A Star Is Born | Kritik / Review

A Star Is Born | Kritik / Review

Hangover“-Star Bradley Cooper hat sich für sein Regiedebüt sehr große Fußstapfen ausgesucht, die es zu füllen gilt. Mit A Star Is Born verfilmte er nämlich einen bekannten Stoff, der bereits 4x in den 30ern, 50ern und 70ern inszeniert und interpretiert wurde. Unter anderem gab es Versionen mit den Hollywoodlegenden Judy Garland (Der Zauberer von Oz) und Barbra Streisand (Funny Girl) in den Hauptrollen. In seiner Version übernehmen Lady Gaga (American Horror Story) und Bradley Cooper selbst die beiden Hauptrollen.

Storyanriss:

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere lernt der Musiker Jackson Maine (Bradley Cooper) die Kellnerin Ally (Lady Gaga) kennen, deren großes musikalisches Talent er sofort erkennt. Nach einer romantischen Nacht, die die beiden mit Philosophieren und Liedertexten auf einem verlassenen Parkplatz verbracht haben, lädt Jackson Ally zu einem seiner Konzerte ein und holt sie dann überraschend auf die Bühne. Der grandiose Auftritt der Nachwuchssängerin geht viral – und nach dem Konzert entwickelt sich nicht nur eine leidenschaftliche Liebesbeziehung zwischen Jackson und seiner musikalischen Entdeckung, sondern Ally wird durch das im Internet kursierenden Video von ihren Sangeskünsten auch schlagartig berühmt. Während ihr Stern nun unaufhaltsam steigt, beginnt der von Jackson zu sinken und er verfällt immer mehr dem Alkohol.

Music is essentially 12 notes between any octave – 12 notes and the octave repeats. It’s the same story told over and over, forever. All any artist can offer this world is how they see those 12 notes. That’s it.

Fazit zu „A Star is Born“:

Die Geschichte ist eine klassische Ode ans Showbusiness, Hollywood und die Liebe, was es wenig überraschend macht, dass ausgerechnet dieser Stoff so oft verfilmt wurde. Hollywood liebt diese Geschichten, wie man im vorletzten Jahr auch bei La La Land sehen konnte. Es geht um die Träumer, Macher, Kreativen in einem Haifischbecken, das dich mit Haut und Haaren auffrisst, wenn du dich nicht durchsetzt. Jackson und Ally spiegeln diese beiden Positionen wider und machen die Geschichte vielschichtig. Untermalt wird diese Erzählung vor allem durch den guten Soundtrack, die Kameraarbeit und authentischen Darstellern.

Die Kameraarbeit vom oscarnominierten Matthew Libatique (Black Swan) war klasse. Ihm gelang es vor allem bei den musikalischen Auftritten einen ziemlich einzigartigen Vibe zu schaffen, der dich glauben lässt du wärst selbst auf der Bühne. Der Stil wirkte sehr authentisch, intim und zurückgenommen aber keineswegs schlecht. Der Soundtrack wurde zum Großteil selbst geschrieben und komponiert – viele der Songs sind auch mit Hilfe von Bradley Cooper und Lady Gaga entstanden. Vor allem im ersten Drittel haben mir die musikalischen Beiträge sehr gefallen und waren zusammen mit der Inszenierung ein Garant für Gänsehaut. Auf Spotify könnt ihr euch den Soundtrack (Spoilerwarnung!) bereits anhören und genießen, doch ohne den Film dazu ist es eben nur halb so schön.

Auch die Darsteller im Film waren super, egal ob Nebendarsteller wie Dave Chapelle (Chapelle’s Show) oder Sam Elliott (Road House), die manchmal ohne viel zu sagen die richtigen Emotionen beim Zuschauer erzeugten oder natürlich Bradley Cooper und Lady Gaga in den Hauptrollen. Bradley Cooper liefert hier vielleicht die beste Leistung seiner Karriere ab und Lady Gaga, die bereits für ihre Rolle in American Horror Story einen Golden Globe bekommen hat, stiehlt hier regelmäßig jede Szene und war eine fantastische Wahl für diese Figur. Beide haben sicherlich eine Chance auf eine Darstellernominierung bei den Oscars, Cooper sogar auch als Regisseur und zusätzlich hat sicherlich auch die Musik – vor allem „Shallow“ & „Always Remember Us This Way“ eine realistische Chance. Da die Songs auch aus der Feder Coopers und Gagas stammen, könnte das zu einer skurrilen Situation führen, nämlich dann, wenn beide Künstler im absoluten Idealfall jeweils für zwei bis drei Oscars nominiert sein könnten.

Die Geschichte selbst ist auch wenn man die vier ersten Interpretationen außer Acht lässt, in Versatzstücken schon häufiger so in Filmen verwurstet worden, doch das hat mich zu keinem Zeitpunkt gestört. Gerade das erste Drittel fand ich phänomenal gut und auch das Ende traf bei mir einen Nerv. Wenn ich was kritisieren muss, dann wäre es der Mittelteil des Films, der keineswegs schlecht war, aber ich hätte mir persönlich eine etwas andere Interpretation gewünscht auf die ich jetzt aus spoilertechnischen Grüßen nicht näher eingehen kann. Das muss aber definitiv nicht jeder so sehen.

Ich empfehle A Star is Born und bin gespannt wieviel Beachtung er in der Awardsaison bekommt, für mich ist A Star is Born einer der ersten vielversprechenden Anwärter.

Kurzkritiken Round-Up März / Mai 2017

The Girl with all the Gifts

Storyanriss:

In einer gar nicht so weit entfernten Zukunft sorgten Pilze dafür, dass fast alle Menschen zombieartige Wesen mit großem Verlangen nach Fleisch geworden sind. Die gefährlichen Kreaturen werden „Hungries“ genannt und die einzige Chance, sie zu heilen, besteht in ein paar Kindern. Deren Mütter wurden während der Schwangerschaft infiziert, der Nachwuchs aber wirkt noch vergleichsweise normal. Dr. Caldwell (Glenn Close) führt Experimente an den Kindern durch, Sergeant Parks (Paddy Considine) behält sie während des täglichen Schulunterrichts im Auge. Ein Kind unterscheidet sich deutlich von den Altersgenossen in der Militärbasis: Melanie (Sennia Nanua), sie ist intelligenter, will ständig lernen und hat viele Einfälle. Als Hungries die Basis überrennen, entkommt Melanie mit Dr. Caldwell, Sergeant Parks und ihrer Lieblingslehrerin Miss Helen Justineau (Gemma Arterton). Draußen warten Chaos und Zerstörung.

Fazit:

Kleiner aber feiner Zombiefilm, der mit 2,5 Stunden schon ein wenig zu lang geht, aber bei dem ich auch immer das Gefühl hatte, dass er mehr zu erzählen hat als andere Genrevertreter. Direkt zu Beginn wird schon klar, dass The Girl with all the Gifts einen anderen Ansatz verfolgt, denn beispielsweise sehen wir weder den Ausbruch der Katastrophe noch wirklich eine Actionszene, die uns sonst in der Regel direkt in das Szenario wirft und auf den aktuellen Stand der Protagonisten bringt. Dieser Film lässt uns erstmal ein wenig im Ungewissen und als Beobachter des Status Quo in den Film einsteigen.

Neben hoffnungslosen Infizierten und Nichtinfizierten gibt es auch eine Art Hybrid, den man zu Forschungszwecken erzieht, bildet und letztlich als mögliche Rettung für die Menschheit sieht. Herausticht hierbei Melanie, die sich als besonders begabt herausstellt. Diese Idee empfand ich als erfrischend kreativ in diesem Genre, genauso wie die Prämisse Mensch und Zombie Seite an Seite durchs Land ziehen zu lassen auf der Suche nach einem Gegenmittel. Hierbei ergänzen sich beide Parteien super und jeder bringt die ihm gegebenen Fähigkeiten ein. Als Bindeglied zwischen diese Elementen dient vor allem die Beziehung von Melanie zu ihrer Bezugsperson, Lehrerin und Mutterersatz Miss Helen Justineau, das von Beginn an stark zu sein scheint und auch im Verlauf der Geschichte wichtiger wird. Schauspielerisch fand ich Newcomerin Sennia Nanua, Gemma Arterton und Oscar-Preisträgerin Glenn Close super. Auch das Ende wird nochmal sehr interessant und kreativ. Empfehlung für alle Zombieliebhaber, die offen für neue Ansätze sind und Mal auf das typische Actionspektakel verzichten können.

 

The Lego Batman Movie

Storyanriss:

LEGO-Batman (Stimme im Original: Will Arnett / deutsche Stimme: David Nathan) erlebt nach seinem ersten Leinwand-Auftritt in „The LEGO Movie“ nun ein Solo-Abenteuer, in dem es um die Frage geht: Kann Batman glücklich sein? Wir erfahren, dass Batman einst als Bruce Wayne ein Kind adoptierte – aus Versehen auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung. Doch der Sohnemann, Dick Grayson alias Robin (Michael Cera / Luke Mockridge), nagt dem Heldenpapa mächtig an den Nerven: Im Gegensatz zu Batman ist er nämlich die ganze Zeit super-positiv drauf – und er will im Batmobil vorne sitzen, was natürlich gar nicht geht. Zumal Batman ohnehin schon genug Stress mit dem Joker (Zach Galifianakis / Erik „Gronkh“ Range) hat. Der will dem Dunklen Ritter unbedingt beweisen, dass er der größte Bösewicht aller Zeiten ist, woran Batman so seine Zweifel hat. Ein Duell der Egos ist unausweichlich.

Fazit:

Solides Spin-Off zum Erfolgshit The Lego Movie. Wie zu erwarten beschränkt sich Lego-Batman hauptsächlich auf die Charaktere aus dem Batman Universum und nicht wie der Film aus dem Jahr 2015 auf eine bunte Mischung aus sämtlichen Franchises und Neuschöpfungen wie Amed. Die Machart und der Humor sind eigentlich auf dem selben hohen Level wie das Original und hat mit diesem dann auch gemeinsam, dass der Film sowohl für Kinder funktioniert und nicht zu kompliziert ist aber es auch für Erwachsene zusätzliche Ebenen an Humor gibt, die nur sie verstehen.

