#15 A Working Man
Nach Beekeeper aus dem letzten Jahr erneut eine Zusammenarbeit von Regisseur und Drehbuchautor David Ayer und seinem Hauptdarsteller Jason Statham. Dieses Mal wirkte an diesem ultrakomplexen Drehbuch sogar noch Silvester Stallone mit. Beekeeper war schon nicht sonderlich gut, aber A Working Man ist leider noch schlechter.
Ich kann die „einfach mal Kopf aus und genießen“-Fraktion schon heulen hören, doch versteht mich nicht falsch: mir ist bewusst was das für ein Film sein soll und ich freue mich auf jeden dummen Actionfilm mit Statham. Mir ist sowas von egal ob er als Imker, Vorarbeiter, Geldtransportfahrer, Dönerverkäufer oder Balletttänzerin Gangstern auf 96 verschiedenen Arten die Knochen bricht. Doch bitte liefert dann halt auch in den wichtigen Aspekten.
Der Film fängt ja sogar genauso an wie man es sich erhofft: Statham gibt als Vorarbeiter bösen Buben auf einer Baustelle aufs Maul. Mehr bräuchte der Film gar nicht um zu funktionieren, doch dann verliert sich der Film immer mehr in seinem unnötigen konfusen und aufgeblasenen Drehbuch, immer mehr komische Fraktionen kommen dazu, Niemand sieht mehr durch und als Kirsche auf der Sahne sind die Actionszenen enttäuschend, verschnitten und Stathams Möglichkeiten werden nicht ordentlich genutzt.
#14 Havoc
Havoc war leider eine riesige Enttäuschung. Jahrelang hat man sich gefreut und den Release dieses gemeinsamen Projektes von „The Raid“-Mastermind Gareth Evans und Schauspieler Tom Hardy herbeigesehnt. Doch eine jahrelange Produktionshölle, Streiks, Corona und Nachdrehs hinterließen ihre Spuren.
Der düstere Actionthriller kann leider zu keinem Moment an die „The Raid“-Reihe herankommen. Die Charaktere blieben blass und schablonenhaft, die Geschichte ebenfalls hundertmal schon gesehen. Da mussten es die Action-Sequenzen rausreißen, doch leider kann bis auf einer halbwegs coolen Clubszene nichts auch nur ansatzweise mit Evans früheren Werken mithalten. Kompromisslose Gewaltinszenierungen findet man zwar auch in Havoc, doch besonders die Nahkampfchoreografien wirken stellenweise monoton und nur wenig kreativ. Alles in allem bleibt Havoc deutlich hinter seinen Erwartungen zurück.
#13 Red Sonja
Red Sonja aus den 1980ern mit Brigitte Nielsen und Arnold Schwarzenegger war selbst mit Nostalgiebrille furchtbar. Die Neuauflage hätte es also recht einfach gehabt im Jahr 2025 vieles besser zu machen. Statt einen gelungenen Neustart zu liefern, unterbietet Regisseurin MJ Bassett sogar das niedrige Ausgangsniveau stellenweise.
Erzählt wird eine Originstory der Kriegerin, die jedoch weder Spannung noch epische Wucht entfaltet. Hauptdarstellerin Mathilda Lutz, die mich in Revenge zu überzeugen wusste, bleibt blass und kann der Titelheldin weder Stärke noch Ausstrahlung verleihen. Auch die Nebenfiguren wirken austauschbar und tragen nichts zur Dynamik bei. Die Action ist lieblos choreografiert, die CGI höchstens mittelmäßig und die Arenakämpfe uninspiriert. Die Handlung erscheint altbacken und schwächer als vergleichbare Fantasy-Serienepisoden vergangener Jahrzehnte.
Trotz viel Laufzeit bleibt der Film überraschend zahm, leer und arm an echten Schauwerten. Für unterhaltsamen Trash ist das Ergebnis zu langweilig, für ernsthafte Fantasy aber ebenfalls ungeeignet. Red Sonja ist eine misslungene und ideenarme Neuinterpretation.
