God Forgives), fast einkalkuliert wird. Ich selbst war bislang auch kein riesiger Fan aller seiner Filme und sein Stil ist auch einfach sehr speziell. Er geht häufig inhaltlich sowie visuell an die Grenzen des Erträglichen aber The Neon Demon hat es mir irgendwie angetan.

Ich habe den Film mit meinen Freunden im Freiluftkino diesen Sommer gesehen und sicherlich spielt auch das Kinoerlebnis mit rein, aber auch darüber hinaus hat mich der Film über das Jahr hinweg beschäftigt. Ist es ein Thriller? Eine Groteske? Ein Horrofilm oder doch eine Satire?

So ganz beantworten kann ich das nicht, aber wenn man sich auf den Film einlässt wird man in eine Neon-Style-Orgie mit elektrisierendem Electroscore mitgenommen und von der Oberflächlichkeit der so tollen und schönen Mode- /Modelbranche geblendet, während sich unter dieser Oberfläche tiefe Abgründe auftun, die letztlich alles zerstören und kannibalisieren. Perfekt ist auch der Cast: die Hauptrolle der unschuldigen Naturschönheit wurde von Elle Fanning toll gespielt und auch Jena Malone stach sehr positiv heraus.

„Beauty isn’t everything. It’s the only thing!“

 

#2 Sing Street

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John Carney hat es mit seinem letzten Film „Can a Song save your Life?“ bereits 2014 auf meine Top10-Liste geschafft und dieses Mal schnappt er sich mit Sing Street sogar den zweiten Platz. Es ist im Kern zwar durchaus wieder ein Feel-Good-Film der viel Spaß macht aber trotzdem verliert er durch das ernsthafte Setting der 80er in Dublin, eine Zeit die durch die Rezession, Zukunftängste und Armut geprägt war, nie die Bodenhaftung.

Ich fand den Film einfach super liebevoll, es hat mir Spaß gemacht dieser Truppe von Teenagern zuzuschauen, wie sie eine Band gründen, ihre musikalische Identität finden und sich anhand ihrer 80er-Musikvorbilder wie Duran Duran ständig neu erfinden. Die gefühlvolle Geschichte wird mit einem tollen 80er Soundtrack begleitet und von tollen darstellerischen Leistungen getragen.

Ferdia Walsh-Peelo gibt ein grandioses Debüt, und auch Jack Reynor sieht man hier das erste Mal in Sing Street in einer guten Rolle, wo er beweisen konnte, dass er nicht total scheiße ist. Die Entdeckung des Films war für mich aber Lucy Boyntons, die die Faszination und Anziehungskraft die sie im Film auf den Hauptcharakter ausübt auch auf den Zuschauer überträgt.

 

#1 Captain Fantastic

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Eine wunderschöne Tragikomödie mit dem wohl besten Superhelden des Jahres, der keiner ist: Captain Fantastic erzählt von dem alternativen Lebensentwurf einer Familie, die man nur ins Herz schließen kann, der regelmäßig an den gegensätzlichen Konventionen der Gesellschaft aneckt, schafft es aber dabei voller Komik, Empathie und Trauer die gesamte Emotionspalette beim Zuschauer abzurufen.

Captain Fantastic war einfach verdammt witzig und schafft es dennoch die Botschaft zu vermitteln, dass es nicht den einen wahren Weg gibt, sein Leben zu leben und beispielsweise seine Kinder zu erziehen, man aber auch generell Verständnis für andere Alternativen haben sollte. Doch wer jetzt den Eindruck bekommt, dass es sich um eine reine Komödie handelt, könnte weiter nicht von der Wahrheit entfernt liegen, denn trotz der vielen spaßigen Momente, hat Captain Fantastic eine sehr berührende und dramatische Seite die genauso gut, wenn nicht sogar noch besser funktionierte als die humoristische Facette.

Das Publikum in meinem Saal erlebte eine Achterbahn der Gefühle und wechselte von Tränen in den Augen zu herzlichem Gelächter und umgekehrt. Zudem sind die Kinderdarsteller aber vor allem auch Viggo Mortensen super gut und ich würde mir wünschen, dass Viggos Leistung eine Oscar-Nominierung bekommt. Tolles Rundumpaket und verdient meine diesjährige #1 der Top-Liste 2016.

