Barbie | Kritik / Review (Oscars 2024)

Storyanriss:

In Barbieland ist alles an seinem Platz. Die Frisur sitzt, die Kleidung und jedes Accessoire passen zueinander. Es ist eine perfekte Welt, zumindest äußerlich. Wer hier leben will, muss sich nämlich ausnahmslos an die aufgestellten Normen halten. So auch die stereotypische Barbie (Margot Robbie), eine der einflussreichsten Barbies im Land, die vom platinblonden Schönling Ken (Ryan Gosling) angehimmelt wird. Doch irgendetwas stimmt in letzter Zeit nicht, denn Barbie beschleichen immer wieder Gedanken an den Tod. Ein absolutes No-Go im Barbieland, wo jeder Tag doch einfach nur perfekt sein sollte. Ihre einzige Hoffnung ist der Aufbruch in die reale Welt, wo Barbie und Ken kaum angekommen, feststellen müssen, dass dort andere Regeln als im Barbieland gelten.

Fazit:

Barbie – nicht nur Greta Gerwigs erfolgreichster Film, es war der erfolgreichste Film 2023 und hat zusammen mit Oppenheimer das Phänomen des Jahres „Barbenheimer“ geschaffen, das für viel Buzz in den Sozialen Netzwerken sorgte und letztlich dem Kino sehr gut tat. Beide Filme waren finanziell nicht nur sehr erfolgreich, sondern haben das Publikum auch jeder auf seine Weise inhaltlich berührt. Für mich persönlich ist Barbie ein schwieriger Fall, denn ich liebe zwar das Talent, das da vor und hinter der Kamera steht. Gosling und Robbie sind perfekt gewählt für ihre Rollen, das Autoren/Regisseur-Pärchen Greta Gerwig und Noah Baumbach sind top Schreiber und Regisseure. Auch die vielen gebauten Sets und die Ausstattung sind ein Pluspunkt. Doch letztendlich hat mich Barbie kalt gelassen.

Hier und da ein paar Lacher und die ein oder andere smarte, kreative Idee sind gut, aber am Ende fühlt sich dennoch alles zu flach an. Die feministische Botschaft wird völlig on the nose, bevormundend und wenig filigran mit dem Vorschlaghammer eingebläut, so dass auch der letzte Hinterwälder-Redneck in der hintersten Reihe es rafft. America Ferreras Monolog – für den Sie nun auch für den Oscar nominiert wurde – ist da echt die Spitze der nicht vorhandenen Subtilität. Und vor allem wirkt Barbie trotz einiger kleiner Seitenhiebe wie ein Werbevideo und Image-Washing für Mattel, die doch gerade erst jahrzehntelang Geld mit Barbie verdient haben, die nicht gerade das gesundeste Frauenbild propagierte. Mittlerweile wird natürlich auch deutlich mehr die Vielfalt und die „Frauen-können-auch-Astronautin-oder-Präsidentin-sein-statt-nur-Blondchen“-Attitüde gelebt und natürlich entwickeln sich auch Firmen weiter, aber ein fader Beigeschmack bleibt da für mich trotzdem.

Letztlich kann man Barbie mal für eine kurzweilige Berieselung gutheißen, um Themen wie Feminismus, Selbstwahrnehmung, Akzeptanz und die Rolle der Frau in der Gesellschaft zu behandeln, greife ich dann doch auf andere Filme zurück. Vielleicht ja den unausweichlichen zweiten Teil.

Zu einer Barbie passt sicherlich auch der Goldjunge Oscar. Acht Möglichkeiten bieten sich dem Team rund um Greta Gerwig und Margo Robbie – auch wenn beide selbst nicht für Beste Regie oder Beste Hauptdarstellerin nominiert wurden. Definitiv gewinnen wird man den Besten Song, wo sich gleich zwei Barbie-Songs um die Krone streiten – auch wenn es vermutlich Billie Eilish und ihr Bruder sein werden, die die Trophäe letztlich mitnehmen. Bei den Crafting-Kategorien sehe ich Poor Things vorne und Ryan Gosling mag zwar noch am ehesten die Chance auf einen Upset gegen Robert Downey Jr. haben, aber darauf wetten würde ich nicht.

American Fiction | Kritik / Review (Oscars 2024)

Storyanriss:

Monk (Jeffrey Wright) ist ein frustrierter Schriftsteller, der es satt hat, dass sich das Establishment von Schwarzer Unterhaltung auf müde und beleidigende Klischees stützt. Um seinen Standpunkt zu beweisen, schreibt Monk unter einem Pseudonym ein ausgefallenes Schwarzes Buch, ein Buch, das ihn ins Herz der Heuchelei und des Wahnsinns treibt, den er angeblich verachtet.

Fazit:

American Fiction ist ein intelligenter, vielschichtiger Film, der subtil die Themen Schwarzer Kunst und kultureller Vorurteile behandelt. Er erzählt die Geschichte eines frustrierten Schwarzen Autors, dessen anspruchsvolle Werke wenig Beachtung finden, während die Konkurrenz mit so stereotypischen Ghettoklischees Megaerfolge feiert, weil gerade die Weiße Bevölkerung vor allem diese Werke pusht, um das eigene Gewissen zu beruhigen und zu demonstrieren wie divers man doch ist. Der Film ist eine interessante Satire, die sich mutig gesellschaftlichen Themen stellt. American Fiction ist authentisch und bietet ein breites Spektrum an Witz und Niveau, ohne in Kitsch oder Pathos zu verfallen.