Das größte Problem für mich war jedoch die deutsche Synchronisation, denn die größte Rolle neben Batman hat sein Erzfeind Joker und den hat man in Deutschland mit dem erfolgreichsten deutschen Youtuber Gronkh besetzt. Gronkh ist zwar bemüht, hat einen guten Sinn für Humor und verfügt auch über eine ziemlich markante und angenehme Stimme, das Problem ist einfach, dass er eben kein Schauspieler ist und das merkt man einem so komplexen und ikonischen Charakter wie dem Joker dann in jeder Szene an. Kinder wird das nicht stören von daher kann ich den Film uneingeschränkt weiterempfehlen, für Erwachsene würde ich dann doch die englische Originalfassung ans Herz legen.

John Wick: Kapitel 2

Storyanriss:

Nur noch das Auto zurückholen, dann will sich John Wick (Keanu Reeves) zurück in den Ruhestand verabschieden. Doch nachdem der Ex-Auftragskiller sein geliebtes Gefährt wieder und sich mit Abram (Peter Stormare) geeinigt hat, dem Bruder seiner Nemesis Viggo Tarasov (Michael Nyqvist), geht es für Wick erst richtig los. Wicks ehemaliger Kollege Santino (Riccardo Scamarcio) steht vor der Tür und gibt ihm eine mit Blut besiegelte Münze. Wie der Einzelkämpfer weiß, steht das Geldstück für ein Versprechen, das Wick einst gab – das Versprechen von Hilfe als Gegenleistung für einen alten Gefallen. Und auch wenn der Killer seine Ruhe haben will, kann er schließlich nicht anders, als seine Zusicherung einzulösen, denn andernfalls droht ihm der Tod. Wick geht nach Rom, wo Santinos Schwester Gianna (Claudia Gerini) in die Riege der einflussreichsten Gangsterbosse kommen will.

Fazit:

John Wick bleibt sich im zweiten Teil treu und schafft es sogar noch ein wenig besser zu sein als der Überraschungshit aus dem Jahr 2015. Am ersten Teil habe ich besonders die cool choreographierte Action und die angedeutete Gesellschaft von Hitman mit eigenen Regeln und Kodex gemocht. Am meisten hatte ich mir vom Nachfolger erhofft, dass sie das Niveau der Action halten können, nicht den üblichen Fehler machen von größer-lauter-mehr und mir vor allem mehr geben von der angedeuteten Welt der Auftragskiller. Und genau das habe ich bekommen. Die Geschichte hat ein bisschen mehr Fleisch am Knochen auch wenn sie weiterhin nicht so sonderlich wichtig ist, das Gun-Fu – wie die Macher es nennen – war wieder beeindruckend und die Strukturen der Welt wurden mehr ausgeleuchtet.

Boston

Storyanriss:

15. April 2013: Wie immer am Patriots Day findet in Boston der Marathon statt. Wie in jedem Jahr ist das Sportereignis ein großes Volksfest, das aber an diesem bestimmten Nachmittag eine schreckliche Wendung nimmt. Innerhalb weniger Sekunden explodieren zwei Sprengsätze im Zielbereich des Rennens. Es gibt mehrere Tote und zahlreiche Verletzte. Doch für Schock haben die Police Sergeants Tommy Saunders (Mark Wahlberg) und Jeffrey Pugliese (J.K. Simmons) keine Zeit. Sie blicken wie auch Special Agent Richard DesLauriers (Kevin Bacon), Polizeichef Ed Davis (John Goodman) und Krankenschwester Carol Saunders (Michelle Monaghan) einer Vielzahl an Aufgaben ins Auge: Allen voran müssen Verletzte versorgt werden und zudem läuft ein Rennen gegen die Uhr, denn die Attentäter müssen ausfindig gemacht und gestoppt werden, bevor sie erneut zuschlagen können.

Fazit:

Die zweite Zusammenarbeit innerhalb eines Jahres und insgesamt dritte von Regisseur Peter Berg und Mark Wahlberg, basiert wie auch Lone Survivor und Deepwater Horizon auf einer wahren Geschichte. In Boston geht es um die Anschläge auf den Boston Marathon 2013 und nach vielen Anfragen hat sich der in Boston geborene Schauspieler Mark Wahlberg dazu entschlossen die Geschichte ins Kino zu bringen, aber nur wenn Peter Berg die Regie übernimmt, weil dieser laut Wahlberg der einzige Regisseur ist, der die Geschichte mit dem nötigen Respekt umsetzen könnte.

Mir hat Boston gut gefallen aber im Gegensatz zum allgemeinen Kritiker-Echo nicht so gut wie Deepwater Horizon, der es im letzten Jahr auch überraschend in meine Top 15 des Jahres geschafft hat. Das liegt vor allem an einigen Aspekten und Momenten die vorrangig in der zweiten Hälfte vorkommen, denn die ersten 50 Minuten empfand ich als sehr gelungen. Vor allem Peter Bergs Ansatz nicht nur das Schicksal von Wahlbergs Hauptfigur in den Fokus zu stellen, sondern von Anfang an auch andere Parteien, die von den Anschlägen betroffen waren, mit einzubeziehen und über den Film hinweg hier und da zu zeigen. Spannend fand ich auch die dargestellte Aufklärungsarbeit der Behörden. Stichwort: Lagerhalle. In der zweiten Hälfte verliert der Film für mich ein wenig an Qualität, weil sich immer mehr Elemente wie Dialoge und Handlungen einschleichen von denen man vermutlich nicht wissen kann, ob sie so stattfanden und die ich ein bisschen drüber fand. Dennoch kann ich Boston empfehlen, weil er einfach sehr solide gemacht ist ohne wirklich nenneswerte Probleme.

A Cure for Wellness

Storyanriss:

Weil der CEO der Firma, in der er arbeitet, viel zu lange in einem Wellness-Center in den Schweizer Alpen verweilt, macht sich der ehrgeizige junge Angestellte Mr. Lockhart (Dane DeHaan) auf nach Europa, um seinen Chef Mr. Pembroke (Harry Groener) zurückzuholen. Dort angekommen, stellt er bald fest, dass die Einrichtung nicht der idyllische Heiltempel ist, als der sie sich nach außen hin darstellt. Weil er zu viele Fragen stellt, diagnostiziert das Personal schließlich auch Lockhart mit der seltsamen Krankheit, die hier alle Patienten festzuhalten scheint. Unter Direktion des rätselhaften Spa-Leiters Volmer (Jason Isaacs) beginnt die Behandlung und sein Verstand wird auf die Probe gestellt. Gemeinsam mit Langzeitpatientin Hannah (Mia Goth) stellt Lockhart jedoch gleichzeitig weiterhin Nachforschungen an, um dem Geheimnis der Einrichtung auf den Grund zu gehen.

Fazit:

A Cure for Wellness habe ich nach dem ersten Trailer heiß erwartet. Ich bin großer Fan von Dane DeHaan und der Film schien ziemlich ungreifbar und mysteriös, was in Kombination für mich bedeutete, dass ich definitiv ein Ticket lösen werde. Leider ist der Film bei den Kritikern weitestgehend nicht gut angekommen aber mir hat er dann insgesamt doch gut gefallen. Die größten Probleme mit dem Film hatte ich definitiv mit der Länge von satten 150 Minuten, was echt der Wahnsinn ist. Es ist nicht automatisch so, dass Filme mit Überlänge schlechter sind aber es ist nunmal ein erhöhtes Risiko vorhanden, eine mögliche hohe Qualität nicht über diese Zeit zu halten. Im Englischunterricht in der Schule hat der Lehrer auch immer geraten kurze, einfache Sätze zu bilden und keine 5fach verschachtelten Satzgebilde, die dir die komplette Grammatik zerhauen können. Also 20-30 Minuten weniger hätten A Cure for Wellness gestrafft und letztlich gut getan.

Zusätzlich hat auch das Finale den Eindruck vom Film eher ins Negative gezogen. Ich meine nicht die Auflösung der Geschichte oder des Mysteriums sondern das skurrile Finale was daraus entsteht, das dann zu viel war für mich. Dennoch gibt es aber viele Aspekte an A Cure for Wellness, die den Film dann doch auch sehr sehenswert machen. Zum einen gehört der Film wohl zu den schönsten Filmen des Jahres, die Bilder und Kamerafahrten sind atemberaubend und echt beeindruckend. Egal ob Schweizer Alpen im Panorama, den coolen Spielereien mit der Kamera am Zug zu Beginn des Films oder auch die Thriller-Horror-Elemente innerhalb des Sanatoriums jede Facette brachte einprägsame Bilder hervor, die sich mir für die nächsten Jahre ins Gedächtnis brennen werden.

Neben der Optik, die positiv zur Atmosphäre beigetragen haben, fand ich auch, dass das Produktionsdesign und die coolen, abgefahrenen Ideen dazu beitrugen. Mir hat auch durchaus Spaß gemacht zu rätseln und nach und nach die konfuse Geschichte aufzudröseln. A Cure for Wellness ist sicherlich nicht der erhoffte Topfilm geworden, aber einer der mir dieses Jahr definitiv im Kopf bleiben wird, wie vergleichsweise The Neon Demon im letzten Jahr.

Fifty Shades of Grey 2 – Gefährliche Liebe

Storyanriss:

Die Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) lernte den milliardenschweren Sado-Maso-Liebhaber Christian Grey (Jamie Dornan) kennen, war ihm schnell verfallen – und trennte sich nach einem besonders schmerzhaften Sexspiel. Doch Anastasia, die nun bei einem Verlag für Macho-Chef Jack Hyde (Eric Johnson) arbeitet, hängt noch immer an ihrem Ex. Nachdem sie und Christian neue Regeln vereinbart haben, beginnt die Beziehung erneut. Ana ist glücklich und glaubt, ihren Freund ändern zu können. Aber dann erfährt sie mehr über seine Vergangenheit. Ehemalige Partnerinnen wie Elena (Kim Basinger) oder Leila (Bella Heathcote) tauchen auf und Ana beginnt zu verstehen: Sie ist nicht die erste, die versucht, aus Christian einen anderen Menschen zu machen. Während sie beim Sex weitere Grenzen überschreitet, steht Ana vor der nächsten schweren Entscheidung.

