And the Oscar 2020 goes to..

And the Oscar 2020 goes to..

Es ist endlich wieder soweit: in wenigen Stunden werden die Oscars in Los Angeles verliehen. Es ist mittlerweile die 92. Verleihung des prestigeträchtigsten Filmpreises der Welt, den Academy Awards. Mein Event-Highlight des Jahres.

Oscars 2020 – was ist passiert

Im Gegensatz zu den letzten Jahren, wo wir an diese Stelle über #metoo, #OscarsSoWhite, den Rausschmiss von Hosts und die merkwürdigen Ideen der Academy, die sinkenden Zuschauerzahlen zu stoppen, gesprochen haben, bleibt es dieses Jahr relativ ruhig. Keine großen Skandale vorab, keine bahnbrechenden Ankündigungen.

Wie schon im letzten Jahr wird man auch dieses Mal eine Show ohne Host durchführen. So erhofft man sich natürlich den Aufwärtstrend des letzten Jahres und die positiven Kritiken zur Verleihung fortzuführen.

Vermutlich wird auch Grammy-Abräumerin Billie Eilish auftreten und den neuen Bond-Song präsentieren, was definitiv ein wenig ungewöhnlich ist. Normalerweise sind die Showeinlagen auf die Nominierungen der Kategorie Bester Filmsong beschränkt.

Auch Abseits von der eigentlich Verleihung setzt die Academy auf Veränderung und passt ihr Essen an. Erstmals wird der deutsche Koch Wolfgang Puck ein hauptsächlich veganes Menü für Hollywoods Elite kreieren.

Auch das jährliche In Memoriam wird heute Nacht vermutlich ein Stückweit emotionaler sein. Nicht nur weil vor wenigen Tagen Legende Kirk Douglas mit 103 Jahren gestorben ist, Luke Perry völlig unerwartet verstarb, sondern auch weil LA’s Sohn Kobe Bryant, der ebenfalls ein Oscar-Gewinner war, tragisch verunglückte und die Oscars wie jedes Jahr in LA verliehen werden.

Snubs & Suprises

Biggest Snubs:
Bester Hauptdarsteller: Adam Sandler (Uncut Gems), Taron Egerton (Rocketman) oder Robert De Niro (The Irishman), Eddie Murphy (Dolemite is my Name)
Beste Hauptdarstellerin: Lupita Nyongo (Wir) und Awkwafina (The Farewell)
Beste Nebendarstellerin: Jennifer Lopez (Hustlers)
Beste Regie: eine Frau, bspw. Greta Gerwig, Alma Har’el, Lulu Wang oder Olivia Wilde
Filme: Dolemite is My Name, Booksmart, Uncut Gems, The Farewell und The Lighthouse nahezu komplett ignoriert

Biggest Surprises:
Joker bekommt trotz Kontroverse 11 Nominierungen
Beide Päpste für The Two Popes nominiert
Netflix auf Rekordhoch mit The Irishman und Marriage Story
Kathy Bates kickt J.Lopez und Parasite-Cast raus
Scarlett Johansson mit 2 Noms
Klaus sticht Frozen 2 aus für Bester Animationsfilm

Beste Nebendarstellerin / Actress in a Supporting Role

Kathy Bates (Richard Jewell) | Florence Pugh (Little Women) | Margot Robbie (Bombshell) | Laura Dern (Marriage Story) | Scarlett Johansson (Jojo Rabbit)

Wahrscheinlich: Laura Dern / Wunsch: Scarlett Johansson
Laura Dern ist hier definitiv in der Favoritenrolle und gilt für die meisten als sicherer Sieger. Für mich gibt Scarlett Johanssons Rolle in JoJo Rabbit ein wenig mehr her und durch die Doppelnominierung, sehe ich ihr Chancen hier höher, weil die Hauptrollen-Oscars sicherlich an Renée Zellweger geht.

Bester Nebendarsteller / Actor in a Supporting Role

Tom Hanks (Der wunderbare Mr.Rogers) | Anthony Hopkins (The Two Popes) | Al Pacino (The Irishman) | Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood) | Joe Pesci (The Irishman)

Wahrscheinlich: Brad Pitt / Wunsch: Brad Pitt
Ich denke Brad Pitt ist hier der Favorit im Rennen um den Oscar, dicht gefolgt von Pesci & Al Pacino aus The Irishman. Da sich beide aber zwangsläufig gegenseitig Stimmen wegnehmen werden, sollte meine Wunschkandidat Pitt letztlich für seine Performance als Cliff Booth abräumen.

Beste Hauptdarstellerin / Actress in a Leading Role

Cynthia Erivo (Harriet) | Charlize Theron (Bombshell) | Saoirse Ronan (Little Women) | Scarlett Johansson (Marriage Story) | Renée Zellweger (Judy)

Wahrscheinlich: Renée Zellweger / Wunsch: Renée Zellweger
Zellweger hat nahezu jeden Preis in den letzten Wochen abgeräumt und wird somit auch sehr wahrscheinlich heute Nacht den Oscar gewinnen für Ihre Darstellung von Hollywood-Ikone Judy Garland. Ihre Konkurrenz ist groß, vor allem mit Scarlett Johansson oder Saoirse Ronan, die jetzt bereits zum vierten Mal nominiert ist und das gerade mal mit 25 Jahren, sollte langsam mal ausgezeichnet werden. Vielleicht sieht das auch die Academy heute so – auch wenn Ihre Rolle meiner Meinung nach nicht ihre beste war.

Bester Hauptdarsteller / Actor in a Leading Role

Antonio Banderas (Pain and Glory) | Jonathan Pryce (The Two Popes) | Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood) | Adam Driver (Marriage Story) | Joaquin Phoenix (Joker)

Wahrscheinlich: Joaquin Phoenix / Wunsch: Joaquin Phoenix
Seit Oktober galt Phoenix als sehr aussichtsreicher Kandidat für den Sieg und daran hat sich nicht viel geändert. Ich würde es mir auch wünschen, da seine Performance sehr außergewöhnlich war. Dennoch sollte man einen Leonardo DiCaprio und vor allem Adam Driver nicht unterschätzen. Sie lauern auf den Überraschungssieg.

Bester Film / Best Picture

Jojo Rabbit | The Irishman | Little Women | Marriage Story | Joker | Le Mans 66 | Once Upon a Time in Hollywood | 1917 | Parasite

Wahrscheinlich: 1917 / Wunsch: Parasite
Der Zweikampf wird sich vermutlich zwischen den großen Favoriten 1917 und Tarantinos Once Upon a Time in Hollywood entscheiden, wünschen würde ich mir aber ein Sieg für den koreanischen Parasite. Once Upon folgt in meiner persönlichen Rangliste.

Bonus-Kategorien

Beste Regie / Directing

Wahrscheinlich: Sam Mendes (1917) / Wunsch: Bong Joon Ho (Parasite)
Sam Mendes und 1917 surfen auf der Erfolgswelle, wünsche würde ich mir aber Bong Joon Ho oder endlich auch Tarantino

Bestes adaptiertes Drehbuch / Adapted Screenplay

Wahrscheinlich: Little Women / Wunsch: JoJo Rabbit
Wenn ein Stoff wie Little Women bereits etliche Male verfilmt und in Form von Serien verarbeitet wurde, dann spricht das für seine Beliebtheit und Qualität und den damit verbundenen Favoritenstatus. Da mir Little Women aber nicht so richtig gut gefiel, fällt mein Wunsch eher auf Taika Waititis Adaption zu Jojo Rabbit.

Bestes Originaldrehbuch / Original Screenplay

Wahrscheinlich: Once upon a Time in Hollywood / Wunsch: Parasite
Tarantino wird vermutlich wie immer beim Besten Film sowie Regisseur übergangen werden, aber für seine Drehbücher gilt er immer auch als Favorit. Ich wäre mit einem Sieg Tarantinos sehr zu frieden, wünsche mir aber Parasite für dieses runde Script ohne Längen.

Zusammenfassung aller Kategorien

Wunsch:
Scarlett Johansson (Nebendarstellerin)
Brad Pitt (Nebendarsteller)
Renée Zellweger (Hauptdarstellerin)
Joaquin Phoenix (Hauptdarsteller)
Parasite (Bester Film)

Bong Joon Ho (Beste Regie)
Jojo Rabbit (adapt. Drehbuch)
Parasite (Orig.drehbuch)

Wahrscheinlich:
Laura Dern (Nebendarstellerin)
Brad Pitt (Nebendarsteller)
Renée Zellweger (Hauptdarstellerin)
Joaquin Phoenix (Hauptdarsteller)
1917 (Bester Film)

Sam Mendes (Beste Regie)
Little Women (adapt. Drehbuch)
Once Upon a Time in Hollywood (Orig.Drehbuch)

Meine Top 15 aus dem Jahr 2019

Wieder ein Jahr rum und meine alljährliche Top-Liste der Kinofilme und Filme von Streamingseiten a la Netflix darf da natürlich nicht fehlen. Die Oscar-Filme der letzten Verleihung sind wie immer ausgeschlossen um die Liste nicht zu verwässern. In diesem Jahr sind das beispielsweise The Favourite, A Star is Born, Green Book usw. Ich habe wieder weit mehr als 100 Filme dieses Jahr im Kino gesehen und eine buntgemischte Liste zusammengestellt mit den für mich besten Filmen des Kinojahres.

Honorable Mentions die es nur knapp nicht auf diese Liste geschafft haben, sind unter anderem: Glass, Escape Room, Mid90s, Creed 2, Meisterdetektiv Pikachu, Rocketman, Godzilla 2, Long Shot, Late Night, Doctor Sleep, The Irishman, Shazam.

Breakout Star 2019

Ich habe mir überlegt, dieses Jahr mal einen kleinen Absatz dem Breakout-Star des Jahres zu widmen. Es hätte genauso gut Keanu Reeves sein können, der weiter in seiner Rekeanussaince ein grandioses Comeback feiert, aber ich habe mich für die gerade einmal 23-jährige Florence Pugh entschieden.

Innerhalb von 12 Monaten hat sie mit gleich 4 krass unterschiedlichen Projekten auf sich aufmerksam gemacht und für jeden dieser Filme bereits viel Lob kassiert. Ich find es immer faszinierend wie Hollywood funktioniert und plötzlich bis dato unbekannte Schauspieler hinter den Kulissen, wie durch Absprachen plötzlich das heißeste Eisen im Ofen sind. Als ob sich die Casting-Directors einmal wöchentlich zum Skypecall treffen und sich auf eine Person einigen, die sie für das kommende Jahr für jedes Projekt buchen.

Florence Pugh schafft es – SPOILER – gleich zweimal dieses Jahr auf meine Topliste. Mit dem Wrestling-Biopic über PaigeFighting with My Family”, weckte sie mein Interesse, mit Ari Asters „Midsommar“, konnte sie in einer weiteren Hauptrolle eines heißerwarteten Films auftrumpfen. Nächsten Monat startet mit Little Women der neue Film von Greta Gerwig, der eh halb Hollywood an den Lippen hängt und der bereits sehr viele positiven Kritiken bekommen hat. Als wäre das nicht genug, startet kurz darauf auch schon Black Widow, Scarlett Johanssons Solo-Marvel-Film. Dort spielt Florence Pugh ihre Schwester und schafft es also innerhalb eines Jahres nicht nur in den Indi-Hits der begehrtesten Regisseure zu spielen, sondern auch den Sprung in das mächtige Marvel Blockbusterkino. Ich bin gespannt was die kommenden Jahre für diese talentierte Schauspielerin bereit halten.

#15 Star Wars IX – Der Aufstieg Skywalkers

J.J. Abrams ist zurück auf dem Regiestuhl, um nach den bei Kritikern zwar beliebten, aber beim Publikum sehr umstrittenen The Last Jedi das Regieruder wieder zu übernehmen und die Skywalker-Saga nach satten 9 Teilen abzuschließen. Abrams galt hier wohl einfach als sicherste Wahl, da er mit Episode 7, der es 2015 noch bei mir auf die Spitzenplatzierung im Jahresranking einnahm, bereits bewies, dass er zwar nicht wie Rian Johnson super mutig mit der Marke umgeht, aber trotz der großen Parallelen zur originalen Trilogie, einen soliden Star Wars Film drehen kann. Disney kam das wohl jetzt für Episode 9 ganz recht, um die zuletzt große Kritik an der Franchise nicht weiter zu befeuern. Zusätzlich hatte er die Mammutaufgabe Carrie Fisher nach ihrem Tod möglichst würdevoll zu integrieren und auch ihre Rolle zufriedenstellend abzuschließen.

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers ist bei bestem Willen nicht perfekt und auch nicht der beste Teil der neuen Trilogie, aber es ist dennoch ein solider Abschluss, der mir gut gefallen hat. So gibt es stellenweise übertriebenen Fanservice, Szenen die nur für die Optik Sinn ergeben aber keinesfalls inhaltlich, Nebencharaktere, die man jetzt nach zwei verpassten Chancen auch wirklich komplett auf die stille Treppe der Belanglosigkeit setzt, sowie den ein oder anderen unnötigen Diss gegenüber Rian Johnsons The Last Jedi und ein ständiges Zurückrudern und Rechtfertigen für die Entscheidungen des Vorgängers. Man merkt dieser Trilogie sehr deutlich an, dass es merkwürdigerweise kein einheitliches Konzept zur übergreifenden Geschichte gab. Ich find es cool, dass die Regisseure nahezu freie Hand hatten, aber irgendwie sollten doch alle Beteiligten wissen, wo Figur X in Episode 7 ist und wo sie in Episode 9 sein sollte und nicht für jeden Film eine 180° Wendung machen.

Doch warum gefiel mir The Rise of Skywalker dennoch? Nach wie vor funktionieren die Hauptdarsteller Daisey Ridley, John Boyega, Adam Driver und Oscar Isaac sehr gut. Nicht nur sind die Darsteller super, sondern auch ihre Charaktere und ihre Onscreen-Chemie sind große Pluspunkte. Endlich haben Rey und Poe paar Szenen zusammen und ecken prompt mit ihren unterschiedlichen Wesen aneinander, was gerade im ersten Drittel einige gute Dialoge mitbringt. Der interessanteste Charakter der neuen Trilogie bleibt auch im dritten Teil Kylo Ren, den Adam Driver die nötige schauspielerische Klasse gibt. Jede Szene mit ihm ist ein Highlight.

Auch Leia bekommt ihren würdigen Abschied. Man merkt zwar permanent, dass man mit Archivmaterial und Tricks gearbeitet hat und auch nicht immer alles rund wirkt, aber ich war zufrieden so wie es umgesetzt wurde. Besser als sie im Abschluss der Reihe nicht dabei zu haben. Rest in Piece, Dear Princess. Die Nebenrollen hingegen werden konsequent ignoriert und bleiben maximal Stichwortgeber, was zwar schade ist, aber in Anbetracht dessen was alles geleistet werden musste bei den wirklich wichtigen Protagonisten gerade noch zu verzeihen.

Das letzte Drittel, das große Finale, gibt uns dann noch einmal alles was wir als Fans lieben an Star Wars: Schlachten und Konflikte an mehreren Schauplätzen, Laserschwerter in Action, Emotionen und lesbische Küsse.

#14 Wir

Wir beziehungsweise Us ist Jordan Peeles langersehntes zweites Filmprojekt. Der Regisseur, der eigentlich mit seinem komödiantischen Talent Berühmtheit erlangte, bot uns vor zwei Jahren mit Get Out ein phänomenales Regiedebüt, das sowohl Horror-, Thriller- und Comedy-Elemente kombinierte und nicht nur einen guten Film erschuf, sondern auch eine Gesellschaftskritik. Verdientermaßen führte das neben vielen anderen Auszeichnungen auch zum Oscar für das beste Drehbuch.

Wir geht in eine ähnliche Richtung und kann mit einem stark aufspielenden Cast, vor allem Oscar-Gewinnerin Lupita Nyong’o sticht hier mit einer sehr vielschichtigen Performance heraus, und einer komplexen Geschichte punkten. Das Drehbuch ist voll mit Doppeldeutigkeiten, Hinweisen, Wendungen, Hommagen und coolen Ideen.

Bei meinem zweiten Kinobesuch hat mir der Film sogar nochmals deutlich besser gefallen als beim ersten Ansehen und Längen im ersten Akt kamen mir gar nicht mehr so schlimm vor. Viel mehr konnte ich mich auf die besagten Details konzentrieren und selbst nochmehr interpretieren.

Wir ist wieder so ein Film, der ungemein davon lebt mit Freunden darüber zu diskutieren, Lösungsansätze auszutauschen und auch das Internet zu Rate zu ziehen für Interpretationen und Details, die dir im Kino entgingen. Damit hatte ich viel Spaß und hat den Film auch für mich aufgewertet. Dennoch muss ich sagen, dass Wir zwar deutlich mehr erzählen will als es noch bei Get Out der Fall war, aber dadurch auch eine Reihe von Logiklöchern mit sich bringt, die mir dann doch auch negativ auffielen. Diese Ungereimtheiten zerstören mir nicht diesen geilen Film, machen ihn aber weniger rund als Jordan Peeles Erstlingswerk.

#13 John Wick 3

Wow, wer hätte gedacht, dass der dritte Teil einer Reihe die Messlatte für das Franchise nochmals so hochsetzen würde? In John Wick 3 bekommen wir so viel mehr als das übliche charakteristische Gun-Fu. Keanu Reeves entledigt sich seiner Widersacher mit Hilfe von Messern, Büchern, Hunden, Pferden, Schwertern, Pistolen und im Prinzip allem anderen Kram.

Alles toll choreographiert und stilvoll inszeniert, wie man es gewohnt ist. Auch Neuzugänge wie Halle Berry oder auch Asia Kate Dillon, die mich mit ihrer Rolle in der grandiosen Serie Billions Woche für Woche begeistert, haben gut funktioniert.

Teil 3 knüpfte nicht nur nahtlos an den Vorgänger an, sondern macht dieses Mal auch einen absoluten Deep Dive in die Lore der „John Wick“-Welt, die bis dato häufig nur angedeutet wurde. Ich finde diese Welt zwar sehr spannend und wollte auch immer mehr Lore, aber am Ende war es mir fast schon zu viel, zu überfrachtet und immer noch eine Münze und Regel wird aus der Tasche geholt, wenn sie gerade gut ins Drehbuch passte. Generell war das große Finale irgendwann auch ermüdend.

Doch all das zum Trotz hat mir John Wick 3 sehr gut gefallen und im westlichen Markt gibt es abgesehen von Mad Max: Fury Road keinen besseren Actionfilm. Nach bereits einem erfolgreichen Wochenende an den Kinokassen haben die Macher auch direkt Teil 4 angekündigt und sogar ein Spin-Off zu den Ballerinas scheint angedacht zu sein. Ich bin gespannt.

#12 Plötzlich Familie

Instant Family wie er im Original heißt steht hier stellvertretend für die guten und soliden Komödien dieses Jahr wie Long Shot, mit Charlize Theron und Seth Rogen, oder Late Night mit Emma Thompson und Mindy Kaling. Da Long Shot und Late Night aber bereits auf dem Schirm vieler Filmfans sind, habe ich mich für Plötzlich Familie entschieden, um ein wenig Aufmerksamkeit auf diesen Film zu lenken, der sonst in diesem langen Filmjahr unter dem Radar läuft.

Es handelt sich auf den ersten Blick um eine konventionelle Hollywood-Adoptionsgeschichte, doch bei näherer Betrachtung ist sie mehr und besser als das. Der Regisseur Sean Anders verarbeitet hier seine persönliche Geschichte und bietet uns nicht nur ein Drehbuch mit qualitativ hochwertiger Gagdichte, sondern auch vielen emotionalen Momenten, die dem Film Fleisch geben.

Klar gibt es auch einige plumpe Gags, aber die werden durch so manch bissigen Kommentar und smarten Witz ausgeglichen. Dabei beleuchtet Sean Anders auch den Adoptionsprozess und die damit verbundenen Hürden, was unsere Figuren durch die Bank weg nachvollziehbar und echt macht.

Der Cast rund um Rose Byrne, Mark Wahlberg und Isabella Moner / Merced ist nicht nur toll gewählt, sondern verkörpert ihre Figuren glaubwürdig. Auch Nebenfiguren wie Comedian Iliza Shlesinger können immer wieder im Film Highlights setzen. Besonders an Plötzlich Familie gefiel mir, dass selbst wenn, wie typisch für diese Filme, „Figuren aus der Vergangenheit“ auftauchen müssen, es nicht zu einer klaren schwarz-weiß-Trennung der Charaktere kommt und auch die komplexen, unterschiedlichen Facetten gezeigt werden, die bei solchen Schicksalen nun mal dazu gehören.

Instant Family kam bereits im Januar in unsere Kinos und konnte sich bis jetzt in meinem Gedächtnis halten, weil es ein echt schöner, warmherziger Film über Familie ist, den man nur mögen kann.

#11 Toy Story 4

Eine Filmreihe zu erschaffen, die durch die Bank weg quasi perfekt ist, ist in etwa gleichzusetzen mit dem Fund eines Einhorns. Solche Franchises lassen sich an einer Hand abzählen und wie Pixar es gelingt nach einer sich steigernden, grandiosen Trilogie diese Reihe nach 9 Jahren wiederzubeleben und mit diesem vierten Teil an die gewohnte Qualität mühelos anzuknüpfen gleicht Hexerei.

Die „Drachenzähmen leicht gemacht“-Trilogie, die ebenfalls dieses Jahr wieder einen sehr starken Film geliefert hat, hätte hier an dieser Stelle genauso stehen können wie Toy Story 4, nicht nur weil sie die beste Animationsreihe des letzten Jahrzehnts war, sondern weil sie durchaus der beste Animationsfilm 2019 hätte sein können.

Doch im Gegensatz zu Drachenzähmen, hat nach Toy Story 3 eigentlich niemand nach einer Fortsetzung geschrien. Zu gut war der Abschluss, zu perfekt der Filme umspannenden Storybogen. Doch wie Pixar selbst immer beteuert, würden sie es nicht wagen nur aus reiner Profitgier Toy Story auszugraben, sondern nur, wenn sie eine sehr gute Geschichte und Idee hätten. Und was soll ich sagen: in diesem Fall sollten sie Recht behalten.

Auch wenn einige Figuren nun im vierten Teil nicht mehr so viel zu tun bekommen wie früher, sind die facettenreichen Geschichten um Woody, Bo  Peep, Forky und Antagonistin Gabby Gabby umso besser. Sie sind tiefgründig, modern, clever und herzerwärmend. Pixartypisch spricht Toy Story nicht nur Kinder an, sondern sämtliche Altersgruppen und trotz extrem witzigem Humor, kitzelt der Film an anderen Stellen die ein oder andere Träne raus.

Auch tricktechnisch macht im Animationsbereich diesem Team niemand etwas vor – wie gewohnt sie alles schlicht grandios aus. Am Ende kann man einfach nur den Hut ziehen, wenn es einem Filmstudio gelingt, gleich vier Meisterwerke abzuliefern.

#10 Crawl

In den Flop15 habe ich unter meiner Kritik zu 47 Meters Down 2: Uncaged bereits angedeutet, dass es ein Tier-Horrorfilm unter die für mich besten Filme des Jahres geschafft hat. Hier ist er: Crawl. Auf dem Papier sollte er nicht funktionieren. Familie kämpft in ihrem Haus ums Überleben gegen Alligatoren, inszeniert von Alexandre Aja, Regisseur von Piranha 3D. Doch mich hat bereits der Trailer angesprochen und ich hatte die Hoffnung, dass ich am Ende nicht enttäuscht werden würde. Und das wurde nicht. Crawl war sogar noch besser als ich mir erhoffte.

Man bekommt einen erstklassig inszenierten, handwerklich toll konstruierten Action-Horrorfilm, der gelungen im Setting einer Naturkatastrophe verankert ist. Alexandre Aja nutzt die quasi einzige Location des Films, das Haus der Familie, mehr wie einen Charakter und nicht nur wie ein herkömmliches Set. Man lernt im Verlauf von Crawl die Räumlichkeiten und Architektur des Hauses gut kennen, kann die Handlung dadurch gut nachvollziehen. Die Geschichte wirkt natürlicher und authentisch.

Das hat mich ein wenig an Don’t Breathe (2015) erinnert, der das auch so handhabte auch wenn die Prämisse eine andere war. Crawl zieht mit zunehmender Spieldauer auch ordentlich die Spannung an und einige sehr starke Momente, die durch das starke Sound-Design und die meiner Meinung nach gelungenen CGI-Alligatoren gekonnt untermalt werden.

Im Gegensatz zu den meisten Vertretern dieses Genres waren mir die Figuren weder unsympathisch, noch völlig egal. Ich war durchaus interessiert an dem losen Drumherum der Charaktere. Für mich war Crawl in diesem Jahr eine dieser Überraschungen, die man nicht schon 12 Monate vorher auf dem Schirm hatte.

#9 Midsommar

Mit seinem Langfilm-Debüt Hereditary – Das Vermächtnis hat Ari Aster im letzten Jahr ein fettes Zeichen gesetzt und direkt einen der besten Horrorfilme des letzten Jahrzehnts abgeliefert. Für mich war Hereditary darüber hinaus auch der beste Film 2018 und über jeden Zweifel erhaben. Jetzt stand 2019 mit Midsommar direkt sein zweites Werk an und die gesamte Filmwelt war gespannt darauf, ob es ihm gelingen würde, an diesen Erfolg und diese hohe Qualität anzuknüpfen oder ob er ein One-Hit-Wonder wird. Glücklicherweise scheinen wir hier mit Ari Aster tatsächlich einen neuen Hoffnungsträger unter den Regisseuren gefunden zu haben.

Midsommar ist fantastisch auch wenn er für mich alles in allem schwächer als Hereditary ist. Das größte Manko für die meisten Zuschauer wird die Länge von 2,5 Stunden, im Directors Cut sogar 3h, sein. Eine sehr lange Zeit in der ehrlich gesagt nicht viel passiert. Midsommar setzt darauf, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen und beim Publikum dieses Unbehagen auszulösen. Doch auch wenn zunächst nicht so viel passiert, entwickelt Ari Aster hier eine faszinierende Sogwirkung, die dann im letzten Drittel auch die letzten gelangweilten Besucher im Kinosaal wach rüttelt und verstört zurücklässt.

Über die virtuose Inszenierung Asters muss man eigentlich nicht viel mehr sagen. Es ist überragend, dass er handwerklich bereits so meisterhaft ist, obwohl er mit gerade einmal 33 Jahren noch am Anfang seiner Filmkarriere steht. Wie auch schon bei Hereditary funktioniert die Geschichte gewissermaßen auf mehreren Ebenen.

