And the Oscar 2016 goes to..

Heute ist es endlich soweit – die Nacht für Filmbegeisterte. In Los Angeles werden heute Nacht die 88. Academy Awards verliehen. Die Übertragung fürs deutschen Fernsehen übernimmt wieder Pro7 auch wenn es dieses Jahr zum ersten Mal ohne Steven Gätjen stattfindet, der seit Anfang des Jahres fürs ZDF arbeitet. Durch den Abend im Dolby Theatre führt zum zweiten Mal der Comedian und Schauspieler Chris Rock. Wer Chris Rock kennt, weiß, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und ordentlich austeilen kann. Hierbei besonders brisant ist der Fakt, dass er in diesem Jahr wohl einer der wenigen Afro-Amerikaner des Abends sein wird auf Grund der gesamten #OscarsSoWhite-Debatte. Die Welt ist gespannt auf seine Sprüche und Abrechnung mit Hollywood.

Chris-Rock

Für die musikalischen Highlights am heutigen Oscar-Abend sorgen wie immer die Nominierten für den „Besten Song„, also Lady Gaga mit „Til It Happens to You“ aus The Hunting Ground, The Weeknd mit „Earned It“ aus der Verfilmung zu Fifty Shades of Grey und Sam Smith mit „Writing’s on the Wall“ aus Spectre. Darüber hinaus wird auch der ehemalige Drummer von Nirvana und Frontmann der Foo Fighters, Dave Grohl, mit einer Special Performance auftreten.

 

Beste Nebendarstellerin / Actress in A Supporting Role:

Rooney Mara (Carol) | Rachel McAdams (Spotlight) | Jennifer Jason Leigh (The Hateful 8) | Alicia Vikander (The Danish Girl) | Kate Winslet (Steve Jobs)

 

Wunsch: #1 Alicia Vikander #2 Kate Winslet

aliciavikanderIn diesem Jahr ist diese Kategorie für mich deutlich besser besetzt als 2015, nicht weil die Schauspielerinnen im letzten Jahr nicht gut waren, sondern weil ich damals keine der Rollen für sonderlich herausragend hielt. Dieses Mal gab es davon einige. Sowohl Jennifer Jason Leigh aus The Hateful 8 fand ich super, genauso wie Alicia Vikander in The Danish Girl und Kate Winslet als Fels in der Brandung in Steve Jobs. Für mich machen es hier Winslet und Vikander unter sich aus, Überraschungen sollte es nicht wirklich geben. Ich gönne es beiden eigentlich gleichermaßen.

 

Wahrscheinlich: #1 Alicia Vikander #2 Kate Winslet

kate-winslet

 

Die größten Chancen auf den Oscar in dieser Kategorie darf sich wohl Alicia Vikander machen, die als verständnisvolle Ehefrau und beste Freundin im Transgender-Drama The Danish Girl zu überzeugen wusste. Die junge Darstellerin, die uns schon in Ex-Machina beeindruckt hat, ist nun endgültig ganz Oben angekommen. Die ärgste Konkurrentin heute Abend ist Kate Winslet – das sehen die Buchmacher also so wie ich.

 

 Bester Nebendarsteller / Actor in A Supporting Role:

Mark Rylance (Bridge of Spies) | Mark Ruffalo (Spotlight) | Christian Bale (The Big Short) | Sylvester Stallone (Creed) | Tom Hardy (The Revenant)

 

Wunsch: #1 Sylvester Stallone

sylvester stallone

 

Diese Kategorie ist für mich dieses Jahr ziemlich eindeutig. Ich hätte zwar vor einem Jahr nicht damit gerechnet, dass ich das mal sagen werde, aber: Fucking Sylvester Stallone wird wohl mit einem Oscar nach Hause gehen – und das völlig zu recht. Seine Performance in Creed war einfach toll und gefühlvoll. Er sticht einfach ziemlich heraus aus den anderen Darstellungen. Klarer Favorit für mich.