Meine Flop 15 aus dem Jahr 2016

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Wieder ein Jahr rum und meine alljährliche Flop-Liste der Kinofilme die ich gesehen habe darf da natürlich nicht fehlen. Die Oscar-Filme der letzten Verleihung sind wie immer ausgeschlossen. Allgemein kann man über das Filmjahr 2016 sagen, dass vor allem die kleinen Filme überzeugen konnten, wohingegen die großen Blockbuster reihenweise inhaltlich und finanziell scheiterten.

Honorable Mentions die es nur knapp nicht auf diese Liste geschafft haben, sind unter anderem: Batman V Superman, The Light between Oceans, Paterson, Jack Reacher, Point Break, Alvin und die Chipmunks 4, Ride Along 2, Barbershop 3

#15 Ice Age 5: Kollision voraus!

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Den Anfang meiner Flop-Liste 2016 macht in diesem Jahr der mittlerweile 5.Teil der „Ice Age„-Reihe (hätte aber genauso gut Alvin und die Chipmunks 4 sein können) leider hat man aber bei dieser Reihe schon seit mehr als einem Teil das Gefühl, dass sie auf der Stelle tritt, während links und rechts reihenweise die Animationsfilme anderer Studios an Ice Age vorbeiziehen. Der Beginn des „Ice Age„-Franchises war klasse, vor allem auch Ottos Synchronisation in der deutschen Version, die so gut war, dass er die internationalen Sprecher teils anleitete, sich seiner Art anzupassen. Doch mittlerweile wird die Geschichte immer dümmer und belangloser und die witzigsten Momente hat eigentlich nur noch das Eichhörnchen Scrat, das kann auch Otto nicht mehr retten.

 

#14 Tschiller – Off Duty

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Ja Mensch, kinotechnisch lief es dieses Jahr eher nicht für Til Schweiger. Der Film über Cro mit seiner Beteiligung ging absolut unter an den Kinokassen und sein neuester Tatort-Fall wurde auch extra für die große Leinwand inszeniert und floppte – zwei Mal. Denn nachdem der Film schon bei Release bei den Zuschauern durchfiel, sah Schweiger nicht das Problem beim Film, sondern bei Kommunikation im Marketing und pushte den Film erneut auf die Leinwand von 90 Kinos für weniger als 10 Besuchern – totally worth it.

Der Film selbst ist für mich ein Abklatsch der 96 Hours Filme mit Liam Neeson, sowohl von der Thematik her als auch den Locations, alles deutlich schlechter und mit 2,5h mindestens eine halbe Stunde zu lang, weil es immer noch eine weitere Wendung geben muss. Das schlaucht ganz schön und Dialoge wie „Das sieht aus wie Pferdewixxe. – Das schmeckt auch so“ runden das Ganze dann letztlich ab. Alles in Allem ist es aber ein typischer Til Schweiger / Nick Tschiller Tatort, wer also diese actionlastige Art mag, bekommt genau das.

 

#13 Rob Zombies‘ 31

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Uff, 31 war echt eine Qual. Rob Zombie hat mit den Halloween Remakes durchaus Filme gemacht, die mir gefallen haben, aber mit 31 hat er mich total enttäuscht, vor allem da mich der Trailer angesprochen hat. Der Film an sich ist leider unerträglich. Die ersten 30 Minuten sind schon so dumm, dass man eigentlich kein Bock mehr auf den Rest hat. Schreckliche Figuren und Dialoge, dazu noch eine Szene, wo die Frau und Muse des Regisseurs, Sherri Moon Zombie, einem zahnlosen Redneck einen runterholt.

Den Mist hätte man ja noch ertragen können, wenn zumindest der typische Slasherteil Spaß gemacht hätte, aber auch hier suchte man die Qualität vergebens – dafür bekommt man einen spanischen Killer-Hitler-Kleinwüchsigen. Einzig Richard Brake kann vereinzelt Szenen retten in 31.