#12 Bride Hard
Bride Hard ist ein misslungener Genremix, der versucht klassische Hochzeitskomödie und Actionfilm miteinander zu verbinden. Dieser Spagat gelingt jedoch nur teilweise, da sich die harte Actioninszenierung und das leichte Comedy-Drehbuch oft gegenseitig widersprechen. Schon der Einstieg zeigt diese Probleme: Die Handlung springt zwischen Junggesellinnenabschied und Geheimagentinnen-Action hin und her, ohne einen klaren Fokus zu finden. Dadurch wirken sowohl Humor als auch Action unausgegoren und ohne echten Höhepunkt.
Die Figurenzeichnung bleibt insgesamt nur oberflächlich und die Chemie zwischen den Figuren fehlt spürbar. Rebel Wilson hat nach Pitch Perfect noch keinen guten Film gedreht.
#11 Der Heimweg
Der Film zu Sebastian Fitzeks Bestseller ist ein düsterer Psycho-Thriller, der weniger auf exzessive Gewalt setzt als auf eine beklemmende Atmosphäre. Jedoch kämpft der Film mit schematisch gezeichneten Figuren und einer oft zu konstruiert wirkenden Handlung. Im Mittelpunkt steht Klara, einer von ihrem Mann misshandelten Anwältin, die glaubt, vom sogenannten Kalenderkiller bedroht zu werden.
Die Handlung entfaltet sich zunächst langsam, da lange Rückblenden die Spannung ausbremsen und mit oberflächliche Küchenpsychologie auch unfreiwillig komisch wirken. In der zweiten Hälfte gewinnt der Film deutlich an Tempo, lebt aber vor allem von Wendungen, die bei genauerem Hinsehen wenig logisch und super vorhersehbar sind. Viele Details wirken unglaubwürdig oder willkürlich. Trotz eines ernsthaften Themas wie häuslicher Gewalt bleibt die Auseinandersetzung damit nur oberflächlich.
Insgesamt ist Der Heimweg inhaltlich flach und wenig stringent. Von Deutschlands mainstreamigsten Autoren habe ich mir eine deutlich bessere Geschichte erwartet.
#10 The Electric State
The Electric State ist ein extrem teuer produzierter Sci-Fi-Blockbuster der Russo-Brüder, der trotz seines Rekordbudgets von rund 320 Millionen Dollar inhaltlich enttäuscht. Nach ihren riesigen Erfolgen mit den „Avengers“-Filmen setzen Joe und Anthony Russo erneut auf visuelle Größe, können diese aber nicht mit einer überzeugenden Geschichte füllen.
Der Film spielt in einer alternativen Zeitlinie, in der Roboter nach einem Aufstand in den 1990er Jahren besiegt und in eine abgesperrte Zone verbannt wurden. Thematisch will der Film eine Botschaft über den Umgang mit Technologie vermitteln, bleibt dabei aber oberflächlich und wenig originell. Die Handlung folgt bekannten Roadmovie- und Dystopie-Mustern und bietet kaum überraschende oder erinnerungswürdige Wendungen. Besonders positiv fallen die fantasievoll gestalteten und hervorragend animierten Roboter auf, die den menschlichen Figuren klar die Show stehlen. Die Welt wirkt lebendig und detailreich, leidet jedoch unter einem mittelmäßigen Drehbuch.
Schauspielerisch bleibt Chris Pratt in seiner gewohnten Rolle stecken, während Millie Bobby Brown zumindest zeitweise emotionale Tiefe verleiht. Eine echte Chemie zwischen den Hauptfiguren stellt sich jedoch nicht ein. Der Showdown ist laut und groß, aber letztlich wirkungslos, da es an emotionaler Bindung und inszenatorischer Originalität fehlt.
Insgesamt beeindruckt The Electric State visuell, erweist sich aber trotz seines gigantischen Budgets als unausgereifter, künstlich wirkender Film und harmloses Familienabenteuer ohne nachhaltige Wirkung.
#9 The Old Guard 2
The Old Guard 2 ist eine lange verzögerte Fortsetzung, deren schwierige Produktionsgeschichte dem Film deutlich anzumerken ist. Nach dem überraschend erfolgreichen und qualitativ soliden ersten Teil von 2020, der Action mit tragischer Tiefe verband, waren die Erwartungen hoch.