Fazit:

„Okay, ich werde mit dir essen… weil ich Hunger habe.“

Sagt sie will es langsam angehen, dann streiten sich die beiden über ein durchaus wichtiges Thema und 30 Sekunden später haben sie Sex und sowohl der Streit als auch ihre Bedingung sind über den Haufen geworfen. Konsequent.

Ungesündeste Beziehung ever, besitzergreifend, eifersüchtig.

Schlechteste Frauenerolle des Jahrzehnts.

Die Gespräche handeln immer von den selben drei Themen und drehen sich im Kreis.

Absage New York so sinnlos?! Reaktion vom Chef, wtf?!

Wieder Streit aus nachvollziehbaren Gründen, sagt sie braucht Abstand und Zeit… 30 Sekunden später haben sie Sex

Hubschrauberabsturz wofür? 5 Minuten später ist er wieder da und alles beim Alten.

„Du hast mir gezeigt wie man fickt Elena, Ana hat mir gezeigt wie man liebt.“

Fast and Furious 8

Storyanriss:

Können Dom (Vin Diesel) und seine Freunde, die er Familie nennt, endlich ein normales Leben führen? Nach dem Rückzug von Brian und Mia hat er sich mit Letty (Michelle Rodriguez) in die Flitterwochen verabschiedet und die restliche Crew ist von allen Vergehen aus der Vergangenheit freigesprochen worden. Doch dann taucht die mysteriöse Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron) auf, verführt Dom und macht ihn zu ihrem Partner bei einer Reihe von Verbrechen. Mr. Nobody (Kurt Russell) bittet die Gang um Letty, Roman (Tyrese Gibson), Tej (Ludacris) und Co., zu helfen. Gemeinsam mit Hobbs (Dwayne Johnson), der wegen Doms Verrat im Knast sitzt, und Todfeind Deckard Shaw (Jason Statham) müssen sie bei einer Jagd rund um den Globus eine Anarchistin stoppen, die Chaos in die Welt bringen will. Und wichtiger: Sie müssen den Mann nach Hause holen, der sie zu einer Familie machte.

Fazit:

Mit knapp 650 Millionen $  hat The Fate of the Furious das beste Kinostartwochenende allerzeiten hingelegt auch wenn man korrekter Weise erwähnen muss, dass der Film auch im Vergleich zu Star Wars VII in der ersten Woche in mehr Märkten, vor allem dem wichtigen chinesischen, weltweit gestartet ist und somit natürlich einen Vorteil hatte. Es hat auch nicht lange gebraucht für den achten Teil des Franchises und den ersten ohne Paul Walker, um die Milliardengrenze zu knacken und der bislang erfolgreichste Film des Jahres zu werden.

Inhaltlich hat man sich meiner Meinung nach für paar interessante Ideen entschieden, denn sowohl die Idee die Leitfigur der Reihe, die uns mit jedem Teil indoktriniert, dass die Familie über allem steht, wendet sich ausgerechnet gegen jene. Genauso klug war es den Bösewicht des letzten Fast and Furious Films, Jason Statham, mit Dwayne Johnsons Charakter Hobbs zu koppeln und so etliche gelungene Momente im Film zu kreieren. Die Dynamik, der Witz und die Action wenn beide Figuren zusammen zu sehen waren, waren einfach sehr stark. Kein Wunder, dass ausgerechnet die beiden jetzt zusammen ihren Spin-Off Film bekommen werden.

Gelungen waren auch die anderen Castingentscheidungen: Charlize Theron gab ihrer Figur Cipher Gravitas und dem Zuschauer das Gefühl einen ernstzunehmenden Gegner gegenüber zu stehen, der auch Grenzen überschreitet. Auch die andere Oscargewinnerin, Helen Mirren, die sich mit ihrer Begeisterung für Vin Diesel und die Fast Reihe offensiv selbst ins Gespräch für eine Rolle brachte, konnte in ihren wenigen Szenen allen die Show stehlen und Lust auf mehr machen. Die Action war wie üblich top-notch und total übertrieben aber trotz cooler Ideen und Sequenzen, wie zum Beispiel die Szene an der New Yorker Kreuzung, meiner Meinung nach nicht so gut wie in den Teilen zuvor. Ein Highlight war auch ganz klar die Flugzeug-Actionsequenz, die nicht nur gut choreographiert sondern auch sehr lustig war. Neben diesen herausstechenden Momenten kann auch der achte Teil mit den üblichen Säulen des Franchises wie Humor, Familienzusammenhalt, geilen Karren und tollen Locations punkten. Alles in allem war Fast and Furious 8 ein gelungener Ableger, der die Balance von Story und over the top Action zwar ganz gut hinbekommt aber als Gesamtprodukt nicht zu den Top3 Filmen der Reihe gehört.

Guardians of the Galaxy Vol. 2

Storyanriss:

Die „Guardians Of The Galaxy“ rund um Peter Quill alias Star-Lord (Chris Pratt) sind mittlerweile im ganzen Universum bekannt und auch Ayesha (Elizabeth Debicki), die Anführerin der Sovereign People, einem Volk von genetisch zur Perfektion veränderten Wesen, bemüht sich um ihre Dienste. Die Guardians sollen für sie und ihre Mitbürger ein interdimensionales Monster bekämpfen. Im Ausgleich will sie ihnen Nebula (Karen Gillan) übergeben, so dass die Guardians die Killerin und Schwester von Gamora (Zoe Saldana) ins Gefängnis bringen können. Doch Rocket (Stimme im Original: Bradley Cooper) kann seine Finger mal wieder nicht bei sich behalten und klaut nach vollbrachter Tat ein paar mächtige Batterien. Ayesha ist darüber alles andere als begeistert und heuert die Ravagers an, die Guardians zu jagen und die Energiequelle zurückzuholen. Weil Yondu sich weigert, seinen Ziehsohn Star-Lord mit vollem Einsatz zu verfolgen, kommt es innerhalb der Ravagers zur Meuterei. Taserface (Chris Sullivan) übernimmt das Kommando und setzt Star-Lord und den Guardians nach. Bei deren Überführung von Nebula zum Nova Corps wiederum geht derweil wenig nach Plan und bald werden die Helden getrennt.

Fazit:

Nur eine Woche nach Fast and the Furious 8 startet mit Guardians of the Galaxy 2 die nächste große Fortsetzung, die vermutlich an der Milliardengrenze​ kratzen wird. Neben den altbekannten Stars des Überraschungshits aus dem Jahr 2014 sind unter anderem Kurt Russell, Sylvester Stallone und Pom Klementieff neu dabei, die mir auch allesamt gut gefallen haben. Gerade Kurt Russell schien mir perfekt gecastet worden zu sein. Guardians of the Galaxy 2 schwankt qualitativ ziemlich stark: Szenen wie das Intro, das Gefängnis oder das Storyende waren super, wohingegen mir eigentlich alles mit den goldenen Sovereign nicht gefallen hat und es auch hier und da paar langatmige Momente im 2. Akt gab.

Im ersten Teil ging es noch darum wie sich die Guardians finden und ein Team werden und jetzt setzte James Gunn da an und zeigt wie die Guardians auf Abenteuer gehen und ihr Team zusammenhalten müssen. Der eigentliche Hauptcharakter Peter Quill, gespielt von Chris Pratt, kommt fast schon ein wenig zu kurz, obwohl auf seine Geschichte rund um seinen Vater das Hauptaugenmerk James Gunns lag, weil seine Co-Stars in separaten Storyarcs mehr Screentime bekamen. Highlight war hier überraschender Weise Michael Rooker für mich, gestört habe ich mich hingegen oft an Nebula, die interessante Hintergründe zu ihrer Geschichte preisgibt aber von Schauspielerin Karen Gillan gefühlt den ganzen Film mit dem selben extrem wütenden Gesichtsausdruck geschauspielert wird. Zusätzlich merkt man zwar wie sehr James Gunn seine Figuren liebt aber auch er musste hier und da Zugeständnisse an die Zielgruppe machen und für das Publikum so manche Szene einbauen, die beliebte Figuren (und Merchandisegiganten) wie Baby Groot bis zum Maximum ausreizen für Jokes. Wie üblich für Marvel waren die Antagonisten wenig ernstzunehmen und wenig spannend und auch das Actionfinale war nicht sonderlich gut. Das emotionale, storytechnische Ende jedoch war super und lässt den Film auf eine starke, einprägsame Note enden. Wie auch schon beim ersten Teil wurde die Musik toll ausgewählt und hatte gefühlt noch mehr Bedeutung innerhalb der Geschichte.

Get Out

Storyanriss:

Der afroamerikanische Fotograf Chris (Daniel Kaluuya) und seine weiße Freundin Rose (Allison Williams) sind seit mittlerweile fünf Monaten ein Paar. Als Rose ihm ihre Eltern vorstellen möchte, stimmt Chris wohl oder übel zu, auch wenn ihn die Sorge umtreibt, wie Roses Eltern auf den schwarzen Freund ihrer Tochter reagieren werden. Doch zunächst erweisen sich Chris’ Bedenken scheinbar als völlig unnötig: Dean (Bradley Whitford) und Missy (Catherine Keener) bereiten den beiden einen herzlichen Empfang und scheinen sich an der Hautfarbe des Partners ihrer Tochter überhaupt nicht zu stören.

Fazit:

Get Out stellt mit Split wohl die bislang größte Überraschung des Kinojahres da, denn auch der Horrorsatire und dem Regiedebüt von Jordan Peele gelang es mit einem Budget unter 10 Millionen knapp 200 Millionen an den Kinokassen einzuspielen und zeitgleich auch die Kritiker zu überzeugen. Im Falle von Get Out gilt der Film mit 99% Kritikerzustimmung als einer der besten Filme aller Zeiten auf rottentomatoes.com. Und auch wenn ich eine solche Aussage nicht ganz unterschreiben würde, hat mir der erste Film von Peele sehr gut gefallen.