 

#12 5.Welle / Die Bestimmung: Allegiant

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5.Welle steht hier stellvertretend für all die mittelmäßigen bis schlechten Young-Adult-Novels, die verfilmt werden und die lukrative Lücke füllen wollen, die das Ende der „Tribute von Panem„- Reihe hinterlassen hat. Die „Divergent„-Reihe fing vielversprechend an und wurde seitdem von Teil zu Teil schlechter, so dass jetzt nach dem drittel Teil beschlossen wurde den Rest der Geschichte vermutlich nur im TV zu zeigen – Todesurteil.

Ob die 5.Welle überhaupt 3 Kinofilme bekommt, darf nach diesem ersten Ausflug wohl stark bezweifelt werden. Die Idee und das Setting waren nett und der Film fing durchaus vielversprechend an, doch später verschenkt der Film sein Potential und die 5.Welle verkommt zu einer schlechten Teenie-Lovestory mit schlechtem Finale und Cliffhanger.

 

#11 Girl on the Train

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Die Bestseller-Verfilmung wollte vieles, doch am Ende des Tages gelang nur wenig davon. Die Trailer und das Marketing ließen den Gedanken aufkommen hier den nächsten „Gone Girl“ zu bekommen, der noch im Jahr 2014 als einer der besten Thriller des Jahres punkten konnte, doch Girl on the Train erreichte dieses Niveau zu keinem Zeitpunkt.

Die Geschichte war konfus erzählt, die Rollen absolut unglaubwürdig, Auflösung und Ende teils lächerlich. Emily Blunt in der Hauptrolle konnte zwar brillieren und der Rest des Casts war sehr bemüht, aber die Enttäuschung über das Endergebnis konnten auch sie nicht vergessen machen.

 

#10 Zoolander 2

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Ja… diese Fortsetzung war nichts. Das Original von 2001 kam überraschend, war kreativ, ziemlich witzig und hatte sich seine Fangemeinde verdient. Der Trailer zu Zoolander 2 war eigentlich ganz geil und hat durchaus Lust gemacht auf das Sequel, doch das eigentliche Endprodukt konnte einfach nicht mithalten. Im Sekundentakt gibt es Cameos von sämtlichen Leuten der Mode- und Filmbranche, doch abgesehen von einer coolen Szene mit Benedict Cumberbatch blieb kaum einer davon hängen. So richtig abholen konnte mich der Humor 15 Jahre nach dem Original nicht mehr und somit gehört Zoolander 2 neben unter anderem Ride Along 2 zu den schlechtesten Komödien des Jahres.

 

#9 Assassin’s Creed

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Der letzte große Kinorelease des Jahres schafft es kurz vor Einsendeschluss auch noch auf meine Flop-Liste 2016. Ubisofts Dauerbrenner Assassin’s Creed sollte das Genre der Videospielverfilmungen revolutionieren doch reihte sich schließlich eher in die Reihe der sehr enttäuschenden Game-Adaptionen ein. Michael Fassbender in der Hauptrolle und als Produzent, Marion Cotillard und Jeremy Irons in Nebenrollen geben sich zwar Mühe, sind aber maßlos unterfordert und man könnte das Gefühl bekommen, sie wurden per Knebelvertrag dazu verpflichtet nach MacBeth aus dem letzten Jahr auch in Assassin’s Creed mitzuwirken.

Ja, der Film sieht nicht so schlecht aus und hat auch paar nette Action- /Parcourszenen zu bieten, aber auch hier ist es im Kern ein Schnittgewitter, wo meistens weggeblendet wird wenn mal ein wenig Gewalt zu sehen gewesen wäre, was irgendwie ziemlich kontraproduktiv ist in einem Film zu Assassin’s Creed. Zudem ist die Geschichte übertrieben kompliziert und verwirrend erzählt, so dass selbst ich – der den Vorteil hat sich bereits mit der Materie auszukennen – Probleme hatte der Geschichte zu folgen. Zudem wird der Film im letzten Drittel nur noch dumm, was Assassin’s Creed dann endgültig zu Grabe trug.