Zahlreiche Probleme wie ein Regiewechsel, ein Netflix-Führungswechsel, ein Brand am Set und die Hollywood-Streiks sorgten jedoch für jahrelange Verzögerungen. Inhaltlich setzt der Film die Geschichte um Andy fort, die ihre Unsterblichkeit verloren hat, aber weiterhin ein Team Unsterblicher anführt. Neuzugänge wie Uma Thurman bleiben blass und können emotional kaum überzeugen. Dadurch leidet die Dynamik, und zentrale Konflikte wirken überraschend spannungsarm. Der Plot ist überladen. Die Action ist maximales Mittelmaß und erreicht zu keinem Zeitpunkt die Qualität des Vorgängers.
Trotz weniger guter Einzelmomente fehlt dem Film insgesamt Fokus und erzählerische Kraft. The Old Guard 2 ist deutlich schwächer und uninspirierter als der Vorgänger. Eine komplette Enttäuschung, die natürlich trotzdem zeitweise die Streaming-Charts anführte, aber hoffentlich nicht die angeteaste Fortsetzung erhält.
#8 Afterburn
Spoiler: das wird nicht der einzige Auftritt von Dave Bautista in der diesjährigen Flopliste bleiben. Dave Bautista spielt einen knallharten Söldner, der in einer zusammengebrochenen Welt wertvolle Kulturgüter beschafft, darunter ausgerechnet die Mona Lisa. Die Handlung wirkt absurd, wird aber mit viel handgemachter und blutiger, aber nicht wirklich guter Action umgesetzt. Dazu gibt es natürlich noch schlechte One-Liner.
Regisseur J. J. Perry setzt dabei auf praktische Effekte und verzichtet weitgehend auf CGI, was dem Film einen rustikalen Charme verleiht. Die Mission führt Bautistas Figur ins ehemalige Frankreich, das von einem brutalen Warlord kontrolliert wird. Dort trifft er auf die Widerstandskämpferin Drea, gespielt von Olga Kurylenko, die ihn zunehmend zu moralischem Handeln bewegt.
Inszenatorisch bleibt Afterburn jedoch schlicht und visuell recht eintönig, da viele Szenen auf begrenzten Schauplätzen spielen. Die Action ist solide, aber wenig einfallsreich, und manche Ideen werden nur angerissen. Zumal kann sich der Film nicht so recht auf einen Ton einigen. Während Samuel L. Jackson mit einer überzeichneten Performance für einen gewissen Humor sorgt, spielt Bautista seine Rolle sehr ernst. Insgesamt wirkt Afterburn wie so ein unnötiges Projekt, wo die Schauspieler schnell mal den Paycheck mitgenommen haben.
#7 Schneewittchen
Schneewittchen ist ein weiterer Versuch die alten Disneyklassiker als Live-Action-Version herauszubringen und bereits vor Release mit zahlreichen kulturellen und politischen Kontroversen zu kämpfen, deren Aufregung im Verhältnis zum Ergebnis jedoch übertrieben wirkt. Kritik an der Besetzung von Rachel Zegler, Debatten um die Darstellung der Zwerge sowie öffentliche Konflikte rund um die Hauptdarstellerinnen sorgten im Vorfeld für viel Aufmerksamkeit. Nach der Sichtung bleibt jedoch festzuhalten, dass es sich um ein okayes, aber keineswegs herausragendes Märchen-Musical handelt.
Inhaltlich orientiert sich der Film zunächst stark am Disney-Klassiker von 1937. Rachel Zegler überzeugt dabei vor allem stimmlich und trägt den Film mit ihren Musicalnummern. Auch Ausstattung, Kostüme und Farbgestaltung waren in Ordnung. Die Zwerge wirkten zunächst befremdlich, fügten sich aber nach kurzer Eingewöhnung akzeptabel ins Gesamtbild ein. Weniger gelungen ist das neu eingeführte Love Interest, der blass bleibt und kaum dramatisches Gewicht entwickelt.