Das Ende hat mir persönlich nicht ganz so zugesagt und auch emotional hat mich der Film zu keinem Zeitpunkt so richtig abgeholt, doch alleine für die starken Darsteller wie Jeffrey Wright und Sterling K. Brown und den ein oder anderen grandiosen Moment, lohnt sich Cord Jeffersons Film. Eben jene Situationen, ich sage nur „Diskussion um den Buchtitel“ oder „Jury-Abstimmung“ sind so absurd komisch aber auch schmerzhaft, wenn man als Gesellschaft den Spiegel vorgehalten bekommt, dass sie mir eine Weile im Gedächtnis bleiben werden.

Im Oscar-Rennen rechne ich American Fiction maximal Chancen für die Kategorie „Bestes adaptiertes Drehbuch“ aus.

Killers of the Flower Moon | Kritik / Review (Oscars 2024)

Storyanriss:

Die USA in den 1920er Jahren: Auf dem Gebiet der Osage Nation im Bundesstaat Oklahoma wurde jede Menge Öl gefunden, weswegen die dort lebenden indigenen Völker Nordamerikas zu großem Reichtum gelangt sind. Doch auch die Weißen Siedler haben es auf das schwarze Gold abgesehen, allen voran der einflussreiche Rancher William Hale (Robert De Niro) und dessen Neffe Ernest Burkhart (Leonardo DiCaprio), der mit der Osage Mollie (Lily Gladstone) verheiratet ist. Unter den Angehörigen des Osage-Stammes kommt es plötzlich zu immer mehr Todesfällen, die irgendwie im Zusammenhang mit den begehrten Ölbohrrechten zu stehen scheinen. Dies löst eine groß angelegte Untersuchung einer völlig neuen Polizeieinheit – dem FBI – aus. Tom White (Jesse Plemons), ehemaliger Texas Ranger und Gesetzeshüter alter Schule, leitet die Ermittlungen für die neue Bundesbehörde und stößt dabei in ein Wespennest aus Korruption und Mord.

Fazit:

Martin Scorsese stieß nach seinem Hit The Wolf of Wall Street mit Silence auf ein finanzielles Hindernis, was Fragen nach der Tragfähigkeit seines Kinos aufwarf. Streaming-Dienste wie Netflix und nun Apple TV+ ermöglichen ihm jedoch weiterhin ambitionierte Projekte wie Killers of the Flower Moon. Der Film basiert auf einem True-Crime-Bestseller über die Osage-Morde der 1920er Jahre. Ursprünglich für eine andere Rolle vorgesehen, übernahm DiCaprio schließlich die Hauptrolle, was auf eine Änderung der ursprünglichen Handlungsstruktur hindeutet. Statt die Geschichte als Whodunnit zu erzählen und den Cops zu folgen, erzählt Scorsese die Geschichte aus der Perspektive der Täter und taucht mit akribischer Ausstattung in die neureiche Welt der Osage ein und zeigt die Grausamkeit der weißen Landräuber, die mit Fehlen jeglichen Unrechtsbewusstseins schwerste Verbrechen begingen.

Killers of the Flower Moon ist definitiv nicht so leicht zugänglich und unterhaltsam wie ein The Wolf of Wall Street, die Laufzeit von 3,5h gar übertrieben. Logisch, dass das viele Leute abschreckt. Wie der Film 200 Millionen $ verschlungen hat, ist mir auch ein komplettes Rätsel – selbst eine Legende wie Scorsese könnte sich langsam mal wieder ein wenig bremsen. Dieses düstere Kapitel der amerikanischen Geschichte hätte sicherlich auch noch einen größeren Fokus auf die Perspektive der Osage legen können, ist aber trotz all der Kritik sehenswert, wenn auch für mich es nicht an Scorseses beste Werke rankommt. Dass ein Ensemble mit De Niro, DiCaprio und Plemons schauspielerisch auf Top-Niveau performen würde, kommt nicht überraschend – Breakthrough ist jedoch Lily Gladstone, die sich große Hoffnungen auf einen Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ machen darf. Darüber hinaus könnte Scorsese eventuell eine Überraschung schaffen im Rennen um die „Beste Regie„, ansonsten rechne ich dem Film nur wenig Chancen dieses Jahr aus.

Meine Top 15 aus dem Jahr 2023

#15 Wonka

Nach Gene Wilder und Johnny Depp verkörpert Timothée Chalamet in Wonka eine jugendliche Version des Schokoladenfabrikanten Willy Wonka, bevor er seine berühmte Fabrik besitzt. Im Gegensatz zu früheren Interpretationen ist diese Version Wonkas sanftmütiger und unschuldiger. Regisseur Paul King, bekannt für die grandiosen Paddington-Filme, inszenierte den Film und das merkt man an jeder Ecke.

Der Film, der auf der Zusammenarbeit mit Kings Paddington 2 -Schreibpartner Simon Farnaby basiert, folgt einer bekannten Rezeptur: eine naive Hauptfigur in einem hinterlistigen System, ähnlich wie bei Paddington. Chalamets Darstellung in dieser Geschichte ist definitiv auf der eher freundlichen Art, aber hier und da lässt er in kleinen Gesten und seiner Mimik durchblitzen, dass der Charakter irgendwann eventuell mal ein wenig düsterer werden könnte.