 

 

Wahrscheinlich: #1 Sylvester Stallone #2 Mark Rylance

Mark_RylanceIm Prinzip steht der Sieg von Sylvester Stallone fest könnte man meinen. Doch glücklicherweise hat man hier nicht das Gefühl, dass es wohlmöglich unverdient wäre und man diese Wahl nur getroffen hätte um irgendeiner Lobby einen Gefallen zu tun. Stallone ist der große Favorit und wird vermutlich heute Abend nach dem Golden Globe auch den Oscar gewinnen. Außenseiter Chancen gesteht man noch Mark Rylance für Bridge of Spies zu, die ich aber  als ziemlich gering empfinde. Auch Mark Ruffalo wird heute wohl eher leer ausgehen.

 

Beste Hauptdarstellerin / Actress in A Leading Role

Jennifer Lawrence (Joy) | Brie Larson (Room) | Cate Blanchett (Carol) | Saoirse Ronan (Brooklyn) | Charlotte Rampling (45 Years)

 

Wunsch: #1 Brie Larson #2 Saoirse Ronan

Brie-Larson

 

Charlotte Rampling ist die einzige der fünf Damen, die ich noch nicht in ihrem neuen Film 45 Years sehen konnte, sodass sie also hier für mich aus der Einschätzung rausfällt. Die anderen vier Schauspielerinnen fand ich aber alle sehr überzeugend auch wenn für mich ganz klar Brie Larson die Favoritenrolle einnimmt. Saoirse Ronan ist für ihre Rolle der Eilis in Brooklyn zum zweiten Mal für einen Oscar nominiert und. Mit 13 Jahren war sie für Abbitte zum ersten Mal bedacht worden

 

 

Wahrscheinlich: #1 Brie Larson #2 Cate Blanchett

4th AACTA Awards Ceremony

 

Brie Larson ist auch bei den Experten durch ihre grandiose Darbietung in Room die größte Favoritin am heutigen Abend. Die wohl wahrscheinlichsten Chancen auf einen Überraschungssieg hätten wohl Saoirse Ronan und Cate Blanchett. Gerade Cate Blanchett sollte man man einfach nie unterschätzen, wenn sie nominiert ist. Sie ist wie ihr Co-Star Rooney Mara für ihre Performance im Lesben-Drama Carol nominiert.

 

 

 Bester Hauptdarsteller / Actor in a Leading Role

Bryan Cranston (Trumbo) | Michael Fassbender (Steve Jobs) | Leonardo DiCaprio (The Revenant) | Matt Damon (Der Marsianer) | Eddie Redmayne (The Danish Girl)

 

Wunsch: #1 Michael Fassbender #2 Eddie Redmayne

Michael-Fassbender

Im Moment gibt es eigentlich nur einen Namen für die breite Masse und das ist Leonardo DiCaprio. Er räumte bislang nahezu jeden Preis in dieser Award-Saison ab und wird wohl auch endlich heute Nacht seinen verdienten Oscar bekommen. Nichtsdestotrotz hätte ich ihn eher für seine Rolle in The Wolf of Wallstreet verliehen als für The Revenant. Meine persönlichen Highlights waren zwei andere Kandidaten. Michael Fassbender hat mir irgendwie besser gefallen in Steve Jobs und auch Eddie Redmayne, der im letzten Jahr den Oscar gewann, konnte in The Danish Girl mit einer quasi Doppelrolle einen Leonardo DiCaprio für mich ausstechen.

Wahrscheinlich: #1 Leonardo DiCaprio

leo

Oft hat man es ihm gegönnt und am Ende ging er doch leer aus. Nach Gilbert Grape (1994), The Aviator (2005), Blood Diamond (2007) und The Wolf of Wallstreet (2014) folgt nun mit The Revenant Leonardo DiCaprios 5.Nominierung. Mittlerweile scheint der Druck und Hype von Außen so groß zu sein, dass er im Prinzip schon seit Wochen als Gewinner festzustehen scheint. Was soll ich sagen? Er ist einer der besten Schauspieler unserer Zeit und er hat ihn sich verdient auch wenn ich persönlich dieses Jahr andere Favoriten habe.