Der finale Konflikt mit der bösen Königin wirkt zudem hastig und etwas zu lehrhaft inszeniert. Die Neuauflage ist sehr belanglos und hat kein Mensch gebraucht, aber immerhin hat er uns zahlreiche Memes über Gal Gadots Schauspielfähigkeiten geliefert.
#6 Until Dawn
Die Verfilmung von Until Dawn steht vor dem grundsätzlichen Problem, dass sich das interaktive Spielerlebnis der Vorlage nicht sinnvoll auf die Kinoleinwand übertragen lässt. Während das Videospiel vor allem von Entscheidungen und ihren teils drastischen Konsequenzen lebt, ersetzt der Film dieses Konzept durch eine Zeitschleifen-Erzählung.
In der Handlung kehrt eine Gruppe junger Erwachsener in ein abgelegenes Tal zurück, wo sie von einem maskierten Killer und wechselnden übernatürlichen Bedrohungen heimgesucht werden. Nach jedem Tod beginnt die Nacht von Neuem. Dieses Timeloop-Prinzip hätte viel kreatives Potenzial, wird aber nur oberflächlich genutzt. Durch das ständige Zurücksetzen verliert der Tod an Bedeutung, wodurch Spannung und existenzieller Horror stark abgeschwächt werden. Die Figuren bleiben austauschbar und entwickeln kaum emotionale Tiefe, was das Mitfiebern zusätzlich erschwert.
Einige kreative Einfälle und splattrige Effekte stechen positiv hervor, werden jedoch zu kurz ausgespielt. Regisseur David F. Sandberg setzt stark auf Tempo, vernachlässigt dabei aber Atmosphäre und nachhaltigen Grusel. Ich fand den Film so enttäuschend und war eher verärgert. Meiner Meinung nach hat man die interessanten Aspekte der Vorlage völlig ignoriert und sich genau auf die Teile fokussiert, die keiner wirklich cool fand. Und das muss man bei einem Spiel, was dafür bekannt war, das es quasi wie ein Film ist, erstmal schaffen. So bleibt die Adaption weder für Fans des Spiels noch für Horrorliebhaber wirklich überzeugend.
#5 Death of a Unicorn
Death of a Unicorn könnte auf dem Papier als provokante Horror-Komödie mit viel Splatter und Selbstironie funktionieren. In der Praxis ist dieser Film aber eine einzige Enttäuschung in allen Belangen. Die Geschichte folgt einem alleinerziehenden Anwalt und seiner Tochter, die nach dem Unfalltod eines Einhorns auf dem Anwesen einer reichen Pharmafamilie in moralische und blutige Konflikte geraten.
Inhaltlich verbindet der Film Kapitalismuskritik, Satire auf Superreiche und Big Pharma. Diese Themen bleiben jedoch oberflächlich und entfalten kaum satirische Schärfe. Viele Figuren sind bewusst unsympathisch angelegt, selbst Paul Rudds sonst positives Image wird hier gebrochen. Einzig Will Poulter sticht als exzentrischer, hemmungslos überzeichneter Pharma-Erbe positiv hervor und sorgt für die wenigen wirklich dynamischen Momente.
Die Einhörner dienen zwar als brutale Rachewesen und liefern vereinzelte splattrige Highlights, kommen aber insgesamt zu selten und zu spät zum Einsatz. Zudem leidet der Film sichtbar unter schwacher CGI, dunkler Ausleuchtung und einer matschigen Optik. Die Inszenierung wirkt eher wie ein Direct-to-DVD-Horror als eine A24-Kinoproduktion. Trotz einer vielversprechenden, absurden Grundidee fehlt es dem Film an Tempo, Konsequenz und Mut zur Eskalation. Weder als Horror noch als Komödie geht Death of a Unicorn richtig in die Vollen. Am Ende bleibt ein unausgewogener Film, dessen Prämisse deutlich mehr versprach, als sie letztlich einlöst.