Man kann den Plot alleine auf seinen Horror runterbrechen und auf der anderen Seite sich auf die Beziehung der beiden Hauptfiguren fokussieren. Geschickt verwebt der Regisseur tragische Schicksalsschläge der Figuren mit der restlichen Geschichte. Getragen von starken schauspielerischen Leistungen – allen voran vom Breakthrough-Star des Jahres, Florence Pugh. Midsommar ist faszinierend, es gibt Szenen bei denen man aufgrund ihrer Skurrilität gar nicht genau weiß, ob man es witzig oder beängstigend finden soll.

Das finale Bild des Films brannte sich dann wie auch schon in seinem Erstlingswerk in mein Gedächtnis und so schafft es Ari Aster ein weiteres Mal auf meine Topliste und ein weiteres Mal zum besten Horrorfilm des Jahres.

#8 Marriage Story

Und noch einmal schafft es Adam Driver in meine Top15 dieses Jahr. Der Junge hat ein gutes Näschen für interessante Stoffe und das nötige Talent um jeden Film aufzuwerten. In Marriage Story erzählt Noah Baumbach in einem Drama wie ein Ehepaar, das sich auseinandergelebt hat, scheiden lässt. Die beiden Eheleute spielen besagter Adam Driver und Scarlett Johansson. Beide spielen dieses starke Script so gut, dass Netflix einen weiteren Award-Contender sein Eigen nennen kann.

Das Drehbuch ist faszinierend: denn eigentlich trennen sich hier zwei Menschen, die ja in erster Linie Liebe füreinander gespürt haben und trotz einer eigentlichen Einigung über eine schlammschlachtfreie Scheidung, womit jeder glücklich ist, wird beiden Protagonisten durch das Rechtssystem in Amerika und ihren beratenden Anwälten Stück für Stück die Kontrolle darüber unter den Fingern weggerissen.

Kleinigkeiten, die nichts über die Eignung als Elter aussagen, werden plötzlich aus dem Kontext gerissen und aufgebauscht um vor Gericht zu punkten und immer mehr Grenzen überschritten. Unsere beiden Hauptfiguren lassen selbst in den ärgsten Streitgesprächen immer durchscheinen, dass sie doch eigentlich beide nur das Beste für Alle wollen und immer noch Liebe füreinander empfinden.

Manche Szenen sind als Zuschauer so schmerzhaft anzusehen, beispielsweise wenn eine Expertin bei Drivers Figur zu Hause ist, um zu überprüfen, ob er denn ein guter Vater ist. Auch die Nebendarsteller sind interessante Charaktere und gut in die Geschichte verwoben. Ob es Scarlett Johanssons Mutter ist, die eigentlich großer Fan ihres Schwiegersohns ist, oder ob es die drei Anwälte sind, die zwar alle das gleiche Ziel verfolgen, aber jeweils so unterschiedliche Ansätze verfolgen, so dass man keine Zuordnung in „Böse“ oder „Gut“ machen kann, sondern einfach auch dieses System hinterfragen muss, das im Prinzip nicht zulässt sich in „Würde“ scheiden zu lassen.

Marriage Story ist eine Überraschung dieses Jahr und Drehbuch sowie Hauptdarsteller gute Anwärter für die Award-Saison.

#7 Le Mans 66: Gegen jede Chance

Nach dem herausragenden Logan, der es vor 2 Jahren auf meine #1 der Top-Liste schaffte, hatte Regisseur James Mangold bei mir erstmal einen Stein im Brett. Für sein Folgeprojekt Le Mans 66 bzw. Ford v Ferrari im Original, verlässt James Mangold die bekannten Gewässer der Comicverfilmungen und wagt sich erstmals an einen biographischen Stoff.

Mit dabei ist zwar nicht sein Stammschauspieler der letzten Jahre, Hugh Jackman, aber dafür die noch größeren Matt Damon und Christian Bale, die wieder einmal zeigen was sie draufhaben. Vor allem Chamäleon Bale geht wie gewohnt völlig in seiner Rolle des genialen aber schwierigen Ken Miles auf, der zusammen mit Matt Damons Carroll Shelby als Underdog den Kampf gegen Ferrari annimmt.

Dass das Wettrüsten nicht nur zwischen Russland und den USA stattfand und zwangsläufig nur um Waffen oder den Weltraum ging, bescheinigt Le Mans 66 auf seiner langen Spielzeit von 160 Minuten eindrucksvoll. Getrieben von angeknacksten Egos weißer, alter Männer entspann sich in den 1960er ein Kampf um den Titel des besten Autoherstellers der Welt. Kann es den Amerikanern von Ford gelingen die Übermacht im Renngeschäft durch die italienischen Ferrari aufzubrechen, oder muss man sich geschlagen geben und die Niederlage eingestehen?

Mangold gelingt es dieser Frage sehr eindrucksvoll, wenn auch lang, auf den Grund zu gehen und inszeniert einen spannenden Film über den Rennsport. Wie auch schon bei Rush von Ron Howard, den ich als Geheimtipp an dieser Stelle nur empfehlen kann, gelingt es Le Mans 66 eine Balance aus packenden Rennszenen und Charakterdrama drumherum zu etablieren.

Es geht nicht nur um Autos. Es geht vor allem auch um Charaktere, die Philosophie des Rennsports und das Machtgeplänkel großer Egomanen, die sich selbst die größten Steine in den Weg legen. Le Mans 66 musste auf diese Liste.

#6 Booksmart

Eine ganze Weile mussten wir in Deutschland warten, bis auch wir die viel gelobte Komödie über zwei beste Freundinnen, die alle Partys ihrer Collegezeit innerhalb einer Nacht nachholen wollen, auch im Kino sehen konnten. Doch das Warten hat sich gelohnt. Das Regiedebüt von Schauspielerin Olivia Wilde ist ein echt starker Film, der auf sämtlichen Ebenen funktioniert und gleichzeitig ein fettes Ausrufezeichen hinter die Fähigkeiten von den Frauen Hollywoods setzt.

Das Drehbuch wurde von einem weiblichen Quartett geschrieben und punktet mit vielen interessanten Ideen und klugen Dialogen, Olivia Wildes Regie ist für ein Erstlingswerk überraschend klar und fokussiert. Allein die Pool-Szene ist grandios inszeniert und gehört für mich zu den besten Momenten des Kinojahres.

Zu all diesen starken Argumenten kommen dann noch die herausragende Besetzung, die bis zum letzten Nebendarsteller gut gewählt ist. Allen voran natürlich die beiden Hauptdarstellerinnen Kaitlyn Dever und Beanie Feldstein, die wie Arsch auf Eimer zu diesen Rollen passen und ein echter Glücksgriff waren.

Beiden gelingt es nicht nur ihr perfektes Comedytiming unter Beweis zu stellen, sondern auch in den ernsten, dramatischen Szenen, siehe die Streitszene, den Ball nicht fallen zu lassen. So verlieren sie uns als Zuschauer nicht durch eine unglaubwürdige Performance und die teils tiefgründigen, moralischen Aspekte des Drehbuchs erhalten das nötige Gewicht, um dennoch zu funktionieren. Zerbrechlich und gleichzeitig bad-ass.

Booksmart ist eine großartige Komödie und für mich die beste des Jahres, die jeden Support verdient hat, um den Entscheidern in Hollywood zu zeigen, dass es sich lohnt Frauen ans Ruder und ihre Perspektive in die Stoffe einfließen zu lassen.

#5 Avengers: Endgame

Eine Ära findet nach 11 Jahren und 22 Filmen ihr Ende und Marvels Cinematic Universe kommt zum Schluss ihrer offiziell dritten Phase. Ironman aus dem Jahr 2008 gilt als der Anfang dieser langlebigen Filmreihe und bot mit Robert Downey Jr. das perfekte Casting nicht nur für den Charakter, sondern auch als Schirmherr des gesamten MCUs

Als im Jahr 2012 Joss Whedons The Avengers in die Kinos kam, war er mit gerade einmal 6 Superhelden bereits das ambitionierteste Crossover der filmischen Comic-Geschichte und man dachte nicht, dass noch mehr gehen würde. Unvorstellbar, dass wir bereits 7 Jahre später von mehr als 40 Superhelden in einem Film sprechen und der Film dennoch funktioniert.

Großen Anteil daran haben vor allem Kevin Feige und die Russo Brothers. Feige, weil er das Mastermind hinter dem MCU ist. Er ist der Supervisor, der die Roadmap für dieses gigantische Unterfangen hatte; welche Helden dabei sein sollten, wer wann seinen Film bekommt, wie man die einzelnen Geschichten möglichst stimmig verknüpft und letztlich eine 22 Filme umspannende Geschichte konstruiert, die jedem Helden sein individuelles Spotlight lässt und am Ende doch die Stakes so hoch setzt, so dass man als Zuschauer am Ball bleibt und investiert ist in die Charaktere und ihren Geschichten.

Die Russo Brothers hingegen kamen erst die letzten Jahre ins Spiel und haben nicht nur mit Captain America: Return of The Winter Soldier, Captain America: Civil War, Avengers: Infinity War und nun Avengers: Endgame einige der insgesamt besten Filme der Reihe geschaffen, sondern auch das gesamte Genre auf ein neues Level gehoben. Sie haben sich mit ihrer Detailverliebtheit, Liebe zum Genre und den Fans unsterblich für viele gemacht und ich bin so verdammt gespannt, was für Projekte sie in Zukunft umsetzen.

Bei meinem ersten Kinobesuch hat mich die recht ungewohnte Struktur ein wenig kalt erwischt. Infinity War war ein reines zweieinhalb Stunden Action-Fest mit vielen Schauwerten und einem starken Pacing. Endgame hingegen setzte zwar wenig überraschend an den dramatischen Ereignissen des Vorgängers an, aber mit einem relativ langsamen ersten Akt, der uns zeigt wie unsere Helden die Geschehnisse jeder für sich verarbeiten. Ich fand es nicht schlecht aber mein Mindset war beim ersten Mal wohl einfach noch zu sehr auf die Action gepolt und dementsprechend fast gelangweilt.

Beim zweiten Anschauen wiederum, ist mir dieser Part, wohlwissend was mich erwartet, gar nicht mehr unangenehm gewesen. Ich konnte es mehr genießen. Generell hat Endgame im Vergleich zu sämtlichen Marvel-Filmen wohl anteilig die wenigste Action zu bieten.

Der zweite und dritte Akt jedoch hatte mich von Beginn an. Das lag zum einen daran, dass sowohl die witzigen als auch emotionalen Momente fast immer einen Nerv trafen und zum anderen am Drehbuch, das meiner Meinung nach häufig mit den Erwartungen vorab als auch während des Films brach. Für einen Film aus dem MCU ist es schon sehr ungewöhnlich 3h lang relativ unvorhersehbar zu sein und vor allem dann auch noch zu funktionieren.

Es gab im gesamten Film eigentlich nur eine Szene, die ich wirklich furchtbar fand, was meinen Gesamteindruck aber nicht wirklich schmälert. Das große Finale hatte dann alles zu bieten. Starke Action fürs Auge und emotionale Höhepunkte, die mir mehr als einmal Gänsehaut bereiteten. Eventuell hatte ich auch hier Wasser unter meiner Taucherbrille und dabei bin ich nicht mal so sehr verknüpft mit diesen Figuren, wie es wirkliche Hardcore-Fans der Comics sind.

Nichtsdestotrotz bekamen mich diese Szenen, weil sie so perfekt inszeniert waren. Den Russo Brüdern und Kevin Feige gelingt dieses Crossover der Superlative mit Bravour. Die Charaktere und die Zuschauer bekommen ihren würdigen Abschluss und einen der besten Filme aus dem MCU jemals und die Fans zahlen es mit 2,8 Mrd Dollar an den Kinokassen zurück. Danke.

#4 Fighting with my Family

Ein paar vereinzelte Meinungen zu Fighting with My Family haben es bereits Wochen vor Deutschland-Start hierher geschafft und überhäuften das Wrestling Biopic zu Paige und ihrer Familie mit viel Lob. Der Film wurde unter anderem von Wrestling-Legende Dwayne „The Rock“ Johnson und der WWE selbst produziert.

Die Regie sowie das Drehbuch übernahm Stephen Merchent, den man sonst vor allem als Autor von The Office oder auch als Stimme von Wheatley des Videospiels Portal 2 kennt.

Mir hat Fighting with My Family nicht nur sehr gut gefallen, sondern es hat mir das Thema Wrestling, in das ich nie besonders emotional investiert und interessiert war, ein Stück näher gebracht. Es war ein sehr gut ausbalancierter Genre Mix aus Drama und Comedy.

Zudem empfand ich den Film als nicht zu plakative, einseitige Dauerwerbesendung für die WWE oder The Rock. Sicherlich hat the Rock 1-2 prominente Auftritte bekommen und der WWE wird kein Haar gekrümmt, doch dennoch bleibt hier alles im Rahmen und der Werdegang Paige’s und ihrer Wrestling Familie steht im Mittelpunkt.

Sämtliche Charaktere sind gut geschrieben und recht nah an der Realität, wenn man sie mit den echten Aufnahmen am Ende des Films vergleicht. Mit Nick Frost, Lena Headey, Stephen Merchant und Vince Vaughn gibt es zwar einige namenhaften Schauspieler, die hier wie gewohnt ihr Talent unter Beweis stellen und diese kautzigen, liebevollen und völlig Wrestling verrückten Figuren zu Leben erwecken, doch niemand überschattet Shootingstar Florence Pugh, die hier als Paige brilliert. Fighting with My Family ist eine typischer Underdog-Geschichte von hoher Qualität und viel Herz.

#3 Once Upon a Time in Hollywood

Tarantino hat wieder abgeliefert. Man weiß relativ genau was man von einem typischen Tarantinofilm zu erwarten hat und trotzdem gelingt es ihm das Publikum gerade dieses Mal ein wenig an der Nase herumzuführen. Als bekannt wurde, dass Once Upon a Time in Hollywood zur Zeit der Manson Morde spielen würde, hat man sich die abstrusesten Varianten vorstellen können, doch am Ende kam alles ganz anders.

Hauptsächlich geht es einfach um Rick Dalton, einem Filmstar, dessen Karriere auf dem absteigenden Ast ist und seinen treuen Freund und Stuntdouble Cliff Booth. Die Wege der beiden kreuzen dabei ab und zu die der Manson-Killer.

Wie gewohnt holt Quentin Tarantino mit seinem Drehbuch samt toller, bissiger Dialoge alles aus seinen Allstars raus. Allen voran natürlich die beiden Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio und Brad Pitt. Während Brad Pitt mit seiner knallharten und kompromisslosen Art die meisten Lacher des Publikums auf seiner Seite hat, kann DiCaprio vor allem mit sehr nuancierten Momenten glänzen und gleichzeitig eine gewisse Hollywood-Filmbranche-Metaebene bedienen wie kein Zweiter. Inszenatorisch ist der Film auch eine Wucht, die eigens angefertigten Straßenzüge des 60er Jahre Hollywoods bzw. Los Angeles sowie die dazugehörigen Autos sind wunderschön.

Zusätzlich gefielen mir dann auch besonders die Szenen, wenn DiCaprio am Set ist und wir quasi einen Film im Film im Film bekommen und der Film mit den Ebenen bricht. Die Szene auf der Ranch der Masonjünger war auch einfach super spannend inszeniert und dann wäre da noch das Finale.

Die letzten 15 Minuten die noch mal alle Erwartungen über den Haufen werfen und meiner Meinung nach einem perfekten Ende zu diesem Film nah kommt.

#2 Joker

Der Joker gilt als einer der beliebtesten und besten Gegenspieler in der Popkultur. Stars wie Jack Nicholson, Heath Ledger und Mark Hamill haben ihn bereits porträtiert. Dieses Jahr bekam Joaquin Phoenix die Chance in die Oscar-prämierten Fußstapfen Heath Ledgers zu treten und unter der Regie von Hangover-Regisseur Todd Phillips den Clown Prince of Crime zu verkörpern. Unabhängig von der eigentlichen Qualität des Films, mussten sich die Beteiligten permanent erklären und sich den Vorwürfen stellen, dass ihr Film psychisch labilen Menschen als Auslöser dienen könnte für beispielsweise Amokläufe. Viele Kritiker haben den Film auch dafür abgestraft.

Ich finde diesen Versuch Kunstschaffenden vorzuschreiben was sie machen dürfen und was nicht immer schwierig. Labilen Menschen mit psychischen Problemen, könnten sich von alles und jedem getriggert fühlen. Sie könnten in eine Textzeile eines Katy Perry Songs mehr reininterpretieren oder ihre Probleme auf Allesmögliche projizieren. Deswegen nun alle Medien zu zensieren, weil sich irgendjemand angegriffen fühlen könnte, ist doch Quatsch. Vor allem wenn man ein gewaltiges Problem mit Waffengesetzen hat, das es vielleicht eher zu lösen gilt, doch das ist eine Diskussion für einen anderen Tag.

Denn Joker ist ein handwerklich ganz hervorragender Film geworden, der sich ganz offen bei den beiden Scorsese Filmen Taxi Driver und The King of Comedy bedient und nicht nur dem Hauptdarsteller beider Filme, Robert DeNiro, eine Schlüsselrolle in Joker gibt, sondern auch zunächst mit Martin Scorsese als Produzent plante. Und auch wenn das letztlich nicht zustande kam, merkt man seine Einflüsse an jeder Ecke. Gotham sieht noch mehr als je zuvor wie ein New York der 70er/80er aus, das Drehbuch bietet viele Parallelen zu seinen Werken und die Figur des Jokers wird nur durch seinen Namen zum Comicuniversum gezählt, weil sie auch genauso gut eine Scorsese Figur sein könnte.

Joaquin Phoenix dominiert diesen Film. Seine Performance macht den Film. Er geht wieder einmal vollends in seiner Rolle auf und hat sich ähnlich wie Christian Bale kurzerhand 23 Kilo für diese Rolle abgehungert. Dass dieses extreme Gewicht-Yo-Yo natürlich nicht gesund für den Körper ist, ist klar, aber ehrlich gesagt hat es seiner Rolle Arthur Fleck wirklich geholfen.

Dieser abgemagerte, krankanmutende Körper und die schlechte Körperhaltung tragen dazu bei, dass wir als Zuschauer gleichermaßen verängstigt sind als auch gewisse Sympathien für ihn empfinden, vor allem wenn er als Punchingball einer ganzen Gesellschaft und eines korrupten Systems herhalten muss, das die Schere zwischen arm und reich nur größer werden lässt. Figuren wie Arthur Fleck fressen in einer solchen Gesellschaft nur noch Scheiße und da sich jeder mal im Leben unfair behandelt oder zurückgelassen fühlt, erreicht das automatisch viele Zuschauer.

Für diese Rolle wie sie hier angelegt ist, braucht man einen starken Schauspieler und Joaquin Phoenix‘ Schauspiel ist ein weiteres Mal absolut brillant und die seit Release von Millionen Fans geforderte Oscarnominierung scheint mir mehr als realistisch. Zumindest wenn es nur um die Schauspielleistung und keine politische Agenda oder Vorbehalte ginge.

Die Kombination aus grandiosen, wunderschönen Bildern einer dreckigen Stadt und Gesellschaft, sowie einem zur Bestform aufgelegten Joaquin Phoenix entwickeln mit jeder Minute eine stärkere, hypnotisierende Sogwirkung, die mit akzentuierten Gewaltspitzen zu einem Finale führt, das einen ganz speziellen Vibe hat und man auf einer Welle dieser Stimmung mitschwimmt. Mir hat Joker sehr gut gefallen und ich hoffe es gibt trotz der unfassbaren mehr als 1 Milliarde Dollar keine Fortsetzung.

#1 Parasite

Virtuos inszeniertes Meisterwerk von Bong Joon Ho, der zuletzt mit Filmen wie Snowpiercer & Okja zwar immer coole Ideen hatte, doch in letzter Konsequenz immer Etwas fehlte, um das Ganze richtig rund zu machen. Diese Meisterleistung und Rückkehr zu alter Stärke gelingt ihm dieses Mal mit Parasite meines Erachtens nach zu hundert Prozent.

Weg vom hochkarätigem Hollywoodcast seiner letzten Projekte, erzählt Bong Joon Ho hier eine kleine, aberwitzige und gleichzeitig bedrückende koreanische Geschichte über die größer werdende Schere zwischen arm und reich. Das alles bis auf seinen Stammschauspieler Kang-ho Song mit einem für westliche Verhältnisse eher unbekanntem Cast.

Parasite ist einer dieser perfekt in Szene gesetzten Filme, die durch die Fähigkeiten an der Kamera, Ausstattung und das Set-Design aus jeder Einstellung ein Bildschirmschoner-Motiv entstehen lässt. Zum Beispiel die Wohnung der Protagonisten oder Stichwort „Regenfall“ stellten für mich immer wieder optische Highlights dar. Das Schauspielensemble spielte sehr stark auf und gerade die Schauspielerinnen stachen durch ihr Spiel heraus und brachten diese einzigartige Geschichte überragend auf die Leinwand.

Mir gefiel eben genanntes Drehbuch besonders gut, weil es neben der kreativen Geschichte mit seinem straffen, nahezu perfektem Pacing dafür sorgte, dass sich dieser 2h-Film für mich zu keinem Zeitpunkt bei meinen beiden Kinobesuchen so anfühlte. Oft neigt das asiatische Kino eher zu einem gemächlichen Tempo – bei Parasite sucht man das vergebens.

Wenn möglich würde ich die original koreanische Version mit Untertiteln vor der deutsch synchronisierten Variante bevorzugen, aber dennoch kann ich Parasite nur jedem Filmfan, der offen für koreanisches Kino ist, wärmstens empfehlen. Bestenfalls keine Trailer sehen und einfach überraschen lassen. Das Filmfestival in Cannes hat er bereits gewonnen, den Favoritenstatus bei den Auslands-Oscars hat er für mich nun auch Inne.

In 2017 haben es die Koreaner mit Die Taschendiebin noch knapp verpasst, die #1 auf meiner Top-Liste zu ergattern. Parasite gelingt es nun und bestätigt wieder einmal, wie gut koreanisches Kino sein kann.

Meine Flop 15 aus dem Jahr 2019

Wieder ein Jahr rum und meine alljährliche Flop-Liste der Kinofilme und Filme von Streamingseiten a la Netflix darf da natürlich nicht fehlen. Die Oscar-Filme der letzten Verleihung sind wie immer ausgeschlossen um die Liste nicht zu verwässern. In diesem Jahr sind das beispielsweise The Favourite, Green Book, A Star is Born usw. Allgemein kann man über das Filmjahr 2019 sagen, dass es wohl ein wenig stärker als 2018 war und wir mit Avengers: Endgame und Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers zwei gigantische Abschlüsse einer Franchise bekommen haben. Nichtsdestotrotz habe ich wieder weit mehr als 100 Filme dieses Jahr im Kino gesehen und einige Flops entdeckt, um die ihr möglichst einen großen Bogen machen solltet.

Honorable Mentions die es nur knapp nicht auf diese Liste geschafft haben, sind unter anderem: Annabelle 3, Stuber, Anna, Playmobil, Hustlers und Wenn du König wärst.

#15 Hard Powder

Solides aber unnötiges US-Remake des erst vor 5 Jahren veröffentlichten Einer nach dem anderen, das vor allem, wenn nicht einzig allein, durch die Aussagen des Hauptdarstellers Liam Neeson den Weg in die Öffentlichkeit fand. Der Schauspieler überraschte während der Pressetour nicht nur Journalisten sondern auch seinen neben ihm sitzenden Kollegen, als er während eines Interviews zum Rachethriller über ein altes Trauma seiner besten Freundin sprach, die damals von einem Migranten vergewaltigt wurde, woraufhin Neeson, von Wut und Rachegelüsten gesteuert, durch die Straßen zog und mit den Gedanken spielte, willkürliche Männer, die optische Ähnlichkeiten zum Täter besaßen, zu töten.

Vor allem sprach er danach auch darüber wie sehr er sich für diese Gedanken noch heute schämt und wie froh er ist, dass er damals niemanden fand, aber das interessierte die Presse damals schon nicht mehr und Hard Powder stand schon vor offiziellem Kinostart unter keinen guten Stern. Wie üblich kann man auch hier eher das skandinavische Original mit Stellan Skarsgard empfehlen, statt der Neuauflage. Die Skandis bekommen den Ton solcher schwarzhumorigen Komödien dann doch eine Spur besser und bissiger hin.

#14 Captain Marvel

So kurz vor Endgame nochmal eine Originstory für einen so wichtigen Charakter zu integrieren war sicherlich keine einfache Aufgabe, aber das kann keine Ausrede für diesen Film sein. Für mich hat Captain Marvel nicht funktioniert. Der finanzielle Erfolg ist grandios, qualitativ war es Captain Marvel nicht. Zum einen lag es überraschenderweise an Brie Larson, die super steif und angespannt wirkte. Klar hat sie marveltypisch viele witzige Stellen im Film, aber es fühlte sich nie an, ob sie so richtig Spaß an der Rolle hätte. Brie Larson ist eine tolle Schauspielerin und der Erfolg sei ihr gegönnt, aber den Druck konnte man ihr sichtlich ansehen.

Die besten Momente im Film gibt die starke Kombination aus Brie Larson und Sam Jackson her, die nun bereits 4x zusammen gedreht haben auch Lashana Lynch als Captain Marvels beste Freundin hat für mich funktioniert. Was wiederum nicht so gut klappte waren zum einen die Actionszenen, die bis auf eine, relativ zu Beginn des Films, in einer Bahn leider nicht sonderlich gut waren und zum anderen der wirklich erzwungene Feminismus. Im Internet trollen viele, die jeden Film hassen, wenn es starke Frauenrollen gibt und haben versucht Captain Marvel schon abzustrafen, bevor der Film überhaupt in den Kinos startete.

Wovon ich aber rede ist eine bewusste Agenda, die so on the nose ist, dass es absolut awkward im Film rüberkommt. Von krampfigen Dialogen bishin zu einer Aktionszene zum Schluss, die dann tatsächlich mit „No Doubt – I’m just a girl“ untermalt ist, dann fasst man sich eher an den Kopf, statt mit voller Inbrunst zu feiern, was da passiert. Ein wenig Subtilität hätte dem Drehbuch gut getan. Alles in Allem ist Captain Marvel einer der schwächeren Comic-Verfilmungen der letzten Jahre und sehr forgettable.

#13 47 Meters Down 2: Uncaged

Wie der Titel bereits andeutet handelt es sich hierbei um die Fortsetzung des zumindest finanziell erfolgreichen 2017er 47 Meters Down, damals noch mit „This is Us“-Star Mandy Moore in der Hauptrolle. Inhaltlich enttäuschte mich der Haihorror aber auf ganzer Linie, er war handwerklich weder so gut wie The Shallows, noch so dumm-spaßig unterhaltsam wie The Meg. Dennoch hat der Film sein Budget mehrfach wieder eingespielt und die Produktion einer Fortsetzung gerechtfertigt.