 

 Bester Film / Best Picture

The Revenant | Bridge of Spies | Der Marsianer | The Big Short | Mad Max: Fury Road | SpotlightBrooklyn | Room

 

Wunsch: #1 Room #2 Mad Max: Fury Road #3 Spotlight

room_blog2Kommen wir zur Königsdisziplin des Abends: Bester Film. Im letzten Jahr konnte Alejandro Gonzalez Inarritus Birdman gewinnen und in diesem Jahr könnte er mit The Revenant sehr wahrscheinlich erneut siegen. Mir haben Room, Spotlight und Mad Max: Fury Road aber besser gefallen. Room war irgendwie einfach speziell und anders, Spotlight hatte eine sehr gute Geschichte mit tollem Ensemble-Cast und Mad Max war einfach ein reiner Nerdgasm für Fans mit wahnsinnigen Bildern und grandioser Action. Ich hoffe, dass es vielleicht eine Überraschung heute Nacht geben wird – Wunschdenken.

Wahrscheinlich: #1 The Revenant #2 Spotlight #3 The Big Short

the-revenantIn den letzten 3 Monaten gab es eigentlich nur drei große Namen für den Sieg in dieser Kategorie. Bis Dezember galt das Journalisten-Drama Spotlight lange als großer Favorit. Abgelöst wurde es dann von dem Rache-Thriller The Revenant, der seit Anfang des Jahres mit einem unglaublichen Hype etliche Awards abgeräumt hat. Im Endspurt vor den Oscars konnte überraschender Weise die Wirtschafts-Satire The Big Short bei den PGA-Awards gewinnen, jedoch wäre ein Nichtsieg von The Revenant sehr überraschend.

Zusammenfassung:

BigFive – Wunsch:

  • #1 Alicia Vikander, The Danish Girl | #2 Kate Winslet, Steve Jobs (Beste Nebendarstellerin)
  • #1 Sylvester Stallone, Creed (Bester Nebendarsteller)
  • #1 Brie Larson, Room | #2 Saoirse Ronan, Brooklyn (Beste Hauptdarstellerin)
  • Michael Fassbender, Steve Jobs | #2 Eddie Redmayne, The Danish Girl (Bester Hauptdarsteller)
  • #1 Room | #2 Mad Max: Fury Road | #3 Spotlight (Bester Film)

 

BigFive – Wahrscheinlichkeit:

  • #1 Alicia Vikander, The Danish Girl | #2 Kate Winslet, Steve Jobs (Beste Nebendarstellerin)
  • #1 Sylvester Stallone, Creed | #2 Mark Rylance, Bridge of Spies (Bester Nebendarsteller)
  • #1 Brie Larson, Room | #2 Cate Blanchett, Carol (Beste Hauptdarstellerin)
  • #1 Leonardo DiCaprio, The Revenant | #2 Eddie Redmayne (Bester Hauptdarsteller)
  • #1 The Revenant | #2 Spotlight | #3 The Big Short (Bester Film)

The Big Short | Kritik / Review (Oscars 2016)

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(Trailer)

Auf dem Regiestuhl für The Big Short sitzt Adam McKay, der unter anderem für Anchorman verantwortlich war. Für sein Finanzdrama konnte er einen beeindruckenden Cast der Extraklasse um sich versammeln. Mit dabei sind Christian Bale (Prestige – Die Meister der Magie), Ryan Gosling (Drive), Brad Pitt (Fight Club), Steve Carell (Foxcatcher) und Marisa Tomei (The Wrestler). Die Grundlage zum Film stammt aus Michael Lewis‚ Buch „The Big Short“. Er schrieb unter anderem auch die Vorlage zu „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“.

The Big Short hat zwar gute Kritiken bekommen, aber lief recht lange doch eher unter dem Radar der breiten Masse. Die Thematik der Finanzkrise ist zwar sehr interessant aber gleichzeitig so komplex, dass man wohl auch in der richtigen Stimmung sein muss, um sich an der Kinokasse letztlich für diesen Film zu entscheiden. Neben Christian Bale als bester Nebendarsteller wurde auch der Film als solches für einen Oscar nominiert und lustigerweise bekommt das Finanzdrama kurz vor den Oscars nochmal einen kleinen Hype.

Nachdem Spotlight am Ende des letzten Jahres der Favorit auf den Oscar war, dann jedoch The Revenant zu Beginn des aktuellen Jahres und fast durchweg bis zu den Oscars den größten Buzz und Erfolg hatte, konnte The Big Short überraschend bei den PGA Awards abräumen. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn die Producers Guild of America mit ihren rund 7000 Mitgliedern nicht in den vergangenen acht Jahren stets denjenigen Film mit ihrem Award ausgezeichnet hätte, der wenige Wochen später auch den Oscar als bester Film gewann. In den vergangenen Jahren lag die PGA in 19 von 26 Fällen richtig.