Jordan Peele ist in Amerika schon seit geraumer Zeit auf einer Hypewelle unterwegs, durch das sehr beliebte Comedy-Gespann Key and Peele. Ihm lag viel daran einen möglichst realistischen, klaren Blick auf seine Geschichte und Protagonisten zu halten und den im Film thematisierten unterschwelligen, latenten Rassismus in der Gesellschaft aufzuzeigen, bei dem man sich hin und wieder vielleicht sogar selbst ertappt fühlt, weil man vielleicht Mal so ähnlich gehandelt hat in einer Situation. Get Out ist eher als Satire und psychologischer Horror zu verstehen und weniger als klassischer Schocker, was mir wenn es so gut gemacht ist besonders gefällt. Der Film erinnert mich nicht nur dank des Hauptdarstellers Daniel Kaluuya an die Serie Black Mirror.

Zum Inhalt der Geschichte werde ich natürlich nicht mehr viel sagen, weil man am besten so unwissend wie möglich an den Film herangeht aber mir hat insgesamt ziemlich zugesagt und hat erfrischender Weise auf den Großteil der typischen Genre-Klischees verzichtet. Verdienter Erfolg für Get Out und Peele.

 

Sieben Minuten nach Mitternacht

Storyanriss:

Der kleine Conor (Lewis MacDougall) lebt bei seiner kranken Mutter Elizabeth (Felicity Jones) und fühlt sich in der Schule alles andere als wohl – einige Kinder hänseln Conor, andere behandeln ihn wegen der Krankheit seiner Mama wie ein rohes Ei. Und auch zu Hause scheint sich alles nur noch weiter zu verschlimmern, vor allem wenn Conor bei seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) sein muss. Als wäre dies alles nicht schon aufwühlend genug, hat Conor obendrein immer wieder Alpträume, in denen er an den drohenden Tod seiner Mutter erinnert und die alte Eibe vor dem Fenster lebendig wird, sich plötzlich in ein knorriges Monster (Stimme im Original: Liam Neeson) verwandelt. Das unheimliche Wesen erzählt Conor drei Geschichten und fordert ihn auf selbst eine vierte Geschichte zu erzählen.

Fazit:

Auf diesen Film habe ich mich besonders gefreut in den letzten Monaten. Grund dafür war der visuelle Look des ersten Trailers, woraufhin ich mir das Buch auf das der Film basiert kaufte, und die beteiligten Akteure wie Regisseur J.A. Bayona, der mit Das Waisenhaus einen meiner liebsten Horrorfilme der letzten Jahre drehte und Liam Neeson, Felicity Jones und Sigourney Weaver die nötigen Schauspieler bot, die diese Geschichte brauchte. Das Buch selbst wurde ursprünglich von Siobhan Dowd angefangen und nach ihrem tragischen Krebstod von Patrick Ness zu Ende gebracht. Ness steuerte nun auch das Screenplay und Script zum Film bei.

Mich hat die Umsetzung des Stoffes absolut überzeugt und ich empfand es als wahnsinnig toll umgesetzt. Die Geschichte an sich ist relativ simpel und so kompakt, dass Ness und Bayona glücklicher Weise auch alles in diesen Film abbilden konnten und nicht wie sonst üblich bei Buchadaptionen viel weglassen mussten, denen man dann zwangsläufig an irgendeinem Punkt hinterher trauert. Die 1-2 Sachen die mir als fehlend aufgefallen sind, waren auch im Buch teils verwirrend und unnütz und somit ist ihr Verlust nicht weiter tragisch. Richtig super waren die Schauwerte, sei es das Monster oder die erzählten Geschichten des Monsters, die einen sehr geilen visuellen Stil hatten und durch ihre gute Qualität die thematisch schwierige Geschichte toll unterstützten. A Monster Calls reiht sich für mich in die kleinen aber feinen Dramen mit fantastischen Elementen wie Pans Labyrinth, Das Waisenhaus, Before I wake oder Midnight Special ein und wird mir sicherlich dieses Jahr länger im Gedächtnis bleiben.

King Arthur: Legend of the Sword

Storyanriss:

Arthur (Charlie Hunnam) wuchs in der Londoner Gosse unter Prostituierten auf, die sich um ihn kümmerten. Von seiner königlichen Herkunft ahnt er nichts, bis er eines Tages das magische Schwert Excalibur aus einem Stein zieht – eine Tat, zur der laut Legende nur der rechtmäßige König Englands fähig ist. Durch Visionen wird Arthur klar, dass der Tyrann Vortigern (Jude Law) die Macht an sich riss, nachdem er den rechtmäßigen König Uther Pendragon (Eric Bana) hatte ermorden lassen, seinen eigenen Bruder – und Arthurs Vater. Der Sohn schließt sich der Rebellion gegen Vortigern an, für die auch die geheimnisvolle Magierin Mage (Àstrid Bergès-Frisbey) kämpft. Es geht um die Befreiung der Bevölkerung von ihrem Unterdrücker, aber Arthur hat außerdem ein ganz persönliches Motiv, um Vortigern vom Thron zu stoßen.

Fazit:

Endlich mal wieder ein Guy Ritchie Film und wenn es nach ihm und seiner Vision ginge der Auftakt einer 6teiligen Arthur-Filmreihe. Ohne jetzt zu voreilig sein zu wollen aber das wird so vermutlich nicht passieren, wenn man sich die durchwachsenen Kritiken und den mittelmäßigen Erfolg am Boxoffice ansieht. Vielleicht kann Ritchie sich für andere Projekte wie beispielsweise weitere „Sherlock Holmes„-Filme verpflichten um im Gegenzug nochmals einen „Arthur„-Film drehen zu können.

Doch trotz meiner eher negativen Prognose muss ich gestehen, dass ich den Film eigentlich ganz cool fand. Film und Filmerlebnis erinnern mich zwangsläufig an The Great Wall mit Matt Damon von Anfang des Jahres. Die Geschichte von König Arthur und Merlin ist nicht gerade selten verfilmt worden und Guy Ritchie erfindet das Rad nicht neu kann aber mit seinem berühmten Stil wie die Art wie er Dialoge führt und schneidet, der Humor oder auch die Art wie er Action präsentiert und inszeniert dem Ganzen seinen eigenen Stempel aufdrücken. Hunnam als Titelfigur war überzeugend und Jude Law hatte als Antagonist sichtlich Spaß.

Ich fand den Film zu keinem Zeitpunkt langweilig und würde durchaus gerne einen weiteren Teil sehen, weil es jetzt erst interessant werden würde. Das bleibt aber wohl Wunschdenken, denn bei knapp 200 Mio reinen Produktionsbudget könnte der Film wenn auch unverdient vielleicht der größte Kassenflop des Sommers werden.

And the Oscar 2015 goes to..

neil patrick harrisHeute ist es endlich soweit – die Nacht für Filmbegeisterte. In Los Angeles werden heute gegen 1 Uhr deutscher Zeit (übertragen von Pro7) die 87. Academy Awards verliehen. Durch den Abend im Dolby Theatre führt zum ersten Mal der Schauspieler Neil Patrick Harris. Der „How I Met your Mother„-Star ist aber keinesfalls ein unbeschriebenes Blatt in der Eventmoderation, denn bis heute hat er bereits 3mal die Tony und 2mal die Emmy-Awards modereriert. Harris muss heute Abend aber in große Fußstapfen treten, denn Talkmasterin Ellen DeGeneres hat mit ihrer Pizzaboy-Aktion und vor allem dem Selfie des Jahrzehnts die Messlatte ziemlich hoch gelegt.

 

Für die musikalischen Highlights am heutigen Oscar-Abend sorgen wie immer die Nominierten für den „Besten Song„, also Adam Levine mit “Lost Stars” (Can a Song save your Life?), Common und John Legend mit “Glory” (Selma), Rita Ora mit “Grateful” (Beyond the Lights), Tim McGraw mit “I’m Not Gonna Miss You” (Glen Campbell…I’ll Be Me) und Tegan and Sara und The Lonely Island mit “Everything Is Awesome” (The Lego Movie). Darüber hinaus werden auch Lady Gaga, Jennifer Hudson, Jack Black und Anna Kendrick auf der Bühne zu sehen sein.

oscar selfie

Beste Nebendarstellerin / Actress in A Supporting Role:

Patricia Arquette (Boyhood) | Laura Dern (Wild) | Keira Knightley (The Imitation Game) | Emma Stone (Birdman) | Meryl Streep (Into The Woods)

 

Wunsch: #1 Emma Stone #2 Patricia Arquette

Emma-StoneEhrlich gesagt ist diese Kategorie für mich dieses Jahr ziemlich schwach besetzt, nicht weil die Schauspielerinnen nicht gut sind, sondern weil ich keine der Rollen für sonderlich herausragend fand und als wirkliche Oscar-Performanc eingeschätzt habe. So gut Meryl Streep auch ist, muss man die Nominierung schon fast als Running-Gag bezeichnen, weil sie fast jedes Jahr dabei ist. Da ich aber großer Emma Stone Fanboy bin, würde ich mir einen Erfolg für ihre Rolle als drogensüchtige Tochter Sam in Birdman wünschen.

Wahrscheinlich: #1 Patricia Arquette #2 Laura Dern

Patricia-ArquetteDie größten Chancen auf den Oscar in dieser Kategorie darf sich wohl Patricia Arquette machen, die als ehrgeizige und nahezu alleinerziehende Mutter in Boyhood den Spagat zwischen finanzieller Unabhängigkeit, Kindererziehung und privatem Glück meistern muss. Anfang Januar hat sie dafür bereits den Golden Globe gewonnen und wird hier vermutlich als Siegerin vom Feld gehen. Die zweitbesten Chance rechne ich Laura Dern aus, die ebenfalls eine alleinerziehende und liebevolle Mutter in Wild verkörperte und vielleicht in letzter Sekunde das Fotofinish für sich entscheiden könnte.