#4 5 Nights at Freddys 2
Alle Jahre wieder sitze ich hier und tue mich ein wenig schwer mit der Bewertung dieser Filme. Das „Five Nights at Freddys“-Franchise basiert auf einer sehr erfolgreichen Horrorspielreihe, die über Jahre hinweg vor allem eine etwas jüngere Zielgruppe in Ihren Bann gezogen hat und sehr erfolgreich war. Und auch die Filme sind bislang finanzielle Hits gewesen. Sowohl der erste als auch der zweite Teil spielten um die 200-300 Millionen $ ein. Die Qualität der Filme als solche ist für mich jedoch eher mittelmäßig.
Zu Gute halten muss ich das Design der Animatronics und das vieles davon halt auch wirklich für die Dreharbeiten haptisch vorhanden war. Ich mag auch die über die Jahre entstandene Lore, die der Serienschöpfer entwickelt hat und Millionen Fans begeistert. Das Probleme daran ist jedoch, dass ich nach jedem Film dasitze und mir erstmal Artikel über Artikel reinziehen muss, um überhaupt diese interessanten Hintergrundinfos zu erhalten und mir die komplexe Geschichte zusammenzusetzen. Im Film selbst kommen die Zusammenhänge viel weniger gut zur Geltung.
Die Erzählung wirkt sprunghaft, überladen und für Neueinsteiger kaum nachvollziehbar. Spannung oder echter Horror kommen kaum auf, da der Film extrem zahm inszeniert ist und Jump Scares weitgehend wirkungslos bleiben. Auch die Dialoge der menschlichen Figuren sind hölzern und peinlich. Zusätzlich wirkt es so als ob die „geltenden Regeln“ gebogen werden wie es dem Drehbuch gerade passt. Auf der einen Seite reden wir von gigantischen Animatronics, in denen Menschen einsteigen können und dann 2 Minuten später merkt keiner der Protagonisten, wenn sich so ein halber Transformer von hinten für den Jumpscare an sie „heranschleicht“.
Zwar sorgen die handgemachten Animatronic-Puppen stellenweise für Schauwert, aber der Rest des Films ist eher ein wirres, langweiliges und unfreiwillig komisches Sequel.
#3 In The Lost Lands
In The Lost Lands ist ein Film, der Paul W. S. Andersons Stil konsequent weiter zuspitzt und damit sowohl seine Fans bedient als auch seine Kritiker bestätigt. Die Handlung basiert lose auf einer Kurzgeschichte von George R. R. Martin (Game of Thrones).
Erzählt wird von einer postapokalyptischen Zukunft, in der die Menschheit in einer einzigen Stadt lebt und die umliegenden „Lost Lands“ von Monstern und Untoten bevölkert sind. Milla Jovovich spielt eine magisch begabte Frau, die im Auftrag einer machthungrigen Königin einen Werwolf jagt, begleitet von einem mysteriösen Jäger, verkörpert von Dave Bautista. Der Film mixt dabei hemmungslos Elemente aus Fantasy, Western, Cyberpunk und Endzeitkino.
Anderson verzichtet weitgehend auf Erklärungen und treibt die Geschichte von einem lieblosen CGI Setpiece zum nächsten. Die Bilder sind oft überladen und bewusst künstlich. Inhaltlich bleibt die Geschichte schlicht und folgt bekannten Abenteuer- und MacGuffin-Strukturen. Die Action ist eher schwach inszeniert, die Dialoge hölzern und die Figuren entwickeln kaum Tiefe. Auch die Chemie zwischen den Hauptdarstellern bleibt gering. Insgesamt ist In The Lost Lands ein visuelles Spektakel mit minimalem narrativem Anspruch, das vor allem Anderson-Fans oder Trashfilm-Liebhaber ansprechen dürfte, während Zuschauer mit hohen Erwartungen an Handlung und Dramaturgie enttäuscht werden.
#2 Straw
Tyler Perry neuster Film Straw widmet sich diesmal dem Leben einer Frau, die am unteren Rand der US-Gesellschaft ums Überleben kämpft. Im Mittelpunkt steht eine schwarze alleinerziehende Mutter, die von Gehalt zu Gehalt lebt und an einem einzigen Tag mit einer Kette existenzieller Katastrophen konfrontiert wird.