 

#8 Independence Day 2: Wiederkehr

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Und wieder ein Sequel zu einem Klassiker, das sich eigentlich keiner wirklich gewünscht hat wir aber trotzdem nicht verhindern konnten. Der Film hätte wie der Vorgänger stumpfes, geiles Actionkino sein können mit sympathischen Darstellern und Witz. Stattdessen bekamen wir einen neuen Cast rund um Liam Hemsworth, der Null Charisma und Charme hatte, unendlich viele dumme Szenen und generell fehlte einfach Will Smith. Die Actionszenen mussten doppelt so groß sein und es musste doppelt so krass explodieren, doch Independence Day 2 machte nur halb so viel Spaß wie das Original.

 

#7 Legend of Tarzan

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Legend of Tarzan ist ein wilder Ritt mit vielen Tiefen und wenigen Höhen auf der Qualitäts-Achterbahn. Die schwankende Qualität äußert sich so, dass man stellenweise Szenen hat, die gut und vielversprechend beginnen, aber vielleicht nur 10 Sekunden gehen und dann plötzlich dreht sich der Wind und man bekommt billigstes CGI, dumme Perücken, Dialoge und Logiklücken vorgesetzt die es wieder reinreißen. Der Cast bleibt blass und Christoph Waltz als Antagonist ist so Typcasted das mir das echt massivst auf den Sack geht mittlerweile. The Jungle Book hat es viel besser gemacht diese Jahr.

 

#6 Amerikanisches Idyll

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Was ein Scheiss. Mit zunehmender Spieldauer hat mich dieser Film immer stärker aufgeregt. Die grobe Idee der Geschichte hatte im Vorfeld für mich sehr großes Potential, das der Film aber letztlich absolut nicht ausschöpfen konnte – sie hat mich so sehr aufgeregt, dass ich laut lachen musste im letzten Drittel, weil ich nicht fassen konnte was da passiert und ich das so dämlich fand.

Die Charakterentwicklung wirkte teils überhastet und nur wenig ausgearbeitet. Manche Figuren drehten sich in 5 Minuten um 180° und andere konnten im gesamten Film keine Entwicklung durchmachen – beides nicht geschickt gelöst. Ziemlich negativ sind mir auch die ersten 30 Minuten aufgefallen, die merkwürdigerweise total drüber und overacted waren und so schon fast das Gefühl aufkam, dass man hier eine Satire sieht. Ewan McGregors Regiedebüt war ein Reinfall.

 

#5 Ben-Hur

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Hey, ein Remake! Und mal wieder scheiterte es fatal an den Kinokassen und den Kritikern. Ben-Hur ist einer der größten Box-Office-Bombs des Jahres und hat bislang nicht mal die 100 Mio $ Produktionsbudget eingespielt, geschweige denn natürlich die Werbekosten. Der 2016er Ansatz war durchaus unterhaltsam aber schon sehr holprig, die zwei großen Actionsequenzen konnten mich überzeugen, die Dialoge, Charaktere, das Storytelling und die Schauspieler nicht. Man weiß auch nicht so ganz für wen dieser Film eigentlich sein sollte. Total überflüssig.

 

#4 Teenage Mutant Ninja Turtles 2: Out of the Shadows

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Der erste Teil war schon fürchterlich aber auch im zweiten Anlauf macht das Studio es nicht besser. Man merkte einfach zu jeder Zeit, dass man absolut keinen Gedanken damit verschwendet hat auf die Kritik des Vorgängers aus 2014 einzugehen.

Megan Fox nimmt weiterhin einfaches Geld mit für ihre Rolle als Sexsymbol, Tyler Perrys Overacting war schrecklich, Bebob und Rocksteady haben zuviel Screentime bekommen, die nur mit Mist gefüllt wurde, die Action war langweilig und das große Finale war mal wieder generischste CGI-Mist der zur Zeit durch Hollywood fleucht. Zum Glück hat Teenage Mutant Ninja Turtules: Out of the Shadows nur noch halb so viel eingespielt wie sein Vorgänger und wir bleiben in Zukunft verschont davon.

 

#3 Gods of Egypt

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Was war das? Von den Kritikern in der Luft zerrissen, kastatrophal an den Kinokassen gescheitert, des Whitewashings beschuldigt und ein Regisseur (Alex Proyas; The Crow), der auch jetzt noch meint er hätte einen geilen Film gedreht und regelmäßig im Internet rumpöbelt.

