Frankenstein | Kritik / Review (Oscars 2026)

Storyanriss:

Die Arktisexpedition rund um Captain Anderson (Lars Mikkelsen) kommt in der lebensfeindlichen Natur des Nordpols einfach nicht weiter – und dann läuft ihnen auch noch ein schwerverletzter Mann in die Arme. Dieser Mann ist Dr. Victor Frankenstein (Oscar Isaac), dem ein ein regelrechtes Monster dicht auf den Fersen ist. Dieses Monster, diese menschenähnliche Kreatur (Jacob Elordi) muss jedoch nach gemeinsamer Gegenwehr von Frankenstein und Andersons Truppe erst mal den Rückzug antreten. Diese unverhoffte Atempause nutzt der Doktor dafür, dem Captain die ganze Misere zu erklären: Der Tod seiner Mutter (Mia Goth) bei der Geburt seines Bruders William (Felix Kammerer) hat ihn gehörig aus der Bahn geworfen und dazu geführt, dass er gewissermaßen dem Tod den Kampf angesagt hat. Fortan setzte er nämlich alles daran, künstliches Leben zu schaffen. Möglich machte das sein wohlhabender Gönner Harlander (Christoph Waltz). Doch das Ergebnis lief aus dem Ruder und trachtet Frankenstein nun nach dem Leben.

Fazit:

Auch wenn man im ersten Moment denkt „Oh man, noch eine weitere Frankenstein/Mary Shelley-Adaption“ beruhigt es einen auf den zweiten Blick, da mit einem meiner liebsten Regisseure, Guillermo del Toro, der wohl perfekte Regisseur sich dieser Aufgabe und seinem Wunschprojekt gewidmet hat. Del Toro orientiert die bekannte Geschichte stark an der Vorlage und betont, dass nicht die Kreatur, sondern ihr Schöpfer und die Gesellschaft das eigentliche Monster sind.

Del Toro, der seit seiner Kindheit von Monstern fasziniert ist, inszeniert den Stoff als persönliches Herzensprojekt und verbindet epische Bilder mit melodramatischen Elementen. Die Handlung folgt Victor Frankenstein, der nach dem Tod seiner Mutter besessen versucht, künstliches Leben zu erschaffen, was schließlich tragische Folgen hat. Der Film nutzt eine doppelte Perspektive, indem sowohl Victor als auch die Kreatur ihre Geschichte erzählen.

Visuell setzt die Inszenierung auf opulente Ausstattung, eindrucksvolle Kulissen und eine Mischung aus Schönheit und Grauen. Besonders das Morbide und Makabre, etwa eingefrorene Schlachtfelder oder anatomisch detailreiche Experimente, werden ästhetisch in Szene gesetzt. Trotz blutiger und brutaler Momente bleibt der Film emotional, da die Kreatur als sensibel und verletzlich dargestellt wird. Del Toro betont dabei Mitgefühl und Empathie, vor allem durch die Figur Elizabeth, die das „Monster“ versteht.

Im Zentrum steht die tragische Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf, wobei Victors größter Fehler weniger sein wissenschaftliche Größenwahn als seine fehlende Fürsorge ist. Die Kreatur scheitert letztlich nicht an sich selbst, sondern an gesellschaftlicher Ablehnung und Isolation. Insgesamt ist die Verfilmung trotz der Länge eine monumentale, visuell überwältigende, aber zugleich persönliche Interpretation des Klassikers, die die Figur des Monsters endgültig als Opfer begreift.

Frankenstein ist für 9 Oscars in den Kategorien Beste Kamera, Bestes Make-up und Beste Frisuren, Beste Filmmusik, Bester Ton, Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign und Bester Film nominiert. Chancen würde ich hauptsächlich in den design- und gestalterischen Kategorien wie Bestes Kostümdesign oder Szenenbild sehen. Auch Jacob Elordi hat meiner Meinung nach noch minimale Möglichkeiten gegen Skarsgard oder Penn einen Überraschungssieg zu holen.

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