 

Bester Nebendarsteller / Actor in A Supporting Role:

Robert Duvall (Der Richter) | Ethan Hawke (Boyhood) | Edward Norton (Birdman) | Mark Ruffalo (Foxcatcher) | J. K. Simmons (Whiplash)

 

Wunsch: #1 J. K. Simmons #2 Mark Ruffalo

mark-ruffaloMit Ethan Hawke, Mark Ruffalo und Edward Norton gibt es dieses Jahr gleich 3 meiner absoluten Lieblingsschauspieler in der gleichen Kategorie und so sehr ich es ihnen auch gönne, ist mein Favorit J.K. Simmons, der als Fletscher den fiesesten Anpeitscher des Jahres und die Rolle seines Lebens spielte. Die Nominierung von Ethan Hawke find ich für Boyhood zwar eher unverdient aber darüber hinaus kann man eigentlich nur bedauern, dass nur einer von den Fünf den Goldjungen mit nach Hause nimmt.

Wahrscheinlich: J. K. Simmons

jk_simmonsIm Prinzip steht der Sieg von J. K. Simmons fest könnte man meinen. Doch glücklicherweise hat man hier nicht das Gefühl, dass es wohlmöglich unverdient wäre und man diese Wahl nur getroffen hätte um irgendeiner Lobby einen Gefallen zu tun. Simmons ist der große Favorit und wird vermutlich heute Abend völlig zu recht nach dem Golden Globe auch den Oscar gewinnen für seine phänomenale Performance in Whiplash.

 

Beste Hauptdarstellerin / Actress in A Leading Role

Marion Cotillard (Zwei Tage, eine Nacht) | Felicity Jones (Die Entdeckung der Unendlichkeit) | Julianne Moore (Still Alice) | Rosamund Pike (Gone Girl) | Reese Witherspoon (Wild)

 

Wunsch: #1 Julianne Moore #2 Rosamund Pike

julianne-mooreMarion Cotillard ist die einzige der fünf Damen, die ich noch nicht in ihrem neuen Film Zwei Tage, eine Nacht sehen konnte, sodass sie also hier für mich aus der Einschätzung rausfällt. Die anderen vier Schauspielerinnen fand ich aber alle sehr überzeugend auch wenn für mich ganz klar Julianne Moore die Favoritenrolle einnimmt. Rosamund Pike hingegen hätte vermutlich keiner in naher Zukunft bei den Oscars gesehen, aber ihre Leistung in David Finchers Thriller Gone Girl war sehr interessant und auch spezieller als die von Felicity Jones oder Reese Witherspoon, deswegen würde ich es auch ihr gönnen.

Wahrscheinlich: #1 Julianne Moore #2 Reese Witherspoon

reeseVermutlich bekommt Julianne Moore heute den Oscar für ihre grandiose Darbietung als Alice, eine an Alzheimer erkrankte Sprachwissenschaftlerin, die lernen muss mit ihrer Krankheit und den Einschnitten in ihrem Leben klarzukommen. Die wohl wahrscheinlichsten Chancen auf einen Überraschungssieg hätte wohl Reese Witherspoon, die mit ihrem Biopic Wild und dem dort gezeigten Selbstfindungstripp von Cheryl Strayed alle Weichen Richtung Oscar-Nominierung gestellt hat.

 

Bester Hauptdarsteller / Actor in a Leading Role

Steve Carell (Foxcatcher) | Bradley Cooper (American Sniper) | Benedict Cumberbatch (The Imitation Game) | Michael Keaton (Birdman) | Eddie Redmayne (Die Entdeckung der Unendlichkeit)

 

Wunsch: #1 Michael Keaton

Michael KeatonWenn man den Wettbüros dieser Welt Glauben schenken darf, sind Bradley Cooper, Benedict Cumberbatch und Steve Carell eher chancenlos heute Abend und zumindest bei Cumberbatch und Cooper kann ich nur sagen: zu recht! Am liebsten hätte ich beide durch Jake Gyllenhaal (Nightcrawler) und eventuell Ralph Fiennes (Grand Budapest Hotel) oder auch Robert Downey Jr. (Der Richter) ersetzt, weil ich die Leistung der beiden Nominierten als eher belanglos empfand. Beide sind dennoch richtig gute Schauspieler, die auch früher oder später ihren Oscar bekommen werden. Bei Steve Carell find ich das alles dieses Jahr ein wenig tragischer, denn ich glaube kaum jemand hätte ihm so eine Rolle wie in Foxcatcher zugetraut. Das war wohl die krasseste Wandlung des Filmjahres und wird letztlich wohl dennoch von den Lobbys all seiner Konkurrenten überstrahlt werden. Unter ihnen auch mein absoluter Wunschkandidat Michael Keaton, der sich mit einer genialen Performance in Birdman, der als erster Film auf dieser Seite ein 5/5-Rating bekommen hat, eindrucksvoll zurückmeldete.

Wahrscheinlich: #1 Eddie Redmayne #2 Michael Keaton

eddie_redmayneBei den Golden Globes wurden ihre Filme noch in unterschiedlichen Rubriken geführt und somit ein richtiges Aufeinandertreffen von Eddie Redmayne und Michael Keaton vermieden. Der Ausgang ist bekannt: beide Schauspieler gewannen in ihrer Kategorie den Preis für die „Beste Hauptrolle“ und stiegen im gleichen Atemzug zu den großen Favoriten bei den Oscars auf. Die außergewöhnliche und facettenreiche Leistung Redmaynes als Stephen Hawking in Die Entdeckung der Unendlichkeit gilt bei den Buchmachern am wahrscheinlichsten heute Abend. Wir dürfen also gespannt sein, wem Cate Blanchett den Oscar überreichen wird.

 

Bester Film / Best Picture

The Imitation Game | Grand Budapest Hotel | Birdman | Boyhood | American SniperDie Entdeckung der Unendlichkeit | Selma | Whiplash

 

Wunsch: #1 Birdman #2 Whiplash

birdman-blog1Im letzten Jahr sagte ich über die Nominierten, dass sie sehr vielschichtig und nahezu durchgehend auf einem hohen Niveau waren und das trifft auch dieses Jahr wieder zu, aber auf eine etwas andere Art. Denn obwohl wir dieses Mal auch die unterschiedlichsten Settings und Storys haben, fällt schon auf, dass es ziemlich viele Biopics gab.

 

Vier alleine in der Rubrik „Bester Film„, darüber hinaus kommen dann noch Foxcatcher oder Wild in anderen Kategorien dazu. Das nimmt natürlich stückweit die Spannung aus den Filmen und engt irgendwo auch den kreativen Spielraum ein. Wünschenswert für nächstes Jahr wäre also weniger biographischer Inhalt und mehr Kreativität. Dennoch gab es auch ein paar Perlen, die besonders aus dem Rest herausstachen. So auch mein Liebling unter den Nominierten: Birdman. Birdman hat mich verdammt noch mal geflasht und auf allen Ebenen überzeugt, dementsprechend wünsche ich mir hier einen Sieg. Neben Birdman würde ich es vor allem dem Musik-Drama Whiplash gönnen, auch wenn den Quoten nach Whiplash die geringsten Chancen aller Teilnehmer hat.

Wahrscheinlich: #1 Boyhood #2 Grand Budapest Hotel

boyhood-blog2Richard Linklaters Boyhood wird vermutlich die Nase vorn haben im Rennen um den „Besten Film„. Ich würde es Boyhood und vor allem Linklater zwar gönnen, aber rein vom Film her gab es weitaus bessere. Deswegen sind auch der mit 9 Nominierungen gewürdigte Grand Budapest Hotel und Birdman dazu bereit, am Ende doch noch einen Strich durch die Rechnung zu machen.Wenn es nach mir ginge, würde ich wohl Linklater als Regisseur für sein konzeptionelle Arbeit hinter Boyhood auszeichnen und einen anderen der Nominierten zum „Besten Film“ wählen. Man darf gespannt sein, wie es letztlich heute Abend ausgehen wird.

Zusammenfassung:

BigFive – Wunsch:

  • Emma Stone, Birdman (Beste Nebendarstellerin)
  • #1 J. K. Simmons, Whiplash / #2 Mark Ruffalo, Foxcatcher (Bester Nebendarsteller)
  • #1 Julianne Moore, Still Alice / #2 Rosamund Pike, Gone Girl (Beste Hauptdarstellerin)
  • Michael Keaton, Birdman (Bester Hauptdarsteller)
  • #1 Birdman / #2 Whiplash (Bester Film)

 

BigFive – Wahrscheinlichkeit:

  • Patricia Arquette, Boyhood (Beste Nebendarstellerin)
  • J. K. Simmons, Whiplash (Bester Nebendarsteller)
  • #1 Julianne Moore, Still Alice / #2 Reese Witherspoon, Wild (Beste Hauptdarstellerin)
  • #1 Eddie Redmayne, D.E.d.U. / #2 Michael Keaton, Birdman (Bester Hauptdarsteller)
  • #1 Boyhood / #2 Grand Budapest Hotel (Bester Film)

American Sniper | Kritik / Review (Oscars 2015)

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Heute erwartet uns mit American Sniper der wohl kontroverseste Film unter den Oscar-Nominierten. Kein anderer Teilnehmer wurde dieses Jahr so sehr in den Medien besprochen wie das Biopic zur Scharfschützen-legende Chris Kyle. Der vierfach oscarprämierte Meister des Schauspielfachs Clint Eastwood (Gran Torino), der offenkundig ein Unterstützer der Republikaner in den USA ist, lotet gerne mal gewisse Grenzen aus und eckt damit nicht gerade selten an. So muss auch sein neuster Film American Sniper sich die Kritik gefallen lassen, zu patriotisch zu sein, Soldaten zu glorifizieren die Hunderte Menschenleben genommen haben und auch der Vorwurf des Rassismus schwingt unterschwellig immer mit. Ob und wie fern diese Kritik gerechtfertigt ist, könnt ihr in meinem Fazit nachlesen.