47 Meters Down 2: Uncaged macht definitiv ein paar Sachen besser und die gleichgebliebenen Macher hinter der Kamera lernten aus ihren Fehlern. So wirkt der Film mit höherem Budget definitiv hochwertiger, die Haimodelle sind solide designt, es ist auch unterhaltsamer einen größeren Cast zu haben, statt nur die 2 Figuren wie im ersten Teil. Ich habe mich gefreut Sophie Nelisse wiederzusehen, die ich in Die Taschendiebin schon sehr schätzte und 2014 in meiner Topliste hatte. Auch die Location mit dieser Ausgrabungsstätte unter Wasser in einer Höhle war eine gute Idee, die den Film aufwertete.

Der Film lässt sich zu Beginn ganz schön viel Zeit bis es überhaupt ans Eingemachte geht. Statt in einem 90 Minuten Film schnell auf den Punkt zu kommen, muss man fast ein Drittel des Films warten und sich mit einem für die restliche Handlung vollkommen irrelevanten Klischeeplot über gemobbte Außenseiter in der Schule und Patchwork-Schwestern, die sich nicht grün sind, rumschlagen. Der Mittelteil von 47 Meters Down 2: Uncaged ist nicht herausragend aber sicherlich trotz sich wiederholenden Elementen die stärkste Phase, doch das Finale reißt dann wieder einiges ein. Nicht nur ist es repetitiv, es wirkt in seinem plötzlichen Tempowechsel und die Art wie es inszeniert ist eine Spur zu abwegig. 47 Meters Down 2: Uncaged ist nicht absoluter Müll, aber das vorhandene Potential wird nie völlig ausgeschöpft und ein anderer Film in meiner Topliste zeigt, dass man Tierhorror im Jahr 2019 deutlich runder inszenieren kann.

#12 Belleville Cop

Ist der Belleville Cop die französische Antwort auf Eddie Murphys Beverly Hills Cop? Vielleicht nicht die direkte Antwort, aber zumindest ein nicht sonderlich schmeichelhafter Versuch die Kultfilme zu kopieren. Ein liebloses Drehbuch mit allerhand doofen Einfällen kann auch nicht durch Omar Sys überspringendem Charme gerettet werden. Diesen Film hat man nicht gebraucht und bei den häufig so guten Filmen des französischen Kinos, bleibt man hier deutlich hinter den Möglichkeiten. Dann warte ich doch lieber auf den bestätigten 4. Teil mit Eddie Murphy.

#11 X-Men: Dark Phoenix

Ach, liebes X-Men Franchise. Unsere Hassliebe findet hier wohl vorläufig nach vielen Filmen, mit Ausreißern zu den besten Superheldenfilmen auf der einen, und zu den schlechtesten Comicfilmen auf der anderen Seite, zu einem Ende. Das Franchise war immer Opfer schwankender Drehbuchqualität und einer fehlenden Gesamtvision, so dass vor allem die Zeitlinien unfassbar unsinnig und kompliziert wurden, man innerhalb der Serie Zeitlinien neu startete, aber teils an den etablierten Cast-Mitgliedern festhielt. So hat man zwischendurch mit Erste Entscheidung auf allen Posten talentierte Leute ins Boot geholt und die Reihe zu alter Stärke geführt, nur um sie dann in den folgenden Jahren mit dem Arsch einzureißen.

Dark Phoenix stellt jetzt nicht nur das Ende der neuen Reihe dar, sondern ist auch der zweite Versuch, die bekannte Jean Grey Geschichte für die Leinwand zu adaptieren und wie auch schon bei Der letzte Widerstand gelingt das hier nur mittelmäßig. Simon Kinberg, der schon damals das Drehbuch schrieb, durfte dieses Mal sogar direkt die Regie dazu führen. Der tolle Cast rund um Fassbender und McAvoy schaffen es immer irgendwie für mich, die Filme nie gänzlich scheiße zu finden und X-Men: Dark Phoenix ist auch kein komplett Ausfall, aber es ist auch kein Wunder, dass der Film einer der größten finanziellen Flops des Jahres ist.

Die reingequetschten Antagonisten rund um die tolle Jessica Chastain sind furchtbar belanglos und bleiben blass, die Jungdarsteller werden wie immer kaum genutzt und sind nur Beiwerk für die Veteranen. Diese Veteranen überzeugen natürlich, spielen aber auch immer die gleichen Tropes wie in den letzten 3 X-Men Filmen. Wenn ich zählen müsste wie oft ich Magnetos „Betrayal“ schon gesehen habe, dann reichten beide Hände nicht.

Zu Gute halten möchte ich die ein-zwei starken Actionszenen und die Eröffnungssequenz, die mir optisch und inszenatorisch gut gefallen haben. Aus Angst zu nah am Captain Marvel Finale zu sein, gab es noch massig Nachdrehs, die das Ende umgeschrieben haben und ich muss sagen, dass mir die Zugsequenz echt gefallen hat und trotzdem geht so ein X-Men Film vorbei und lässt mich kalt. Auch wenn ich dem Talent des Casts hinterher weine, bin ich froh, dass die X-Men so wie wir sie jetzt kennen vorbei sind und wir in ein paar Jahren unter Disneys Aufsicht wohl endlich wieder zu alter Stärke zurückkehren.

#10 Was Männer wollen

Ein geschlechtertauschendes Remake von Was Frauen wollen mit Taraji P. Henson statt Mel Gibson. That’s basically it. Auf jeden witzigen und coolen Moment im Film, folgen fünf schwach geschriebene und fremdschämige Szenen, die den Film noch belangloser machen als das Original. Klar, die Idee hat schon einen gewissen Reiz, weil sich jeder in verschiedenen Lebenslagen schon mal gewünscht hat in den Kopf des Gegenübers zu schauen.

Doch wie üblich bei dieser Art Komödien von der Stange, schreibt sich das Drehbuch quasi von selbst. Rollenklischees und Vorurteile über das zu zeigende Objekt greifen durch den „HaHa-das-kenne-ich-von-PersonX“-Faktor unweigerlich einfache Lacher ab ohne dabei sonderlich pointiert geschrieben zu sein. Nur beim Tippen dieses Satzes fallen mir schon fünf Szenen für einen solchen Film ein, die zwar lazy sind, aber ihre Lacher bekommen würden.

Nicht jede Komödie muss ein Meisterwerk sein, aber zumindest wünschenswert wäre es, wenn man das Verlangen verspürte, diesen Film in naher Zukunft erneut zu sehen und dieses Kunststück gelingt Was Männer wollen definitiv nicht.

#9 Gemini Man

Will will es nochmal wissen. Lange ist es her, als wir gleich 4 Filmprojekte von Megastar Will Smith innerhalb von 12 Monaten im Kino zu sehen bekamen. Bis zum langersehnten Bad Boys 3 im Frühjahr 2020 sind es noch ein paar Wochen, doch um uns die Wartezeit zu verkürzen, gab es dieses Jahr alle paar Monate ein neuer Blockbuster. Den Anfang machte Disneys Aladdin Realverfilmung, die entgegen der ersten Befürchtungen, vor allem durch Will Smiths Genie viel besser wurde als erwartet. Mit mehr als einer Milliarde $, war Aladdin vor allem auch finanziell überragend.

Im Dezember pünktlich zu Weihnachten kann man Will Smith dann noch im Animationsfilm Spione Undercover sehen, doch bis dahin sollte vor allem ein Film die Leute bei Laune halten: Gemini Man. Das neueste Prestigeprojekt vom visionären Regisseur Ang Lee, der seinen Drang, den technischen Fortschritt seiner Filme immer voranzutreiben auch hier wieder nicht zurückhalten konnte. Diese Mal kommuniziert der Film in seiner Marketingkampage vor allem ein Gimmick: einen kompletten verjüngten, CGI Will Smith zu haben, der seiner Vorlage gegenübergestellt wird.

Ich hätte mir mehr gewünscht. Allen voran ein gutes Drehbuch, das nicht absolute Standardkost ist und ich nicht nur allein an Hand des Trailers komplett entschlüsseln kann, sowie so ähnlich bereits ein dutzend Mal gesehen habe. Ja, die Idee und Umsetzung des jüngeren Will Smith ist gut, aber natürlich nicht perfekt. Man sieht zu jedem Zeitpunkt, dass es sich um Effekte aus der Dose handelt, die für einen uncanny Effekt sorgen. Die höhere Framerate des Films, kann man nur in ganz wenigen, ausgewählten Kinos überhaupt erleben und was bleibt dann noch übrig? Hohe Kosten für Will Smith in gleich zwei Hauptrollen und Effekte, sowie ein durchschnittliches Drehbuch.

Da wundert das Versagen an den Kinokassen kaum. Gemini Man hat gerade zu Beginn paar coole Action-Sequenzen, gerade die Verfolgungsjagd sprühte vor kreativen Ideen, anschließend kommt da aber nicht mehr viel und die Luft ist raus. Einen Platz unter den Flop15 des Jahres ist für dieses One-Trick-Pony gerechtfertigt.

#8 Angel Has Fallen

Dass aus Olympus has Fallen mal eine Trilogie entspringen würde, hat so 2013 wohl kaum jemand auf dem Schirm gehabt. Während die Leute hinter der Kamera seit jenem Original wechseln, halten sich Hauptdarsteller Gerard Butler und seine Nebendarsteller wie Morgan Freeman hartnäckig. Die ersten beiden Filme sind patriotischer Blödsinn, der dumm und zuweilen arg fragwürdig ist, aber irgendwo auch ein wenig Spaß bringt und mit harten Actionsequenzen zu unterhalten wusste. Ich würde die Filme niemals als gut bezeichnen, aber wenn sie im TV laufen, bleibe ich für gewöhnlich dort hängen. Angel has Fallen wird der erste Ableger dieser Reihe sein, bei dem das nicht mehr zutrifft.

Das Drehbuch bedient sich wenig überraschend an bereits erprobten Konzepten und traut sich wenig Neues und die Action ist leider furchtbar. Eigentlich fängt Angel has Fallen ganz solide an, eine nette Eröffnungsszene mit Egoshooter-Sequenzen und ein Drohnenangriff, der dann schon das Highlight des gesamten Films darstellt. Danach folgen ein langweiliger, sehr vorhersehbarer Plot und die Action wird so verschnitten und grottig inszeniert, so dass man beispielsweise in einer Szene im Auto absolut NICHTS mehr erkennt und dem Geschehen auf der Leinwand folgen kann. Neuzugang Nick Nolte als kautziger Vater von Butlers Figur kann zwischendurch zwar das Script aufwerten, aber nicht retten. Für mich war Angel has Fallen letztlich der schwächste Teil der Reihe.

#7 Es – Kapitel 2

Es Kapitel 1 ist nicht nur mit weit mehr als 700 Millionen Dollar der erfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten, ich fand ihn auch so gut, dass ich ihn 2017 in meiner Topliste des Jahres aufnahm. Er war witzig, er war gruselig, sah gut aus und hatte einen sehr guten Cast an talentierten Jungdarstellern. Vor allem Sophia Lillis als Beverly und Bill Skarsgard als Pennywise haben mir besonders gut gefallen. Regisseur Andres Muschietti hat hier ganze Arbeit geleistet und mit Kapitel 1 ganz klar die TV-Versionen mit Tim Curry locker in den Schatten gestellt.

Nun galt es aber noch den zweiten Teil der Stephen King Geschichte zu verfilmen und das galt bislang als viel schwieriger. Es ist schlicht weg auch der schlechtere Part der Story. Wieder einmal konnte Muschetti einen hochkarätigen Cast um sich scharen. Mit dabei sind unter anderem James McAvoy, Jessica Chastain und Bill Hader, die mit ihrer schauspielerischen Klasse jeden Stoff aufwerten. So auch dieses Script, das mich leider abseits davon kalt gelassen hat. Die erste halbe Stunde war ich noch angetan vom Film, aber mit jeder zusätzlichen Minute stieg Langeweile in mir auf. Es 2 ging mir seinen gesplitteten und repetitiven Handlungssträngen auf die Nüsse und die Schockmomente wirkten abgenutzt und mündeten in einem schwachen Finale.

Das Gefühl, die Geschichte so zu weiten Teilen bereits im ersten Film gesehen zu haben, enttäuschte mich. Es Kapitel 2 ist kein furchtbarer Film, aber für mich persönlich wohl die größte Enttäuschung des Filmjahres gewesen und damit verdient bei den Lowlights.

#6 Willkommen in Marwen

Steve Carell ist ein talentierter Schauspieler, der uns spätestens mit seiner oscarnominierten Performance in Foxcatcher von seinem dramatischen Talent überzeugte. Seitdem hat man das Gefühl der eigentlich für seine Comedyrollen bekannte Schauspieler (u.a. The Office US) hat Blut geleckt und ist seit jeher auf der Jagd nach der nächsten Oscar-Nominierung. Kein Wunder also, dass er bei Willkommen in Marwen von Regie-Altmeister Robert Zemeckis (Back to the Future) anheuerte, der auf dem Papier bereits nach Oscar klang.

Leider war das Endprodukt für mich letztlich nur eine Qual, die statt dramatischen Noten, bei denen ich für die Beteiligten mitfühlte nur irgendwie in einen Ekel verfiel. Dieser emotionale Kern im Inneren der Geschichte konnte nie punkten, weil ich Steve Carells Charakter so weird fand. Ein merkwürdiger Stalkertyp, der persönlichen Grenzen überschreitet und eigentlich wirklich einen Nachbarn darstellt, den jeder meiden würde und das meiner Meinung nach völlig zu recht. Robert Zemeckis gelingt hier zwar vor allem stilistisch recht einzigartiger Film, der aber mit seinen Fetischpuppen und merkwürdigen Figuren nie den richtigen Ton trifft.

#5 Men in Black: International

Men in Black: International war nicht nur an den Kinokassen einer der größten Flops des Jahres, sondern auch inhaltlich völlig belanglos. Bereits das erste Trailermaterial des Films ließ wenig Gutes vermuten und mit ziemlicher Sicherheit konnte man da schon sagen, dass es F. Gary Gray, der zuvor Fast & Furious 8 drehte, nicht gelingen wird, dieses einst erfolgreiche Franchise wiederzubeleben.

Am wenigsten lag das überraschender Weise am fehlenden Duo Will Smith und Tommy Lee Jones, die natürlich immer die ikonischen Aushängeschilder der Reihe bleiben werden, denn es gab wohl keinen besseren Zeitpunkt und keine klügere Wahl für die „Neuen“ als Thor himself, Chris Hemsworth, und Valkyrie Tessa Thompson, die bereits in Thor 3 zusammen glänzten. Beide sind talentierte Schauspieler die vor allem das nötige Charisma besitzen für diese Art Film. Vor allem Thompson spielte stark auf.

Doch das Drehbuch war zu generisch und einfallslos, die Effekte stellenweise trotz des Budgets grottig und eigentlich wirkte alles nur wie aus der Mottenkiste der Ursprünge. Es wäre nicht Hollywood, wenn nicht Irgendwann doch die beiden Altstars zurückkehren müssten, um einen letzten Versuch zu starten, den Karren nochmal zwangsläufig aus dem Dreck zu ziehen. Hoffentlich mit einem besseren Drehbuch.

#4 Polaroid

Polaroid ist die auf 90 Minuten aufgeblähte Version eines Kurzfilms des Regisseurs Lars Klevberg aus dem Jahre 2015. Das ist ein gängiges Verfahren in der Filmbranche und durchaus nachvollziehbar. Polaroid reiht sich damit hinter einigen bekannten Filmen dieser Art ein wie Saw oder Lights Out.

Leider tragen manche Ideen keinen kompletten Film, weil das Drehbuch nicht in seiner Qualität skalierte. Kein Jahr vergeht ohne einen lieblosen Horrorfilm von der Stange in meiner Flopliste und 2019 stellt da keine Ausnahme dar. Maximal mittelmäßiges Schauspiel gepaart mit den langweiligsten Klischees ergeben ein gewaltiges, zu dunkles Snoozefest. Kurioserweise gelang Regisseur Klevberg in der zweiten Jahreshälfte mit Childs Play, dem Reboot zu Chucky die Mörderpuppe, ein um Welten besserer Film, der am Ende diese Gurke hier weitestgehend vergessen macht.

#3 Hellboy – Call of Darkness

Absolut furchtbarer Film, der zwar mit einem guten Hellboy und einer 18er Freigabe ein paar Argumente auf der Habenseite hat, jedoch mit allem anderen krass ins Klo greift. David Harbour macht einen zu meiner Überraschung guten Job als Hellboy, kommt aber keineswegs an Perlman ran, der diese Rolle deutlich ikonischer porträtierte. Neben einer schwachen Geschichte, Nebenfiguren und nur wenigen Highlights, gab es auch reichlich Humor der nicht zündete. Und erst die Enttäuschung, wenn man feststellen muss, dass die coolsten Shots aus dem Trailer keine Relevanz für den Film hatten, weil es sich nur um Visionen handelte, würg.

Eines der wenigen Highlights für mich waren die paar Minuten mit Babayaga, die einfach fantastisch eklig aussah. Dagegen war die Antagonistin Nemue, gespielt von Milla Jovovich, ein totaler Reinfall. Es tut mir leid liebe Milla, aber Schauspielen ist nicht so deins. Es ist mir persönlich ein Rätsel, warum man eine Hauptrolle mit ihr besetzen sollte. Klar, wenn man Paul W.S. Anderson heißt und mit ihr verheiratet ist, dann inszeniert man schon mal fix 6 Resident Evil Filme, 3 Musketiere und den kommenden Monster Hunter Film mit ihr, aber jeder andere Regisseur sollte es lassen. Das Finale war dann auch nur noch Müll und Hellboy: Call of Darkness ein kompletter Reinfall und einer der miesesten Filme des Jahres.

#2 Robin Hood

Was für eine Ausgeburt der Hölle. Obwohl der Film mit Taron Egerton in der Hauptrolle bereits im Januar bei uns startete, war ich mir damals schon zu 99% sicher, dass wir ihn am Jahresende auf meiner Flop-Liste wiedersehen werden. Das ist eines dieser mysteriösen Projekte, die wie in diesem Fall von Lionsgate per Greenlight durchgewunken werden und wirre Konzeptideen mit viel zu viel Geld kombinieren. Vor allem sind das auch Projekte nach denen keiner gefragt hat und die dieselben Fehler machen wie viele vor ihnen und trotzdem rennen sie offenen Auges in ihr Verderben.

Ganz ehrlich Hollywood: hört auf mit euren König Arthurs und Robin Hood Interpretationen. Das Ding ist durch. Die Geschichten sind entweder schon mit passablen Filmen abgedeckt oder es wurde sich bereits so häufig die Finger daran verbrannt. Jeder kennt die Geschichten. Sie locken niemanden mehr hinter dem Ofen vor, JA – auch wenn ihr Pfeil-Miniguns in einen Robin Hood Film packt, LOL! Eigentlich verheizen sie bei diesen Filmen nur reihenweise solide Darsteller, die mir letztlich nur leid tun. Sie nehmen solche Rollen an, weil ein gewisses Level an Prestige damit verbunden ist und sie ihren Stempel aufdrücken wollen, doch letztlich geht der Schuss nach hinten los. Taron Egerton hatte glücklicherweise noch Rocketman in diesem Jahr und konnte als Elton John brillieren und kann somit einfach so tun als ob es diesen Film hier niemals gab.

#1 Cats

Dieser Film ist die reinste Catastrophe. I’m not kitten you. Es ist schon mutig in einem so umsatzstarken Monat wie dem Dezember zur Weihnachtszeit gegen eine Marke wie Star Wars oder einem Kassenschlager wie Jumanji 2 ins Rennen zu gehen. Das dann aber auch noch mit so einer clawfulen Ausgeburt aus der Katzenhölle zu tun, grenzt schon fast an einer arroganten Cattitude. Cats gehört zwar zu den erfolgreichsten Musicals der Welt, doch beim Ansehen dieses Werkes, blieb mir regelmäßig der Haarballen vor Schreck im Halse stecken. Selbst die Teilnahme von namenhaften und talentierten Meowsicians wie Taylor Swift, Jennifer Hudson oder Jason Derulo konnten nur für wenige pawsitive Highlights sorgen. Angetrunken mit Freunden und 9 Leben im Gepäck ist wohl der purrfecte Weg, um diese 110 Minuten erneut durchzustehen.

Das CGI und die Looks – furchtbar

Die ständig wechselnden Größenverhältnisse und Maßstäbe – clawful

Die unfassbare Asynchronität in der deutschen Version – fur real, was war das?

Das Overacting und diese miesen Charaktere – Cathartische Wirkung, wenn man 110 Mins durchhält

Diese unfassbar dummen Katzennamen – furgettable

Die Songs bis auf wenige Ausnahmen – in-fur-ior zu anderen Mewsicals

Cats wollte ikonische Szenen wie Catrick Swayze in Dirty Dancing schaffen oder uns mit langlebiger Musik wie Paw McCartney bei Laune halten. Doch statt eines Geschenks zu Weihnachten 2019 hat uns Santa Claws dieses Jahr diese filmische Rute geschenkt. Es war der letzte Release des Jahres für mich und er hat es in Windeseile auf die #1 meiner Flopliste 2019 geschafft.

Pawer-Ranking „Traumata durch Filme mit Katzen“:

#3 Susi & Strolch (1955), Siamkatzen-Szene als junger Bub

#2 Felidae (1994) als junger Bub

#1 Cats (2019) mit 30

And the Oscar 2019 goes to..

And the Oscar 2019 goes to..

Es ist endlich wieder soweit: in wenigen Stunden werden die Oscars in Los Angeles verliehen. Es ist mittlerweile die 91. Verleihung des prestigeträchtigsten Filmpreises der Welt, den Academy Awards. Mein Event-Highlight des Jahres.

Die Oscars – ein Chaosjahr zum Vergessen

Wie üblich spreche ich an dieser Stelle über die Sachen auf die man sich bei dieser Verleihung freuen kann, über die Skandale und Themen, die das letzte Jahr bestimmt oder die diesjährige Veranstaltung beeinflussen werden. Nach „Oscars so white“, „#metoo“ und dem Umschlagfail der letzten Jahre, hat die Academy in den vergangenen 12 Monaten eine Odyssee von Fehlentscheidungen hinter sich auf dem verzweifelten Kampf um Einschaltquoten und junge Zielgruppen.

Die Oscars haben 2018 ein Einschaltquoten-Rekordtief eingefahren und sich dann mit dem Rücken zur Wand gesehen. Was folgten waren viele Ideen, um sowohl die Länge der Show von knapp 4h deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die Show attraktiver zu machen und neue Zuschauer zu gewinnen.

Akt 1: Zunächst gab es den Vorschlag eine „Populärster Film“-Kategorie einzuführen, damit sich auch der Casual-Zuschauer, der – wie in Deutschland – vielleicht noch 1-2x pro Jahr ins Kino geht, nicht so ausgegrenzt fühlt und nicht mehr behaupten kann „Die Oscars nominieren nur Filme, die Niemand kennt“. Glücklicherweise hat man diese Idee erstmal wieder verworfen bzw. auf unbestimmte Zeit verschoben, denn das wäre echt die Krönung. Für mich sind die Oscars eine Veranstaltung für Filmfans, Nerds und alle Filmschaffenden rund um den Globus.

Ein Fest für diejenigen, die bereit sind über den Tellerrand hinaus Filme zu schauen, sich auch mal zu Indifilmen ins Programmkino zu setzen, Filmfestivals zu besuchen oder auch mal Perlen aus dem Ausland zu entdecken. Sich denjenigen anzubiedern, die das alles nicht machen und ihnen letztlich ein Mitspracherecht einzuräumen, find ich Quatsch. Am Ende gewinnt dann jedes Jahr ein Transformers, Fast & Furious oder The Rock 0815 Actionfilm und verwässert den Wert dieser wichtigsten Auszeichnung. Spaßkategorien gibt es bei den Kids Choice Awards oder MTV Awards oder sowas, die machen sicherlich mehr Spaß, sind aber auch von absolut null Belang und unwichtig.

Akt 2: Nun waren die wenigen Momente dran, die die manchmal zähen Phasen und Längen der Veranstaltung auflockern: die Musikacts. Jedes Jahr präsentieren die Nominierten der Kategorie „Bester Song“ ihr Lied im Verlauf des Abends. Zugegeben, in den letzten Jahren waren viele dieser Performances nicht sonderlich gut und ein zweischneidiges Schwert. So wie man sich noch positiv an den lockeren, unterhaltsamen Auftritt von Justin Timberlake mit „Can’t Stop that Feeling“ erinnert, gibt es leider auch oft das krasse Gegenteil.

Traurige Downersongs von introvertierten Singer/Songwritern, für die man mitleidet. Die Academy entschied also zunächst nur noch zwei von fünf Künstlern auftreten zu lassen – wenig überraschend die populärsten, also Lady Gaga und die Künstler für Black Panther – beide gelten auch als die großen Favoriten. Auch ließ der Shitstorm nicht lang auf sich warten und vor allem Lady Gaga, sagte, dass sie nur auftritt, wenn auch die anderen Künstler das dürften und die Academy ruderte abermals zurück.

Akt 3: Die Host-Suche wurde zum Debakel. Am Host des Abends scheiden sich jedes Jahr die Geister. Es gibt Moderatoren, die mit vielen Showeinlagen und beispielsweise Musicalnummern selbst viel beitragen – was mal gut und mal schlecht ausgeht. Es gibt handzahme Hosts, die souverän durch die Sendung führen, aber Niemandem was Böses wollen und es gibt den ein oder anderen Fall, wo ein Host kaum ein Blatt vor den Mund nimmt und fröhlich Gäste und Hollywood durch den Kakao zieht. So wie ein Ricky Gervais das jahrelang für die Golden Globes machte. Dieses Jahr viel die Wahl auf Kevin Hart, der afroamerikanische Comedian und Schauspieler ist super beliebt bei den jungen Amerikanern und Schwarzen, bricht regelmäßig Rekorde beim Ticketverkauf für seine Shows. Ich persönlich hielt ihn für eine gute Wahl, mag seine Shows, mag ihn.

Die Freude hielt jedoch keine 24h, weil 10 Jahre alte Tweets mit homophoben Inhalt ausgegraben wurden, für die er sich bereits mehrfach entschuldigt hatte. Die Entschuldigungen waren auch der Grund, warum Kevin Hart dann letztlich „freiwillig“ zurücktrat, weil er es nicht einsah, sich sein ganzes Leben für einen Fehler zu rechtfertigen, der vor einem Jahrzehnt begangen und eingeräumt wurde. Man kann von seinen Aussagen oder diesen gezielt herbeigeführten Shitstorm halten was man will, den Oscars hat es qualitativ geschadet. Denn nach Kevin Harts Ausstieg, wollte keiner einspringen und so gibt es eine Oscarveranstaltung ohne Host. Wie genau der Abend ablaufen wird, ist bislang eher ein Geheimnis, aber vermutlich wird ein bunter Mix aus Weltstars stellenweise moderieren und kleine Bits aufführen.