Der Film möchte auf soziale Missstände aufmerksam machen, insbesondere auf die prekäre Situation schwarzer alleinerziehender Frauen in den USA jedoch meist so ungeschickt und plump, dass man mit jeder weiteren Szene weiter vom Glaub abfällt, ob man das gerade ernst meint. Statt differenzierter Analyse reiht Perry lediglich Schlagworte und abstruse Szenen aneinander.
Gleichzeitig verliert sich die Geschichte in immer drastischeren und zunehmend unglaubwürdigen Wendungen. Die Häufung von Schicksalsschlägen wirkt konstruiert und untergräbt jede Glaubwürdigkeit. Aus einem zunächst realistischen Sozialdrama entwickelt sich ein überzeichneter Thriller mit Geiselnahme, Polizeieinsatz und medialer Eskalation. Dem schwachen Drehbuch hätte es gutgetan, sich auf 1-2 Schicksalsschläge zu konzentrieren statt immer noch eine Schippe draufsetzen zu wollen – und dann noch dieser vorhersehbare Twist.
Die Inszenierung ist stark manipulativ und setzt zu häufig auf emotionale Überwältigung statt auf Subtilität. Insgesamt verschenkt Straw sein wichtiges Thema durch Übertreibung und erzählerische Unglaubwürdigkeit.
#1 Krieg der Welten
Ich glaube es gab dieses Jahr nur 2 Filme, die es in den kulturellen Zeitgeist schaffen werden. Keine Filme wurden mehr besprochen als KPOP Demon Hunters und die 2025er-Version von Krieg der Welten. Während der eine Film unfassbar erfolgreich war und die Jugend begeisterte, weil er vieles richtig macht, begeisterte Krieg der Welten das Internet, weil er so unterirdisch ist, Meme nach Meme liefert und sich perfekt für Trinkspiele eignet.
Die Neuauflage des H.G. Wells Klassikers verlegt die Geschichte in die moderne Medienwelt und konzentriert sich dabei aber weniger auf intergalaktischen Schrecken als auf Überwachung, Datenschutz und familiäre Konflikte. Regiedebütant Rich Lee, zuvor vor allem für Musikvideos bekannt, zeigt eine Welt, in der soziale Medien, Satellitenfeeds und sogar Kühlschrankkameras die Bedrohung durch die Aliens spiegeln sollen. Ice Cube spielt den Homeland-Security-Analysten Will Radford, der mehr Zeit damit verbringt, seine Kinder auszuspionieren, als die außerirdische Invasion ernsthaft zu bekämpfen.
Zwar ist die Idee, die Attacke als Desktopthriller zu erzählen, interessant, doch die Umsetzung wirkt chaotisch und fahrig. Die Kameraarbeit ist unruhig, Spezialeffekte billig und vieles geht im hektischen Schnitt unter. Ice Cube bleibt emotional unterkühlt, was seinen Charakter wie eine Karikatur wirken lässt. Die familiären Probleme, die eigentlich im Zentrum stehen, werden platt und oberflächlich behandelt. Die Handlung verliert sich in wirren Dialogen, überfrachteter Bildsprache und unpassendem Humor, wodurch Spannung und Ernsthaftigkeit völlig fehlen.
Grandios und besonders absurd wirkt die Einbindung eines Amazon-Services am Ende um die Aliens zu besiegen. Das war die gottloseste Produktplatzierung des Jahres, wenn man bedenkt, dass der Film ein „Amazon-Primevideo“-Produkt ist. Das war echt die Krönung. Trotz einer ambitionierten Prämisse bleibt die Inszenierung schwach, die dramatischen Momente verpuffen, und die Aliens bleiben abstrakt und bedrohungslos. Insgesamt scheitert Krieg der Welten (2025) auf ganzer Linie.
Das Ergebnis ist ein überladenes, hektisches Werk, das weder visuell noch dramaturgisch überzeugt aber immerhin das Internet vereint hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen auf meiner Flopliste 2025, sticht Krieg der Welten immerhin unter dem Gesichtspunkt „so scheiße, dass es wieder witzig ist“ raus.


