Hugh Grant als Oompa Loompa stiehlt die Show mit seiner grummelig-ironischen Performance. Insgesamt bietet Wonka ein für Paul King üblich magisches, familienfreundliches Erlebnis mit einem Mal weniger ernsten Chalamet in der Hauptrolle. Und auch wenn Wonka nicht an die Paddington-Filme rankommt und unter der Oberfläche vielleicht nicht die größte Substanz steckt, kann man ab und zu einen solchen feelgood Film für die geschundene Seele vertragen.

#14 Talk to Me

Talk To Me ist das Spielfilmdebüt der australischen Zwillingsbrüder Danny und Michael Philippou, bekannt für ihren erfolgreichen YouTube-Kanal „RackaRacka“. Der Horrorfilm, der sich geschickt in die Tradition des Geister- und Dämonenfilms einreiht, erzählt von einem gefährlichen Spiel, bei dem man mit einer vermeintlichen Leichenhand kommuniziert.

Die Philippou-Brüder kombinieren geschickt eine mitreißende Atmosphäre und bekannte Genre-Elemente mit einer selbstironischen Note. Neben dem effektiven Horroraspekt behandelt der Film auch Themen wie Trauma, Trauer, Freundschaft und Familie. Auch wenn der Film das Genre nicht neu erfindet und die Geschichte nicht mega innovativ ist, gefiel mir die minimalistische Inszenierung und das Regiedebüt der Youtube-Stars überraschend gut. Für viele ist Talk to Me der beste Horrorfilm des Jahres und hat daher auch einen Platz in dieser Top 15 verdient.

#13 Speak no Evil

In Speak No Evil wird ein satirisch geprägter Horror-Thriller präsentiert, der sich langsam, aber konsequent aus den sozialen Normen von Höflichkeit und Alltags-Etikette entwickelt. Der Film beginnt mit peinlichen Fremdschäm-Situationen in einem vermeintlich harmlosen Familienurlaub, der jedoch schnell in einen blanken Albtraum umschlägt.

Der Film, der an Michael HanekesFunny Games“ erinnert, zeichnet sich durch eine unheilvolle Grundstimmung und psychologisch komplexe Charaktere aus. Immer wieder werden uns Szenen und Situationen vorgesetzt bei denen man sich als Zuschauer selbst die Frage stellt, wie man selbst reagieren würde und wie weit das Gefühl gehen sollte, anderen aus Gründen der Höflichkeit und Nettikette gefallen zu müssen.

Wer hier einen klassischen Horrorfilm mit Slasher-Elementen erwartet, kann getrost Speak no Evil ignorieren. Wer Bock auf einen Film hat, der die Spannung langsam aufgebaut und ein wenig zum Denken anregt, sollte hier mal reinschauen. Das Ende wird sicherlich spalten und war für mich auch der größte Kritikpunkt ohne dabei die Qualität dieses Films zu schmälern.

#12 SAW X

In SAW X kehrt die Saw-Reihe zu ihren Wurzeln zurück. Das Prequel, das zwischen den Ereignissen von Saw und Saw II angesiedelt ist, konzentriert sich auf den psychopathischen Serienkiller Jigsaw selbst. Die Rückkehr von Tobin Bell in der Rolle des Jigsaw verleiht dem Franchise eine unerwartete emotionale Tiefe.

Der Film beginnt mit einem Krebsdrama, das Johns falsche Hoffnungen beleuchtet. Die sadistischen und perversen Ideen der Jigsaw-Fallen sind weiterhin kreativ und verstörend auch wenn es über das gesamte Franchise klar bessere Fallen gab. Während die Wendungen in der Handlung in der zweiten Hälfte vorhersehbar sind, bietet Saw X eine gelungene Mischung aus altbekanntem Horror und frischen Elementen, insbesondere durch die vertiefte Charakterisierung von Jigsaw. Saw X führt nach dem furchtbaren Saw Spiral das Franchise zurück auf den richtigen Pfad.

#11 Nyad

Nyad ist ein Netflix-Biopic über die Schwimmlegende Diana Nyad, die mit über 60 Jahren die gefährliche Strecke von Havanna nach Key West in knapp 53 Stunden durchschwamm. Das Filmdebüt des Regieduos Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi würdigt nicht nur Nyads sportliche Leistung, sondern zeigt auch die Schattenseiten ihres unerschütterlichen Ehrgeizes.

Annette Bening brilliert in der Hauptrolle und verleiht der Figur vielschichtige Facetten, aber auch Nebendarstellerin Jodie Foster liefert eine gewohnt gute Leistung ab. Das Biopic kombiniert einfühlsame Charakterzeichnung mit packenden Schwimmszenen und es ist einfach Wahnsinn, was manche Menschen für ihre Ziele und Träume auf sich nehmen.

#10 Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben

Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben ist für mich eine der positiven Überraschungen des Jahres. Es ist bei weitem kein 5/5 Meisterwerk oder Must-See und bietet auch genug Angriffsfläche für Kritik. Dennoch ist es für mich eine gelungene Adaption der sehr komplexen „D&D“-Welt. Das Pen-&-Paper-Rollenspielregelwerk hat sicherlich in den letzten Jahren auch durch die Netflix Serie Stranger Things einen zusätzlichen Boost erhalten und den Weg in den Mainstream gefunden.

