Storyanriss:
Vor 16 Jahren hat die Widerstandsgruppe namens „French 75“ auf einen Schlag 200 Häftlinge aus den Fängen des skrupellosen United States Immigration and Customs Enforcement – kurz: ICE – befreit. Danach verschwanden die Widerständler, darunter auch der von allen nur Ghetto Pat genannte Bob Ferguson (Leonardo DiCaprio), von der Bildfläche. Heute ist Bob getrieben von Paranoia, denn er fürchtet, dass es der damalige ICE-Colonel Steven J. Lockjaw (Sean Penn) immer noch auf ihn abgesehen hat und ihm aus Rache nach seinem Leben trachtet. Die Sorge scheint zumindest nicht unbegründet, denn heute ist Lockjaw komplett abgedriftet und Teil der rassistischen „Christian Adventurer Club“-Miliz – und er hat es auf Bobs Tochter Willa (Chase Infiniti) abgesehen. Zusammen mit seinen alten Weggefährt*innen Sensei Segio (Benicio del Toro), Deandra (Regina Hall) und Perfidia Beverly Hills (Teyana Taylor) macht sich Bob also auf sich dem extremistischen Colonel entgegenzustellen.
Fazit:
Paul Thomas Anderson gehört zu den besten Regisseuren unserer Generation. Für One Battle After Another hat er ein gigantisches Budget von 130 bis 175 Millionen Dollar erhalten, obwohl seine bisherigen Filme, selbst der gefeierte There Will Be Blood, deutlich weniger einspielten. Herausgekommen ist ein wildes, unvorhersehbares Abenteuer voller Action, Humor und skurriler Einfälle, das gleichzeitig aktuelle gesellschaftliche Bezüge aufweist.
Im Mittelpunkt steht Bob Ferguson (Leonardo DiCaprio), früher Ghetto Pat, ein Ex-Revolutionär, der einst Banken attackierte, Immigranten befreite und gegen ein repressives System kämpfte. 16 Jahre später lebt Bob als Kiffer mit seiner Tochter Willa in einer Kleinstadt, als ihn die Vergangenheit einholt.
Anderson kombiniert durch das selten benutze VistaVision-Format detailreiche, plastische Bilder mit coolen Actionsequenzen. Trotz absurdem Humor und der Überdrehtheit wirken die Figuren emotional greifbar, was insbesondere auf die starke Besetzung zurückzuführen ist. DiCaprio brilliert als tragikomischer Revolutionär, Penn liefert die vielleicht bislang beste Performance seiner Karriere als exzentrischer und furchterregender Antagonist.
One Battle After Another ist sowohl politisch provokant als auch visuell und narrativ ein opulentes Erlebnis, das Andersons Vision und zeitgenössische Relevanz eindrucksvoll vereint. Für viele Leute war es der beste Film des Jahres, für einige sogar einer der besten Filme der letzten Dekade. Dieser Funke ist niemals so auf mich übergesprungen, aber dennoch hat sich der 161 Minuten lange Film seine Favoritenrolle bei den Oscars verdient.
Nominiert ist der Film für satte 13 Oscars in den Kategorien Bestes Casting, Beste Kamera, Bester Hauptdarsteller, Beste Regie, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Filmmusik, Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Film. Wie Sinners auch, gehört One Battle After Another in allen nominierten Kategorien zum Favoritenkreis. Größte Chancen sehe ich für das adaptiere Drehbuch, die beste Regie und den besten Film. Auch Sean Penn für den besten Nebendarsteller wäre meine Wahl.