Gods of Egypt ist für mich ein wenig das Jupiter Ascending aus 2016, denn ich glaube, wenn auf allen Positionen bessere Leute gesessen hätten, was bei 140Mio $ die der Film verschlang durchaus im Rahmen des Möglichen gewesen wäre, dann hätte dieses Filmprojekt durchaus Potential gehabt.

Eine Götter-Seifenoper mit interessanten Konflikten und phantasievollen Landschaften, Kostümen und Gestalten – warum nicht? Stattdessen bekommt man trotz gutem Cast teils mieses Acting und furchtbare Figuren (Jeoffrey Rush, what the fuck?), viel viel CGI mit sehr schwankender Qualität und eine sehr durchwachsene Story.

 

#2 Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln

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Schreeeeeeeeeeeeecklich! Der erste Teil hat über eine Milliarde eingespielt trotz mittelmäßiger Qualität, wen wundert es da also, wenn das Filmstudio beschließt einen zweiten Teil nachzuschieben? Niemanden. Problem ist nur, wenn dann so ein Sequel wie Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln kommt, das maximal einen guten Song von Pink hatte.

Tim Burton saß nicht mehr auf dem Regiestuhl und natürlich wurde die Figur vom größten Namen am Set, Johnny Depp, kurzerhand zum quasi wichtigsten Charakter gemacht. Wie die meisten Filme von Depp leider eine Fehlentscheidung. Mia Wasikowska springt nur noch von Green-Screen-Set zu Green-Screen-Set ohne viel zum Film beizusteuern. Die Story war dröge, der Film hatte viele schlechte Effekte, Dialoge und Charaktere zum Vergessen. Die Ergänzung von Sacha Baron Cohen war ganz nett aber nicht genug um den Film zu retten.

 

#1 Suicide Squad

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Ja meine diesjährige Nummer 1 ist Suicide Squad. Es ist vielleicht nicht der schlechteste Film des Jahres von einem technischen Standpunkt aus betrachtet, aber es ist definitiv die größte Enttäuschung des Jahres. Kein Film hat größeren Hype generieren können in seiner super gelungenen Marketing-Kampagne. Das große Schauspiel-Ensemble rund um Will Smith, Margot Robbie, Jared Leto und Co. versprühten in Interviews ihren Charme und vermittelten uns voller Charisma, dass sie den Spaß ihres Lebens hatten am Set von Suicide Squad und wie toll ihre Zusammenarbeit mit Regisseur David Ayer war.

Das mag auch alles so gewesen sein, leider half das alles nicht, um den Film rund zu machen und so entwickelte sich der Film, den eigentlich dieses Jahr fast jeder sehen wollte zur größten Enttäuschung des Jahres und landet somit zurecht auf meiner #1 der Flop-Liste 2016.

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Top 7 meiner liebsten Weihnachtsfilme | 2016

Wie in jeder meiner Ranking-Listen gibt es leider immer ein paar Filme, die es knapp nicht geschafft haben, sich einen Platz an der Sonne zu ergattern aber ich nicht versäumen möchte zu erwähnen. Bei Filmen mit Weihnachtsthematik oder die wir häufig zur Weihnachtszeit zu sehen bekommen, hat es unter anderem euer – meiner Umfrage aus dem letzten Jahr nach – beliebtester Weihnachtsfilm Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973) nicht unter meine Top-Liste geschafft.

Die Koproduktion der DDR und Tschechoslowakei gilt als absoluter Klassiker und Kultfilm in der deutschen Filmgeschichte und gehört seit vielen Jahren fest zum Weihnachtsprogramm, so dass er auch dieses Weihnachten wieder 13x über die deutschsprachigen Kanäle flimmert. Sorry Leute, aber euch 13x viel Spaß mit dem Film!

Weitere Filme die ich mag oder sogar liebe aber nicht in meine Liste aufgenommen habe, sind Der Polarexpress, Stirb langsam, Die Muppets-Weihnachtsgeschichte, Hilfe, es weihnachtet sehr mit Chevy Chase, Der Herr der Ringe, Versprochen ist Versprochen oder Sissi. Allesamt tolle Filme, die man sich immer zur Weihnachtszeit anschauen kann – und darüber hinaus.