Akt 4: Streichen wir ein paar Kategorien! Zu guter Letzt entschied sich die Academy dazu alle ihre Werte zu verraten und der Filmbranche vor den Kopf zu stoßen, die sie doch eigentlich auszeichnen will. Die Idee vier der 24 Kategorien während Werbebreaks abzufertigen und hinterher beiläufig ins Programm zu schneiden, kam wenig überraschend nicht gut bei den Fans und allen Filmschaffenden an. Neben einem mit Anlauf genommenen Shitstorm, folgte eine Welle der Solidarität mit allen Menschen aus der Branche. Namhafte Regisseure, Schauspieler u.v.m. nutzten ihre Reichweite und Macht, um die Academy zum Umdenken zu bewegen – erfolgreich.

Sicherlich sind nicht alle 24 Kategorien wirklich spannend oder gleich wichtig für den Zuschauer wie „Bester Film“ oder die Darstellerpreise, nichtsdestotrotz geht es an diesem Abend darum alle Bereiche einer Filmproduktion zu würdigen, den hartarbeitenden Menschen, ohne die wir diese Filme nicht hätten, zu feiern. Ein Film ist mehr als ein namhafter Schauspieler vor und ein Regisseur hinter der Kamera, weshalb auch die anderen Nominierten ihre 5 Minuten Ruhm und Applaus verdient haben. Zumal die Oscars hier auch eine Ausnahme zu den anderen Filmpreisen darstellen, weil sie auch Kategorien wie Cinematography, Film Editing, Makeup/Hairstyling und Live-Action Short auszeichnen. Zum Glück haben sie ihren Plan wieder verworfen – wie so oft im letzten Jahr.

Surprises & Snubs

Surprises:
#1 First Man wird bei den großen Kategorien ignoriert.

Mich hat Damien Chazelles First Man emotional kalt gelassen, aber letztlich ist es doch sehr überraschend, dass es der Film nur zu einigen Techniknominierungen schaffte.

#2 Willem Dafoe Nominierung als Bester Hauptdarsteller.

Im letzten Jahr reichte es knapp nicht für seine Performance in The Florida Project, dieses Jahr schlich er sich still und heimlich an John David Washington (Blackkklansman) und Ethan Hawke (The First Reformed) vorbei, die über Monate als aussichtsreichste Kandidaten galten.

#3 Roma bekommt gleich 2 Schauspiel-Nominierung.

Ich bin der nicht der größte Fan dieser Nominierungen, aber dennoch galt vor allem Yalitza Aparicio als wahrscheinliche Kandidatin, Marina de Tavira hingegen kam völlig aus dem Nichts.

#4 Pawel Pawlikowski sticht Bradley Cooper und Peter Farrelly als Bester Regisseur aus.

Völlig unerwartet konnte der polnische Regisseur mit seinem romantischen Schwarz-Weiß-Drama Cold War die Favoriten übertrumpfen. Vor allem für Cooper tut es mir leid, aber schön war diese Überraschung dennoch.

#5 Deutscher Film „Werk ohne Autor“ im Rennen um die Beste Kamera.

Never look away, wie er für den internationalen Markt heißt, schaffte es nicht nur eine Nominierung als Bester ausländischer Film einzusacken, sondern auch grandioser Weise für die Beste Kamera.

Snubs:
#1 Toni Collette nicht für ihre Performance in Hereditary nominiert.

Es war zu erwarten nachdem man sie bereits auf anderen Awardshows ignoriert hatte, aber Hereditary war nicht nur mein liebster Film des Jahres, sondern hatte mit Toni Collette auch die beste Performance 2018, die sogar Glenn Close schlagen konnte bei den Gotham Independent Film Awards. Doch der Weg zu einer Oscarnominierung ist lang, steinig und kostspielig – speziell für Horrorfilme aus der ersten Jahreshälfte.

#2 Bradley Cooper nicht für Beste Regie bedacht.

Mit A Star is Born hat Cooper nicht nur einen der besten Filme 2018 abgeliefert, der mit 8 Noms bereits einer der Gewinner ist, sondern auch ein bockstarkes, stilsicheres Regiedebüt gegeben, das Lust auf mehr macht.

#3 Emily Blunt gleich doppelt ignoriert.

Neben Toni Collette fehlt mir vor allem noch Emily Blunt unter den Schauspielerinnen. Sie zeigt nicht nur regelmäßig, dass sie zu den aktuell besten ihres Fachs gehört, sie hat mit Mary Poppins das schwere Erbe von Julie Andrews angetreten und mit Bravour gemeistert; zusätzlich hat sie im Horrorhit A Quiet Place ihres Mannes John Krasinski richtig abgeliefert. Die SAG-Awards haben sie noch doppelt nominiert, doch die Academy ließ Emily Blunt außen vor. Vermutlich haben sich beide Rollen bei den Votes kannibalisiert.

#4 Eighth Grade geht leer aus.

Eighth Grade ist einer DER Geheimtipps des letzten Filmjahres und ein fantastischer Film, der emotional berührt, toll geschrieben, brillant von Elsie Fisher gespielt ist und einfach mit Jedem connected. Autor/Regisseur Bo Burnham hätte für sein Debüt eine Nominierung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch verdient gehabt.

#5 Won’t you be my neighbor? Anscheinend nicht.

Morgan Nevilles rührende Dokumentation über den beliebten Moderator und ikonische Vaterfigur für amerikanische Kinder Mister Rogers galt eigentlich als der große Favorit für die beste Dokumentation des Jahres. Nicht nur war sie mit $22.8 Millionen erfolgreich, sie hat vor allem emotional bei den Amerikanern punkten können. Dass sie jetzt nicht mal in den Top5 ist, ist daher sehr außergewöhnlich.

Weitere Snubs: Paddington 2, Crazy Rich Asians, Ethan Hawke für First Reformed und Timothy Chalament für Beautiful Boy.

Beste Nebendarstellerin / Actress in A Supporting Role:

Amy Adams (Vice) | Marina De Tavira (Roma) | Regina King (If Beale Street could talk) | Emma Stone (The Favourite) | Rachel Weisz (The Favourite)

Wunsch: #1 Regina King #2 Rachel Weisz

Regina King hatte 3 unfassbar erfolgreiche Jahre, die sie mit guten Rollen und starken Performances in Awards aufwiegen konnte. Vor allem im TV führte kein Weg an ihr vorbei.

Durch If Beale Street could talk schaffte sie es mit ihrer phänomenalen Leistung endgültig in die A-Riege der Schauspielerinnen.

Wahrscheinlich: #1 Regina King #2 Amy Adams

Amy Adams oder wie ich sie nenne: die weibliche Leonardo DiCaprio. Mittlerweile hat Amy Adams schon 6 Oscar-Nominierungen bekommen ohne jemals zu gewinnen.

Auch wenn das zeigt wie talentiert die Darstellerin ist, wäre ein Sieg doch endlich mal angemessen. Sie gehört definitiv zum engeren Favoritenkreis.

Bester Nebendarsteller / Actor in A Supporting Role:

Mahershala Ali (Green Book) | Adam Driver (Blackkklansman) | Sam Elliott (A Star is Born) | Richard E. Grant (Can you ever forgive me?) | Sam Rockwell (Vice)

Wunsch: #1 Sam Elliott #2 Mahershala Ali

Meine Nummer 1 ist Sam Elliott, der schönste Schnurri Hollywoods. Eigentlich unglaublich, dass ein Schauspieler seines Kalibers in mehr als 50 Jahren Karriere jetzt erst seine erste Oscar-Nominierung erhält.

Es gibt diese eine Szene in A Star is Born, die sich so krass einbrannte und ihm diesen Oscar gewinnen sollte.

Wahrscheinlich: #1 Mahershala Ali #2 Richard E.Grant

Der große Favorit ist aber Mahershala Ali, der bereits vor 2 Jahren für seine Rolle in Moonlight den Oscar einsackte. Seine Performance als Dr. Don Shirley in Green Book ist definitiv oscarwürdig und die Award-Season hat diese Leistung bereits häufig belohnt.

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Beste Hauptdarstellerin / Actress in A Leading Role:

Yalitza Aparicio (Roma) | Glenn Close (The Wife) | Olivia Colman (The Favourite) | Melissa McCarthy (Can you ever forgive me?) | Lady Gaga (A Star is Born)

Wunsch: #1 Olivia Colman #2 Lady Gaga

Olivia Colman und Lady Gaga waren für mich die schauspielerisch größten Überraschungen mit den mitunter besten Figuren. Beide Rollen haben mir emotional am meisten gegeben. Colmans Rolle war tragisch, gefühlvoll, witzig, skurril und ihre Leistung super.

Lady Gaga war einfach perfekt gecasted und die Rolle und ihre Performance unfassbar authentisch.

Wahrscheinlich: #1 Glenn Close #2 Olivia Colman

Die Siegerin in dieser Kategorie scheint schon fast festzustehen Glenn Close hat mit ihrer Leistung in Die Frau des Nobelspreisträgers nahezu alle Awards abgeräumt für die sie nominiert war.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Glenn Close für ihre Performance und herausragende Karriere auch mit dem Oscar belohnt wird am Sonntag.

Bester Hauptdarsteller / Actor in A Leading Role:

Christian Bale (Vice) | Bradley Cooper (A Star is Born) | Willem Dafoe (At Eternity’s Gate) | Rami Malek (Bohemian Rhapsody) | Viggo Mortensen (Green Book)

Wunsch: #1 Rami Malek #2 Bradley Cooper

Den Spirit und die Persona Freddie Mercurys einzufangen ist mit Sicherheit keine leichte Aufgabe, aber Rami Malek hat es gemeistert und ist zurecht der größte Favorit und meine erste Wahl für diese Kategorie.

Der Film Bohemian Rhapsody ist nicht frei von Fehlern und Skandalen drumherum, aber Maleks Performance ist es.

Wahrscheinlich: #1 Rami Malek #2 Christian Bale

Hollywoods Chamäleon Christian Bale hat wieder zugeschlagen und seinen Körper transformiert für seine Rolle als Dick Chaney.

Doch auch wenn mir Vice als Film nicht so richtig gefallen hat, war sein Schauspiel wie gewohnt sehr stark und mehr als nur „Teeth & Wig“, wie man manchmal abschätzig behauptet bei solchen Rollen. Bale hat sicherlich die größten Chancen Malek auszustechen.

Bester Film / Best Picture:

Bohemian Rhapsody | A Star is Born | Black Panther | Green Book | Blackkklansman | Roma | The Favourite | Vice

Wunsch: #1 The Favourite #2 A Star is Born

Meine Wahl für den besten Film dieser Oscars ist Lanthimos‘ The Favourite. A Star is Born muss sich wie bei meiner Top15-Liste 2018 mit dem zweiten Platz zufrieden geben.

Ich liebe diese ungewöhnlichen Stoffe, die mir das Gefühl geben etwas gesehen zu haben, was ich noch nie zuvor sah. Wenn es dann noch so brillant umgesetzt wird und einfach alles stimmt, ist das für mich das Zünglein an der Waage.

Wahrscheinlich: #1 Roma #2 Green Book

Lange Zeit galt Green Book als aussichtsreichster Kandidat auf den Preis als „Bester Film“ des Jahres. Doch eine Award-Season kann lang sein und im Fall von Green Book vielleicht ein wenig zu lang.

In den letzten Wochen hat sich Alfonso Cuarons Netflix-Film Roma mit autobiographischen Elementen die Favoritenrolle gesichert und gilt mit 10 Nominierungen als Frontrunnter für diese Kategorie. Emotional hat mich Roma zwar kalt gelassen, aber handwerklich war der Film ein Meilenstein.

Zusätzlich schau ich vor allem auf folgende Kategorien:

Bester Regisseur:
Wunsch: #1 Spike Lee / Wahrscheinlich: #1 Alfonso Cuaron
In den letzten 5 Jahren stand am Ende 4x ein mexikanischer Regisseur auf dem Siegerpodest und konnte den Oscar mit nach Hause nehmen. Auch dieses Jahr ist mit Alfonso Cuaron einer aus dem goldenen Trio der große Favorit. Vermutlich nimmt er zurecht den Preis am Ende mit, aber Spike Lee ist lang genug im Geschäft, hat ein gutes Standing in Hollywood und viele Filme mit Message. Vielleicht sorgt er für eine Überraschung.

Bestes original/adaptierte Drehbuch:
Wunsch: #1 A Star is Born (adapt) / #1 The Favourite (orig.) / Wahrscheinlich: #1 Blackkklansman (adapt) / #1 The Favourite (orig)
The Favourite und A Star is Born sind für mich die rundesten Drehbücher und haben mich dieses Jahr am besten unterhalten und mich gleichzeitig am wenigsten verärgert.

Bester Animationsfilm:
Wunsch: #1 Spider-Man: A new Universe / Wahrscheinlich: #1 Spider-Man: A new Universe #2 Incredibles 2
Die Animationskategorie ist diesese Jahr sehr interessant besetzt und bietet ein qualitativ hochwertigen Mix aus den verschiedensten Animationsstilen. In einem normalen Jahr wären Pixars Die Unglaublichen 2 wohl der Frontrunner, wäre da nicht die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft. Im Dezember wurde Spider-Man: A New Universe veröffentlicht und hat alle weggeblasen. Der optische Stil war genial und Geschichte, Charaktere und Dialoge bockstark. Ich habe im letzten Jahr glaube ich zu keinem Film mehr positive Meinungen in den sozialen Netzwerken gelesen wie zu A New Universe – für viele war er sogar der beste Superheldenfilm des Jahres.

Zusammenfassung:

Wunsch – BigFive + Bonus:

  • #1 Regina King #2 Rachel Weisz (Nebendarstellerin)
  • #1 Sam Elliott #2 Mahershala Ali (Nebendarsteller)
  • #1 Olivia Colman #2 Lady Gaga (Hauptdarstellerin)
  • #1 Rami Malek #2 Bradley Cooper (Hauptdarsteller)
  • #1 The Favourite #2 A Star is Born (Film)
  • #1 Spike Lee (Regisseur)
  • #1 A Star is Born & The Favourite (Drehbücher)
  • #1 Spider-Man: A New Universe (Bester Animationsfilm)

Wahrscheinlich – Big Five + Bonus:

  • #1 Regina King #2 Amy Adams (Nebendarstellerin)
  • #1 Mahershala Ali #2 Richard E. Grant (Nebendarsteller)
  • #1 Glenn Close #2 Olivia Colman (Hauptdarstellerin)
  • #1 Rami Malek #2 Christian Bale (Hauptdarsteller)
  • #1 Roma #2 Green Book (Film)
  • #1 Alfonso Cuaron (Regisseur)
  • #1 Blackkklansman & The Favourite (Drehbücher)
  • #1 Spider-Man: A new Universe #2 Die Unglaublichen 2 (Bester Animationsfilm)

Meine Top 15 aus dem Jahr 2018

Wieder ein Jahr rum und meine alljährliche Top-Liste der Kinofilme und Filme von Streamingseiten a la Netflix darf da natürlich nicht fehlen. Die Oscar-Filme der letzten Verleihung sind wie immer ausgeschlossen um die Liste nicht zu verwässern. In diesem Jahr sind das beispielsweise A Shape of Water, 3 Billboards, Ladybird usw. Allgemein kann man über das Filmjahr 2018 sagen, dass es wohl ein wenig schwächer war als 2017 aber viele schöne Regiedebüts hervorbrachte, die qualitativ mit einigen etablierten Filmemachern den Boden aufwischten. 2018 war auch wie ich es so gerne nenne Year of the Brolin, denn Josh Brolin ist mit Sicario 2, Avengers 3 Infinity War, No Way Out und Deadpool 2 in gleich vier großen Rollen für vier gute Filme zu sehen. Ich habe wieder weit mehr als 100 Filme dieses Jahr im Kino gesehen und eine buntgemischte Liste zusammengestellt mit den für mich besten Filmen des Kinojahres.

Honorable Mentions die es nur knapp nicht auf diese Liste geschafft haben, sind unter anderem: Game Night, Tully, Love, Simon, Papillon, Die Unglaublichen 2, Bohemian Rhapsody, Halloween, Auslöschung, Nur ein kleiner Gefallen, Destination Wedding, No Way Out, Widows, Ready Player One, Criminal Squad, Aufbruch zum Mond, Your Name, Revenge und Mary Poppins Returns.

#15 Crazy Rich Asians

Crazy Rich Asians leitet meine Top-15 ein. Die Produzenten hatten soviel Vertrauen in ihre Geschichte und ihren Film, dass sie das lukrative Angebot von Netflix ablehnten und sich dafür entschieden Crazy Rich doch ins Kino zu bringen. Sie sollten recht behalten und konnten unfassbare 240 Millionen einnehmen. Das Ganze ist so außergewöhnlich, weil Crazy Rich Asians ein westlicher Film mit einem komplett asiatischen Cast ist.

Die Prämisse des Films ist nicht neu, aber das Drehbuch ist so charmant und liebevoll umgesetzt mit tollen Darstellern, viel Humor und wie der Titel es vermuten lässt Prunk und Protz der asiatischen High Society, so dass man manchmal den Mund vor Staunen nicht zubekommt. Vor allem Constance Wu und die erfahrene Michelle Yeoh brillieren in dieser romantischen Komödie und liefern sich gerade zum Ende einen smarten „Showdown“, der beide Charaktere perfekt abrundet.

#14 Bumblebee

Bumblebee habe ich aufgenommen in meine Liste, weil uns endlich der liebe Filmgott erhört hat und nicht nur Michael Bay vom Transformers-Franchise entbunden, sondern auch mit einem sehr talentierten Regisseur, Travis Knight (Kubo), ersetzt hat. Man hat sich endlich dazu entschieden mal ein solides Drehbuch zu schreiben mit Charakteren und Dialogen für die man sich nicht dauerhaft schämen muss.

Mit Hailee Steinfeld hat man nicht nur eine der jüngsten Oscar-nominierten Darstellerinnen gewinnen, sondern zusätzlich auch die erste weibliche relevante Rolle im gesamten Franchise besetzen können – es ist sogar die Hauptrolle! Das Oldschool-Design der Transformers ist cool, die Geschichte ist zwar ein E.T. Abklatsch, aber sie ist so gut erzählt, dass ich das gerne in Kauf nehme. Die Effekte und Action ist so angenehm runtergefahren – man erkennt jetzt was da passiert auf der Leinwand und kann sogar Emotionen bei Bumblebee erkennen. Zudem bietet der Film einen tollen 80s Flashback mitsamt geilem Soundtrack. Bumblebee ist natürlich nicht perfekt, aber mit dem 6. Film der Reihe qualitativ an mindestens 4 Filmen vorbeizuziehen, sollte gewürdigt werden.

#13 Sicario 2: Day of the Soldado

Sicario aus dem Jahr 2015 war der beste Thriller des damaligen Kinojahres und konnte mit einer spannenden Geschichte, faszinierenden Charakteren und einem phänomenal guten Cast mit Josh Brolin, Benicio del Toro und Emily Blunt punkten. Die Bedenken waren aufgrund der hohen Messlatte definitiv gegeben, aber ich muss sagen, dass Sicario 2 erneut sehr gut geworden ist. Vielleicht nicht ganz so stark wie der erste Film, vor allem, weil er auch das ein oder andere Element fast 1 zu 1 übernimmt, aber insgesamt ein überzeugender Nachfolger.

Die Geschichte und die Gewaltdarstellung waren wie erwartet knallhart. Die Action ist spannend inszeniert, die Atmosphäre ist bedrückend und die Handlung undurchsichtig. Man merkt zwar in Details das fehlende meisterliche Handwerk von Denis Villeneuve und Roger Deakins hinter der Kamera, aber insgesamt ist Sicario 2 sehr gut geworden. Zudem macht das Ende Lust auf die Zukunft des Franchises.

#12 Blackkklansman

BlacKkKlansman ist ein spannender Genremix und einer der wichtigsten Filme des Jahres. Es ist unfassbar eine so skurrile Geschichte vor sich zu haben die wahr ist. Ein schwarzer Cop, der sich beim Ku-Klux-Klan einschleust – mind blown. Der Film bietet viele echt witzige Momente, wenn zum Beispiel Hauptdarsteller John David Washington, Sohn von Legende Denzel Washington, am Telefon mit den KKK-Mitgliedern und Bossen redet und sich selbst das Lachen kaum verkneifen kann, weil man ihm erzählen will, er muss ein Weißer sein so wie er redet. Und auch der restliche Cast rund um Adam Driver spielt stark auf und kann mit grandiosen Szenen überzeugen.

Inszenatorisch kann Spike Lee wie immer punkten, gerade wenn er dann wie im letzten Drittel eine politische Rede von Afroamerikanern einem Filmabend von KKK-Mitgliedern gegenüberstellt, die sich den super erfolgreichen und höchstrassistischen Birth of a Nation jubelnd reinziehen. Spike Lee gelingt es trotz des bissigen Humors auch viele Seitenhiebe gegen die damalige sowie heutige Politik zu setzen, die definitiv treffen. So mancher Kommentar löste Schnappatmung aus. BlacKkKlansman ist ein witziger und dennoch intellektuell anspruchsvoller Film, der mit seiner Kritik aktueller denn je ist.

#11 Mission Impossible: Fallout

Wie auch schon bei Mission Impossible: Rogue Nation hat Christopher McQuarrie für Mission Impossible: Fallout wieder auf dem Regiestuhl Platz genommen. Zum ersten Mal in der Reihe gibt es reihenweise Verweise und Verbindungen zu einem vorangegangen Teil und es ist sicherlich hilfreich, wenn man auch die anderen Filme des Franchises gesehen hat. Ich bin einfach so glücklich, dass diese, nein, dass es überhaupt eine Filmreihe gibt, die es nach etlichen Teilen nochmal geschafft hat, 2-3 Stufen draufzulegen und die stärksten Einträge der gesamten Reihe zu erschaffen.

Mission Impossible: Fallout ist für viele nicht nur der beste Action-Blockbuster des Jahres, sondern auch der stärkste Mission Impossible Film, ich kann hier nur teilweise zustimmen. Ja, die Action, das Risiko, die Stunts, der Aufwand ist wiedermal nicht zu toppen. Mit Tom Cruise an der Spitze, kann es einfach nur krasser werden von Teil zu Teil… für mich jedoch war es nicht der beste Mission Impossible Film, weil er dann doch so seine Probleme in der Handlung hatte und viel zu viele Wendungen, die dann die Glaubwürdigkeit unfassbar in Mitleidenschaft ziehen. Rogue Nation und Phantom Protokoll waren für mich stärker.

Nichtsdestotrotz war Fallout geil. Der Halo-Sprung unfassbar, die Helikopterszenen atemberaubend, die Prügelei auf dem Klo… und alles war echt und selbst gedreht. Tom Cruise ist einfach ein Biest und es scheint nichts zu geben, was er nicht kann. Auch Neuzugang Henry Cavill, der endlich seinen Schnurri zeigen durfte, der für Batman v Superman Nachdrehs digital entfernt werden musste (und sich jeder über diese schreckliche Ergebnis lustig gemacht hat), hatte viele coole Momente und gerade die „Ärmelszene“ auf dem Klo wurde sicherlich so häufig gememed wie sonst kaum eine Szene.

#10 Searching

Mittlerweile gibt es sicherlich ein Dutzend Filme, die ihre Handlung weitestgehend über Desktops erzählen, doch qualitativ kommt keiner davon an Searching heran. Es scheiterte in der Vergangenheit sowohl an einer schwachen Geschichte als auch an einem Detailmangel, beziehungsweise Grad an Authentizität. Searching macht all diese Fehler nicht. Es handelt sich um einen spannenden Desktopthriller, der den Zuschauer am Rand des Kinositzes hält und zum Miträtseln animiert. Das funktioniert vor allem dadurch, weil die Art und Weise wie man mit den Anwendungen und den Möglichkeiten eines Desktops umgeht, sehr akkurat wirkt.

Neben dieser Liebe zum Detail gefiel mir vor allem der Einstieg in den Film, der dir innerhalb von 10 Minuten gänzlich unbekannte Charaktere so nah bringt, wie es andere Filme in 120 Minuten nicht packen. Erinnert ihr euch an die Collage aus dem Animationfilm Oben? Dieses Kunststück gelingt Searching auch. Darüber hinaus ist John Cho super in seiner Rolle und die Auflösung war, obwohl man sie durchaus vorher kommen sehen kann, gut genug um den Film rund zu machen.

#9 Operation Overlord

Glücklicherweise wurde Operation: Overlord nicht ins Cloverfield-Universum eingebunden wie erst geplant. Operation: Overlord steht für sich und kann in einem Genre oder mit seiner Thematik der Zombie-Nazis vor allem mit einem punkten: Budget. Normalerweise werden solche Nischenstreifen super günstig gedreht, doch hier ist mit 38 Millionen mal richtig Geld dahinter und das sieht man. Allein der Anfang ist schon richtig beeindruckend und muss sich nicht sonderlich vor der Kriegsfilm-Konkurrenz verstecken. Die Optik ist Spitze, die Effekte gut und Set-Design sowie Make-Up richtig stark.

Für einen Großteil des Films handelt es sich auch eher um einen Kriegsfilm, der dann akzentuiert und vor allem im letzten Drittel auf schaurig schöne Art und Weise die „Zombie“-Elemente einflechtet. Ich habe Operation: Overlord sehr genossen und als eine der größten, positiven Überraschungen des Filmjahres abgespeichert. Klare Empfehlung für Genre-Fans.

#8 Wind River

Taylor Sheridan (Hell or High Water) schafft es nicht nur mit seinem Drehbuch zu Sicario 2 in meine Top-Liste 2018, sondern auch mit seinem Regiedebüt für Wind River. Wind River ist eigentlich ein 2017er Release, aber in Deutschland hat es bis Februar gedauert bis auch wir offiziell das Crime-Drama zu sehen bekamen. Es handelt sich hierbei um einen ganz reduzierten Thriller in eine im wahrsten Sinne kühlen Umgebung mit verschlossenen Charakteren, deren Vertrauen man sich erst erarbeiten muss.

Wenn die völlig ortsunkundige Elizabeth Olsen zusammen mit dem grandios aufspielenden Wildtierjäger & Spurenleser Jeremy Renner daran machen den Fall aufzuklären, spürt man die explosive Grundstimmung des Ortes im Nirgendwo und akzentuiert bekommt man dann auch die Folgen toll inszeniert präsentiert. Wind River ist sehr minimalistisch ohne komplizierte Wendungen und wird sicherlich nicht jedem gefallen, aber es ist auch ein tolles Regiedebüt von Taylor Sheridan mit einer guten Atmosphäre, tollen Schauspielern einprägsamen Score.

#7 A Quiet Place

Die Idee hinter A Quiet Place ist simple wie genial: eine post-apokalyptische Welt, die seine letzten Bewohner dazu zwingt in absoluter Stille den Alltag zu meistern, um die Invasoren zu überleben. Ein Kinobesuch für diesen Film ist sicherlich ein noch größeres Sozialexperiment als sonst, denn selten habe ich einen Film erlebt, wo es unpassender war nebenbei laut Popcorn zu knabbern. Dieses clevere Konzept hat eine fantastische Atmosphäre auf der Leinwand sowie im Kinosaal aufgebaut und die Spannung fesselte mich in meinen Kinositz.