Daraus ein Film zu entwickeln ist jedoch sehr schwierig, doch für mich ist der Film ein unterhaltsames und actiongeladenes Abenteuer geworden, das auch für Zuschauer ohne Vorkenntnisse des Spiels oder der Serie zugänglich ist – auch wenn man natürlich vor allem Freude daran hat, Anspielungen und Details wieder zu entdecken. Dennoch funktioniert es auch für Neulinge, da meiner Meinung nach die Chemie zwischen den Charakteren gelungen ist und mit Chris Pine als charmanten, liebenswerten Leading Man oder auch Hugh Grant als kautzigen Bösewicht so manches Highlight bereithält.

Die Computereffekte mögen nicht immer dem höchsten Standard entsprechen, aber den Actionsequenzen hat das für mich nur wenig geschadet. Dungeons & Dragons ist ein spaßiger Film mit witzigen Dialogen und Herz, der aufgrund seines gelungenen Tons eine gute Basis für weitere Abenteuer bietet, die aktuell besprochen und hoffentlich folgen werden.

#9 Der Super Mario Bros. Film

Der Super Mario Bros. Film von Illumination Entertainment und Nintendo bedient mit maximalem Wiedererkennungswert und Nostalgie die langjährigen Fans der Videospielreihe. Der Film ist eine Hommage an über 40 Jahre Mario-Geschichte, gefüllt mit zitatreichen Momenten, Easter Eggs und perfekt platzierten Soundeffekten.

Die rasante Erzählweise des Films, um die umfangreiche Videospielgeschichte in 92 Minuten zu komprimieren, lässt jedoch wenig Raum für eine tiefgreifende Handlung oder Charakterentwicklung. Die Aktionsszenen, die sich stark an den Spielen orientieren, überzeugen. Der Humor, hauptsächlich auf Slapstick ausgerichtet, schwächt sich im Verlauf ein wenig ab.

Ich bin kein Die-Hard-Nintendo-Fan aber genau das habe ich mir von einem Mario-Film erhofft. Aufgrund der guten Kritiken und des finanziellen Erfolgs darf man von weiteren Verfilmungen ausgehen, egal ob es wieder Mario wird oder eine der zahlreichen anderen Figuren – ich hab Bock!

#8 Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins

Vor Jahresbeginn war Dead Reckoning Teil Eins mein meisterwarteter Film des Jahres und ich war mir sicher, dass dieser ziemlich sicher den Weg auf die forderen Plätze meiner Top15 des Jahres schaffen würde. Doch irgendwie wollte der Funke am Ende nicht ganz überspringen. Er schafft es trotzdem in diese Liste, weil er nach wie vor mit der Konkurrenz den Boden aufwischt und weit besser ist als viele andere Filme – auch wenn ich persönlich noch höhere Ansprüche hatte.

Der Plot um eine KI ist zwar in 2023 so aktuell wie nie, aber gleichzeitig auch Einladung für Plotholes und eine eher unbefriedigende Geschichte. Trotz hochkarätiger digitaler Effekte rückt der Film die physischen Stunts von Tom Cruise ins Rampenlicht, der mit einem Motorradsprung und weiteren atemberaubenden Aktionen wie üblich beeindruckte – auch wenn die Stunts aus den Vorgängern besser waren.

Die Inszenierung von Christopher McQuarrie sowie die eingespielte Chemie zwischen den Darstellern sorgen für einen durchgehend unterhaltsamen und spaßigen Action-Thriller. Gerade Neuzugang Hayley Atwell und ihr Zusammenspiel mit Cruise waren ein Highlight für mich. Der Film konnte an den Kinokassen überraschenderweise leider nicht überzeugen, so dass man wohl Teil 8 dann nicht mehr als Dead Reckoning Teil 2 bezeichnen wird.

Ich hoffe man schafft es im nächsten Teil wieder an die Qualität der Teile 4-6 anzuknüpfen.

#7 Spider-Man: Across the Spider-Verse

Spider-Man: Across The Spider-Verse, die Fortsetzung des Animationshits Spider-Man: A New Universe, liefert den erwarteten Multiversums-Wahnsinn und übertrifft die visuelle Faszination des ersten Teils. Das neue Regie-Trio nutzt die Vielfalt der Paralleluniversen für ein beeindruckendes Easter-Egg-Feuerwerk. Trotz einer riesigen Anzahl von Figuren, darunter verschiedene Spider-Man-Variationen, bleibt der Film fesselnd und mitreißend.

Die Animationstechniken werden geschickt genutzt, um jedes Paralleluniversum mit einem einzigartigen visuellen Stil zu versehen. Die Geschichte konzentriert sich nicht nur auf Miles Morales, sondern rückt auch Gwen Stacy in den Mittelpunkt, was zu einer abwechslungsreichen und emotional bewegenden Handlung führt. Spider-Man: Across The Spider-Verse überzeugt durch seine bombastische Bildpracht, Herzlichkeit und ein überbordendes visuelles Spektakel.

Größtes Manko ist, dass der Film quasi mittendrin aufhört und wir als Fans auf den dritten Teil warten müssen.

#6 Das Lehrerzimmer

Das Lehrerzimmer von Ilker Çatak ist ein intensives Drama, das die Geschichte einer jungen Lehrerin erzählt, die frisch aus dem Studium an eine Schule kommt und mit den moralischen Herausforderungen des Lehrerberufs konfrontiert wird. Carla gerät in eine komplexe Situation, als sie einen Diebstahl an der Schule aufdeckt und sich die Situation immer weiter zuspitzt.