Storyanriss:

Wir schreiben das Jahr 2005. Tag für Tag werden an der Wall Street neue, waghalsige Börsengeschäfte getätigt und die Wirtschaft boomt. Vor diesem Hintergrund werden sogar Arbeitslose mit hervorragenden Renditen und minimalen Risiko zu Villenbesitzern. In der beseelten Atmosphäre des allgemeinen Wohlstands sieht nur der eigenwillige Hedgefonds-Manager Michael Burry (Christian Bale) voraus, dass die Finanzwelt unmittelbar vor einem gigantischen Crash steht. Als er mit seinen Prognosen bei den führenden Bankenbossen kein Gehör findet, fasst er einen perfiden Plan, mit dem er die großen Banken aufgrund ihres Mangels an Weitsicht und ihrer Gier vorführen will: Den „Big Short“. Mit anderen risikofreudigen Spekulanten wie dem Trader Steve Eisman (Steve Carell), dem Deutsche-Bank-Makler Greg Lippman (Ryan Gosling) und dem einstigen Star-Investor Ben Rickert (Brad Pitt) wettet er gegen das Finanzsystem, indem er Leerkäufe von Aktien großer Investmentbanken tätigt. Im Gegenzug winkt das große Geld.

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Fazit:

Die Thematik ist sehr interessant, die Umsetzung war gut und der Film schafft es, den Zuschauer wütend zu machen – nicht, weil er irgendwie handwerklich schlecht wäre, sondern auf Grund der Thematik und der bitteren Wahrheit dahinter. The Big Short hatte paar nette Kniffe, wie beispielsweise das Durchbrechen der 4th Wall und die Cameos, die auf charmante Art und Weise versucht haben, den komplizierten Inhalt für das normale Publikum verständlicher zu machen.

Doch mir ging es ehrlich gesagt so, dass ich jetzt trotzdem nicht wirklich mehr verstanden geschweige denn davon im Gedächtnis behalten habe. Gefühlt werden dir alle 10 Sekunden Abkürzungen und Fachbegriffe um die Ohren gefeuert. Irgendwie kann man sich dann doch aus dem Kontext erschließen, was letztlich in etwa passiert sein muss und so kann man den Film auch ohne starkes Fachwissen genießen.

Für mich ist The Big Short aber definitiv nicht der beste Film unter den Nominierten und auch Christian Bales Performance ist nicht oscarwürdig. Zwar rockt er jede Szene, wo er zu sehen ist, aber das sind auf den gesamten Film und sein Ensemble betrachtet vielleicht 15 Minuten und das reicht für mich – egal ob qualitativ oder von der bloßen Screentime her – nicht.

bewertungsskalafinal3,5

Kurzkritiken Round-Up – Dezember / Januar

Magic in the Moonlight

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Tolle Schauspieler, schöne Bilder und der ein oder andere nette Dialog gehören zu den Pluspunkten. Jedoch fand ich die Geschichte ein wenig vorhersehbar und auch wenn Woody Allen nicht richtig viel falsch macht, verschwindet, so befürchte ich, Magic in The Moonlight trotz Emma Stone und Colin Firth in der Belanglosigkeit.

Film: 2,5/5

The Homesman

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Saugute Kritiken bekommen und trotzdem nur Müll. Zumindest für mich. Der Film geht ewig, ist langatmig, langweilig und zudem auch noch ziemlich weird. Hillary Swank und Tommy Lee Jones kann man schauspielerisch nichts vorwerfen, dennoch stinkt das Drehbuch gewaltig. Zusätzlich werden unzählige Stars für 1-Satz-Auftritte verbraten und geben so keinen Mehrwert. Wie dieser Film ein 80%-Rating bekommen kann, ist mir ein Rätsel. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man nach diesem Film aus dem Kino kommt und ehrlich von sich behaupten kann, dass er ihn gut fand.