Der Film schafft es immer wieder Drehbuchentscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel die Emily Blunts Charakter Evelynn hochschwanger sein zu lassen, die echt viel Spaß gemacht haben. Ich fand es auch fantastisch die taube Darstellerin Millicent Simmonds die gehörlose Regan spielen zu lassen, die ausgerechnet in dieser Welt darum kämpft hören zu können, wo es darauf ankommt möglichst keine Geräusche zu machen.

Klar, A Quiet Place ist auch nicht frei von Logiklöchern. Nichtsdestotrotz war dieser Horrorfilm saustark, toll durchdacht mit dichter Atmosphäre, gutem Sounddesign, vielschichtigen und feinfühligen Charakteren, Spannung, coolem Monsterdesign und sehr starken schauspielerischen Performances, allen voran von Krasinskis Ehefrau Emily Blunt.

 

#6 Spider-Man: A New Universe / Avengers 3 – Infinity War

Platz 6 meine Top-Liste teilen sich gleichermaßen Avengers – Infinity War und Spider-Man The New Universe. Infinity War ist wohl eines der Blockbuster Highlights auf das die meisten Fans dieses Jahr gewartet haben. Nach 18 Filmen und 10 Jahren führt das Marvel Cinematic Universe alle Fäden zusammen und vereint knapp 40 Helden und Antihelden, um sie gegen den bislang mächtigsten Gegner, Thanos, antreten zu lassen. Mit mehr als 2 Milliarden $ Einnahmen weltweit ist das Megaspektakel der erfolgreichste Film des Jahres 2018. Der Film war super unterhaltsam, hatte viel Witz, coole Actionszenen und mit Josh Brolin als Thanos einen spannenden, ebenbürtigen Antagonisten. Die Russo Brüder haben wieder abgeliefert und ich freue mich auf den großen Abschluss im nächsten Jahr.

Spider-Man: The New Universe / Into The Spider-Verse ist aber meiner Meinung nach trotzdem der beste Superhelden-Film des Jahres. Der Animationsstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig aber so geil. Seit ich den ersten Trailer gesehen habe vor etlichen Monaten hatte ich einfach richtig Bock drauf und mein Hype wurde untermalt mit der hohen Qualität des Films. Die verschiedenen Inkarnationen von Spidey waren witzig, die Details toll. Phil Lords Einfluss überall zu spüren im Script und insgesamt einfach ein richtig toller Film. Es gibt glaube keinen Film über den ich dieses Jahr mehr Lobpreisungen auf Social-Media gelesen hab – zu Recht, denn Spider-Man: Into the Spider-Verse ist eine der positivesten Überraschungen und Entdeckungen 2018.

#5 Bad Times at the El Royale

Bad Times at the El Royale ist nicht nur die vermutlich beste Tarantino-Hommage die ich je gesehen habe, sondern auch eine der positivsten Überraschungen im Kinojahr 2018 – zumindest für mich. Trotz abschreckender Lauflänge von saftigen 140 Minuten, fand ich den Film durch die Art und Weise wie er erzählt wurde, nämlich in verschachtelter Kapitelform, die nach und nach mehr Details und Geheimnisse sowie Hintergründe preisgibt, sehr unterhaltsam.

Kurzweilig wäre vermutlich zu hoch gegriffen, aber mich hat der Film reingesaugt in seine Geschichte. Das Drehbuch, Schauspiel, Besetzung, der Ideenreichtum und die Inszenierung haben mich überzeugt. Ich kann nur jedem raten, keinen Trailer vorab zu sehen und sich im Blindflug auf den Film einzulassen. Bad Times at the El Royale ist am ehesten als eine Kombination aus Tarantinos The Hateful Eight und Reservoir Dog zu beschreiben und wenn euch diese Art Film gefällt, könnt ihr hier nicht viel falsch machen.

#4 Molly’s Game – Alles auf eine Karte

Aaron Sorkin gehört zu den Personen in Hollywood die ich vergöttere und von denen ich alles verschlinge was sie entwickeln, so auch sein Regiedebüt Molly’s Game. Er ist bekannt für seine Stakkato-Dialogsequenzen, wie wir sie beispielsweise in The Social Network oder Steve Jobs gesehen haben und auf diese kann man sich natürlich auch dieses Mal freuen. Diese super dynamischen und verdammt unterhaltsamen Gespräche bekommt man auch auf gewohnt hohem Niveau präsentiert.

Gute Texte sind aber auch nur die halbe Miete, wenn man keine hochkarätigen Darsteller hat, die diese rüberbringen können. Glücklicherweise haben sich Aaron Sorkin und die echte Molly Bloom für die zweifach oscarnominierte Jessica Chastain und Idris Elba entschieden, die beide zu den besten Schauspielern unsere Zeit gehören. Beide lieferten wie üblich eine sehr gute Leistung ab.

Molly Blooms Geschichte ist super außergewöhnlich und spannend und ich find, dass das gut rüberkam. Einen besonderen Kick hat mir der Film gegeben, weil er ohne Namen zu nennen über bekannte Personen spricht und diese im Film portraitiert. Hinterher zu lesen, welche wahren Figuren gemeint waren, macht direkt Bock den Film erneut anzuschauen.

Tolles Regiedebüt von Aaron Sorkin, dem man wieder aus der Hand frisst mit seiner ikonischen Dialogdynamik.

#3 Vollblüter

Vollblüter / Thoroughbreds ist eine Charakterstudie, eine Satire, ein Drama, ein Thriller und letztlich am besten zu genießen, wenn man so wenig wie möglich darüber weiß. Es ist das wahnsinnig gute Erstlingswerk von Regisseur Cory Finley und zugleich leider der letzte Film von Schauspieler Anton Yelchin (Star Trek). Auch in Vollblüter ergänzt er eindrucksvoll die beiden Hauptdarstellerinnen Anja Taylor-Joy (The Witch) + Olivia Cooke (Ready Player One).

Die zwei sollte mittlerweile jeder auf dem Schirm haben, denn sie sind endgültig in der Hollywoodriege von Jungschauspielerinnen angekommen, die bereits so viele gute Filme gedreht haben. Ihre Karrieren sollte man unbedingt weiterverfolgen und ich bin mir sicher, dass wir sie bald im Rennen um die wichtigen Filmpreise sehen werden. In Vollblüter spielen die beiden zwei Charaktere, die merkwürdigerweise gleichzeitig sich so unfassbar nah sind, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie ergänzen ihre Rollen perfekt und sind auch schauspielerisch absolut grandios.

Die Story und die Figuren sind sehr außergewöhnlich und verdammt gut umgesetzt. Die eine fühlt gar nichts und die andere fühlt alles – coole Idee. Das Drehbuch ist düster, skurril und hält die Neugier für was als Nächstes kommt über den gesamten Film aufrecht. Und wenn es dann auf den finalen Akt zugeht, inszeniert Finley sein eigenes Drehbuch so virtuos und schafft es mit kleinen Kniffen große Wirkung zu erzielen und sich ins Gedächtnis des Zuschauers zu brennen. Ich bin absolut begeistert von diesem ungewöhnlichen Film und musste ihn in meine Top-3 nehmen.

#2 A Star is Born

Die Geschichte ist eine klassische Ode ans Showbusiness, Hollywood und die Liebe, was es wenig überraschend macht, dass ausgerechnet dieser Stoff so oft verfilmt wurde. Untermalt wird diese Erzählung vor allem durch den guten Soundtrack, die Kameraarbeit und authentischen Darstellern.

Die Kameraarbeit vom oscarnominierten Matthew Libatique (Black Swan) war klasse. Ihm gelang es vor allem bei den musikalischen Auftritten einen ziemlich einzigartigen Vibe zu schaffen, der dich glauben lässt du wärst selbst auf der Bühne. Der Soundtrack wurde zum Großteil selbst geschrieben und komponiert – viele der Songs sind auch mit Hilfe von Bradley Cooper und Lady Gaga entstanden und waren ein Garant für Gänsehaut.

Auch die Darsteller im Film waren super, egal ob Nebendarsteller Sam Elliott oder natürlich Bradley Cooper und Lady Gaga in den Hauptrollen. Bradley Cooper liefert hier vielleicht die beste Leistung seiner Karriere ab und Lady Gaga, die bereits für ihre Rolle in American Horror Story einen Golden Globe bekommen hat, stiehlt hier regelmäßig jede Szene und war eine fantastische Wahl für diese Figur. Beide haben sicherlich eine Chance auf eine Darstellernominierung bei den Oscars, Cooper sogar auch als Regisseur und zusätzlich hat sicherlich auch die Musik – vor allem „Shallow“ & „Always Remember Us This Way“ eine realistische Chance. Da die Songs auch aus der Feder Coopers und Gagas stammen, könnte das zu einer skurrilen Situation führen, nämlich dann, wenn beide Künstler im absoluten Idealfall jeweils für zwei bis drei Oscars nominiert sein könnten.

#1 Hereditary

Sprachlos. An jedem noch so kleinem Detail von Hereditary merkt man, wie unfassbar akribisch sich Regisseur Ari Aster auf sein Regiedebüt vorbereitet hat. Es ist sein Script, in das er eigene Erfahrungen aus seiner Familie eingeflochten hat. Es sind seine präzisen Kamerafahrten und Bilder, die er bereits lange geplant hatte, bevor er die Möglichkeit bekam den Film zu drehen. Ich liebe die Idee das Element der Miniaturwelten immer wieder als treibende Kraft innerhalb der Geschichte aufzugreifen – mal um den Plot voranzubringen, mal als Stilmittel des Forshadowing.

Hereditary ist einer dieser Filme, die man beim ersten Anschauen eigentlich nicht komplett erfassen kann. Sicherlich, der großen Geschichte kann man schon folgen, aber die Szenen sind so detailliert inszeniert, so dass man vieles gar nicht so schnell begreifen kann. Mal ist es ein Schatten im Hintergrund, ein anderes Mal sind es Wörter, Graffitis und Zeichnungen, die man beim Blinzeln verpassen kann. Genauso gibt es viele Dialogzeilen bei denen es erst viel später *click* macht.

Mich hat Hereditary auf so vielen Ebenen begeistert, er ist zwar gruselig wie man es sich erhofft aber nicht wie man es von einem Horrorfilm heute gewohnt ist. Er hat zwei, drei Szenen, die so unbeschreiblich krass sind, dass es dir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Der Film spricht dich vor allem auch emotional an, die Geschichte und die Charaktere haben verdammt nochmal Substanz und das ist so selten in diesem Genre. Die Story ist trotz zahlreichen Twists & Turns so durchdacht und funktioniert auf mehreren Ebenen wie kaum ein anderer Film der letzten Jahre. Die Schauspieler waren allesamt klasse und haben diesem Script alles gegeben, vor allem Toni Colettes Charakterentwicklung und ihr damit verbundenes Schauspiel schreien einfach nach Oscar(-Nominerung).

Ganz klar eine verdiente Nummer Eins.

Meine Flop 15 aus dem Jahr 2018

Wieder ein Jahr rum und meine alljährliche Flop-Liste der Kinofilme und Filme von Streamingseiten a la Netflix darf da natürlich nicht fehlen. Die Oscar-Filme der letzten Verleihung sind wie immer ausgeschlossen um die Liste nicht zu verwässern. In diesem Jahr sind das beispielsweise A Shape of Water, 3 Billboards, Ladybird usw. Allgemein kann man über das Filmjahr 2018 sagen, dass es wohl ein wenig schwächer war als 2017. Nichtsdestotrotz habe ich wieder weit mehr als 100 Filme dieses Jahr im Kino gesehen und einige Flops entdeckt, um die ihr möglichst einen großen Bogen machen solltet.

Honorable Mentions die es nur knapp nicht auf diese Liste geschafft haben, sind unter anderem: Der Nussknacker und die 4 Reiche, Breaking In, Cloverfield Paradox, Escape Plan 2, Unknown User 2: Dark Web, Mortal Engines, Die Phantastischen Tierwesen 2: Grindewalds Verbrechen.

#15 Pacific Rim 2 – Uprising


Pacific Rim 2 – Uprising macht der Anfang in meiner Flop-Liste 2018, weil er persönlich eine der größten Enttäuschungen des gesamten Filmjahres war. Der diesjährige Oscar-Gewinner Guillermo del Toro hatte mit dem ersten Teil noch bewiesen, was in seinem kreativen Kopf steckt und einen spaßigen – wenn auch dummen – Actionblockbuster entwickelt, der mich sehr begeistert hat. Doch für den zweiten Teil hatte man del Toros Pläne abgelehnt und ihn entgegen der Fanwünsche aus der Franchise entbunden. Die Entscheidung sollte sich bitterböse rächen, denn qualitativ zieht Uprising in allen Belangen den Kürzeren.

Die Eröffnungssequenz mit den Neuzugängen John Boyega & Cailee Spaeny gefiel mir noch richtig gut, doch das war es dann weitestgehend. Ein merkwürdiger Humor, John Boyega, der sich nur selbst feiert die ganze Zeit, ein mittelmäßiges Drehbuch, das mit der Entwicklung von Charlie Days Charakter wohl einen der beklopptesten Twists der letzten Jahre hatte. Und selbst die Actionszenen haben mich kalt gelassen. Leider war Pacific Rim 2 – Uprising nicht die erhoffte Fortsetzung.

#14 The Strangers – Opfernacht

Nach 47 Meters Down und The Other Side of the Door ist auch Johannes Roberts dritte Regiearbeit leider nicht mehr als Müll. Die Fortsetzung zu The Strangers ist leider nicht mehr als unteres Mittelmaß. Für den Film spricht die ein oder andere cool visuell inszenierte Szene, die Musik und die weitestgehend konsequente Härte. Drehbuch, Schauspiel, Logik und vor allem das Ende hingegen waren grottig. Das große Finale war so dumm und für mich ein starker Bruch mit dem Ton des restlichen Films – die Kirsche auf der Absurditätentorte.

#13 A Beautiful Day

Unter Filmnerds sicherlich der kontroverseste Pick für diese Flop-Liste, denn der ein oder anderer Kritiker hat A Beautiful Day oder You Were Never Really Here wie er im Original heißt sehr hoch auf seine Top-Liste gesetzt. Nicht selten hat sich der Geheimtipp in die Top-3 geschmuggelt. Für mich hat der Film leider nur auf dem Papier funktioniert. Das größte Plus für mich und das kann ich ohne Probleme anerkennen, ist die grandiose schauspielerische Leistung von Joaquin Phoenix. Vielleicht habe ich auch die Genialität nicht verstanden, doch wenn man sein Schauspiel abzieht, bleibt für mich nicht so viel übrig.

Die Geschichte ist nicht neu, die Idee, dass der Protagonist psychisch nicht ganz labil ist auch nicht und die knallharte Action, die einem suggeriert wird, bekommt man leider nie wirklich zu sehen. Eigentlich blenden sie immer weg oder man sieht sie maximal über eine Überwachungskamera in Pixelgröße. Und ganz verrückt wird es in einigen speziellen Momenten, die völlig abstrus und bewusst arti farti daherkommen. Die Szene in der Küche? Wtf war das? Also meinen Nerv hat es nicht getroffen und insgesamt ist mir A Beautiful Day negativ aufgestoßen.

#12 Skyscraper & Rampage

Auf Platz 12 meiner Flop-Liste packe ich direkt zwei Filme, weil sie im Kern doch eigentlich eh gleich sind. Mittlerweile gibt es dafür sogar schon einen Begriff: den Rockbuster. Ähnlich wie ein anderer Schauspieler, der hier später auf der Liste noch auftauchen wird, hat Dwayne „The Rock“ Johnson in den letzten Jahren nur noch Fließbandarbeit abgeliefert. Lustigerweise sind beide Typen eng miteinander befreundet, haben mehrere Filme zusammengedreht und behaupten jeweils immer der hardest working man in the room zu sein.

Ich strafe hier diese Filme bewusst ab, weil sie wirklich nur noch 0815 Abziehbilder sind und weder The Rock noch den Zuschauer fordern. Schwache Regisseure dürfen schwache Drehbücher schreiben, Dwayne Johnson spielt immer denselben Typ Charakter und die Filme riskieren nichts. Rampage war ein Totalausfall und Skycraper hatte immerhin noch eine coole Location und mit Neve Campbell sogar eine brauchbare Nebenrolle, doch insgesamt ist mir das mittlerweile zu wenig. Ich habe kein Problem mit Blockbustern, doch wenn man mir als hardest working man in 5 Jahren 10x den gleichen Film vorsetzt, langweilt mich das, obwohl ich The Rock sehr charismatisch und sympathisch finde.

#11 Mile 22

Mile 22 fällt für mich wieder eher in die Kategorie „große Enttäuschung“ statt „furchtbar schlechter Film“, denn das Gespann aus Regisseur Peter Berg und Hauptdarsteller Mark Wahlberg hat sich in den letzten Jahren zu einem absoluten Erfolgsduo gemausert, das mich mit ihren drei vorangegangen Kooperation Lone Survivor, Boston und vor allem Deepwater Horizon begeistern konnte. Doch Mile 22 fühlte sich nicht nach derselben Akribie an, die in die anderen Projekte floss.

Es handelte sich um einen reinen Action-Thriller, der aber bis auf eine coole Sequenz mit The Raid Star Iko Uwais im ersten Drittel des Films keine nennenswerten Highlights zu bieten hatte. Zudem waren die Charaktere alle so unfassbar nervtötend. Man braucht jetzt nicht mehr als zwei Gehirnzellen um zu verstehen, dass man damit zeigen wollte wie verroht und abgefuckt die Leute sind, wenn sie ihr Leben dieser Einheit und dem Land widmen, aber diese unfassbar unnötig aggressive Grundstimmung war zu übertrieben. Keiner konnte einen Satz rausbringen ohne eine andere Person zusammenzuscheißen.

Negativer Höhepunkt: Mark Wahlberg der völlig überzogen und grundlos eine Analystin zusammenstaucht wie wertlos sie denn sei, weil sie nicht innerhalb von 2 Minuten die Terroristen ausfindig machen könne. Mile 22 war für mich mit Abstand die schwächste Kooperation von Berg und Wahlberg und definitiv ein Lowlight des Jahres.

#10 How to Party with Mom

Dass Vetternwirtschaft kein Garant für Erfolg ist, beweist Til Schweiger bereits jährlich in seinen Filmen. Doch auch in Hollywood ist es nicht immer ratsam jedes Instrument im Orchester selbst spielen und dazu noch dirigieren zu wollen. Melissa McCarthy ist eh schon die laufende 50:50-Chance auf einen guten oder schlechten Film und hat sich hier kein Gefallen getan, selbst mit ihrem Mann das Script zu schreiben und unter seiner Regie die Hauptrolle zu verkörpern.

Sie ist eine talentierte Schauspielerin und lustig, aber ihre Projektauswahl wirkt meist recht willkürlich. Kurioser Weise gilt sie mit ihrem neuen Film Can u ever forgive me? sogar als aussichtsreiche Option in der Award-Season, was ihr Talent nur bestätigt. Das Set-up für den Film ist noch ganz nett, die Message dahinter nicht verkehrt aber insgesamt ist How to Party with Mom nur mangelhaft und so belanglos. Es gab für mich genau zwei witzige Momente im Film und der Versuch emotional den Zuschauer zu erreichen funktionierte auch nicht. Leider eher eine weitere schlechte Comedy mit McCarthy.

#9 Night School

Ich habe es bereits angedeutet: auch The Rock Kumpel Comedian Kevin Hart, der 24h-Oscar-Host, schafft es auf die Flop-Liste 2018. Night School ist nicht nur die letzte unbedeutende 0815-Comedy Harts, sondern auch der erste unter seiner Schirmherrschaft produzierte Film. Im Gepäck hat er seine Freundin und die Comedy-Entdeckung der letzten 2 Jahre, Tiffany Haddish, die wie Hart selbst, zur Zeit alles mitnimmt was man ihr anbietet. In Amerika kamen zum Ende des Jahres glaube 3 Filme innerhalb von 3 Wochen mit ihr raus.

Ich mag beide und ich finde sie beide witzig, aber so wie The Rock 3 gleichförmige Blockbuster im Jahr rausballert, sind es bei Hart halbherzige Komödien, die durch penetrante Werbung und großer Fanbase 100 Millionen einspielen und drei weitere rechtfertigen. Night School macht also nichts anders, er gibt am laufenden Band Witze über Kevin Harts Größe, paar witzige Nebenrollen und am Ende immer den gleichen Storybogen. Kennste einen, kennste alle.

#8 Johnny English 3

Hahaha, er hat ein Cocktail-Schirmchen in der Nase. Witzig, weil der gehört da gar nicht hin, haha! 158 Millionen – Wahnsinn. Dass Rowan Atkinson, Mr.Bean, im Jahr 2018 so unfassbar zieht, hätte ich im Leben nicht geglaubt. In Amerika hat er dabei nur 4 Millionen eingespielt aber gerade in Großbritannien konnte er natürlich überzeugen. Für mich ist der Rowan Atkinson Zug wohl abgefahren, denn ich fand den dritten Film des Franchises lahm.

Die Geschichte steht zwar nicht im Fokus ist aber super flach und der Humor kann meine Lachmuskeln maximal einmal über die gesamte Lauflänge kitzeln. Klar Atkinson hat durch seine Mimik immer das Potential witzig zu sein, aber ich hätte ohne große Probleme auf diesen Film verzichten können.

#7 The Nun

Genug mit den schlechten Komödien, kommen wir zum ersten Horrorfilm-Flop: The Nun. The Nun gehört wie die Annabelle Filme zu der Conjuring-Franchise und symbolisiert für mich den Cashgrabstatus dieser Reihe. Es ist der bislang erfolgreichste der fünf Filme, aber neben Annabelle auch der schlechteste. Miese Story, kein Gruselfaktor und 0815 Schockeffekte. Einzig die schauspielerische Leistung und das ein oder andere schöne Bild sind mir positiv in Erinnerung geblieben.

#6 The Happytime Murders

Just Kidding, eine Komödie habe ich doch noch für euch in meiner Flop-Liste. Die Idee fand ich ehrlich gesagt ziemlich geil: eine Art dreckiges R-Rated Muppets, eine derbe Komödie kombiniert mit einem Noir-Krimi. „No Sesame. All Street.“ war der richtig geile Slogan. Doch war das letztlich entstandene Produkt absoluter Müll.

Zum zweiten Mal dieses Jahr findet eine Melissa McCarthy Komödie den Weg in meine Liste. Der Film ist echt derbe, hauptsächlich aber derbe unter der Gürtellinie, wenn beispielsweise der Hauptcharakter, eine Puppe, mal kurz seine Klientin bumst und literweise Puppensperma verschießt. Kann man machen, muss man nicht. Die gute Idee hat leider nicht zu einem guten Film geführt. Die Krimigeschichte war leider sehr vorhersehbar und dadurch wenig spannend und der Humor zündete nur selten.

#5 Venom

Venom ist für mich der schlechteste Superheldenfilm des Jahres. Tom Hardys Schauspiel und die Buddy-Momente mit Venom, der innere Zwiespalt, die witzigen Momente die dadurch entstanden sind, das sind die eine großen redeeming Qualities, die mir dieser Film gibt. Alles andere ist enttäuschend. Das Drehbuch ist nicht gut, die Handlung 0815, die Dialoge teils haarsträubend, die Figuren klischeebehaftet und abgesehen von Eddy Brock, also Tom Hardy, saudoof.

Dazu kommt die leidige Diskussion um ein R-Rating. Ein menschenfressender Antiheld hätte dieses Altersfreigabe gebraucht. Alle Verantwortlichen haben in der Pressetour betont, dass es nichts ausmachen würde, aber das ist Quatsch. Ständig wird abgeblendet, wenn etwas passiert. Die Actionszenen sind bis auf die allererste furchtbar langweilig. Alles ist extra dunkel oder man kreiert so Sequenzen, wo vermeintlich viel passieren müsste, aber überall ist Nebel durch Rauchgranaten. Nur am Ende, wenn man wie so häufig ein großen CGI-Klotz gegen Venom antreten lässt, bekommt man das irgendwie zu sehen. Generell ist es die einfachste und schlechteste Variante a) einen typischen Evil CEO als Gegenspieler zu haben und b) wenn man nicht weiter weiß quasi einfach den „Evil Twin“ auf den Helden loszulassen.

Das alles nur um sich angeblich an Spider-Man anzubiedern und eventuell in Zukunft dort aufzutreten. Für mich war es das nicht wert, aber anscheinend für viele Andere, denn Venom ist unfassbar erfolgreich gewesen und konnte sagenhafte 855 Millionen USD einspielen und war überraschend erfolgreich in China. Auch wenn ich diesen Film weitestgehend schlecht fand, hoffe ich, dass Sony mit diesen Einnahmen einen besseren zweiten Teil entwickelt, denn das Potential sehe auch ich.

#4 Slender Man

Slender Man ist so ein Film, den man wieder mit Hoffnung auf einen Hypetrain aufzuspringen gegreenlighted hat, nur um dann Jahre zu spät damit in einen längst geschlossenen Bahnhof einzufahren. Das „Slender Man“-Spiel erschien bereits 2012 und konnte für ein paar Wochen Buzz in den Medien erzeugen, dem Film gelingt das maximal im negativen Sinne.

Als viel zu dunkel, viel zu zerschnitten um die Altersfreigabe zu drücken, viel zu spät, handwerklich viel zu schlecht und letztlich viel zu öde kann man das Endprodukt beschreiben. Albträume bekommt man nur, weil man sich diesen hingerotzten Horrorfilm angeschaut hat, aber nicht, weil die Inhalte so gruselig sind. Wie jedes Jahr gab es auch 2018 ein paar Highlights in diesem Genre, doch Slender Man ist ein generischer Cashgrab Horrofilm von der Stange.

#3 Das Zeiträtsel

Eine beliebte Vorlage, die als unverfilmbar galt, großer Hype, viel Werbung, ein hohes Budget, ein namhafter Cast, mit Ava DuVernay eine sehr talentierte Regisseurin und Amerikas Mutter Oprah Winfrey. Was kann da schon schiefgehen? Leider alles. Das Schauspiel der Jungdarsteller war schlecht, das der Vollprofis völlig überzogen. Eine konfuse Geschichte mit bizarren Figuren.

Eigentlich springen die Charaktere auch nur von CGI-Welt zu CGI-Welt ohne was zu machen. Der Film ist kitschig, berührt aber absolut gar nicht. Und dann diese Eier der Macher eine Metaebene zu schaffen, die die eh schon larger-than-life Oprah Winfrey tatsächlich als eine riesige Götterfigur darstellt, ist echt bemitleidenswert grausig. Der Film war ein Reinfall und hoffentlich kein Fallstrick für Ava DuVernay, die mit Selma ja schon gezeigt hatte wie gut sie ist. Vielleicht sollte sie zurück zu kleineren Budgets.