Unser deutscher Oscar-Beitrag für 2024 fängt die Enge und das gesellschaftliche Korsett ein, in dem Carla gefangen ist und wie sie sich unter dem Druck ihrer Kollegen, Helikoptereltern und der modernen Gesellschaft verfängt. Der Film spielt geschickt mit Vorurteilen und moralischen Dilemmas, während Carla versucht, das Richtige zu tun, aber dabei zunehmend ihre eigenen Prinzipien aufgeben muss.

Ich liebe es, wenn so ein Film immer unangenehmer wird und man auch immer für sich entscheiden kann wie man gewisse Konflikte angegangen wäre. Kompetent inszeniert, gut geschauspielert und eine interessante Prämisse – was will man mehr. Ein weiteres deutsches Highlight dieses Jahr.

#5 Past Lives

Past Lives von Celine Song ist ein tolles Regiedebüt, das vor allem dadurch begeistert, dass es so sympathisch authentisch und unaufgeregt ist. Es erinnert mitunter an Richard Linklaters Before-Trilogie, die wohl die beste Darstellung einer Beziehung für die Leinwand ist.

Der Film konzentriert sich auf drei Zeitpunkte, die jeweils zwölf Jahre auseinanderliegen und umfasst eine komplexe Dreiecksbeziehung. Past Lives behandelt die Authentizität von Gefühlen und funktioniert dabei so gar nicht wie ein typisches Hollywooddrehbuch. Trotz des Verzichts auf übergroße Gesten werden berührende Momente geschaffen, darunter subtile Beobachtungen und Dialogszenen.

Past Lives ist ein erwachsenes und berührendes Romantikdrama ohne viel Aufregung.

#4 Oppenheimer

Nach dem furchtbaren Tenet, meldet sich Nolan wieder zurück zu alter Stärke. Wie auch schon zu Dunkirk kann ich zu Christopher Nolans Oppenheimer sagen, dass ich prinzipiell eher an Nolan Stoffen interessiert bin, die nicht unbedingt eine Nacherzählung historischer Ereignisse und Figuren sind.

Nichtsdestotrotz habe ich mich auch auf Oppenheimer gefreut und muss sagen, dass auch wenn Barbie aus dem Barbenheimer-Phänomen als finanzieller Sieger hervorgegangen ist, Oppenheimer inhaltlich für mich die Nase vorne hat. Das verschachtelte Historiendrama über den Vater der Atombombe setzt auf eine altmodische Herangehensweise an visuelle Effekte. Die komplexe Erzählstruktur mit Rückblenden und Zeitsprüngen hat mir gut gefallen.

Trotz anfänglicher Ähnlichkeiten mit klassischen Biografien entwickelt sich der Film zu einem intensiven Erlebnis, das durch Nolans audiovisuelle Überwältigung und die eindringliche Hauptfigur, gespielt von Cillian Murphy, geprägt ist. Oppenheimer ist ein visuell beeindruckender Film, der sich im finalen Drittel zu einem monumentalen Kinorausch steigert und für mich stets gut die innere Zerrissenheit Oppenheimers gut rüberbringt. Neben Cillian Murphy, der erstmals die Hauptrolle in einem Nolan-Film verkörpert und sich in der startenden Award-Season Hoffnungen machen darf, ist der Cast bis in die kleinste Rolle mit tollen Schauspielern besetzt, wo niemand abstinkt. Gerade Emily Blunt, Matt Damon und Robert Downey Junior setzen immer wieder Highlights im Film.

#3 John Wick: Kapitel 4

Wie auch sein Vorgänger schafft es John Wick: Kapitel 4 ebenfalls in meine jährliche Top15. Das Franchise ist einfach zu kompetent inszeniert und genau in den Bereichen herausragend, wo es die Reihe sein muss. Ich persönlich habe auch viel Spaß an der Lore und der Welt, die das Franchise erzählen möchte, aber natürlich muss vor allem eines stimmen: die Action.

Regisseur Chad Stahelski gelingt es auch dieses Mal in einer visuellen Brillanz die tollen Action-Setpieces einzufangen. Bei einer Laufzeit von fast 3 Stunden ist das jedoch auch irgendwann ein wenig ermüdend. Gefallen haben mir auch die Castergänzungen rund um Donnie Yen, Hiroyuki Sanada, Rina Sawayama, Shamier Anderson und Scott Adkins. Herausragend fand ich auch die Szene mit der Dragon-Breath-Shotgun, die sich durch Ihre Inszenierung aus der Top-down-Perspektive klar an einem Hotline Miami orientierte und das Videospiel ehrt.

John Wick 4 ist ein weiteres Highlight des modernen Actionkinos, das vor allem mit starken Choreografien und ihrer visuellen Gestaltung beeindruckt. Ob es der letzte Film bleibt, lassen sich die Beteiligten noch offen. Spin-Offs sind geplant, eine Weiterführung der Core-Serie ebenso, aber gönnen wir Keanu Reeves vorläufig seinen Ruhestand.

#2 Guardians of the Galaxy Vol. 3

Während aktuell das MCU erstmals seit Jahren finanzielle Rückschläge hinnehmen muss und auch das Feedback zur Qualität der Filme sehr kritisch ist, stellt James Gunns Guardians of the Galaxy-Trilogie den hochwertigen Fels in der Brandung dar. Nachdem er wegen kontroverser Tweets von Disney entlassen wurde, ist Gunn wieder da und wie.