Film: 1/5

Serena

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Jennifer Lawrence und Bradley Cooper zum dritten Mal gemeinsam vor der Kamera, doch leider kann Serena nicht mit Silver Linings oder American Hustle mithalten. Setting und Grundgerüst der Geschichte sagen mir eigentlich zu und wird auch im ersten Drittel gut umgesetzt. Leider nimmt das Ganze dann eine andere Richtung und die Schwerpunkte des Beginns werden nicht konsequent weitergeführt wie ich es mir gewünscht hätte. Stattdessen wird es dumm, abgedreht und unglaubwürdig mit jeder weiteren Minute des Films. Alleine die unzähligen sinnlosen Sexszenen von Jennifer Lawrence sind so fehl am Platz, dass sie mich nur nervten. Letztlich ist also nicht nur die Geschichte ziemlich doof sondern auch Regisseurin Susanne Bier greift kräftig ins Klo bei ihrer Umsetzung.

Film: 1,5/5

Die Entdeckung der Unendlichkeit

die entdeckung der unendlichkeit

Richtig toller Film, der trotz seiner Länge von 2,5h nie langatmig und in keinster Weise langweilig einen Eindruck über den Werdegang eines der größten Genies unserer Zeit gibt. Die beiden Hauptrollen wurden einfach nur perfekt von Felicity Jones und Eddie Redmayne, der am Sonntag dafür bereits mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, verkörpert. Beide Charaktere und Schauspieler waren einfach nur grandios in ihrem Facettenreichtum und ihrer Darstellung. Darüber hinaus punktet der Film vor allem durch die vermittelten Emotionen. Hin und wieder lustig aber vor allem sehr berührend.

Film: 4/5

Let’s be Cops

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Viel zu sagen gibt es eigentlich nicht. Eine typische 0815—BuddyComedy, die wie üblich nach Schema F aufgebaut ist und funktioniert. Die Idee an sich fand ich cool und der Film hat auch so seine Momente über die ich lachen konnte, dennoch wird niemand für diesen Film aus seinem Sitz springen und voller Inbrunst jubeln.

Film: 2/5

The Loft

The Loft

Bei The Loft handelt es sich um einen der wenigen Thriller in diesem Jahr. Durch seinen coolen Cast, namentlich Karl Urban, James Marsden, Wentworth Miller, Eric Stonestreet, Matthias Schoenaerts, konnt der Film auch direkt bei mir punkten. Auch die Idee der gemeinsamen Nutzung eines Lofts für außereheliche Aktivitäten als Basis für einen Thriller fand ich gelungen. Was weniger funktionierte für mich war letztlich die ganze Auflösung, denn obwohl ich zwar von Anfang an die richtige Person geahnt habe, wirkten Twists und Auflösung schon ziemlich konstruiert und irgendwie unglaubwürdig. Potential konnte also nicht ganz genutzt werden, aber dennoch recht passabler Thriller.

Film: 2/5

Exodus: Götter und Könige

Exodus

Wie auch schon bei Noah, kann ich wenig über die geschichtliche und religiöse Genauigkeit sagen. Was aber natürlich erstmal direkt auffällt ist die gute Optik mitsamt der bombastischen Effekte. Die Geschichte als solches jedoch wechselt hin und wieder merkwürdig das Pacing und wirkt darüber hinaus ein wenig holprig. Auch das Ende in seiner Form sagte mir nicht zu. Richtig überzeugen konnte mich Ridley Scotts neustes Epos, trotz gutem Christian Bale, in seinen 150 Minuten nicht.

Film: 2/5

St.Vincent

St.-Vincent

Nach dem ersten Trailer dachte ich eigentlich, dass uns eine 0815-Melissa-McCarthy-Komödie erwartet, aber glücklicherweise lag ich da falsch. Der Fokus liegt ganz klar nicht auf McCarthy sondern auf Bill Murray und Jaeden Lieberher. Zugegeben, das Szenario des grummligen Losers der durch ein Kind eine andere Sicht auf die Dinge bekommt und sein Leben überdenkt, ist nicht neu aber St.Vincent schafft das sehr liebevoll und teils rührend umzusetzen. Das, kombiniert mit Situationskomik und einem gut aufgelegten Bill Murray, ist im Prinzip ganz sehenswert, wenn auch nicht herausragend.