Storyanriss:

US-Navy-SEAL und Scharfschütze Chris Kyle (Bradley Cooper) wird mit nur einem Auftrag in den Irak geschickt: Er soll seine Kameraden beschützen. Seine punktgenauen Schüsse retten unzählige Leben auf dem Schlachtfeld. Als sich die Geschichten seiner Heldentaten und der unvergleichlichen Treffsicherheit verbreiten, bekommt er den Spitznamen „Legend“. Doch seine Reputation bleibt auch hinter den feindlichen Linien nicht verborgen, die Gegner setzen ein Kopfgeld auf ihn aus. Und der Krieg ist nicht Kyles einziger Kampf: Der Scharfschütze versucht, ein guter Ehemann und Vater für seine Liebsten am anderen Ende der Welt zu sein. Trotz der lauernden Gefahr und seiner daheim wartenden Familie absolviert Kyle vier Einsätze im Irak – ganz nach dem Motto „lass niemanden zurück“. Aber als er dann wieder bei seiner Frau Taya (Sienna Miller) und seinen Kindern ist, erkennt er, dass er den Krieg nicht abschütteln kann.

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Das Einzige was mich verfolgt, sind all die die ich nicht retten konnte.

Fazit:

Richtig warm geworden bin ich mit American Sniper irgendwie nicht. Die Charaktere blieben mir zu blass um Empathie für sie aufzubauen und auch darüber hinaus schafft es Clint Eastwood kaum richtig Spannung aufzubauen. Das haben Filme wie The Hurt Locker oder Black Hawk Down beispielsweise viel besser hinbekommen. Zudem weiß der Film auch manchmal nicht genau was er sein will, auf der einen Seite ist es das Biopic, welches nah an der Wahrheit die Lebensgeschichte von Kyle erzählen soll und auf der anderen Seite werden dann Szenen eingebaut, über die man unmöglich Wissen haben kann. Bradley Cooper, Sienna Miller und der Rest des Casts werden meiner Meinung nach nicht richtig gefordert und stechen daher auch nicht sonderlich hervor.

Zur öffentlichen Diskussion möchte ich betonen, dass ich nicht den Moralapostel spielen will aber sagen muss, dass man stückweit doch ein mulmiges Gefühl bekommen kann, wenn im Prinzip jeder Amerikaner in diesem Film ein Held ist, während jeder Iraker ein Feind ist. Allen voran natürlich Chris Kyle, der durch die meisten Abschüsse eines US-Scharfschützen zur Identifikationsfigur der US-Army wurde und den Titel „The Legend“ bekam. Ich würde Clint Eastwood und American Sniper zwar nicht vorwerfen einen Werbefilm für die Armee produziert zu haben, aber wirklich verwundern tut es mich auch nicht, dass gefühlt jeder zweite Amerikaner ins Kino gerannt ist und dem Film Rekordumsätze von aktuell bereits 400 Millionen eingebracht hat.

Als positiv empfand ich aber beispielsweise die Inszenierungen bzw. eher die Wahl des Endes, für das man auf die Wünsche von Kyles Frau Taya eingegangen ist und nicht aus Provokation und reinem Selbstzweck Chris Kyles Tod bis zum Letzten ausgeschlachtet hat. Bezüglich der Oscar-Nominierungen kann ich nur sagen, dass ich Bradley Coopers 3. Oscar-Nominierung in Folge nicht nachvollziehen kann und auch für das Rennen um den „Besten Film“ rechne ich American Sniper eher wenig Chancen aus. Nichtsdestotrotz ist American Sniper ein passables Biopic geworden, das mich unterhalten hat, obwohl es hinter meinen Erwartungen zurückblieb.

  • Film: 3/5
  • Empfehlung: Nicht unbedingt fürs Kino, aber DVD sollte eine gute Alternative sein.

Kurzkritiken Round-Up – Dezember / Januar

Magic in the Moonlight

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Tolle Schauspieler, schöne Bilder und der ein oder andere nette Dialog gehören zu den Pluspunkten. Jedoch fand ich die Geschichte ein wenig vorhersehbar und auch wenn Woody Allen nicht richtig viel falsch macht, verschwindet, so befürchte ich, Magic in The Moonlight trotz Emma Stone und Colin Firth in der Belanglosigkeit.

Film: 2,5/5

The Homesman

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Saugute Kritiken bekommen und trotzdem nur Müll. Zumindest für mich. Der Film geht ewig, ist langatmig, langweilig und zudem auch noch ziemlich weird. Hillary Swank und Tommy Lee Jones kann man schauspielerisch nichts vorwerfen, dennoch stinkt das Drehbuch gewaltig. Zusätzlich werden unzählige Stars für 1-Satz-Auftritte verbraten und geben so keinen Mehrwert. Wie dieser Film ein 80%-Rating bekommen kann, ist mir ein Rätsel. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man nach diesem Film aus dem Kino kommt und ehrlich von sich behaupten kann, dass er ihn gut fand.

Film: 1/5

Serena

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Jennifer Lawrence und Bradley Cooper zum dritten Mal gemeinsam vor der Kamera, doch leider kann Serena nicht mit Silver Linings oder American Hustle mithalten. Setting und Grundgerüst der Geschichte sagen mir eigentlich zu und wird auch im ersten Drittel gut umgesetzt. Leider nimmt das Ganze dann eine andere Richtung und die Schwerpunkte des Beginns werden nicht konsequent weitergeführt wie ich es mir gewünscht hätte. Stattdessen wird es dumm, abgedreht und unglaubwürdig mit jeder weiteren Minute des Films. Alleine die unzähligen sinnlosen Sexszenen von Jennifer Lawrence sind so fehl am Platz, dass sie mich nur nervten. Letztlich ist also nicht nur die Geschichte ziemlich doof sondern auch Regisseurin Susanne Bier greift kräftig ins Klo bei ihrer Umsetzung.

Film: 1,5/5

Die Entdeckung der Unendlichkeit

die entdeckung der unendlichkeit

Richtig toller Film, der trotz seiner Länge von 2,5h nie langatmig und in keinster Weise langweilig einen Eindruck über den Werdegang eines der größten Genies unserer Zeit gibt. Die beiden Hauptrollen wurden einfach nur perfekt von Felicity Jones und Eddie Redmayne, der am Sonntag dafür bereits mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, verkörpert. Beide Charaktere und Schauspieler waren einfach nur grandios in ihrem Facettenreichtum und ihrer Darstellung. Darüber hinaus punktet der Film vor allem durch die vermittelten Emotionen. Hin und wieder lustig aber vor allem sehr berührend.

Film: 4/5

Let’s be Cops

Let_s_Be_Cops

Viel zu sagen gibt es eigentlich nicht. Eine typische 0815—BuddyComedy, die wie üblich nach Schema F aufgebaut ist und funktioniert. Die Idee an sich fand ich cool und der Film hat auch so seine Momente über die ich lachen konnte, dennoch wird niemand für diesen Film aus seinem Sitz springen und voller Inbrunst jubeln.

Film: 2/5

The Loft

The Loft

Bei The Loft handelt es sich um einen der wenigen Thriller in diesem Jahr. Durch seinen coolen Cast, namentlich Karl Urban, James Marsden, Wentworth Miller, Eric Stonestreet, Matthias Schoenaerts, konnt der Film auch direkt bei mir punkten. Auch die Idee der gemeinsamen Nutzung eines Lofts für außereheliche Aktivitäten als Basis für einen Thriller fand ich gelungen. Was weniger funktionierte für mich war letztlich die ganze Auflösung, denn obwohl ich zwar von Anfang an die richtige Person geahnt habe, wirkten Twists und Auflösung schon ziemlich konstruiert und irgendwie unglaubwürdig. Potential konnte also nicht ganz genutzt werden, aber dennoch recht passabler Thriller.

Film: 2/5

Exodus: Götter und Könige

Exodus

Wie auch schon bei Noah, kann ich wenig über die geschichtliche und religiöse Genauigkeit sagen. Was aber natürlich erstmal direkt auffällt ist die gute Optik mitsamt der bombastischen Effekte. Die Geschichte als solches jedoch wechselt hin und wieder merkwürdig das Pacing und wirkt darüber hinaus ein wenig holprig. Auch das Ende in seiner Form sagte mir nicht zu. Richtig überzeugen konnte mich Ridley Scotts neustes Epos, trotz gutem Christian Bale, in seinen 150 Minuten nicht.

Film: 2/5

St.Vincent

St.-Vincent

Nach dem ersten Trailer dachte ich eigentlich, dass uns eine 0815-Melissa-McCarthy-Komödie erwartet, aber glücklicherweise lag ich da falsch. Der Fokus liegt ganz klar nicht auf McCarthy sondern auf Bill Murray und Jaeden Lieberher. Zugegeben, das Szenario des grummligen Losers der durch ein Kind eine andere Sicht auf die Dinge bekommt und sein Leben überdenkt, ist nicht neu aber St.Vincent schafft das sehr liebevoll und teils rührend umzusetzen. Das, kombiniert mit Situationskomik und einem gut aufgelegten Bill Murray, ist im Prinzip ganz sehenswert, wenn auch nicht herausragend.

Film: 3/5

Herz aus Stahl

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Mir hat Herz aus Stahl gefallen. Interessant, intensiv, knallhart in der Darstellung der Gewalt, spannend und mal ein etwas anderer Ansatz der Weltkriegsthematik. Neben Brad Pitt in der Hauptrolle liefern auch Logan Lerman, Michael Pena, Jon Bernthal und Skandalnudel Shia LaBeouf gute Performances ab. Achja – mit Alicia von Rittberg hat sich Brad Pitt auch ein deutsches Nachwuchstalent für sein Projekt geschnappt

Film: 3,5/5

Meine Flop 10 aus dem Jahr 2014

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#10 Transformers 4 & The Amazing Spider-Man 2

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Den 10.Platz teilen sich die zwei CGI-Bomben Transformers 4 und The Amazing Spider-Man 2. Von Michael Bays Krach-Bumm-Franchise kann man ja halten was man will aber ich konnte den ersten drei Filmen immernoch was abgewinnen – trotz sinkender Qualität. Der vierte Teil jedoch, der der finanziell erfolgreichste Film des Jahres war, sollte mit neuem Cast und neuen Impulsen einiges verändern. Leider blieben auch die Rollen der neuen Garde um Mark Wahlberg blass und TF4 hatte abgesehen von den Dinobots, die nur 15 Minuten Screentime bekamen, nichts zu bieten und war für mich der schwächste Teil der Reihe.