#7 Das Wunder von Manhattan (1994)

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Den Anfang meiner Top-Liste macht Das Wunder von Manhattan, der sich mit den Fragen beschäftigt, ob es den Weihnachtsmann wirklich gibt, was ihn ausmacht und wie lang man daran glauben sollte. Um zu beweisen, dass Kris Kringle (Richard Attenborough) wie er andeutet der Weihnachtsmann ist, muss er der kleinen Susan (Mara Wilson) drei Wünsche erfüllen: einen Bruder, ein Haus und einen Vater. Zusätzlich müssen sie gemeinsam mit dem Anwalt Bryan dem Gericht und der Stadt beweisen, dass Kringle der Weihnachtsmann ist.

Ich fand die Prämisse der Geschichte immer süß und innovativ; das Gespann aus Richard Attenborough (Jurassic Park) und Mara Wilson (Matilda) ist zudem einfach super und Grund genug für #7 meiner Top-Liste.

 

#6 Die Geister, die ich rief… (1988)

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Nachdem ich mal 5 Minuten überschlagen habe wieviele Varianten und Adaptionen es von Charles Dickens „A Christmas Carol / Die Weihnachtsgeschichte“ gibt, bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich um unendlich viele handeln muss. Ob Die Muppets-Weihnachtsgeschichte mit Michael Caine, die klassische Variante A Christmas Carol – Die nacht vor Weihnachten mit Patrick Stewart oder in Disneys animierter Version Eine Weihnachtsgeschichte mit Jim Carrey, eines steht fest: die Geschichte um den verbitterten, einsamen und geizigen Ebenezer Scrooge, der von den Geistern der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht besucht wird und gezeigt bekommt auf was es im Leben wirklich ankommt, ist ein Evergreen und die vermutlich beliebteste Weihnachtsgeschichte.

Die Geister die ich rief mit Bill Murray in der Hauptrolle ist meine persönliche Lieblingsadaption dieses Stoffes und landet somit in meiner Top 7 auf #6.

 

#5 Tatsächlich… Liebe (2003)

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Viele Worte bedarf es bei diesem Klassiker der Neuzeit nicht. Zu Valentinstag und Weihnachten funktioniert dieser Episodenfilm einfach jedes Jahr aufs neue perfekt. Der Film ist bis in die kleinste Rolle gespickt mit Schauspielern, die 2003 als der Film erschien teilweise noch ziemlich unbekannt waren und mittlerweile regelmäßig um Oscars kämpfen wie beispielsweise Chiwetel Ejiofor (12 Years a Slave) oder den Cast einer der größten Serien anführt wie Andrew Lincoln (The Walking Dead).

Tatsächlich… Liebe steht für mich für einen tollen Mix aus süßen und sehr unterschiedlichen Interpretationen von Liebe und musikalischer Untermalung mit Ohrwurmcharakter. Unvergessen bleiben Andrew Lincolns Liebesgeständnis per Schilderbotschaft und Hugh Grants Performance als tanzender Premier Minister, der sich in seine Angestellte mit losem Mundwerk verliebt.

 

#4 The Nightmare Before Christmas (1993)

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Ähnlich wie Tatsächlich… Liebe besetzt der Stop-Motion-Film von Henry Selick und Tim Burton The Nightmare Before Christmas regelmäßig Top-Listen für gleich zwei jährlich zelebrierte Anlässe – im Falle dieses Klassikers zu Halloween und Weihnachten. Hinzu kommt aber, dass The Nightmare Before Christmas einer meiner Alltime-Favorites ist und dementsprechend eh schon einen hohen Stellenwert bei mir hat.

Im Film geht es um Jack Skellington, den Pumkinking von Halloween-Town, der jedes Jahr begeistert mit seinen Mitbürgern Halloween zelebriert. Doch irgendwann wird ihm auch das zu langweilig und er gelangt zufällig mit einer Tür nach Christmas Town, wo er zum ersten Mal die Faszination von Weihnachten erlebt und diese nun auch in Halloween Town feiern will und kurzerhand den Weihnachtsmann entführt.