Film: 3/5

Herz aus Stahl

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Mir hat Herz aus Stahl gefallen. Interessant, intensiv, knallhart in der Darstellung der Gewalt, spannend und mal ein etwas anderer Ansatz der Weltkriegsthematik. Neben Brad Pitt in der Hauptrolle liefern auch Logan Lerman, Michael Pena, Jon Bernthal und Skandalnudel Shia LaBeouf gute Performances ab. Achja – mit Alicia von Rittberg hat sich Brad Pitt auch ein deutsches Nachwuchstalent für sein Projekt geschnappt

Film: 3,5/5

Auge um Auge (OT: Out of the Furnace) | Kritik / Review

blog2(Trailer)

Was passiert in Hollywood mit dir als Regisseur, wenn dein Film Oscar-Gewinner hervorbringt? Richtig: du bekommst in der Regel mehr Geld, kannst drehen was du willst und du musst nicht mehr krampfhaft versuchen Stars in deinen Film zu locken, weil sie von ganz allein an deine Tür klopfen und dir das neue Drehbuch aus der Hand reißen. So in etwa könnte es auch bei Scott Cooper gewesen sein, der 2009 Jeff Bridges zum Comeback verhalf und ihm mit der Hauptrolle als abgehalfteter Country-Sänger Bad Blake im Film „Crazy Heart“ den Oscar einbrachte.

So konnte Regisseur Cooper bei seinem neuen Projekt „Auge um Auge“ beziehungsweise „Out of the Furnace“ aus den Vollen schöpfen und eine Besetzungsliste schaffen, die sie wie das Who-is-Who Hollywoods liest. Unter anderem konnte er die Oscar-Gewinner Christian Bale (Kritik – American Hustle) und Forrest Whitaker (Der letzte König von Schottland), sowie die Oscar-Nominierten Woody Harrelson (The Messenger) und Casey Affleck (Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford) verpflichten. Rang und Namen haben auch die Produzenten Leonardo DiCaprio (Kritik – The Wolf of Wallstreet) und Ridley Scott, sodass die Weichen vorab auf Erfolg gestellt waren und ich mich auf den Film gefreut habe.

Storyanriss:

Das Leben in North Braddock, einer kleinen Arbeiterstadt in Pennsylvania, ist trist und bietet nicht viele Aufstiegschancen. Russell Baze (Christian Bale) arbeitet wie schon sein Vater, der inzwischen zum Pflegefall geworden ist, gewissenhaft im Stahlwerk. Er legt Doppelschichten ein um sich und seiner großen Liebe Lena Taylor (Zoe Saldana) ein besseres Leben zu ermöglichen. Gelegentlich fährt er zur Hirschjagd in die Allegheny Mountains oder greift seinem Bruder finanziell unter die Arme. Rodney (Casey Affleck), sein Bruder, ist Soldat, der bereits drei Irakeinsätze hinter sich hat. Der Krieg hat nicht nur physisch sondern auch psychisch Spuren bei ihm hinterlassen. Durch seine Anfälligkeit für Glücksspiel verschuldet er sich beim lokalen Buchmacher John Petty (Willem Dafoe), sodass er für ihn an gefährlichen Hinterhofkämpfen teilnimmt. Durch ein tragisches Ereignis kommt Russell ins Gefängnis und muss nach seiner Freilassung feststellen, dass sich nicht nur vieles verändert hat, sondern Rodney durch seine finanziellen Schwierigkeiten mit dem kriminellen Redneck Harlan DeGroat (Woody Harrelson) an den falschen Geschäftspartner geraten ist.

Russell Baze: Hast du ein Problem mit mir?

Harlan DeGroat: Ich hab mit jedem ein Problem.

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Fazit:

Ach man, der Film ist echt schwierig einzuschätzen. Der Cast ist sehr hochkarätig besetzt und kann überzeugen. Christian Bale wie immer sehr stark, Casey Affleck überrascht als seelisch mitgenommener Kriegsveteran und Woody Harrelson zeigt als fieser Psychopathen Redneck warum er zu meinen Lieblingsschauspielern gehört. Leider waren die Schauspieler auch die Einzigen, die ihr Potential ausschöpfen konnten. Die Marketing- und Trailermaschinerie suggeriert mit ihrem Trailer zu „Auge um Auge“ einen actionreichen Rachethriller, dessen Tempo er zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise erreicht. Ganz im Gegenteil ist der Film über sehr weite Strecken ruhig erzählt und nimmt sich viel Zeit für relativ wenig Handlungsfortschritt. Trotzdem empfand ich diese Blenderei der Industrie für einigermaßen annehmbar, weil sie so den Charakteren mehr Tiefe gab und der Cast beweisen konnte wie gut er ist. Womit ich mich aber nicht arrangieren konnte, war letztlich das Ende, beziehungsweise die letzten zwanzig Minuten. Der Film hat bedauerlicher weise nicht den Weg eingeschlagen wie ich es gehofft und erwartet habe, sondern verschenkt hier maßlos und fährt „Auge um Auge“ irgendwie gegen die Wand. Schade.