The Amazing Spider-Man 2 hat mich nach dem durchaus gelungenen ersten Teil doch irgendwie enttäuscht. Die komplette Geschichte um Jamie Foxx‚ Elektro ging ziemlich in die Hose. Einzigallein die Neuentdeckung Dane Dehaan und das mutige Ende konnten punkten. Dass selbst Sony von der Entwicklung des Reboots nicht vollends überzeugt ist, zeigt das weite nach hinten schieben des dritten Teils auf das Jahr 2018.

#9 Locke

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Ich habe zu diesem Kammerspiel-Film zwar keine Kritik veröffentlicht – viel hätte ich auch nicht schreiben können – aber dennoch landet er für mich auf Platz 9 der Flop-Liste. Bei diesem kleinen Film handelt es sich um eine One-Man-Show von Tom Hardy, die überragende Wertungen in der Presse bekommen hat. Zu unrecht wie ich finde, denn obwohl ich Hardy für einen tollen Schauspieler halte und mich darauf gefreut habe, einzigallein ihn spielen zu sehen, war der Film einfach so lame, dass selbst er das nicht retten konnte. Trotz einzigeartigem Konzept ist das Drehbuch so belanglos und langweilig, dass es kaum zu ertragen ist. Es passiert einfach nichts für anderthalb Stunden und die Dramatik ist so unbefriedigend, dass man das Alles nicht abnimmt. Selbst einem Tom Hardy nicht.

#8 Teenage Mutant Ninja Turtles

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Mit TMNT schafft es Michael Bay einen zweiten Film dieses Jahr in der Flop-Liste zu platzieren. Dieses Mal zwar nicht als Regisseur aber immerhin als Producer und kreativer Berater. Auch wenn ich selbst ein paar tolle Erinnerungen mit den früheren Turtle-Werken verbinde, bin ich kein Hardcore-Fan und war deshalb auch vorab nicht wie viele Anhänger kritisch gegenüber des Reboots. Mir hat beispielsweise der Trailer sogar recht gut gefallen. Leider war der fertige Film letztlich kaum lustig und sehr vorhersehbar. Splinter und Shredder sahen kacke aus und während die guten Schauspieler wie William Fichtner verheizt wurden, durften die schlechten wie Megan Foxx noch schlechtere Dialogzeilen runterbeten.

#7 Serena

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Serena kam erst vor knapp 2 Wochen in die Kinos und schafft es dennoch mit Leichtigkeit in diese Liste. Es ist nicht nur der vierte Kinofilm von Jennifer Lawrence in diesem Jahr, sondern auch mit Abstand ihr schlechtester. Das liegt aber ehrlich gesagt nicht an ihr oder den anderen Schauspielern wie Bradley Cooper, sondern schlicht und einfach an der Geschichte. Mir gefiel eigentlich der Anfang, die zeitliche Epoche, das Holzfäller-/Arbeitermilieu-Setting und eine starke, weibliche Hauptrolle, die sich in dieser Welt versucht durchzusetzen. Leider verlässt der Film dann aber diesen Pfad und wird bis zum miesen Ende hin nur noch dümmer.

#6 Expendables 3

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Überraschung… nicht. Mieses Drehbuch, miese Effekte, teeniefreundliches 12er-Rating und wenig überzeugende Castergänzungen machen den dritten Expendables zum Flop. Immerhin war das 30-minütige Finale und die Rolle Mel Gibsons ein kleiner Trost in einem sonst durchweg schlechten Film.

#5 Transcendence

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Auch dieses Jahr hat Johnny Depp wieder bewiesen, dass die Wahl seiner Filmprojekte durchaus fragwürdig ist. Trotz ganz guter Prämisse, konnte Regisseur Wally Pfister aus Transcendence keinen runden Film machen. Wer den Trailer gesehen hat, kann sich eigentlich den kompletten Storyverlauf selbst herleiten. Zudem wirkten abgesehen von Rebecca Hall alle Schauspieler gelangweilt – wer kann es ihnen verdenken.

#4 Urlaubsreif

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Flop-Listen ohne einen Adam Sandler Film – wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn die schönen Bilder Afrikas, der ein oder andere gefühlvolle Moment sowie die süße Chemie zwischen Adam Sandler und Drew Barrymore den Film ins obere Drittel der Sandler-Filme hebt, macht das Urlaubsreif nicht wirklich zu einem guten Gesamtwerk. Brechstangen-Humor und fragwürdige Darstellung von Afrikanern, bringen den 4. Platz in meiner Liste.

#3 Dumm & Dümmehr 2

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Knapp 20 Jahre hat es gedauert bis das Kultgespann Jim Carrey und Jeff Daniels ihren zweiten Film unter das Volk bringen durften und wenn es nach mir ginge, hätte man sich dieses Sequel getrost sparen können. Der Humor ist mir mittlerweile schlicht zu einfach und zu albern. Letztlich nur 1-2x gelacht und den Rest des Films im Kinosaal gelitten. Keine gute Mischung.

#2 The Homesman

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Ähnlich wie auch schon bei Serena ist The Homesman erst zwei Wochen auf dem Markt. Der neue Film von und mit Tommy Lee Jones hat für mich unverständlicher weise sehr gute Wertungen bekommen. In erster Linie wird die darstellerische Leistung der 2-fachen Oscar-Gewinnerin Hillary Swank gelobt und dagegen kann ich auch nicht wirklich was sagen. Aber alles andere an diesem Film ist nur schrecklich. 1. Die Geschichte, 2. Das Pacing und 3. Das Drehbuch. Zudem werden auch reihenweise gute Schauspieler verschenkt und für 2 Dialogzeilen in Nebenrollen verheizt. Ein Film den ich sicherlich kein zweites Mal sehen werde und selbst ein einmaliges Anschauen halte ich für fragwürdig.

#1 Lucy

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Ja, Lucy ist irgendwie meine Enttäuschung des Jahres. Die Meinungen über diesen Film gehen sehr weit auseinander. Für die eine Seite war der Film eine Offenbarung, für den Rest, zu dem ich mich in diesem Fall zähle, war der Film eine Frechheit. Die Idee war cool, Scarlett Johansson als Hauptrolle ist nicht verkehrt und der Trailer überzeugte. Das Endprodukt jedoch war ein Griff ins Klo. Unzählige Logiklöcher, ein beknackter Verlauf der Geschichte, 0 Spannung und eine Menge Trash hebten Luc Bessons zweiten unterirdischen Film dieses Jahr auf das Siegerpodest. Gratulation.

Nur knapp haben es Auge um Auge, Noah, Muppets: Most Wanted, Sin City 2, Bricks Mansion nicht in die Flop 10 2014 geschafft.

Guardians of the Galaxy | Kritik / Review

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Viel Hype, viel medialer Rummel und den wohl besten und erfolgreichsten Trailer des Jahres gab es bereits vor dem Kinostart von Guardians of the Galaxy. Auch wenn der Vergleich mit den überaus erfolgreichen Avengers rund um Robert Downey Jr. sehr nahe liegt, muss dazu gesagt werden, dass es sich bei den Guardians um „Konkurrenz“ aus dem gleichen Universum handelt und dieses zu Marvel gehört. Er selbst äußerte sich bereits zum Film: “Galaxy in some ways is the best Marvel movie ever and it’s odd for someone with — on occasion — an ego the size of mine to actually say that!”. Viel mehr als ein rangablaufendes Franchise, sollen die Guardians doch eher an der Seite der Avengers etabliert werden, denn wie für Marvel üblich haben sie schon einen sehr fortgeschrittenen Plan für zukünftige Projekte. Deshalb ist davon auszugehen, dass es bei finanziellem Erfolg nicht nur einen zweiten Film zu den Guardians of the Galaxy gibt, sondern sie dann in einem dritten Teil auch gemeinsam mit den Avengers in Erscheinung treten, um die ultimative Bedrohung zu besiegen. Regisseur James Gunn (Super) und seine Schauspieler Zoe Saldana (Colombiana), Bradley Cooper (American Hustle – Kritik hier!), Vin Diesel (Fast & Furious Five), Chris Pratt (Parks & Recreation) und Dave Bautista (Riddick) können sich schon vor dem dem offiziellen deutschen Kinostart über einen der erfolgreichsten Filme des Jahres freuen, der nicht nur finanziell überzeugte, sondern auch die Kritiker sehr wohlwollend stimmen konnte.

Storyanriss:

Peter Quill (Chris Pratt), der als Kind in den Achtzigerjahren von der Erde entführt wurde, hält sich für den größten Outlaw der Galaxie und nennt sich hochtrabend Star-Lord. Doch nachdem er eine geheimnisvolle Kugel gestohlen hat, steckt er plötzlich so richtig im Schlamassel, wird er das Opfer einer unerbittlichen Kopfgeldjagd. Ronan the Accuser (Lee Pace) hat es auf das Artefakt abgesehen und nichts Gutes damit im Sinn – die Ziele des mächtigen Bösewichts bedrohen die Sicherheit des Universums! Um dem hartnäckigen Ronan und seinen Schergen zu entgehen, ist Quill gezwungen, einen nicht gerade einfach einzuhaltenden Waffenstillstand mit einem Quartett von ungleichen Außenseitern einzugehen. Dazu gehören der waffenliebende Waschbär Rocket (gesprochen von Bradley Cooper), der Baummensch Groot (Stimme: Vin Diesel), die tödliche und rätselhafte Gamora (Zoe Saldana) und der rachsüchtige Drax the Destroyer (Dave Bautista). Als Peter dann die wahre, gefährliche Macht der Kugel kennenlernt, muss er sein Bestes geben, um die zusammengewürfelten Rivalen für einen letzten, verzweifelten Widerstand zu vereinen. Er muss eine Helden-Truppe aus ihnen machen, denn das Schicksal der Galaxie steht auf dem Spiel.