Der Vorgänger endete schon auf einer sehr emotionalen Note, doch der Abschluss dieser Reihe setzt nochmal eine Schippe drauf. Besondere Aufmerksamkeit wird Rockets Leidensgeschichte gewidmet, was dem Film eine tiefgreifende Dimension verleiht und für die berührendsten Momente sorgt. Guardians 3 ist der emotionale und befriedigende Abschluss der Trilogie, der sowohl humorvolle Elemente als auch herzzerreißende Szenen beinhaltet.

Gunn beweist erneut seine Fähigkeit, Humor und Gefühle geschickt zu verbinden. Der Film weicht von der üblichen MCU-Formel ab und konzentriert sich auf die Guardians, ohne viele Verweise auf das größere Universum zu geben beziehungsweise geben zu müssen. Gunn ist das Meisterstück gelungen drei gute und erfolgreiche Filme über diese einst so unbekannte Truppe zu entwickeln, denen kaum einer zu Beginn eine Chance gegeben hat und die am Ende ein absolutes Highlight des MCU wurde.

Nun wo Marvel aber Probleme hat und auch das DCEU nach Aquaman 2 zu Ende ist, zieht es Gunn nach DC, wo er als Chef die gesamte Entwicklung der nächsten 10 Jahre plant und überwacht. Marvel wird seiner Vision hinterher trauern und DC evtl. erstmals seit Jahren die Oberhand gewinnen im Kampf der Comic-Giganten.

#1 Sonne und Beton

Im letzten Jahr habe ich an dieser Stelle Athena auf die Spitzenposition gesetzt. Ein intensives Drama über die französischen Banlieus und ihre Probleme. Dieses Jahr wird es zwar nicht ganz so hart, aber dass wir auch hier im eigenen Land, vor der Haustür unsere „Problembezirke“ haben, bzw. Parallelgesellschaften, die viele lieber weg ignorieren wollen, statt sie zu integrieren, ist kein Geheimnis. Auf die #1 im Jahr 2023 schafft es für mich Sonne und Beton.

Es handelt sich hierbei um die Verfilmung des Bestsellers Sonne und Beton des Comedians Felix Lobrecht, in dem der Comedian seine Erfahrungen als Jugendlicher in der Berliner Gropiusstadt thematisiert. Für mich steht hier vor allem die Authentizität der filmischen Umsetzung hervor, die den Jugendslang und das Milieu des Neuköllner Problemkiezes treffend einfängt.

Da Lobrecht von A-Z in die gesamte Entwicklung des Films involviert war, bleibt die Adaption eng an der literarischen Vorlage und die gelungene Balance zwischen Milieustudie, Heist-Movie und Brennpunkt-Thriller, birgt für mich das Potenzial zu einem deutschen Kultfilm. Auch wenn man nach wie vor nicht genau weiß welche Szenen wirklich autobiografisch und welche fiktiv sind, find ich das nicht so schlimm. Es lässt Raum für Interpretation und am Ende kann man sich bis zu einem gewissen Grad alle so oder so ähnlich in Wirklichkeit vorstellen – gerade wenn man selbst wie ich bspw. in einem Brennpunkt-Bezirk wie Hellersdorf/Marzahn oder ähnlichen aufgewachsen ist.

Der Film wirkt für mich trotzdem brutal realistisch und bietet einen Einblick in die Frustration und Perspektivlosigkeit der gesellschaftlich Abgehängten in der Gropiusstadt. Die Leistung der Hauptdarsteller, die Lobrechts Team allesamt auch mit Amateuren aus der Region besetzte und die gelungene Verbindung von Genrekino, einem ballernden Soundtrack und Authentizität machen den Film zu einem faszinierend echten und erfolgreichen Werk, das mir dieses Jahr sehr gut gefallen hat und die Fahne für den deutschen Film hochhält.

Meine Flop 15 aus dem Jahr 2023

#15 Beau is afraid

Es schmerzt ein wenig den Film hier in die Flop-Liste zu packen, da Ari Aster für mich ein krasses Talent ist und mit Hereditary meinen liebsten Horrorfilm der letzten Jahrzehnte ablieferte, aber Beau is afraid traf bei mir keinen Nerv. Knapp 180 Minuten geht dieser Film und gefühlt gibt es nur Leute, die den Film vergöttern oder hassen. Ganz so heftig ist es bei mir nicht, aber ich hätte mir gewünscht, dass Aster sein Talent für andere Stoffe nutzt. Beispielsweise hätte ich eine Langspielfassung von „The Strange Thing About the Johnsons“, einem Ari Aster Kurzfilm bevorzugt.

Ich bin kein großer Fan von diesen wirren Plots, wo jeder Szene einfach nur weird sein soll und man nie genau weiß woran man ist. Inszenatorisch und schauspielerisch kann man hier natürlich nichts vorwerfen. Joaquin Phoenix liefert hier wieder eine beeindruckende Performance ab. Doch selbst dieses Schauspiel, die hochwertigen Bilder und aufwendige Inszenierung haben mich letztlich kalt gelassen auch wenn ich mir sicher bin, dass Beau is afraid in den kommenden Jahren vermutlich den Status eines verkannten Geniestreichs erreichen wird.  