#2 Wahrheit oder Pflicht

Unfassbar dummes Drehbuch, grandios schlechte Figuren, die so dämlich handeln und alle Genreklischees bestätigen, so dass man am liebsten wie die Charaktere im Film den Freitod wählen würde. Wer weiß, vielleicht ist das auch die Metaebene, die die Crew des Films ursprünglich anstrebte. Zusätzlich wird man gequält mit diesem potthässlichen Fratzeneffekt, der sich zwar bei mir persönlich das gesamte Jahr über ins Gedächtnis gebrannt hat, aber innerhalb des Films nur alles ins Lächerliche zieht. Das wirkt der Tonalität eines Horrorfilms völlig entgegen. Dem Produzenten, dem dieser geniale Einfall zuzuschreiben ist, möge der Blitz treffen. Und dann nochmal.

Wenn man sich dann durch den Großteil von Wahrheit oder Pflicht gequält hat, wird man auch noch mit einem so grottigen Ende und einer Charakterentwicklung abgefertigt, die so sinnlos und haarsträubend ist. Alle Beteiligten sollten sich schämen für diese Gurke.

#1 50 Shades 3: Befreite Lust

Ich bin mir sicher: hätte ich Klassentreffen 1.0 von und mit Til Schweiger oder den Bülent Ceylan Film Verpiss dich, Schneewitchen! gesehen, wären sie ganz starke Kandidaten auf den Thron gewesen. Die Trailer habe ich bestimmt 30x sehen müssen und da gab es schon keinen Lacher. Was ich über diese Flops alles gehört habe, da stellen sich mir die Haare auf. Doch selbst für mich gibt es Filme, denen ich keine Chance geben muss, um zu wissen wie schlecht sie sind, für die mir meine Zeit und meine Nerven zu kostbar sind als dass ich sie dafür opfere.

Aus diesem Grund schaffte es dann zum insgesamt dritten Mal und zum zweiten Mal in folge doch wieder ein Film der 50 Shades of Grey Trilogie an die Spitze. Der Abschluss der Trilogie ist nicht so schlecht wie der zweite Teil, aber leider immer noch unfassbar schrecklich und eine Beleidigung. Über Jahre hinweg rege ich mich über diese Dialoge, diese absolut toxische Beziehung, oder den lamen Sex für das eigentlich vermittelte Image auf.

Man merkt, dass keiner der Beteiligten mehr Bock hatte, gute Darsteller wie Jamie Dornan und Dakota Johnson wirken gequält. Wenn ich zurückdenke an die Szenen mit der Maklerin oder die Sexszenen in der Küche kommt mir das Kotzen. Und dieser ganze Actionplot rund um den Antagonisten, der innerhalb der Trilogie nicht nur die unglaubwürdigste Entwicklung EVER durchmachte, er bekommt jetzt sogar noch eine völlig an den Haaren herbeigezogene Verbindung zur Christian Greys Vergangenheit, hahaha. Vielleicht war es doch das Lowlight der Trilogie, macht es einen Unterschied?

Es tut so weh und trotzdem rennen sie in Deutschland wieder alle rein. Platz 3 der deutschen Kinocharts 2018 konnte 50 Shades wieder klar machen. Kopf -> Tischkante. Endlich ist es vorbei.

Top 7 meiner liebsten untypischen Weihnachtsfilme

Weihnachts-Special: Top 7 meiner liebsten untypischen Weihnachtsfilme

Neben den typischen Animations-, Familienfilmen, klassichen Weihnachtsfilmen und Märchen scheinen wir Deutschen vor allem große Fantasy- und Actionfilme zu den Feiertagen zu lieben, die nicht mal zwangsläufig immer was mit der klassischen Weihnacht zu tun haben müssen. Heute liste ich euch unsere liebsten untypischen Weihnachtsfilme auf, die eigentlich jedes Jahr das Fernsehprogramm zu den Feiertagen bestimmen und trotzdem nie langweilig werden.

Als honoroble Mention aber nicht ganz auf meine Liste haben es unter anderem die sehr christliche Rambo-Reihe, Beverly Hills Cop 1-3, Die Chroniken von Narnia, Titanic, Matilda, Harry Potter, Lethal Weapon, die Beethoven-Reihe u.v.m. geschafft.

Top 7 meiner liebsten untypischen Weihnachtsfilme

#7 Das letzte Einhorn

When the last eagle flies over the last crumbling mountain,
And the last lion roars at the last dusty fountain,

… Wer schält…
In the shadow of the forest though she may be old and worn,
They will stare unbelieving… at the last unicorn.

…hier schon wieder…

I’m alive, I’m aliiiiiiiiive

…Zwiebeln? Oh my gawd..

Das letzte Einhorn ist ein so schöner, düsterer, melancholischer und zugleich gefühlvoller Zeichentrickfilm wie es sie nur selten gibt. Wenn Zauberer Schmendrick, Molly Grue und das letzte Einhorn sich zu Weihnachten auf die Reise begeben, um sich dem Roten Stier und König Haggard entgegenzusetzen, weckt das bei Jung und Alt die Emotionen.

#6 Sissi

Zugegeben: die Sissi-Trilogie ist hauptsächlich eher was für die Generation unserer Eltern, aber die Filme rund um die Kaiserin Sissi, gespielt von der fantastischen Romy Schneider, sind Klassiker, die noch nach heutigen Maßstäben ihre Qualität halten. Kein Weihnachten ohne diese Kultreihe im Deutschen Fernsehen.

#5 Gremlins 1+2

Jedes Kind träumt davon und oft ist es zu Weihnachten soweit: der Weihnachtsmann legt ein Haustier unter den Weihnachtsbaum. Dass das jedoch nicht immer so gut geht, beweisen die Horror-Komödien Gremlins 1+2. Dabei sind die Regeln doch so einfach: den Mogwai nie dem Sonnenlicht aussetzen, nie nass werden lassen und nicht nach Mitternacht füttern. Diese Regeln gelten übrigens auch für die eigene Großmutter.

#4 Ghostbusters 1+2

Das Gespann von Venkman, Ray, Egon  & Winston ist ein Alltime-Classic und zu jeder Zeit des Jahres wert geschaut zu werden. Auch wenn die Verbindung zu Weihnachten vor allem durch das Setting des zweiten Teils zustande kommt, kreuzen sich die Strahlen der Ghostbusters regelmäßig mit unserem Weihnachtsprogramm.

#3 Forrest Gump

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Zu Weihnachten auch gerne Dominosteine, Lebkuchen oder Spekulatius. Forrest Gump ist nicht nur ein fantastischer, gefühlvoller Film mit Schwiegerelternliebling Tom Hanks, er ist auch einfach zeitlos. Kein Wunder, dass wir uns mit dieser einzigartigen Geschichte auch gerne zu Weihnachten beschäftigen.

#2 Der Herr der Ringe

Die „Der Herr der Ringe“-Reihe ist eines der epischsten Filmfranchises aller Zeiten und für viele Deutsche fest mit dem Weihnachtsfest verbunden. Vermutlich liegt das an den ursprünglichen Veröffentlichungsterminen. Denn sowohl die Original-Trilogie als auch die Hobbit-Reihe kamen in der Regel immer kurz vor Weihnachten in die deutschen Kinos und wurden so zum festen Ritual und Vorweihnachtsgeschenk. Gerne tauchen wir in Peter Jacksons Interpretation von Tolkiens Welt ab, lachen über Gimli und Legolas‘ Sticheleien, fiebern jedes mal wieder mit, wenn der Uruk-hai mit der Fackel auf Helms Klamm zurennt, hoffen er schafft es nicht und wünschen uns heimlich, dass Golum den Ring am Ende bekommt und der König von Mittelerde wird. Ich sollte Drehbücher schreiben.

#1 Stirb Langsam 1+2

Unzählige Male haben wir John fucking McClane mit blutenden Füßen seine Frau aus dem Nakatomi Plaza retten sehen und trotzdem wird man dessen nicht überdrüssig. Stirb Langsam ist nicht nur einer der besten Actionfilme der Filmgeschichte, er lässt unseren Helden auch immer zum besinnlichsten aller Feiertage gegen Terroristen kämpfen. Neben immer wieder geilen One-Linern wie das ikonische Yippie-Ya-Yay Schweinebacke ruft uns Stirb Langsam auch jedes Jahr als netten Nebeneffekt den leider verstorbenen Alan Rickman (Snape, Harry Potter) zurück ins Gedächtnis, der als Hans Gruber einen der denkwürdigsten Antagonisten der Historie spielt.

And the Oscar 2018 goes to..

Es ist endlich wieder soweit: in wenigen Stunden werden die Oscars in Los Angeles verliehen. Es ist mittlerweile die 90. Verleihung des prestigeträchtigsten Filmspreises der Welt, den Academy Awards. Der hauseigene Latenight-Host Jimmy Kimmel wird erneut durch die Gala führen, die wie gewohnt auf ABC in den USA oder ProSieben in Deutschland zu sehen sein wird. Kimmel ist ein kompetenter Host, der auch das Umschlag-Desaster im letzten Jahr souverän gemeister hatte. Man wird eher weniger Showeinlagen von ihm erwarten können, dafür bissige Seitenhiebe gegenüber Trump, Weinstein und besagter Katastrophe des letzten Jahres.

Ein weiteres Highlight dürften in diesem Jahr die musikalischen Performances für die Kategorie Bester Filmsong sein. Mit der Power-Hymne This is me ist der große Favorit von Benj Pasek und Justin Paul, die bereits im letzten Jahr gleich zwei Songs in dieser Kategorie hatten für La La Land. Mit City of Stars konnten sie den Oscar sogar gewinnen. Zwei Jahre in Folge zu gewinnen wäre schon ein Statement. Zusätzlich darf man sich auf Performances von Mighty River aus dem Film Mudbound, Mystery of Love aus dem gefühlvollen Drama Call Me by Your Name, Stand up for something aus Marshall und Remember Me aus dem Pixar Animationshit Coco freuen.

Kontroverse:

Wie jedes Jahr gibt es das ein oder andere Thema rund um die Oscars, dass für ordentlich explosiven Gesprächsstoff führt, ja und wo soll ich da dieses Jahr anfangen?

Zum einen wird zur großer Sicherheit die gigantische Katastrophe der letzten Verleihung aufgegriffen werden, als der Mitarbeiter, dessen Job es war die Umschläge an die Laudatoren zu übergeben, versehentlich den Umschlag der Besten Hauptdarstellerin, Emma Stone für La La Land, an Warren Beatty gab, der den Besten Film kühren sollte. Grund dafür waren Ablenkungen durch Selfies im Backstagebereich von denen man ihm abriet.

Des Weiteren wird man sich sicherlich nicht den ein oder anderen Seitenhieb auf Trumps Regierung verkneifen können, gerade jetzt in dieser angespannten Situation und Kimmels Engagement nach den letzten Amokläufen.

Ja und natürlich wird auch der große Elefant im Raum die größte Bedeutung und Erwähnung finden – auch wenn der allergrößte Elefant von ihnen, Harvey Weinstein, nicht dabei sein wird.

Kein Thema hat die Medien und vor allem Hollywood so bestimmt im Jahr 2017 wie die #MeToo & #TimeIsUp Bewegung. Angefangen hat alles mit einem investigativen Artikel der New York Times Anfang Oktober, der systematisch die sexuellen Belästigungen Harvey Weinsteins über die letzten Jahrzehnte  offenlegte. Weinstein galt bis dato als mächtigster und einflussreichster Mann in Hollywood, der als Producer quasi mit nahezu jedem in Hollywood arbeitete und an über 80 Oscar-Gewinnern beteiligt war. Unter anderem war auch Quentin Tarantinos Geldquelle.

Dass Harvey Weinstein kein guter und angenehmer Typ war, galt schon jeher als offenes Geheimnis in der Branche, doch das Machtgefüge und die Abhängigkeit von seinem guten Willen haben es ihm ermöglicht ein System der Unterdrückung, sexuellen Belästigung und Abhängigkeit zu schaffen. Zu den ersten Prominenten die über ihre Erlebnisse mit Weinstein offen sprachen gehörten Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow, Alyssa Milano und Rose McGowan.

Ihre Offenheit löste ein gigantisches Erdbeben aus, das täglich mehr und mehr sexuelle Übergriffe von Weinstein und anderen Männern in Hollywood offenlegte. Gefühlt hatte jede Frau bereits Erfahrungen damit gemacht und infolgedessen kam es zu einer Welle der Solidarität. Die #MeToo und #TimeIsUp Bewegung bestimmten die Medienlandschaft. Die Karrieren von Weinstein und Kevin Spacey beispielsweise waren innerhalb von 3 Tagen Geschichte. Die Branche reinigt sich gerade von Innen und bricht mit immer mehr alten Strukturen, die über Jahrzehnte ein solch widerliches Verhalten förderten.

Vorsicht ist trotzdem auch hierbei geboten, denn die Stimmung ist aktuell hochexplosiv, jeder ist sensibilisiert und man muss trotz der richtigen Intension Hollywood & Co. vor Peinigern und Unterdrückern zu befreien, darauf achten jetzt nicht jeden Kommentar und Blick eines Mannes aus den letzten 30 Jahren zu überdramatisieren und somit eine Hetzkampagne zu starten die schnell Karrieren und Leben beendet.

Dieser Skandal ist natürlich nicht nur auf Hollywood anzuwenden und gibt es wohl in fast jedem Job. Zum Glück hat es auch hier die ein oder andere Veränderung gegeben, die hoffentlich in Zukunft dazu führt, dass Frauen sich sicher fühlen und Karriere machen können ohne dafür mit Körper und Seele zu zahlen.

 

 

Oscar Snubs und Surprises:

Wie jedes Jahr gibt es auch bei dieser Oscar-Verleihung Nominierungen die absolut überraschend waren und keiner so auf dem Schirm hatte und auch paar Personen oder Filme, deren Berücksichtung und Anerkennung total fehlt und die man schmerzlich vermisst.

Surprises:

#1 Christopher Plummer, ich glaue nie zuvor hat es sowas gegeben: als im Zuge der #meToo Kampagne Schauspiellegende Kevin Spacey unter die Räder geriet, hat sich Regisseur Ridley Scott dazu entschieden einen Monat vor Release des Films „All the Money in the WorldKevin Spacey aus den Film zu schneiden und mit Christopher Plummer neu zu besetzen. Dieser drehte in Windeseile innerhalb von zwei Wochen alle Szenen – das auch sehr gut – und stieg trotzdem völlig unerwartet in die Awardseason ein.

#2 Logan wurde zwar nicht als Bester Film nominiert, obwohl es viele Fans zu so empfanden und auch die Darsteller gingen leer aus, aber immerhin konnte man eine überraschene Nominierung für’s adaptierte Drehbuch abgreifen.

#3 Aus dem Nichts, unser deutscher Oscar-Beitrag wurde trotz Erfolgen in der Awardseason und eigentlicher Favoritenrolle überraschen nicht unter die letzten fünf Kandidaten gewählt worden.

#4 Denzel Washingtons Nominierung kann ich neben vielen anderen nicht so recht nachvollziehen. Der junge hat genug abgeräumt und wird dennoch wie Meryl Streep jedes Jahr aufs Neue nominiert für Filme die fast Niemand gesehen hat, kaum jemand richtig gut fand und finanziell floppten. Es gab genug bessere Alternativen – siehe Snubs.

 

Snubs:

#1 Blade Runner 2049 & Denis Villeneuve. Villeneuves phänomenales Sequel zum Klassiker Blade Runner war objektiv einer der besten Filme 2017 und vermutlich auch der letzten Jahre. Für mich absolut unverständlich, dass man hier nur Nominierungen für technische Kategorien bekommen hat und stattdessen Der seidene Faden, Die Verlegerin und Die dunkelste Stunde bevorzugte.

#2 Holly Hunter für The Big Sick, Tiffany Haddish für Girls Trip und Sir Patrick Stewart für Logan hätten eine Nominierung in den Nebendarsteller-Kategorien verdient gehabt. Octavia Spencer, Lesley Manville, Woody Harrelson und Christopher Plummer hätte ich dafür rausgenommen.

#3 James Franco für The Disaster Artist, Andy Serkis für Planet der Affen 3, Aubrey Plaza für Ingrid Goes West und Robert Pattinson für Good Times hätten in den Hauptdarsteller-Kategorien Meryl Streep, Denzel Washington, Daniel Day-Lewis oder Daniel Kaluuya ersetzen können.

#4 The Lego Batman Movie: Pixars Coco ist der große Favorit in der Animationskategorie, was vor allem daran liegt, dass man The Boss Baby The Lego Batman Movie vorzog – unverständlich.

Beste Nebendarstellerin / Actress in A Supporting Role:

Mary J. Blige (Mudbound) | Allison Janney (I, Tonya) | Lesley Manville (Phantom Thread) | Laurie Metcalf (Lady Bird) | Octavia Spencer (The Shape of Water)

 

Wunsch: #1 Allison Janney #2 Laurie Metcalf

Meine Nummer 1 ist Allison Janney, sie hat die spannendste und erinnerungswürdigste Rolle unter den Nominierten – mit so einer Mutter braucht man keine Feinde mehr.

Ich kannte die Filmographie von Janney nicht sonderlich gut, fand ihre Transformation aber beeindruckend.

 

 

 

 

Wahrscheinlich: #1 Allison Janney #2 Laurie Metcalf

 

 

 

Wie bei viele Kategorien in diesem Jahr scheint der Sieger schon fast festzustehen Allison Janney ist klar der größte Favorit, schätzungsweise 80%.

Doch wenn eine Darstellerin noch realistische Chancen auf den Upset hätte, dann in erster Linie Laurie Metcalf die ähnlich wie Allison Janney eine starke Mutterrolle spielt, auch wenn diese unterschiedlicher nicht sein könnten.

 

Bester Nebendarsteller / Actor in A Supporting Role:

Willem Dafoe (The Florida Project) | Woody Harrelson (3 Billboards) | Richard Jenkins (The Shape of Water) | Christopher Plummer (All the Money in the World) | Sam Rockwell (3 Billboards)

 

Wunsch: #1 Sam Rockwell #2 Richard Jenkins

 

Sam Rockwell wurde 2009 für Moon frevelhaft übergangen und ist völlig zurecht nun der große Favorit in dieser Kategorie. Seine Rolle war nicht einfach und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri musste dafür viel Kritik einstecken, doch an Sam Rockwells authentischer und grandioser Performance lässt sich nicht rütteln.

Seine Konkurrenz braucht sich aber nicht zu verstecken und ist dieses Jahr vielleicht nicht so viel besprochen worden, aber unfassbar stark. Gerade Richard Jenkins aus The Shape of Water hat mich persönlich sehr berührt und landet auf meiner Wunschliste hinter Sam Rockwell.

 

Wahrscheinlich: #1 Sam Rockwell #2 Willem Dafoe

 

 

Sam Rockwell ist auch für die Experten und Buchmacher die Nummer Eins in der „Bester Nebendarsteller„-Kategorie, doch wenn einer überraschend an ihm vorbeizieht, dann Willem Dafoe für seine sympathische und feinfühlige Performance als „Mädchen für Alles“ im außergewöhnlichen Film  The Florida Project, der darüber hinaus für viele zu unrecht in allen anderen Kategorien zu wenig Beachtung fand.

 

Beste Hauptdarstellerin / Actress in A Leading Role:

Sally Hawkins (The Shape of Water) | Frances McDormand (3 Billboards) | Margot Robbie (I, Tonya) | Saoirse Ronan (Lady Bird) | Meryl Streep (Die Verlegerin)

 

Wunsch: #1 Frances McDormand #2 Sally Hawkins

Sally Hawkins

Neue Kategorie, alte Leier: Auch hier deckt sich mein Empfinden mit der Meinung der Presse. Wunschkandidatin #1 ist Frances McDormand, die bereits für Fargo einen Oscar erhielt aber in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri unglaublich mitreißend und sowohl in den dramatischen als auch zynischen Momenten grandios war.

Sie gilt seit Ewigkeiten als der Frontrunner für die Beste Hauptrolle und dennoch bietet das Teilnehmerfeld viel Spielraum für einen Upset. Sally Hawkins würde ich es noch am ehesten wünschen, weil mich ihre Leistung als liebevolle und stumme Reinigungskraft, die sich in ein Fischwesen verliebt einfach abgeholt und berührt hat.

Wahrscheinlich: #1 Frances McDormand #2 Margot Robbie #3 Saoirse Ronan

 

Auch wenn der Name Francis McDormand am häufigsten fällt im Zusammenhang mit dieser Kategorie, sind die Performances von Margot Robbie und der Saoirse Ronan nicht zu vernachlässigen. Saoirse Ronan ist mit erst 23 Jahren schon Stammgast bei den Academy Awards und bereits zum dritten Mal nominiert ohne zu gewinnen. Der Druck auf die Mitglieder steigt so langsam, vielleicht soll es dieses Jahr soweit sein auch wenn ich es ihr für Brooklyn mehr gegönnt hätte.

Auch Margot Robbie hat man bereits im Trailer zu I, Tonya angesehen, dass das Oscar-Material werden wird. Sie hat zwar noch Zeit für einen Oscar-Gewinn aber die Aktualität durch Olympia und die wahre Geschichte dahinter, könnten neben dieser tollen Leistung das Zünglein an der Waage sein. P.S.: Nur bitte nicht Meryl Streep.

Bester Hauptdarsteller / Actor in A Leading Role:

Timothee Chalamet (Call Me by Your Name) | Gary Oldman (Darkest Hour) | Daniel Kaluuya (Get Out) | Daniel Day-Lewis (Phantom Thread) | Denzel Washington (Roman J. Israel, Esq.)

 

Wunsch: #1 Gary Oldman #2 Daniel Day-Lewis

Gary Oldman - großer Favorit auf den Oscar

Gary Oldman muss und wird es machen. Nicht nur hat er sich mit Die dunkelste Stunde verdient sondern wird hier für sein Lebenswerk geehrt werden. Der Oscar ist längst überfällig nach seinen ikonischen Performances über die letzten Jahrzehnte. Ihm spielt zusätzlich in die Karten, dass die ein oder andere sehr starke Konkurrenz wie James Franco, Andy Serkis und Robert Pattinson nicht nominiert wurde.

Dafür aber zwei talentierte Jungschauspieler hat, die bislang zu wenig erreicht haben und sowas wird nur selten mit einem Oscar belohnt. Ergänzend hat man mit Daniel Day-Lewis und Denzel Washington zwei Urgesteine und Legenden dabei, die weder eine weitere Auszeichnung brauchen noch hier die beste Leistung ihrer Karriere erbracht haben.

Wahrscheinlich: #1 Gary Oldman #2 Timothee Chalamet

 

Wie oben bereits angeführt ist Gary Oldman fast gesetzt als Sieger der Kategorie Bester Hauptdarsteller bei den 90. Academy Awards. Dennoch rechnet man gerade Timothee Chalamet, der gleich in zwei Oscar-Filmen dieses Jahr mitspielt, die größten Chancen auf einen Außenseitersieg ein.

Seine nuancierte und verletztliche Performance im Schwulendrama Call Me by Your Name war fantastisch. Er könnte heute Abend als jüngster Oscar-Gewinner dieser Kategorie in die Geschichte eingehen.

Bester Film / Best Picture:

Die dunkelste Stunde | Get Out | Call Me by Your Name | Lady Bird | The Shape of Water | Phantom Thread | The Post | Three Billboards Outside Ebbing, Missouri | Dunkirk

 

Wunsch: #1 The Shape of Water #2 3 Billboards #3 Get Out

Wer wird der Nachfolger zum Vorjahressieger La La Land ..äh Moonlight? Vermutlich The Shape of Water und das würde ich mir auch wünschen, weil es für mich einer dieser Filme ist, die bei mir total den Nerv treffen und einer Offenbarung gleichen.

Ich liebe Guillermo del Toros Vision, seine Designs, seine Fantasie. Ich stehe auf diese märchenhaften und phantastischen Elemente, die mit der Geschichte verknüpfen. Tolle Darsteller, super Geschichte und grandios inszeniert.

 

Wahrscheinlich: #1 The Shape of Water #2 3 Billboards #3 Dunkirk

 

Ja, The Shape of Water ist dank 13 Nominierungen auch der große Favorit für den Besten Film, aber letztlich spielen soviele Faktoren rein und Auswertungen von Zweit- und Drittstimmen, so dass am Ende Filme wie Dunkirk, Lady Bird oder Get Out auf der Zielgerade vorbeiziehen könnten, weil sich Fans und Hater von The Shape of Water und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri gegenseitig die Stimmen nehmen.

Konkret bedeutet das: Jemand der will, dass Three Billboards gewinnt, wird vielleicht bewusst keine weitere Stimme für The Shape of Water abgeben, aber sich ohne Probleme auf die drei genannten „Außenseiter“ einigen können. Wenn sich zwei streiten freut sich der Dritte wie man so schön sagt. Mein Herz schlägt für The Shape of Water aber auch 3 Billboards, Get Out, Dunkirk, Call Me by Your Name und Lady Bird wären nachvollziehbare Sieger.

 

Zusätzlich schau ich vor allem auf folgende Kategorien:

Bester Regisseur:
Wunsch: #1 Guillermo del Toro #2 Jordan Peele / Wahrscheinlich: #1 Guillermo del Toro #2 Christopher Nolan
Guillermo del Toro, mach es! Für mich führt wohl kaum ein Weg an ihm vorbei, nach ihm würde ich es vor allem Jordan Peele für Get Out wünschen. Christopher Nolan könnt hier am Ende aber auch noch vorbeiziehen. Seine Fanbase ist gigantisch und Dunkirk brachte ihm die erste Regie-Oscar-Nominierung. Er profitiert vor allem davon, dass Martin McDonagh, Denis Villeneuve und Sean Baker nicht nominiert wurden.

Bestes original/adaptierte Drehbuch:
Wunsch: #1 Logen (adapt) / #1 The Big Sick (orig.) / Wahrscheinlich: #1 Call Me by Your Name (adapt) / #1 Three Billboards (orig)
Call Me by Your Name und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri sind die Favoriten in den Drehbuchkategorien, ein Sieg wäre definitiv gerechtfertig. Wünschen würde ich mir jedoch Logan, der auf #1 meiner Topliste 2017 landete und sonst nicht bedacht wurde & The Big Sick, der generell trotz viel postivier Resonanz in der Awardsseason teils sträflich übergangen wurde.

Beste Kamera:
Wunsch: #1 Blade Runner 2049 / Wahrscheinlich: #1 Blade Runner 2049 #2 Dunkirk #3 Mudbound
Roger Deakins muss dieses Jahr einfach gewinnen. 13 Mal wurde er bereits für den Oscar nominiert, gewann aber letztlich nie. Diese Pechsträhne muss ein Ende haben – heute Abend! Blade Runner 2049 sieht fantastisch aus und das ist vor allem Deakins zu verdanken. Pechvogel Deakins könnte am Ende aber noch gegen Dunkirk oder Mudbound verlieren, denn mit Rachel Morrison wurde zum ersten Mal eine Kamerafrau nominiert.