  • Film: 2,5/5
  • Kinoerlebnis: kein Profit
  • Empfehlung: DVD-Abend oder Free-TV reichen vollkommen für diesen Film.

 

American Hustle | Kritik / Review (Oscars 2014)

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David O. Russell trommelte nach The Fighter und Silver Linings Playbook auch für die diesjährigen Oscars einen sehr hochwertigen Cast für sein Werk American Hustle zusammen. Nachdem er Jennifer Lawrence bereits letztes Jahr und Christian Bale vor 2 Jahren zum Oscar verhalf, spielen die beiden auch für diesen Film erneut mit. Zusätzlich darf man sich auf Bradley Cooper (Silver Linings), Amy Adams (Man of Steel), Jeremy Renner (The Hurt Locker), Robert De Niro (Goodfellas) und Louis C. K. freuen. Der Film konnte zusammen mit 12 Years a Slave die meisten Nominierungen abgreifen, unter anderem für die Big Five. Also back to the 70s und ab dafür!

Storyanriss:

American Hustle verfolgt die Geschehnisse um Irving Rosenfeld (Christian Bale), der Ende der 70er ein gutes Leben führt. Neben seinen legalen Tätigkeiten als Inhaber einer Wäscherei-Kette verdient er als Trickbetrüger, u.a. verkauft er gefälschte Kunstwerke, einen netten Nebenverdienst für sich und seine Familie. Zusammen mit seiner depressiven und leicht durchgeknallten Frau Rosalyn (Jennifer Lawrence) hat er einen Sohn, den Irving aber nur adoptiert hat. Eines Tages findet Irving in Sydney Prosser (Amy Adams) nicht nur eine Geliebte sondern auch Seelenverwandte, die sein Trickbetrüger-Dasein auf die nächste Stufe hebt. Ein gemeinsamer Kreditkartenbetrug geht jedoch schief und die beiden Gauner gehen FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) ins Netz. Um das Strafmaß zu mildern, werden Irving und Sydney dazu eingesetzt, um Bürgermeister Carmine Polito (Jeremy Renner) und weitere hochrangige Politiker der Korruption zu überführen.

Life is ridiculous. And you know that i would never say anything bad about your father in front of you, but your father is a sick son-of-a-bitch.

Fazit:

2013-Oscars-LogoFür mich ist American Hustle ein grandioser Film, der nicht nur visuell überzeugen kann. Ich bin immer zu haben für Heist-Movies, sodass für mich schnell klar war, nach Now you see me im letzten Jahr auch American Hustle eine Chance zu geben. Über lange Zeit lässt sich nicht genau bestimmen, welche Charaktere auf der gleichen Seite stehen und welche Ziele sie verfolgen, sodass zu keinem Moment Langeweile aufkommt. Auch wenn die Geschichte nicht schlecht ist, muss man sagen, dass dieser Film eindeutig von seinen fabelhaften Schauspielern getragen wird. Christian Bale ist kaum wiederzuerkennen mit seiner extra angefressenen Plauze und seinem schütteren Haar und allein die erste Szene des Films ist großartig. Wenn man daran denkt, dass er noch vor nicht allzu langer Zeit Batman verkörperte, zeigt dieser Auftritt nur wie wandelbar er als Schauspieler ist. Auch Amy Adams und Jennifer Lawrence spielen hervorragend und man freut sich einfach auf jeden neuen Dialog in diesem Film, denn die Charaktere und die Wortgefechte stehen hier im Vordergrund, was American Hustle für mich letztendlich auch so besonders macht.

  • Film: 4/5
  • Kinoerlebnis: kein sonderlich großer Profit
  • Empfehlung: Ihr macht hier absolut nichts falsch mit einem Kinobesuch