The Nightmare Before Christmas ist nicht nur technisch absolut beeindruckend, aber er ist vor allem kreativ, witzig, niedlich im Design der Figuren und der Geschichte, sondern punktet auch mit tollen Songs wie „This is Halloween“ oder „What’s This?„.

 

#3 Der Grinch (2000)

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Der Grinch ist so ein Film der mir erst über die Zeit richtig ans Herz gewachsen ist, denn als ich damals den Film zum ersten Mal gesehen haben, mochte ich ihn absolut nicht. Irgendwie sah mir alles viel zu merkwürdig und hässlich aus mit all den komischen Gesichtern und diesem überspitzten Charakter, gespielt von Jim Carrey. Doch ich habe dem rachsüchtigen Grinch eine zweite Chance gegeben und bis heute nicht bereut, denn hinter dem ganzen Make-up versteckt sich eine rührende und tolle Geschichte über das Überkommen von Kindheitstraumatas und Vorurteilen sowie die wahren Werte im Leben.

Highlight ist natürlich die urkomische und legendäre Performance von Jim Carrey an der Seite von Taylor Momsen, die sich mir ins Gedächtnis gebrannt hat.

 

#2 Kevin – Allein zu Hause (1990) / Kevin – Allein in New York (1992)

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Macaulay Culkin in der Rolle seines Lebens als Kevin McCallister, der von seiner genervten und gestressten Familie gleich zweimal vergessen wird und sich alleine gegen die beiden Kleinganoven Harry Lime (Oscarpreisträger Joe Pesci) und Marv Merchants (Daniel Stern) verteidigen muss und dabei den Spaß seines Lebens hat und all die Dinge macht, die sich doch jeder von uns schon gewünscht hat in diesem Alter. Auf seinen Abenteuern trifft er allerlei skurrile Persönlichkeiten, die ihn über seine unerwartete Einsamkeit hinweghelfen bis er letztlich doch wieder von seiner Familie in die Arme geschlossen werden kann.

Süße Geschichte und verdammt lustig. Habe die Filme gefühlte hundertmal gesehen und lache auch noch beim hundertundersten Mal. Über. Die. Selben. Stellen. Wie. Beim. Ersten. Mal. Kevin – Allein zu Haus rockt sich zur #2 meiner Top-Liste.

 

#1 Der kleine Lord (1980)

Meine absolute Nummer 1 der Weihnachtsfilme ist die britische Interpretation des kleinen Lords von 1980 mit Sir Alec Guinness (Star Wars) und Ricky Schroder (Scrubs) in den Hauptrollen. Im Wesentlichen geht es um den siebenjährige Cedric Errol (Ricky Schroder), Sohn eines Engländers und einer Amerikanerin. Nach dem Tod seines Vaters ist Cedric der rechtmäßige Erbe des Adelstitels „Lord Fauntleroy“ und Vermögens seine Großvaters Earl of Dorincourt (Alec Guinness) und soll auf seine zukünftige Rolle vorbereitet werden. Der lebensfrohe Junge zieht mit seiner Mutter zu seinem mürrischen Großvater nach England und erobert mit seiner liebenswerten Art nicht nur die Herzen der Angestellten, sondern auch das seines Großvaters.

Geprägt durch meine Familie gehört dieser Film zum festen Bestandteil unseres jährlichen Weihnachtsritus und jedes Jahr aufs neue wird sich über den Film unterhalten als ob man ihn das allererste Mal gesehen hätte, wir hauen uns Zitate um die Ohren und die Festplattenrekorder laufen heiß, obwohl man „Der kleine Lord“ bereits in 10 Versionen besitzt. Meine liebster Weihnachtsfilm.

MEIN EIGENES PONY?!

Robin Williams – Filme, die wir nie vergessen werden..