Zusammenfassung:

Wunsch – BigFive + Bonus:

  • #1 Allison Janney #2 Laurie Metcalf (Nebendarstellerin)
  • #1 Sam Rockwell #2 Richard Jenkins (Nebendarsteller)
  • #1 Frances McDormand #2 Sally Hawkins (Hauptdarstellerin)
  • #1 Gary Oldman #2 Daniel Day-Lewis (Hauptdarsteller)
  • #1 The Shape of Water #2 3 Billboards #3 Get Out (Film)
  • #1 Guillermo del Toro #2 Jordan Peele (Regisseur)
  • #1 Logan & The Big Sick (Drehbücher)
  • #1 Blade Runner 2049 (Beste Kamera)

Wahrscheinlich – Big Five + Bonus:

  • #1 Allison Janney #2 Laurie Metcalf (Nebendarstellerin)
  • #1 Sam Rockwell #2 Willem Dafoe (Nebendarsteller)
  • #1 Frances McDormand #2 Margot Robbie #3 Saoirse Ronan (Hauptdarstellerin)
  • #1 Gary Oldman #2 Timothee Chalamet (Hauptdarsteller)
  • #1 The Shape of Water #2 3 Billboards #3 Dunkirk (Film)
  • #1 Guillermo del Toro #2 Christopher Nolan (Regisseur)
  • #1 Call me by your name & Three Billboards (Drehbücher)
  • #1 Blade Runner 2049 #2 Dunkirk (Beste Kamera)

Meine Top 15 aus dem Jahr 2017

Wieder ein Jahr rum und meine alljährliche Top-Liste der Kinofilme und Filme von Streamingseiten a la Netflix darf da natürlich nicht fehlen. Die Oscar-Filme der letzten Verleihung sind wie immer ausgeschlossen um die Liste nicht zu verwässern. Allgemein kann man über das Filmjahr 2017 sagen, dass es wohl eines der besten Jahre für das Medium Film seit Ewigkeiten war. Die Jahre zuvor wechselten sich immer ein wenig ab zwischen Blockbuster-Jahren und Zeiten wo die kleineren Filme die Nase vorn hatten. 2017 ist ein gesunder Mix mit vielen handwerklich sehr guten Filmen jeder Größe, dabei haben uns in Deutschland die zukünftigen Oscar-Anwärter wie unter anderem Ladybird oder The Shape of Water noch gar nicht erreicht, die in Amerika schon vergöttert werden.

Honorable Mentions die es nur knapp nicht auf diese Liste geschafft haben, sind unter anderem: The Founder, Miss Sloane – Die Erfindung der Wahrheit, Brawl in Cell Block 99, Geralds Game, Shot Caller, The Babysitter, Spider-Man: Homecoming, Split, The Girl with all the Gifts, Star Wars 8, Thor 3, Life, Die rote Schildkröte, Die versunkene Stadt Z u.v.m.

#15 Paddington 2

Ich habe vorab ehrlich gesagt nicht wirklich an Paddington 2 geglaubt, aber musste diesen voreiligen Schluss revidieren, denn letztlich hat er mir dann doch echt gut gefallen und sogar besser als der Vorgänger. Regisseur Paul King und sein Team beweisen einmal mehr ihr Gespür und guten Blick fürs Visuelle. Sehr positiv sind mir hier die tollen Übergänge und sehr phantasievollen Zeitraffersequenzen aufgefallen. Gleich zu Beginn zeigt man den Ideenreichtum mit der coolen Idee, das Pop-Up-Buch, welches im weiteren Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle spielt, zum Leben zu erwecken und unsere Protagonisten in dieser Welt aus Pappwänden agieren zu lassen. Auch später im Gefängnis gibt es eine sehr interessante Idee, den Gefängnisausbruch anhand eines Puppenhauses darzustellen, welches unsere Akteure in 2D zeigt.

Darüber hinaus – wie schon im ersten Teil – ist Paddington einfach eine süße Figur, der man nicht böse sein kann so ungeschickt sie sich auch manchmal anstellt und anderen auf den Schlips tritt. Es gibt viele liebevolle Szenen mit ihm. Zu dem alten Cast rund um die tolle Sally Hawkins und Hugh Bonneville, sind auch die Ergänzungen Brendan Gleeson und Hugh Grant super integriert worden.

Alles in allem war Paddington 2 ein sehr schöner Familienfilm für die Weihnachtszeit mit dem man nicht viel verkehrt machen kann.

#14 The Big Sick

The Big Sick erzählt im Prinzip die Geschichte wie Comedian und Schauspieler Kumail Nanjiani seine heutige Frau kennenlernte und welche Steine den beiden zunächst in den Weg gelegt worden sind.

Der Film war witzig, liebevoll und hatte viele kleine Nebenhandlungen, die The Big Sick Fleisch gegeben haben ohne den Film überladen wirken zu lassen. So nimmt sich der Film Zeit für die süße Kennenlernphase der beiden Hauptfiguren, erzählt von Kumails Struggle als unerfahrener Stand-Up Comedian, von den Erwartungen seiner traditionsbewussten Familie, die regelmäßig versucht für ihren Sohn eine Hochzeit zu arrangieren, sowie letztlich die große Krankheit, die nochmal alles auf den Kopf stellt und Kumail dazu zwingt, sich mit den Eltern seiner großen Liebe auseinanderzusetzen. Meine Empfehlung für den Bereich Rom-Com 2017.

#13 Mother!

Mother! hat es tatsächlich auf meine Topliste geschafft. Es war definitiv der verrückteste und weirdesten Film des Jahres, der sowohl finanziell gefloppt ist als auch ordentlich negative Kritik einstecken musste. Das lag meiner Meinung nach vor allem daran, dass das Studio vielleicht mit der Weitsicht, dass sich der Film sonst nicht gut verkaufen würde, Mother! mehr als Horrorfilm vermarktet hat und dann super viele Leute enttäuscht waren als sie feststellten, dass er genau das nicht ist. Auch in meiner Filmvorführung haben es nicht alle Besucher bis zum Schluss ausgehalten und verließen den Saal bereits frühzeitig. Der Film ist definitiv nichts für den normalen Kinobesucher und man muss sich bewusst sein, dass man hier einen sehr abgefahrenen Arthouse-Streifen zu sehen bekommt, der viel Geduld und Aufmerksamkeit abverlangt.

Obwohl der Film es aufgrund seiner tollen Inszenierung und seiner Einzigartigkeit in meine Topliste geschafft hat, kann ich ihn euch dennoch nicht so richtig empfehlen, weil er glaube ich den meisten absolut nicht gefallen wird. So doof das klingen mag, aber es macht auch nicht wirklich Spaß den Film zu schauen. Dennoch unabhängig davon hat er mir trotz eigentlich fehlenden Spaß beim Gucken thematisch und inszenatorisch zugesagt. Die letzte halbe Stunde war, vor allem wenn man den Kniff des Films verstanden hat, einfach nur abgefahren und wie der Rest des Films auch toll gespielt von Lawrence und Co.

#12 Wonder Woman

Auch wenn Spider-Man: Homecoming und Thor 3: Tag der Entscheidung vielleicht die insgesamt besseren Comicfilme waren, habe ich mich dazu entschieden Wonder Woman in meine Topliste aufzunehmen, weil wohl kein anderer Film dieses Jahr so wichtig war für die Branche wie Wonder Woman. Gefühlt gab es keinen weiblichen Star, der in 2017 nicht Bezug genommen hat auf die Wichtigkeit Wonder Womans und so den neu entfachten Kult angeheizt hat.

Ein Comicbuchfilm mit einer Superheldin in der Hauptrolle und das unter der Leitung einer weiblichen Regisseurin klingt eigentlich nicht sonderlich außergewöhnlich, stellt aber trauriger Weise dann doch ein Novum dar in dieser Männerdomäne. Patty Jenkins jedoch hat es mit diesem Film nicht nur geschafft, DC nach Ewigkeiten auf die Landkarte zurückzubringen, sondern auch für mehr Regisseurinnen die Tür zu diesem Genre zu öffnen.

Wonder Woman hat tolle Charaktere, ein stimmiges Setting, eine gelungene Originstory, coole Actionszenen, eine perfekt gecastete Gal Gadot und eine super Chemie der Hauptdarsteller zu bieten und ist bis auf den Actionpart des großen Finales für mich ein sehr runder Film für dieses Genre. Ein guter Film der zudem viel bewegt hat? Ganz klar ein Grund um auf meiner Top15 des Jahres zu landen.

#11 Happy Deathday

Blumhouse hat sich in den letzten Jahren zum absoluten Produzentenüberflieger im Bereich der Horrorfilme gemausert. Dabei produzieren sie auch immer häufiger nicht nur Horrorkost von der Stange, sondern fördern auch frische Ideen und Ansätze, die sowohl Fans als auch Kritiker überzeugen. Allein in diesem Jahr hat Blumhouse für sage und schreibe weniger als 20 Millionen Produktionskosten die 3 Boxofficehits Split, Get Out und nun Happy Deathday produziert, die insgesamt knapp 700Mio Dollar eingespielt haben.

Mir hat Happy Deathday sehr gut gefallen und verdammt viel Spaß gemacht. Jessica Rothe als Hauptdarstellerin empfand ich als äußerst facettenreich und sehr gut in ihrer Rolle. Sie konnte sowohl in den dramatischen und bitchigen als auch in den lustigen oder actionreichen Momenten überzeugen – eine tolle Wahl für den Film. Happy Deathday ist definitiv mehr Komödie als Horrorfilm und wenn man eigentlich Bock auf einen gruseligen Horrorschocker hat, sollte man lieber kein Ticket für den Film lösen. Ich für meinen Teil hatte viel Spaß mit dem Film und habe Tree gerne dabei zugesehen wie sie Tag für Tag versucht ihrem Mörder auf die Spur zu kommen und ihn zu überlisten. Dabei gingen die Macher klug vor und haben uns nicht immer denselben Mord präsentiert, sondern sich auch hier kreativ ausgelassen. Im Gegensatz zu Mord im Orientexpress konnte man bei Happy Deathday auch aktiv miträtseln. Eine gute Überraschung.

#10 Dunkirk

Für mich ist Dunkirk ein sehr beeindruckendes Filmexperiment. Ich habe den Film im IMAX gesehen und war von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen auch wenn der Film per se keine große Geschichte zu erzählen hat. Christopher Nolan macht mal wieder einiges anders als andere Genrevertreter wie beispielsweise Der Soldat James Ryan oder Hacksaw Ridge. So gibt es zwar wechselnde Figuren die wir immer Mal wieder begleiten aber keiner von ihnen ist wirklich ein typischer Hauptcharakter im klassischen Sinne. Es gibt auch trotz toller Schauspieler kaum Dialoge im Film.

Letztlich ist jede Figur gleich viel wert in diesem Krieg oder eben nicht. Genauso entschied sich Nolan dagegen Dunkirk nach gängigem Schema eines Dramas zu inszenieren und dem Zuschauer einen wirklichen Klimax zu bieten auf den man hinfiebert und der das Highlight des Films darstellt. Es ist eher so, dass dieser Anti-Kriegsfilm ab der ersten Szene eine Anspannung beim Zuschauer auslöst, die sich dann den kompletten Film auf einem hohen Level hält. Das mag ungewöhnlich sein und vielleicht bei einigen eher negativ ankommen aber ich habe das für mich so gedeutet, dass dir diese Inszenierung das Gefühl der im Film gezeigten Soldaten zeigen soll, die auch unter permanenter Anspannung von einer gefährlichen Situation in die nächste geraten und sich nie sicher fühlen konnten.

Großen Anteil an diesem beklemmenden Gefühl hatte vor allem das grandiose Soundediting, welches mit großer Wahrscheinlichkeit für den Oscar nominiert werden wird. Gerade im IMAX fühlte man sich wie mitten drin, wenn von allen Winkeln Gunshots oder Explosionen zu hören waren. Darüber hinaus fand ich die Idee cool im Prinzip drei Geschichten und Zeitebenen ineinander zu verflechten.

Auch wenn ich mir prinzipiell eher andere Stoffe von Nolan wünsche, muss ich sagen, dass er mich mit Dunkirk dann doch positiv überrascht und einen toll inszenierten Film auf die Leinwand gebracht hat, welcher das Medium Film wieder ein Stück vorangebracht hat.

#9 Get Out

Get Out stellt mit Split wohl eine der größten Überraschungen des Kinojahres da, denn die Horrorsatire und das Regiedebüt von Jordan Peele gelang es mit einem Budget unter 10 Millionen knapp 250 Millionen an den Kinokassen einzuspielen und zeitgleich auch die Kritiker zu überzeugen. Im Falle von Get Out gilt der Film mit 99% Kritikerzustimmung als einer der besten Filme aller Zeiten auf rottentomatoes.com. Und auch wenn ich eine solche Aussage nicht ganz unterschreiben würde, hat mir der erste Film von Peele sehr gut gefallen.

Ihm lag viel daran einen möglichst realistischen, klaren Blick auf seine Geschichte und Protagonisten zu halten und den im Film thematisierten unterschwelligen, latenten Rassismus in der Gesellschaft aufzuzeigen, bei dem man sich hin und wieder vielleicht sogar selbst ertappt fühlt, weil man vielleicht Mal so ähnlich gehandelt hat in einer Situation. Get Out ist eher als Satire und psychologischer Horror zu verstehen und weniger als klassischer Schocker, was mir, wenn es so gut gemacht ist, besonders gefällt. Der Film erinnert mich nicht nur dank des Hauptdarstellers Daniel Kaluuya an die Serie Black Mirror und gehört zu den Filmen mit dem größten Medienbuzz 2017.

#8 Es / It

Nach der eher miesen Verfilmung zu Stephen KingsDunkler Turm„-Buchreihe in diesem Jahr, eroberte das Remake zu seinem Buch Es die Kinos und Herzen dieser Welt im Sturm. Mit knapp 700 Millionen Dollar, ist Es bereits unter den finanziell erfolgreichsten Horrorfilmen aller Zeiten und gehört zu den finanziellen Höhenfliegern 2017. Mir hat It auf vielen Ebenen richtig gut gefallen und was den Film für mich im Vergleich zu anderen Genrevertretern so abhebt, ist der Aspekt, dass der Fokus nicht einzig allein auf den Horrorelementen lag und diese überzeugen konnten, sondern auch der komplette Rest des Films stimmig und gut war. It war nicht nur ein guter Horrorfilm, sondern insgesamt einfach ein sehr guter Film.

Für mich fing das beim Casting an, die jungen Darsteller des Losers Club waren durch die Bank weg super ausgewählt und gerade Jaeden Lieberher als Hauptfigur, Finn Wolfhard als lustiger Sidekick, Jeremy Ray Taylor als Neuling an der Schule und ganz speziell Sophia Lillis als einziges Mädchen in der Gruppe waren super. Des Weiteren wurde dieses 80er Retrofeeling toll aufgegriffen ohne dir dabei jetzt im Sekundentakt, wie beispielsweise in der Serie Stranger Things, Referenzen um die Ohren zu hauen. Bei einer Lauflänge von fast zweieinhalb Stunden kann man sicherlich den Film als ein wenig zu lang empfinden, aber wenn ich ehrlich bin hätte ich nicht wirklich viel aus Es streichen wollen. Ich fand es ja gerade toll, dass alle Charaktere eine gewisse Backstory bekamen, man erfahren konnte wo ihre Ängste liegen. Oftmals bleiben die Figuren in Horrorfilmen einfach sehr blass, bei It war das nicht so, hier nahm man sich die Zeit den Charakteren Leben einzuhauchen und auch zu sehen wie der Losers Club eigentlich zusammenkommt.

Die Schockmomente haben durch diesen Fokus auf die Geschichte nicht etwa gelitten. Die Szenen mit Pennywise – wunderbar gespielt von Bill Skarsgård – waren toll inszeniert, konsequent in ihrer Brutalität, was definitv ein Vorteil gegenüber der TV-Version mit Tim Curry aus den 90ern ist, und darüber hinaus auch kreativ in Szene gesetzt. Das Remake von Es ist besser als die TV-Version und mein liebster Horrorfilm des Jahres.

#7 Sieben Minuten nach Mitternacht / A Monster Calls

Regisseur J.A. Bayona, der mit Das Waisenhaus einen meiner liebsten Horrorfilme der letzten Jahre drehte hat für mich die tolle Buchvorlage, die sich auch in meinem Regal wiederfindet, toll umgesetzt. Mit Liam Neeson, Felicity Jones und Sigourney Weaver wurden die nötigen Schauspieler verpflichtet, die diese Geschichte brauchte.

Die Story an sich ist relativ simpel und so kompakt, dass Ness und Bayona glücklicher Weise auch alles in diesen Film abbilden konnten und nicht wie sonst üblich bei Buchadaptionen viel weglassen mussten, denen man dann zwangsläufig an irgendeinem Punkt hinterher trauert.. Richtig super waren die Schauwerte, sei es das Monster oder die erzählten Geschichten des Monsters, die einen sehr geilen visuellen Stil hatten und durch ihre gute Qualität die thematisch schwierige Geschichte toll unterstützten. A Monster Calls reiht sich für mich in die kleinen aber feinen Dramen mit fantastischen Elementen wie Pans Labyrinth, Das Waisenhaus, Before I wake oder Midnight Special ein und wird mir sicherlich länger im Gedächtnis bleiben.

#6 Baby Driver

Baby Driver war wohl der stärkste Underdog des Sommers im Kampf um die Sommerblockbuster-Krone aber hat diese für viele Fans gewonnen. Das neuste Filmprojekt von Fanliebling Edgar Wright gehört dieses Jahr zu den Geheimtipps, die man Freunden und Bekannten zum Nachholen empfiehlt. Absolut phänomenal war das Soundediting, der Film ist perfekt inszeniert und auf die Musik choreographiert. Zu Beginn kommt er schon fast als Musical rüber, wenn Ansel Elgort mit den Gedanken in seine eigene Welt abdriftend durch die Straßen tanzt und lipsynct.

Zu der guten Musik und der starken Inszenierung kommt dann auch noch ein krasses Line-Up an Darstellern, die mit ihren skurrilen Charakteren diesen Film bereichern. Jon Hamm, Kevin Spacey, Jamies Foxx waren wie gewohnt super. Auch Ansel Elgort konnte die Hauptrolle stemmen und glaubwürdig verkörpern, mittlerweile wurde er sogar für einen Golden Globe nominiert. Das Ende war für mich jetzt nicht perfekt gelöst aber insgesamt ist Baby Driver einfach handwerklich ein sehr sehr guter Film der dieses Jahr positiv heraussticht.

#5 Coco – Lebendiger als das Leben

Pixar ist und bleibt der Klassenprimus unter den Animationsstudios. Wiedermal schaffen sie es eine tolle, liebevolle Geschichte zu erzählen, die es durch schöne Bilder, guter Musik und kreative Szenen hinbekommt, mit Leichtigkeit die gesamte Klaviatur der Emotionen zu spielen. Coco ist für mich persönlich der beste Animationsfilm des Jahres und sticht auch deutlich Ich einfach unverbesserlich 3 aus, der über 1 Mrd $ einnehmen konnte. Dia de los Muertos, also den „Tag der Toten“ als Gerüst für diese Geschichte zu nehmen, war super genial, vor allem, weil man hier eine wunderschöne Brücke zur mexikanischen Kultur schlagen konnte, die für die Mehrheit sicherlich nicht so geläufig ist. Vor allem der Aspekt der Familienzusammengehörigkeit, die Liebe die man in diesen Kulturkreisen seiner Verwandtschaft bis ins hohe Alter und sogar den Tod hinaus zukommen lässt, war sehr berührend

Die Story dreht sich im Kern also um die Ehrung der Lebenden und Toten, behandelt aber auch abseits davon Themen wie die Erwartungshaltung an die eigenen Kinder, das Verwirklichen der persönlichen Träume und welchen Eindruck man bei seinen Liebsten hinterlassen hat und wie sie dich in Erinnerung behalten.

Coco ist ein wunderbarer Film für die Familie mit vielen optischen Highlights und einer liebevollen Geschichte, die gerade zum Ende pure Emotion verspricht. Wer schneidet auch im Kino Zwiebeln..

#4 Planet der Affen: Survival / War for the Planet of the Apes

Ich bin bekanntermaßen großer Fan der Filme und als man im Jahr 2011 dieses bis dato zum Trash verkommende Franchise rebootete, ging man ein großes Risiko ein und dementsprechend freut es mich umso mehr, dass jeder einzelne Teil so toll geworden ist. Jeder Film erzählt ein deutlich anderes Kapitel der Geschichte und fühlt sich darüber hinaus auch jeweils sehr anders an.

Auch wenn der Trailer eher Gegenteiliges vermuten lassen könnte, hat der Abschluss der Reihe ziemlich wenig Actionszenen. Ich würde sogar behaupten weniger als beide Vorgänger. Für mich funktionierte das gut, ich finde es einfach toll, dass man sich dazu entschieden hat diese Trilogie nicht zum reinen Actionfest aufzubauen, sondern Charaktere, ihre Entwicklung und eine emotionale Geschichte in den Vordergrund zu stellen und somit ein wenig gegen den Strom in Hollywood zu schwimmen. Es ist einfach auch bemerkenswert was man dieses mal wieder für eine komplexe, tiefgründige Geschichte erzählt: Sklaverei und Survival of the Fittest sind da nur einige Themengebiete.

Doch wieder einmal hat mich vor allem ein Mann begeistert, der nicht nur einfach die Hauptrolle verkörpert, sondern auch das Herzstück dieses Franchises darstellt: Andy Serkis. Ich fordere seit Jahren einen Oscar oder zumindest eine Nominierung für ihn und ich werde nicht müde, auch dieses Jahr die Werbetrommel zu rühren. Zollt dem Mann Respekt. Er ist das Benchmark in der Sparte des Motion Capturing und leistet meiner Meinung nach mit seiner intensiven Vorbereitung und Akribie eine bessere Arbeit ab als viele andere Schauspieler. Golum in Herr der Ringe war ikonisch, King Kong war klasse und Caesar in der „Planet der Affen“-Trilogie ist sein absolutes Meisterstück bis dato. Planet der Affen: Survival rundet diese Trilogie zu einer der besten Trilogien aller Zeiten ab.

#3 Blade Runner 2049

Auch dieses Jahr schafft es Denis Villeneuve wieder auf meine Topliste des Jahres. Ich habe hier schon häufiger in meinen Kritiken zu seinen anderen Filmen von ihm geschwärmt. Er ist einer, wenn nicht sogar der beste Regisseur derzeit. Sein Track-Record ist beeindruckend und bislang hatte er keinen schlechten Film. Er fordert seine Zuschauer und nimmt sich immer komplexe Themen vor, vergisst dabei aber nicht den Zuschauer trotzdem zu unterhalten. Blade Runner 2049 ist finanziell gigantisch gefloppt, gilt dennoch schon jetzt als Meisterwerk. Rein objektiv betrachtet würde ich sagen, ist es wohl der beste Film des Jahres.

Der Film sieht unfassbar gut aus und bietet echt am laufenden Band geile Kamerashots und Bilder, zurecht fordern jetzt schon viele den Kameraoscar für Roger Deakins. Der Soundtrack ist einnehmend, bedrückend sowas von atmosphärisch, meiner Meinung nach bleiben da keine Wünsche an einen Sci-Fi-Thriller unerfüllt. Auch die Besetzung des Casts kann man nur als gelungen beschreiben, denn mit Ryan Gosling, Harrison Ford und Robin Wright kann man echt schon mal absolut nichts falsch machen. Ford sieht man an, dass er hier richtig Bock hatte und vielleicht ist das seine beste Leistung seit unzähligen Filmen. Aber nicht nur die drei großen Namen haben überzeugt. Vor allem die noch recht unbekannte Ana de Armas und Newcomerin Sylvia Hoeks haben beide sehr einnehmende Performances gebracht und ich freue mich da auf mehr von ihnen in naher Zukunft. Mit fast 3h Laufzeit ist der Film natürlich ziemlich lang und das Pacing ist schon recht gemächlich, doch lohnt es sich definitiv Blade Runner 2049 eine Chance zu geben. Für mich ist er auch besser als das Original.

#2 Die Taschendiebin / The Handmaiden

Die Taschendiebin kann man vielleicht am ehesten als historischen Thriller mit Erotikeinschlag beschreiben?! Kult-Regisseur Park Chan-Wook (Oldboy, Lady Vengeance) adaptierte den Roman „Solange du lügst“ und versetzte die Geschichte kurzerhand in das von Japan besetzte Südkorea der 1930er. Die Handlung dreht sich um eine junge Taschendiebin Sookee, die gemeinsam mit dem Heiratsschwindler The Count die reiche japanische Erbin Hideko um ihr Vermögen bringen will und sich dazu von dieser als persönliche Dienerin anheuern lässt. Was sich aber dann aus dieser Prämisse für eine verrückte aber sehr coole Geschichte entspinnt, hatte ich zuvor nicht erwartet.

Mit 164 Minuten ist der Film schon recht lang, hat mich aber vor allem auch durch seine coole Erzählstruktur nie gelangweilt. Die Geschichte erzählt Park Chan-Wook in drei Kapiteln, die dann jeweils Szenen und Elemente der Story aus anderen Charakterblickwinkeln behandeln und somit dann in einer wendungsreichen, erfrischenden Erzählung münden. Darüber hinaus sieht Die Taschendiebin einfach atemberaubend schön aus, vor allem das Anwesen auf dem der Großteil des Films stattfindet ist sehr detailliert und liebevoll eingerichtet, was sich dann mit Fortschritt der Handlung in noch krassere Gefilde begibt, wenn sich die eher „speziellen“ Seiten des Hauses zeigen.

Das Schauspiel empfand ich als sehr stimmig und angenehm zurückhaltend – die asiatischen Filme neigen ja sonst häufig dazu für westliche Sehgewohnheiten zu drüber zu sein, was mitunter aus dem Film reißen kann. Gerade die beiden weiblichen Hauptrollen Kim Min-Hee und Kim Tae-Ri haben eine super Leistung abgerufen und mir als Zuschauer eine sehr glaubwürdige, gute Chemie zwischen ihnen vermittelt. Die Taschendiebin war einer der wenigen asiatischen Filme die es dieses Jahr in unsere Kinos geschafft hat und kam zudem bereits in der ersten Januarwoche raus, hat bei mir aber so einen positiven Eindruck hinterlassen, dass er es auf die #2 meiner Topliste 2017 schafft.