#14 Pearl

Ich war ein großer Fan von Regisseur Ti WestsX“ im letzten Jahr, einen teils lustigen, teils skurrilen Slasherfilm in den 70ern. Interessante Bilder, solide Kills, skurrile Momente und einen guten Cast, allen voran Entdeckung Mia Goth in einer Doppelrolle, haben den Film für mich rund gemacht. Gerade Mia Goth stach in X heraus und Ti West nutzte die Gunst der Stunde und entwickelte und drehte bereits kurz darauf „Pearl“, den zweiten Teil in einer geplanten Trilogie, der die Vorgeschichte zu Ihrer Figur Pearl erzählen sollte.

Wir befinden uns nun also in den 20ern und inszenatorisch bekommen wir immer wieder einen gelungenen Mix aus Horror und Wizard of Oz. Ich habe mich lange auf den Film gefreut und er ist weit weg von furchtbar, ich war nur ein wenig enttäuscht vom Slasherpart. Es entwickelt sich nie so ein organisches, richtiges Horror/Slasher-Gefühl. Inhaltlich bietet der Film mehr Geschichte und eine gute Sicht auf das Hollywood der 20er, aber als Slasher funktionierte er für mich weniger. Ich hoffe nun, dass Ti West mit „Maxxxine“ Ende Februar 2024 die Trilogie gut abschließen und zu alter Stärke zurückfinden wird.

#13 Fast & Furious 10

Die Fast & Furious-Reihe ist so ein Guilty-Pleasure Franchise für mich. Ja, es ist hochgradig dumm und es wird immer abgefahrener, aber ich freue mich auf jeden neuen Film und ziehe da für gewöhnlich meinen Spaß draus. Mit Teil 5-7 hatte die Reihe ihren Zenit erreicht und eine gelungene Trilogie innerhalb der gesamten Reihe geschaffen. Teil 8 war schon schlechter und 9 war furchtbar. Fast & Furious 10 oder Fast X wie er international heißt, ist zwar besser als sein direkter Vorgänger, aber insgesamt trotzdem ein weiteres Lowlight des Franchises.

Wenn ein Action-Franchise, dass sich übergreifend mit Autos beschäftigt, die schwächere Verfolgungsjagd in Rom hat als Mission Impossible im selben Jahr, dann ist das schon ein Armutszeugnis. Auch darüber hinaus griff für mich nur wenig ineinander und so richtig Bock auf einen Rewatch habe ich im Gegensatz zu vielen Vorgängern nicht. Einzig Aquaman-Darsteller Jason Momoa scheint in seiner Rolle völlig aufzugehen und ein wenig zu viel Spaß als verrückter Antagonist zu haben. Seine Figur passt null in das Franchise, aber immerhin bot er für mich irgendeine Art Mehrwert für diesen Film.

#12 Geistervilla

Bei Disney gibt es zwei Strategien in den letzten Jahren zu beobachten: zum einen werden reihenweise alte Animations/Zeichentrickklassiker als Live-Action-Version neu aufgelegt wie beispielsweise Die Schöne und das Biest, Der König der Löwen, Arielle oder auch in Zukunft Schneewitchen. Zum anderen versucht Disney immer wieder ihre Fahrgeschäfte und Attraktionen zum nächsten Milliarden-Franchise zu verfilmen wie bei Der Fluch der Karibik oder Jungle Cruise.

Bei der Geistervilla gab es diesen Versuch schon vor knapp 20 Jahren mit Eddy Murphy in der Hauptrolle. Die Qualität ließ damals schon zu wünschen übrig, doch anscheinend sieht der Konzern mit der Maus genug Potential um den seichten Horrorspaß für die ganze Familie neu aufzulegen. Für mich hat jedoch auch diese Neuauflage nicht funktioniert. Trotz solider Besetzung, konnte mich der Film zu keinem Zeitpunkt wirklich abholen. Witz und Charme kaum vorhanden und die Effekte teils unterirdisch. Insgesamt unnötige Neuauflage.

#11 The Flash

What a shitshow. Der komplette Entstehungsprozess und die Skandale drumherum sind deutlich spannender als der eigentliche Film und das würde ich viel lieber verfilmt sehen. Wechselnde Scripts, ausgetauschte Regisseure, der Untergang des DCEU und Hauptdarsteller Ezra Miller, die kaum noch tragbar sind und denen die ganze Welt beim Meltdown zuschauen durfte. All das führt zu einem wirren Zeitreise-Multiversen Film mit teils furchtbaren Effekten, der unfassbar viel Geld verbrannt hat. Schmeißt die Kopien irgendwo in einen Ozean und wir einigen uns alle auf Verschwiegenheit. The Flash hat es niemals gegeben.

#10 Der Exorzist: Bekenntnis

Der Exorzist ist gleichzeitig einer der erfolgreichsten und critically acclaimed Horrorfilme aller Zeiten. Das hat aber auch zur Folge, dass seit jeher versucht wird daran anzuknüpfen und so ist der ganze Besessensheitplot durch 2-3 Filme in diese Richtung pro Jahr unfassbar ausgelutscht. Blumhouse und Universal Pictures scheinen das aber nicht ganz so zu sehen und planen mit einem 400 Millionen Dollar Investment eine Exorzist-Trilogie.

