F1 | Kritik / Review (Oscars 2026)

Storyanriss:

In den 1990er Jahren galt Sonny Hayes (Brad Pitt) noch als die nächste große Nummer im Rennsport und der höchsten Klasse, der Formel 1. Doch auch als Rennfahrer legt man seinen Körper in die Waagschale und muss letztlich mit dem Schlimmsten rechnen. Für Sonny Hayes bedeutet das das Ende seiner Karriere als Formel-1-Profi nach einem folgenschweren Unfall auf der Rennstrecke. Fortan dümpelt er in niedrigeren Rennklassen herum und hält sich drei Jahrzehnte nach seinem schicksalsträchtigen Unfall noch als Gelegenheitsrennfahrer über Wasser und versucht dabei, von seinem alten Formel-1-Ruf zu zehren. Sein damaliger Teamkollege Ruben Cervantes (Javier Bardem) weiß das. Der ist mittlerweile Chef des Teams APXGP, das scheinbar hoffnungs- und punktlos am untersten Ende der Formel-1-Tabelle verweilt. Weil Cervantes damit also fast nichts mehr zu verlieren hat, will er Hayes zurück in die Königsklasse holen und ihn zusammen mit dem Rookie Noah genannten Joshua Pearce (Damson Idris) einen Rettungsanker für den Rennstall formen lassen.

Fazit:

Mit Top Gun: Maverick hat Regisseur Joseph Kosinski 2022 den #2 Platz auf meiner Topliste des Jahres ergattern können. Ganz so weit oben schaffte er es mit F1 – Der Film 2025 zwar nicht, ein visuell beeindruckenden Blockbuster mit tollen Bildern, sympathischen Hauptdarstellern und pathetischer Story ist ihm jedoch allemal gelungen. 

Zusammen mit Jerry Bruckheimer als Produzenten, der Formel 1 als Partner und Lewis Hamilton als technischen Berater ist es Kosinski gelungen einen rasanten Sommerblockbuster zu liefern, der sich natürlich Freiheiten rausnimmt und nicht immer auf Ultrarealismus setzt, aber dennoch einen hohen Wert auf Authentizität und Detailtreue legt. So hat man beispielsweise über Monate hinweg sehen können, wie Brad Pitt und sein Team an echten Grand-Prix-Strecken, mit echten Autos und echtem Publikum gedreht haben und das wirkt sich positiv auf den Film aus. 

Ja er ist wie für ein Sportdrama üblich sehr pathetisch, hier und da zurechtgebogen wie es das Drehbuch gerade braucht, aber Spaß gemacht hat er mir trotzdem. Wie schon bei Top Gun: Maverick steht auch hier weniger die Handlung als der unmittelbare Adrenalinkick im Mittelpunkt. Die Geschichte um den alternden Rennfahrer Sonny Hayes, der für ein erfolgloses Formel-1-Team ein Comeback wagt, dient vor allem als Rahmen für spektakuläre Rennszenen. Brad Pitt spielt den risikofreudigen Veteranen mit viel Charisma, sodass man selbst fragwürdige Rennmanöver bereitwillig akzeptiert.

Die Rennsequenzen sind ein visuelles Highlight und funktionieren vor allem auf der großen Leinwand hervorragend. Trotz des Hochglanzlooks bleibt der Film durch die unkonventionelle Hauptfigur angenehm kantig.

Schon ein wenig verrückt, dass F1 nur für einen einzigen Oscar nominiert ist und das dann ausgerechnet in der Königsdisziplin Bester Film. Das war zuletzt 1932 mit Grand Hotel der Fall, der dann sogar gewann. Es ist also sehr ungewöhnlich und das Kunststück wird F1 vermutlich eher nicht gelingen.

Dennoch ist F1 für mich so ein möglicher Kandidat für einen Upset, weil es der mainstreamigste aller Kandidaten in dieser Kategorie ist und vielleicht gewinnt er nachher überraschend, da das Votingsystem für diese Kategorie Filme begünstigt, die breit akzeptiert und nicht so extrem polarisieren.

Wenn möglichst viele Voter F1 einfach auch nur gut und solide fanden, kann er am Ende wenn jeder ihn auf Platz 3 gewählt hat trotzdem gegen einen Film gewinnen, den 30% auf Platz 1 und 70% auf Platz 10 gewählt haben. Blood & Sinners und One Battle After Another sind die Favoriten, aber evtl. kannibalisieren sie sich am Ende gegenseitig.

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