#1 Logan

Dank des R-Rated Actionblockbusters Deadpool, der knapp 750 Millionen $ eingespielt hat, haben die Studiobosse sehen können, dass sich auch erwachsenere Superhelden-Filme finanziell lohnen können. Hierbei geht es aber weniger darum jetzt jeden Superhelden-Film brutal, blutig und vulgär zu machen, sondern den Charakteren die bestmögliche Umsetzung und Inszenierung zu geben. Ein Superman verkörpert andere Werte und ist eine andere Art Superheld als beispielsweise Deadpool oder Wolverine. Bei ihm passt ein R-Rating gar nicht, wohingegen es für Wolverine und Deadpool perfekt ist.

Hugh Jackman hat das erkannt und Gerüchten zufolge auf einen Teil seiner Gage verzichtet um vom Filmstudio das OK für ein R-Rating zu bekommen. Nach 17 Jahren und 9 Filmen gibt es also endlich die passende Umsetzung Wolverines und einen der besten Vertreter des „X-Men„-Franchises. Endlich geht es Mal um was in diesen Filmen und die Figuren werden ein wenig mehr ausgeleuchtet, sie bekommen endlich Fleisch. Der ruhige Stil trägt ungemein zur Atmosphäre bei und die angerissenen Themen wie ALS, Alzheimer und Familie werden so unterstützend untermalt.

Die Anzahl der Charaktere hält sich sehr in Grenzen, wodurch Logan nicht so aufgeblasen wirkt wie die letzten „X-Men„-Filme. Es geht nur um Charles Xavier, Logan und X-23. Neben der gelungenen Geschichte, brilliert der Film vor allem durch krasse Actionszenen. Die Kämpfe sind super brutal und perfekt choreographiert. Es fließt literweise Blut, Gliedmaßen und Köpfe werden in regelmäßigen Abständen von ihrem Körper getrennt und durch Logans neue Verletzlichkeit, Xaviers Zerbrechlichkeit und Lauras Unerfahrenheit hat man durchaus das Gefühl, dass sie den Superheldenstatus gewissermaßen verlieren und nicht mehr unbesiegbar scheinen. Der Film als solches ist im Prinzip ein Roadmovie und setzt weniger auf optisches Spektakel, sondern mehr auf Inhalte. Eigentlich haben mir nur die Antagonisten nicht so gut gefallen in Logan.

Abseits davon haben Hugh Jackman und Patrick Stewart die Möglichkeit bekommen, auch schauspielerisch in diesen Rollen, die sie bereits so häufig verkörpert haben, zu punkten. Auch Dafne Keen als wortkarge Laura hat als bislang eher unbeschriebenes Blatt begeistern können. Logan hat mir sehr gut gefallen und gehört zu den besten Superheldenfilmen aller Zeiten, funktioniert aber auch so gut für sich, dass er sich die #1 auf meiner Topliste 2017 verdient hat.

Meine Flop 15 aus dem Jahr 2017

Wieder ein Jahr rum und meine alljährliche Flop-Liste der Kinofilme und Filme von Streamingseiten a la Netflix darf da natürlich nicht fehlen. Die Oscar-Filme der letzten Verleihung sind wie immer ausgeschlossen um die Liste nicht zu verwässern. Allgemein kann man über das Filmjahr 2017 sagen, dass es wohl eines der besten Jahre für das Medium Film seit Ewigkeiten war. Die Jahre zuvor wechselten sich immer ein wenig ab zwischen Blockbuster-Jahren und Zeiten wo die kleineren Filme die Nase vorn hatten. 2017 ist ein gesunder Mix mit vielen handwerklich sehr guten Filmen jeder Größe, dabei haben uns in Deutschland die zukünftigen Oscar-Anwärter wie unter anderem Ladybird oder The Shape of Water noch gar nicht erreicht, die in Amerika schon vergöttert werden.

Honorable Mentions die es nur knapp nicht auf diese Liste geschafft haben, sind unter anderem: Die Schöne und das Biest, The Book of Henry, Rings, Resident Evil 6, Justice League, Overdrive, Detroit und Regeln spielen keine Rolle

#15 Monster Trucks

 

Direkt zu Beginn des Jahres stand uns dieser gigantische finanzielle Flop ins Haus, der darüber hinaus eine der skurrilsten Entstehungsgeschichten der letzten Jahre zu bieten hatte. Die Idee zum Film kommt vom 4-jährigen Sohn des Producers Adam Goodwin, der beim Spielen mit seinem Kind die Frage gestellt bekam, ob die Monster Trucks ihren Namen daher hätten, dass Monster im Inneren der Trucks leben würden und sie steuern. Aus dieser Spielerei entstand der Drang einen Film mit dieser Prämisse zu entwickeln und so machte sich Goodwin auf den Weg Geld zu organisieren und schaffte es unfassbarer Weise über 125 Mio $ zu sammeln und das Greenlight für Monster Trucks zu bekommen.

Doch damit nicht genug: Ursprünglich sollte der Film bereits im Mai 2015 erscheinen, doch wurde mehrfach verschoben. Mit der Zeit schien das Filmstudio auf den Trichter zu kommen, dass sie hier eventuell absolut misskalkuliert haben und sie wohl kaum das Geld einspielen können und bemühten sich bereits seit den problematischen Jahren der Produktion um Schadensbegrenzung.

Unter anderem ist der Produzent und Initiator des Films vor mehr als einem Jahr entlassen worden, bevor der Film es überhaupt in unser Kino schaffte. Zusätzlich hat Paramount schon im letzten Jahr den Film als Flop innerbetrieblich für über 100 Mio abgeschrieben. Der Film hätte um die 300+ Millionen einspielen müssen um überhaupt rentabel zu sein, ein Ding der Unmöglichkeit. Das Endprodukt war dann letztlich auch nicht wirklich gut. Die Charaktere waren super generisch, der Hauptdarsteller konnte den Film nicht tragen, die Effekte schwankten ungemein in ihrer Qualität ich frage mich bis heute wo die 125Mio investiert wurden, denn in diesen Film mit Newcomern und mittelmäßigen Effekten kann es eigentlich nicht sein.

 

#14 Die Mumie

Universal hatte so viel vor und war so überzeugt von ihrer Vision, so dass sie im Prinzip schon bevor Die Mumie in die Kinos kam ihr eigenes großes Dark Universe angekündigt und sämtliche Filme von Die Mumie über Frankenstein bis hin zu Wolfman ein Greenlight gegeben haben, ohne zu wissen, ob es überhaupt eine Zuschauerschaft dafür gibt, beziehungsweise den Erfolg abzuwarten. Dieser Fehler sollte sich auch sofort rächen, denn nicht nur finanziell ging Die Mumie unter, auch die Filmkritiken waren nicht gut, womit das Dark Universe als Totgeburt verbucht werden kann.

Der gesamte Film fühlte sich einfach so stark nach einem Set-Up für dieses geplante Filmuniversum an und wusste darüber hinaus nicht genau was es sein wollte. Irgendwie gibt es Horrormomente und dann wieder reihenweise klamaukiger Humor, der zu 80% nicht funktionierte – trotz eines engagierten Tom Cruise mit gutem Comedytiming. Die Geschichte verkommt zur reinen McGuffin Schnitzeljagd, sprich unsere Charaktere suchen ein Ding, das sie zu einem Ding führt, welches wiederum nur zusammen für ein weiteres Ding benötigt wird. Langweilig. Nicht zu vergessen die ganzen Logiklöcher, die selbst ein Tom Cruise nicht stopfen konnte.

#13 The Circle

The Circle hatte definitiv das Potential dazu ein guter und smarter Film zu sein über den man am Ende des Jahres in der Retrospektive sprechen könnte, weil er mit einer echt coolen Prämisse, einem tollen Set-Up daherkommt, das so eigentlich in wenigen Jahren Realität sein könnte.

Leider wollte aber der Funken der tollen Grundidee nicht so ganz überspringen auf mich, denn irgendwie geht die Entwicklung der Figuren und der Technik so schnell voran, weil man so viel in anderthalb Stunden quetschen wollte, dass es mich so ein wenig rausgerissen hat. Emma Watson, die mir ehrlich gesagt irgendwie nicht so gut gefiel in der Hauptrolle und monoton blass blieb, wird innerhalb von einer Stunde Screentime von einer Praktikantin im Kundenservice zur Pionierin des Unternehmens und rechten Hand der Geschäftsführung. Ziemlich haarsträubend. The Circle ist auch recht langweilig und eher schwach inszeniert. Der Film verkommt zu einer over-the-top und wenig glaubwürdigen Geschichte, die zwar krampfhaft versucht relevant und am Nerv der Zeit zu sein, aber nicht mehr als eine Aneinanderreihung absurder Situationen ist.

#12 Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache

Leider schaffen auch die neuen Kreativköpfe hinter dem fünften Ableger der Reihe nicht, der ganzen Piratenthematik und den Figuren einen frischen Ansatz zu geben und kauen im Prinzip all die Elemente und Versatzstücke der Vorgänger wieder. Das geht soweit, dass die neuen Charaktere Abziehbilder von Orlando Blooms Charakter Will Turner und Keira Knightleys Figur Elisabeth Swann sind. Sie sind schlicht langweilige Klone ihrer Vorbilder. Darüber hinaus gibt es auch die anderen altbekannten Aspekte, die man sich perfekt für einen Bingo-Bogen zurecht legen kann, weil sie immer kommen:

Geisterpiraten [].
Figuren, die schon gefühlt 3x gestorben sind, tauchen wieder auf/werden auftauchen [].
Jeder double-crossed Jack Sparrow [].
Jack Sparrow double-crossed jeden [].
Black-Pearl und andere Jack Sparrow Schiffe wechseln hundert Mal den Besitzer [].

Natürlich entertaint der Film, macht durchaus Spaß und ist definitiv besser als Fluch der Karibik 4, dennoch bleibt am Ende wenig hängen. Die besten Actionsequenzen gab es meiner Meinung nach schon direkt zu Beginn des, vor allem auch das Finale fand ich eher enttäuschend. Der Humor funktioniert bei weitem nicht immer und liegt zum Großteil auf den Schultern Johnny Depps bzw. Jack Sparrows, der zwar an sich schon noch cool ist, aber weder so frisch wie zum ersten Teil, noch häufig mehr als eine Hommage an seinen eigenen Charakter rüberkommt.

#11 Transformers 5: The Last Knight

Meiner Einschätzung nach ist Transformers 5: The Last Knight besser als noch der direkte Vorgänger Transformers 4: Ära des Untergangs, nichtsdestotrotz gab es wieder unzählige Dinge die absolut unterirdisch waren.

Es gibt keine kohärente Geschichte, irgendwie fühlt es sich nur so an als ob die Figuren von einem Ereignis zum nächsten stolpern – recht messy. Dieses Mal hat man ja versucht die Geschichte um King Arthur mit der „Transformers„-Lore zu verknüpfen und ich war schon nach 5 Minuten im Film total abgefuckt von einem Merlin der für schreckliche Gags und ein Image als Säufer und Betrüger herhalten musste.

Generell hat Michael Bay die franchise-üblichen schrecklichen, cringy Dialoge auf einen Maximum gebracht – die werden echt von Teil zu Teil schlimmer. Sicherlich gab es auch 2-3 gute Szenen aber alles in allem kann man nur hoffen, dass es wirklich Michael Bays letzter Transformers-Film war und andere Regisseure ihre Chance nutzen werden.

#10 Geostorm

Nach dem Trailer weiß man eigentlich schon was man zu erwarten hat und über die Jahre hat man derart Filme schon etliche Male gesehen, so dass man nicht nur jede Szene vorausahnen kann, sondern auch weiß: Geostorm muss man mit einer lockeren Spaßsicht betrachten um nicht zu verzweifeln.

Leider nimmt sich der Film aber selbst oft zu ernst, was alleine schon ein Problem ist, wenn man dann auf der anderen Seite glauben soll, dass Gerard Butler der genialste Wissenschaftler der Welt ist. Auch darüber hinaus gibt es natürlich eine Menge dummer und unlogischer Szenen. Der Fokus liegt bei Geostorm natürlich eher auf den optischen Eindrücken und der Action statt auf genialem Storytelling, aber für mich hat der Film auch hier nur selten überzeugen können.

Insgesamt macht Geostorm nicht so viel Spaß wie er machen müsste um über die offensichtlichen Schwächen hinwegsehen zu können und ist völlig zurecht einer der größten finanziellen Flops des Jahres.

#9 Flatliners

Das Flatliners-Remake war leider eine Totgeburt, die bis auf einen passablen Cast nicht viel zu bieten hatte. Die Prämisse bietet zwar durchaus Potential, aber was man mit dieser Idee letztlich anfängt, ist absolut enttäuschend.

Die Charaktere sind eindimensional und der Cast bekommt kaum brauchbares Material mit dem sie arbeiten können. Die Dialoge waren teils haarsträubend und andauernd gab es so merkwürdige Momente, wo beispielsweise ein random Dude an unseren Protagonisten vorbeiläuft, einen dummen, peinlichen Satz fallen lässt, der weder die Geschichte vorantreibt noch der Tiefe der Figuren hilft und dann wieder abhaut. Eigentlich hat man da nur Fragezeichen über dem Kopf und ist peinlich berührt.

Für mich hat sich der Film auch zu viel Zeit genommen um jeden Charakter seine Flatline-Erfahrung zu geben, es dauerte knapp eine Stunde bis überhaupt der zweite Aspekt der Geschichte ins Rollen kam. Man hätte hier durchaus ein wenig zügiger machen und dafür dann die Horrorelemente inhaltlich sowie optisch ausarbeiten können, denn diese waren auch eher unterirdisch. Unsinnige und super generische Schockelemente, die weder Spannung noch Grusel auslösten, sondern wenn überhaupt gähnende Langeweile. Leider reihte sich auch das Ende in die Liste der Enttäuschungen ein, so dass Flatliners schlussendlich wirklich ein komplett belangloser Reinfall bleibt.

#8 Mädelstrip, Chips, Die Jones: Spione von nebenan & Girls Night Out

Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, welche schlechte Komödie ich stellvertretend für die vielen miesen Komödien wählen soll und packe sie somit dann einfach alle in diesen Abschnitt, damit ihr sie meiden könnt.

Comedian Amy Schumer konnte vor 2 Jahren mit ihrem ersten Film Trainwrack / Dating Queen alle überraschen und echt überzeugen, ihr Wunschprojekt mit Goldie Hawn, Mädelstrip, enttäuschte leider auf ganzer Linie.

CHIPS ist ein Film zu einer amerikanischen Kultserie der 70er, die sicherlich paar gute Momente hatte aber insgesamt doch furchtbar unnötig war, weil sie eigentlich eh nur auf den amerikanischen Markt abzielte und vermutlich selbst dort niemand diesen Film brauchte.

Die Jones: Spione von nebenan hat mit Zack Galifianakis, Gal Gadot, Jon Hamm und Isla Fisher einen geilen Cast, der gut zusammen funktioniert aber alte Klischees aus der Mottenkiste holt und außer schönen Frauen in heißen Dessous nichts bietet, was im Gedächtnis bleibt.

Girls Night Out hat ähnlich wie Die Jones einen starken und witzigen Cast, der aber innerhalb dieses Films gar nicht funktionierte. Richtig witzig war es nicht, die Geschichte verläuft sich in einer komischen Mischung aus Comedy und Drama. Ultimativ wurde Girls Night Out dann noch zum Ende des Jahres total von Girls Trip in den Schatten gestellt, der mehr als Hundert Millionen in den USA einspielte und viel besser war, obwohl er im Kern die exakt gleiche Prämisse hatte.

#7 Der Dunkle Turm

Stephen King hatte dieses Jahr ein sehr gutes Filmjahr mit den Adaptionen von Es, Geralds Game oder 1922, doch ausgerechnet die Verfilmung zu seiner größten und beliebtesten Buchreihe war ein absoluter Reinfall trotz des größten Budgets und den namenhaftesten Darstellern.

Ich habe die Bücher nicht gelesen aber selbst mir war bewusst, dass diese Adaption nicht gut werden würde. Wenn man bedenkt, dass Peter Jackson aus einer knapp 300 Seiten Buchvorlage über 9 Stunden „Hobbit„-Filme drehte, ist es echt verwunderlich, wenn Sony eine 8 Bücher umfassende Reihe mit jeweils um die 1000 Seiten in einen 90 Minuten Film presst. Der Film ist dadurch super straff inszeniert und fast paced, aber im Prinzip gibt es dann auch nur 3 bis 4 Charaktere, über die man kaum was erfährt und sich letztlich auch nicht um ihr Schicksal kümmert. In Erinnerung geblieben ist mir Matthew McConaughey als Mann in Schwarz der schon sehr klischeehaft und eher overacted dargestellt wurde und gerade im Finale wirkte sein Schauspiel sowie die Effekte schrecklich lachhaft. Dank des finanziellen Flops wird es vermutlich nicht so bald einen weiteren Film zum Dunklen Turm geben.

#6 Wish Upon

Wish Upon reißt so einige Genres an, aber ist in keinem gut genug. Er ist langweilig, das Schauspiel ist teilweise richtig terrible, die Tode sind ein wenig wie in Final Destination angelegt, aber nicht spannend oder kreativ genug, um wenigstens irgendwie etwas auf der Habenseite für Wish Upon zu haben. Sie sind eigentlich super lächerlich, vor allem der erste Tod vom alten Mann. Die Figur die Hauptdarstellerin Joey King verkörpert, ist ein schrecklicher Leadcharacter: Null sympathisch und eigentlich sogar eine ziemliche C**t, die es sogar abfeiert, wenn Leute in ihrem Bekanntenkreis leiden und sterben. Teilweise wird sie gebullied in der Schule und natürlich bleiben diese Leute nicht verschont von der dämonischen Wunschbox, doch ich denke, wenn meinem Bully das Gesicht weggeaidst wird, dann ginge mir das vielleicht doch ein wenig zu weit?!

Und selbst nach x „Spaßwünschen“ für die Leute gestorben sind, rafft ausgerechnet sie als letzte Person da vielleicht IRGENDWAS nicht stimmt mit der Box, wünscht sich aber auch danach weiterhin nur noch egoistische Wünsche. Die Prämisse war in Ordnung, die Ausführung war unendlich schlecht. Echt merkwürdig, dass der Regisseur von Mortal Kombat: Annihilation, Annabelle und Butterfly Effect 2 immer noch Filme drehen darf im Jahr 2017.

#5 Der Schneemann

Leider komplett enttäuschende Verfilmung eines skandinavischen Krimis trotz internationaler Topbesetzung. Ich hatte mir nach dem ersten Trailer und dem tollen Cast viel erhofft, doch musste gelangweilt feststellen, dass Schneemann früher dahin geschmolzen ist als Harvey Weinsteins Karriere.

Also an Michael Fassbender, Rebecca Ferguson und Co. lag es definitiv nicht, vielmehr strauchelt Schneemann in Sachen Drehbuch und Regie. Das ging schon zu Beginn los, wo mich der Film in den ersten fünf Minuten schon wegen seines Unsinns rausgerissen hat, leider gibt es dann auch darüber hinaus so einige Szenen die dumm und sinnlos waren und immer wieder für Kopfschütteln sorgten. Szenen, die wenn man sie auch nur eine Sekunde hinterfragt bereits jeglicher Logik widersprechen und so keinen Sinn ergeben, aber für „Spannung“ oder der reinen Inszenierung wegen im Film sind. Des Weiteren war für mich die Spannung früh raus, weil ich nach gut 1/4 des Films sämtliche Kniffe und Auflösungen der Geschichte raushatte und dann im Prinzip nur noch 90 Minuten auf den filmischen Fingerzeig wartete.

So plätschert Der Schneemann also dahin, bedient vom Alkoholiker Cop bis hin zu Vaterkomplexen jegliche Klischees und mündet dann in einem abstrus schlechten Finale ohne Sinn und Verstand. Sicherlich mögen die Bücher toll und spannend sein, der Film war es definitiv nicht und so hat er letztlich nur einen tollen Cast, schöne Bilder und mit Harry Hole den wohl witzigsten Namen eines Hauptcharakters in diesem Jahr auf der Habenseite. Krasse Enttäuschung.

#4 Emoji – Der Film

Diesen Film hat es nicht gebraucht. Sicherlich gab es einige coole Ideen mit den Emojis umzugehen und sie für einen Film umzusetzen, aber insgesamt war das zusammengenommen wenig erinnerungswürdig. Gut gefallen haben mir die Sequenz in Spotify und die Idee hinter der Instagram-Szene, wo man die Bilder als Stills gezeigt hat, die unsere Protagonisten begehen können – das war optisch ganz nett.

Sonst kommt der Film nicht nur 1-2 Jahre zu spät, sondern ist gefühlt auch einfach nur product placement in Reinkultur: Facebook, Twitter, Spotify, Instagram, Dropbox und Candy Crush sind wohl die größten Namen. Man hat das Gefühl ein Mitfünfziger dachte sich er macht jetzt mal nen coolen Film für Teenies und er wüsste genau wie die Jugend so tickt. Ich fand man hat viel zu viel Zeit in diese merkwürdige Nebenhandlung der Meh-Eltern gesteckt nur um im Prinzip auf ein und denselben Gag 90 Minuten lang rumzureiten. Und einen Mann wie Patrick Stewart als Poopemoji zu besetzen ist arg grenzwertig.

Das Emoji Movie schafft es nicht auf die #1 meiner Flop Liste, so wie es gefühlt bei vielen Kritikern war, er ist aber definitiv einer der unnötigsten Filme des Jahres und ein sehr uninspirierter und maximal kalkulierter Cashgrab für Sony.

#3 Unforgettable: Tödliche Liebe

Eieiei, was war das? Katherine Heigl kann in Hollywood eh schon niemand leiden, weil man ihr nicht nur kein Talent attestiert, sondern auch nachsagt eine ziemliche Bitch am Set zu sein. Wie passend ist es also sie hier in diesem Film einfach praktisch sich selbst spielen zu lassen? In Unforgettable geht es um Rosario Dawsons Charakter, die mit ihrem Freund zurück in seine Heimatstadt zieht und dort auf die Ex-Frau, Katherine Heigl, trifft, die sich als absolut garstiges, eifersüchtiges Biest entpuppt und allen Beteiligten das Leben zur Hölle macht. Wobei entpuppt eigentlich nicht wirklich passend ist, denn statt hier ein wenig subtiler ranzugehen und zumindest den Anschein zu wahren, dass man sich vielleicht mal zu irgendeinem Zeitpunkt in Heigls Figur verlieben oder sie für zurechnungsfähig halten konnte, zeigt sie uns von der ersten Szene an ihre Crazy Eyes und sie startet bei 100/100 nuts-level.

Das Ende setzt dem Ganzen dann noch die Krone der Lächerlichkeit auf, man versucht hier wieder mit maximal konstruierten Problemen wie „Oh, plötzlich ist mein Handy nicht mehr benutzbar und ich muss mit meiner 80er Kabel-Festnetz-Leitung den Notruf tätigen, die OH natürlich auch nicht möglich ist, weil man sie komplett überraschend zerstören kann“ für Spannung zu sorgen und scheitert komplett. Mir tut hier nur Rosario Dawson leid, die die einzige brauchbare Darstellerin im Film ist, den Rest an die Wand spielt und wohl den falschen Agenten hatte. Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, dass Unforgettable den wohl selbstironischsten Filmtitel des Jahres hat. Kann man das als Pluspunkt werten?

#2 The Bye Bye Man

2017 hatte viele Horrorfilme zu bieten, einige sehr gute Genre-Mixes oder klassische Vertreter und leide gab es auch wirklich miese Horrorfilme. Der schlechteste von ihnen schafft es 2017 auf #2 meiner Flopliste. The Bye Bye Man bietet dir unterirdisches Schauspiel, miiiese Effekte und dumme Schockmomente. Ich fand die Eröffnungsszene des Films und die Idee vom Bye Bye Man ja noch ganz okay, aber mit zunehmender Spieldauer baut The Bye Bye Man nur noch ab. Man bekommt durch das Script kein richtiges Gefühl für den Mythos des Bye Bye Mans, wie es funktioniert und warum, stattdessen schreibt man dann so lazy eine Figur rein, die nur da ist um plötzlich viel zu viele Infos zu haben und diese dem Hauptcharakter/Zuschauer mitzuteilen – das wirkt komplett unorganisch. Diese Figur ist dann später im Film noch teil einer der dümmsten und lächerlichsten Szenen des Jahres. Generell waren die Horrormomente und die Set-Ups für die Tötungen grottig. *sucht nach einem positiven Aspekt* ..öhm ja, hey.. Doug Jones (Pans Labyrinth, Hellboy), der Andy Serkis der practical-Effect-Monster, spielt den Bye Bye Man und erinnert mich daran, dass bald seine neuste Kollaboration mit Guillermo Del Toro, The Shape of Water, in die Kinos kommt, welcher super gefeiert wird.

#1 Fifty Shades of Grey 2: Gefährliche Liebe

Überraschung! Nach einem Jahr Pause hat es das „Fifty Shades„-Franchise wieder an die Spitze meiner alljährlichen Flopliste geschafft. Diese Filme sind die reinste Qual und uns machen zwei Menschen, die absolut keine Chemie Miteinander haben, vor, dass sie unglaublich aufeinander abfahren. An allen Ecken und Enden mangelt es Fifty Shades of Grey 2: Gefährliche Liebe.

Die Frauenrolle gehört zu den schlechtesten der letzten 10 Jahre, allein schon wie sie mehrfach im Film aus nachvollziehbaren Gründen eigentlich nichts mehr von Christian Grey wissen will und vor allem will sie keinen Sex. ZACK, 30 Sekunden später hat sie wieder Sex mit ihm und Feministen auf der ganzen Welt kriegen das Kotzen. Es ist einfach die ungesündeste Beziehung ever und geprägt von besitzergreifenden und eifersüchtigen Aspekten. Mal ganz abgesehen davon, dass der Softporn dann auch immer gleich abläuft und sie nur noch mit String bekleidet irgendwo liegt und Christian Grey bei jeder Sexszene die Hose anhat, weil es vermutlich so in seinem Vertrag steht. Nur noch lächerlich.

Zusätzlich handeln die Gespräche immer von den selben drei Themen und bei den Dialogen rollen sich mir die Zehnägel hoch. Um nur mal einige Auszüge zu präsentieren:

„Okay, ich werde mit dir essen…, weil ich Hunger habe.“

„Du hast mir gezeigt wie man fickt Elena, Ana hat mir gezeigt wie man liebt.“

Das Drehbuch ist leider auch so unglaublich schlecht, ich meine wie sinnlos war die Absage für New York?! Was war das für eine Reaktion vom Chef, wtf?! Ja und diese schlechte aufgezwungene Dramatik durch den Hubschrauberabsturz hatte einfach 0 Konsequenzen, weil er 5 Minuten später bereits wieder unversehrt da ist und alles beim Alten ist.

Wenn ich jetzt schon die Trailer im Kino zum Abschluss der Trilogie am Valentinstag 2018 sehe freue ich mich, ehrlich…. Natürlich nicht über den Inhalt, weil der Trailer schon wieder schrecklich ist, sondern weil es eben der Abschluss ist.