Mit Robin Williams ist nicht nur ein grandioser Comedian und ein (Aussagen zufolge) guter Familienmensch aus dem Leben getreten, sondern auch ein Schauspieler, der oft genug zeigte, wie vielseitig er sein konnte und vor allem auch, dass man Schauspielern mit komödiantischen Hintergrund mehr zutrauen darf als das bloße Aneinanderreihen von plumpen Gags. Auch wenn Robin Williams zuletzt nicht wirklich so präsent für uns war und jeden Monat einen Film ins Kino brachte, ist mir aufgefallen, dass eure Anteilnahme größer zu sein scheint als es noch bei anderen Persönlichkeiten, die in den letzten Monaten zu früh ein Ende fanden, der Fall war. Der Grund liegt für mich hier ganz klar auf der Hand: Unsere Kindheit.

Die Betroffenheit unter uns Mittzwanzigern rührt ganz klar daher, dass Robin Williams mit seinen Filmen einen nicht unbeträchtlichen Teil unserer Kindheit geprägt hat und wir gerne auf diese Zeit zurückblicken. Das ist auch mein Anliegen bei diesem kleinen Artikel, denn viel mehr als um diesen Verlust zu trauern, schlage ich vor, dass wir uns nochmal seine Werke ins Gedächtnis rufen und daran erfreuen. Hierzu möchte ich euch meine persönlichen Lieblingsfilme mit Robin Williams auflisten und eventuell fühlt sich der ein oder andere dazu veranlasst, demnächst nochmal die DVD zu entstauben und einzulegen.

Mrs. Doubtfire

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Die Rolle des stacheligen Kindermädchens Mrs. Doubtfire war vermutlich nicht nur bei mir das erste Bild, welches ich mit dem Namen „Robin Williams“ assoziierte, denn trotz all der tollen Filme mit ihm, brannte sich diese Figur besonders ein. Auch noch heute ist die seichte Familienkomödie um den chaotischen Familienvater Daniel Hillard, der mit allen Mitteln um seine Kinder kämpft, eine spaßige Alternative für den Sonntag-Nachmittag. Kult.

 

Hook

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Wir können es nicht wirklich aufhalten und wollen es in der Regel auch nicht: das Erwachsenwerden. Hin und wieder aber wünscht man sich dennoch die alten, unbeschwerlichen Kindheitstage ohne Verantwortung, Verpflichtungen und Stress zurück – sei es auch nur für einen kurzen Augenblick. Keine Figur verkörperte diese Träumerei besser als Peter Pan, den Robin Williams 1991 in der Realverfilmung „Hook“ verkörperte. Klassiker.

 

Good Will Hunting

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„Good Will Hunting“ ist ein Phänomen. Die Entstehungsgeschichte liest sich wie ein Märchen, denn die beiden guten Freunde Ben Affleck und Matt Damon waren damals nicht nur unbekannte Jungschauspieler, sondern schrieben das oscarprämierte Drehbuch zu diesem Film selbst und tingelten damit lange von Filmstudio zu Filmstudio um einen Abnehmer zu finden, der ihnen nicht nur finanziell half, sondern auch erlaubte selbst in ihrer Geschichte zu spielen und den Film nach ihren Vorstellungen zu produzieren. Die intelligent erzählte Geschichte um das Mathematikgenie Will Hunting, der nicht nur Hilfe von seinem Therapeuten Sean Maguire (Robin Williams) bekommt, sondern auch ihm hilft über seine Verluste hinwegzukommen, ist auch heute noch einfach klasse. Der Film war nicht nur der Durchbruch für Affleck und Damon sondern veredelte auch Robin Williams Karriere mit einem Oscar für den Besten Nebendarsteller. Emotional.

 

Der Club der toten Dichter

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Meine persönliche Nummer Eins seiner Filme, kam 1989 in die Kinos und wird auf Grund seiner Thematik für mich unsterblich bleiben. Wenn man seinen Freunden Glauben schenken darf, regte Robin Williams die Menschen zum Nachdenken und Hinterfragen an und das tat er auch auf so beeindruckende Weise als Lehrer John Keating in diesem Film. Mit Poesie und Leidenschaft drang er zu seinen Schülern durch – in einer sonst so konservativen Gesellschaft. Spätestens nach diesem Film, wünschte man sich auch solche Lehrer an der eigenen Schule. Unvergessen.

Carpe diem. Seize the day, boys. Make your lives extraordinary.

 

Ruhe in Frieden, Robin Williams.