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I am Groot.

Fazit:

Guardians of the Galaxy ist mit ein wenig mehr als 2 Stunden die wohl längste Werbung für einen Soundtrack, die ich bislang gesehen habe. Wirkte das störend auf das Filmerlebnis? Nein, in keinster Weise, denn abgesehen davon, dass die Musik perfekt ausgewählt wurde, war sie auch super integriert und ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Der Aufhänger um das „Awesome Mixtape“ von den von Chris Pratt gespielten „Star-Lord„, sorgt regelmäßig im Film für interessante Momente und gefiel mir als Idee ziemlich gut.

Während die Avengers aus reinen Superhelden besteht, handelt es sich bei den Guardians um ein Zweckbündnis aus verkorksten Verbrechern, geschundenen Seelen und Außenseitern, die sich nicht nur zusammenschließen um die Galaxie zu beschützen, sondern auch zu einer eingeschworenen Gruppe zusammenwachsen, die letztlich zur neuen Familie wird. Diese Entwicklung und Chemie der Charaktere, die zunächst nur an ihr eigenes Wohl denken aber im Verlauf des Films eine 180° Wendung machen, war sehr erfrischend und macht Bock auf mehr. Jeder dieser Figuren, ob nun die wirklichen Schauspieler oder auch die animierten Charaktere wie „Groot“ und „Rocket“, haben jeder für sich ihre 1-2 Momente, wo sie besonders in Erscheinung treten und dem Zuschauer näher gebracht werden, aber die Highlights treten natürlich immer dann auf, wenn sie zusammen auf der Leinwand zu sehen sind.

Die Synergie konnte mich überzeugen, allen voran aber „Groot“, „Rocket Raccoon“ und „Star-Lord“, die die stärksten Szenen im Film hatten. Dennoch sei gesagt, dass genau in den Momenten, wo unsere unfreiwilligen Helden mal nicht in Erscheinung treten, durchaus noch deutlich Luft nach oben ist für die zukünftigen Abenteuer der Guardians – sei es im Bereich der Action, der Charakterentwicklung oder des Plots. Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass Guardians of the Galaxy ein gelungener Start eines neuen Marvel-Franchises ist und mit seiner lustigen und sich nicht so ernst nehmenden Art und Weise sehr erfrischend war. Ganz klar eine Empfehlung von mir.

  • Film: 3,5/5
  • Kinoerlebnis: Aufwertung um +0,5
  • Empfehlung: Ab ins Kino!

Lucy | Kritik / Review

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Der Altmeister und Mann hinter Klassikern wie Léon der Profi und Das fünfte Element, Luc Besson, versucht uns nun bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr davon zu überzeugen, dass er es nach wie vor drauf hat. Der erste Versuch ging mit dem amerikanischen Remake Brick Mansion im Juni dieses Jahres gehörig schief. Für Lucy holte er sich Scarlett Johansson (Her – Kritik hier!) ins Boot und versucht mit einer interessanten Prämisse die Zuschauer ins Kino zu locken: angeblich, so schildert es der Film, greift ein Mensch nur auf 10% seines Gehirns zu. Doch wie würde sich ein Mensch verändern, wenn er nahezu grenzenlosen Zugang zu seinem Gehirn hätte?

Storyanriss:

Die US-Studentin Lucy (Scarlett Johansson) ist auf Party-Urlaub in Taipeh, wo sie von ihrem neuen Freund, dem Kleinkriminellen Richard (Pilou Asbaek), gebeten wird, einen Koffer an den mysteriösen Mr. Jang (Choi Min-sik) zu übergeben. Bei der Übergabe geht alles schief, Richard wird hingerichtet und Lucy von Mr. Jang gefangen genommen. Um dem Schlamassel zu entkommen, soll sie eine neuartige Superdroge nach Europa schmuggeln. diese wird ihr gegen ihren Willen in den Bauch implantiert. Wieder geht jedoch alles schief, Lucy wird zusammengeschlagen und dabei wird die gefährliche Substanz in ihrem Körper freigesetzt. Lucys Panik verwandelt sich allerdings schnell in Erstaunen, als sie merkt, dass die Droge ungeahnte Kräfte ausgelöst hat. Nach und nach wird sie immer stärker, denkt immer schärfer und entwickelt übermenschliche Fähigkeiten, mit denen sie ihren Peinigern entkommen kann. Während Lucy sich mit dem renommierten Hirnforscher Professor Samuel Norman (Morgan Freeman) in Verbindung setzt, um zu erfahren, was mit ihr geschieht, setzt Mafioso Jang seine Schergen auf Lucy an, die die junge Frau zum Schweigen bringen sollen.

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Was passiert, wenn sie die 100% erreicht?

Fazit:

Ehrlich gesagt hat mich der Film zu keiner Minute überzeugen können. Wobei.. Scarletts 30 Sekunden in Unterwäsche waren doch recht… nun gut, ich drifte ab. Prinzipiell hatte ich durch die Trailer ziemlich Bock darauf den Film zu sehen, musste aber bereits nach den ersten Szenen enttäuscht feststellen, dass mich die hanebüchene Geschichte nicht abholt. Mir war bewusst, dass Lucy keine sonderlich bodenständige Handlung hat und kann das eigentlich auch gut in den Kontext setzen. Deswegen bin ich gerne bereit gewisse Abstriche und „Ungereimtheiten“ in Kauf zu nehmen bei so einem Film. Leider macht die Berücksichtigung dieser Punkte Lucy nicht besser.

Natürlich bietet Luc Bessons neuster Streifen auch 2-3 gute Szenen, eine solide Leistung von Scarlett Johansson und einen nicht geforderten Morgan Freeman, nichtsdestotrotz kommt weder Spannung auf, noch reißt dich der Film zu irgendeinem Zeitpunkt wirklich mit. Zusätzlich wirkt er über weite Strecken doof und trashig. Auf Anhieb fallen mir mit Transcendence (Kritik – hier!) und Ohne Limit (Limitless im Original) zwei Filme ein, die eine ähnliche Thematik haben. Während Ohne Limit mit Bradley Cooper in der Hauptrolle mir sehr gut gefallen hat, ordnet sich Lucy eher beim anderen Extrem und Transcendence ein. Luc Besson enttäuscht mich auch dieses Mal und gibt keinen Grund für diesen Film ins Kino zu gehen.

  • Film: 1,5/5
  • Kinoerlebnis: kein Profit
  • Empfehlung: Lucy könnt ihr getrost übergehen.

American Hustle | Kritik / Review (Oscars 2014)

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David O. Russell trommelte nach The Fighter und Silver Linings Playbook auch für die diesjährigen Oscars einen sehr hochwertigen Cast für sein Werk American Hustle zusammen. Nachdem er Jennifer Lawrence bereits letztes Jahr und Christian Bale vor 2 Jahren zum Oscar verhalf, spielen die beiden auch für diesen Film erneut mit. Zusätzlich darf man sich auf Bradley Cooper (Silver Linings), Amy Adams (Man of Steel), Jeremy Renner (The Hurt Locker), Robert De Niro (Goodfellas) und Louis C. K. freuen. Der Film konnte zusammen mit 12 Years a Slave die meisten Nominierungen abgreifen, unter anderem für die Big Five. Also back to the 70s und ab dafür!

Storyanriss:

American Hustle verfolgt die Geschehnisse um Irving Rosenfeld (Christian Bale), der Ende der 70er ein gutes Leben führt. Neben seinen legalen Tätigkeiten als Inhaber einer Wäscherei-Kette verdient er als Trickbetrüger, u.a. verkauft er gefälschte Kunstwerke, einen netten Nebenverdienst für sich und seine Familie. Zusammen mit seiner depressiven und leicht durchgeknallten Frau Rosalyn (Jennifer Lawrence) hat er einen Sohn, den Irving aber nur adoptiert hat. Eines Tages findet Irving in Sydney Prosser (Amy Adams) nicht nur eine Geliebte sondern auch Seelenverwandte, die sein Trickbetrüger-Dasein auf die nächste Stufe hebt. Ein gemeinsamer Kreditkartenbetrug geht jedoch schief und die beiden Gauner gehen FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) ins Netz. Um das Strafmaß zu mildern, werden Irving und Sydney dazu eingesetzt, um Bürgermeister Carmine Polito (Jeremy Renner) und weitere hochrangige Politiker der Korruption zu überführen.

Life is ridiculous. And you know that i would never say anything bad about your father in front of you, but your father is a sick son-of-a-bitch.

Fazit:

2013-Oscars-LogoFür mich ist American Hustle ein grandioser Film, der nicht nur visuell überzeugen kann. Ich bin immer zu haben für Heist-Movies, sodass für mich schnell klar war, nach Now you see me im letzten Jahr auch American Hustle eine Chance zu geben. Über lange Zeit lässt sich nicht genau bestimmen, welche Charaktere auf der gleichen Seite stehen und welche Ziele sie verfolgen, sodass zu keinem Moment Langeweile aufkommt. Auch wenn die Geschichte nicht schlecht ist, muss man sagen, dass dieser Film eindeutig von seinen fabelhaften Schauspielern getragen wird. Christian Bale ist kaum wiederzuerkennen mit seiner extra angefressenen Plauze und seinem schütteren Haar und allein die erste Szene des Films ist großartig. Wenn man daran denkt, dass er noch vor nicht allzu langer Zeit Batman verkörperte, zeigt dieser Auftritt nur wie wandelbar er als Schauspieler ist. Auch Amy Adams und Jennifer Lawrence spielen hervorragend und man freut sich einfach auf jeden neuen Dialog in diesem Film, denn die Charaktere und die Wortgefechte stehen hier im Vordergrund, was American Hustle für mich letztendlich auch so besonders macht.

  • Film: 4/5
  • Kinoerlebnis: kein sonderlich großer Profit
  • Empfehlung: Ihr macht hier absolut nichts falsch mit einem Kinobesuch