Regie führt hierbei David Gordon Green, der bereits die aktuelle „Halloween„-Trilogie zu verantworten hat. Ob das gut oder schlecht ist, muss nun jeder für sich entscheiden – Halloween Ends hatte es letztes Jahr jedenfalls auch auf meine Flopliste geschafft. Der erste Film der neuen Der Exorzist-Trilogie, Der Exorzist: Bekenntnis, ist jedenfalls enttäuschend. Green setzt auf eine authentische Herangehensweise und mir hat auch die Vater-Tochter-Beziehung gefallen. Gerade die erste halbe Stunde fand ich durchaus gelungen und atmosphärisch. Doch im Verlauf des Films baut der Film kontinuierlich ab, bedient typische Klischees und ist durch einen Mangel an Schockmomenten wenig gruselig. Ich hatte dieses Jahr mit The Pope‘s Exorcist überraschenderweise deutlich mehr Spaß.

#9 The Nun 2

Der erste Teil des Conjuring-Spin-Offs war 2018 schon eine Frechheit und absolut unnötig. Der Film schafft es verdienterweise auch direkt auf meine Flop-Liste 2018. Doch wie so oft spielt genau so ein 0815 Horrorfilm zu viel Geld ein und es gab nun 366 Millionen Gründe eine Fortsetzung zu drehen. Somit war es nur eine Frage der Zeit bis es den Nachfolger geben würde – schließlich wurde das Ende per Cliffhanger eh offengelassen.

Dieses Jahr war es nun also soweit und immerhin wirkte der Film ein wenig kompetenter und kann mit solidem Schauspiel eines teils wiederkehrenden Casts und einigen echt schönen Bildern punkten. Die Handlung und die Gruselszenen bleiben jedoch weiterhin sehr schwach und lächerlich uninspiriert. Typischer Horrorfilm von der Stange.

#8 Insidious: The Red Door

Insidious: The Red Door markiert das vorläufige Ende der „Insidious„-Reihe und kehrt zu den Ursprüngen zurück. Patrick Wilson, der auch die Hauptrolle spielt, präsentiert in seinem Regiedebüt den Film als düsteres Familiendrama mit Rückblenden, die die Traumata der Protagonisten aufdecken. Trotz einer gewissen Routine im Horror-Aufbau erreicht der Film nicht die Intensität früherer Teile unter der Leitung James Wans. Stattdessen bekommen wir Horror auf Sparflamme.

Obwohl der Film versucht, sich auf den emotionalen Kern der Serie zu konzentrieren, wirkt er eher wie eine Wiederholung bekannter Elemente. Der Wechsel zu einem College-Horrorfilm-Setting und einige kluge Ideen können die typische, spannungsarme 0815-Handlung und Inszenierung nicht ausgleichen. Die Erschöpfung der „Insidious„-Reihe ist wieder mal deutlich zu spüren.

#7 65

Adam Driver bitte blinzel zweimal, wenn du als Geisel gehalten wirst! Anders kann ich mir nicht erklären, wie ein so guter Schauspieler wie Adam Driver im Film 65 gelandet ist. Zugegeben: auf dem Regiestuhl saßen die Drehbuchschreiber für A Quiet Place, den ich persönlich sehr mochte. Vielleicht war es auch das was Driver überzeugte oder es war einfach ein Haufen Geld.

Denn das Drehbuch von 65 kann es eigentlich nicht gewesen sein. Driver muss sich auf der Erde von Punkt A zu Punkt B durchschlagen und dabei gegen Dinos kämpfen. Die menschlichen Figuren bleiben blass und unterentwickelt, wodurch dramatische und emotionale Momente so gar nicht funktionieren. Die Action wirkt uninspiriert und die Effekte nicht selten eher schlecht. Größtes Plus des Films ist die geringe Laufzeit von knapp 93 Minuten.

#6 Arielle, die Meerjungfrau

Die Neuverfilmung von Arielle, die Meerjungfrau enttäuscht auf vielen Ebenen. Halle Bailey als Arielle, über die sich viele Idioten vor Release lautstark beschwerten, kann man noch als eines der wenigen Highlights des Films loben, obwohl ihre vergleichsweise geringe Schauspielerfahrung an einigen Stellen bemerkbar ist.

Die Geschichte bleibt größtenteils identisch mit dem Original, jedoch fehlt die magische und zauberhafte Atmosphäre, die den Zeichentrickfilm ausgezeichnet hat. Der Versuch, alles fotorealistisch darzustellen, führt zu reihenweisen befremdlichen Momenten und Elementen. Also Figuren wie Sebastian oder Fabius werden einfach in dieser Version des Films komplett gekillt für mich. Unfassbar hässlich und out of place.

Insgesamt empfand ich die Neuauflage eher als lieblos, die die Magie und den Zauber des Originals vermissen lässt.

#5 Ant-Man and the Wasp: Quantumania

Und ein weiterer Film in diesem Ranking, der visuell nur selten sein Budget widerspiegelt und teils furchtbar billig und künstlich aussieht. Alles vor Greenscreen bzw. „The Volume“ gedreht. Zusätzlich ist der dritte Solofilm von Ant-Man auch der schlechteste Ableger der Reihe.

Hin und wieder blitzt der typische Humor durch, den ich in der Reihe und vor allem durch Paul Rudd mag. Natürlich gibt es bei dieser Quantumrealm-Prämisse die ein oder andere witzig-skurrile Figur, die schnell mal die Show stehlen kann. Wie beispielsweise eine totgeglaubte Figur des ersten Teils.

Eines der wenigen Highlights war für mich Jonathan Majors, der hier neben der Loki-Serie das erste Mal als nächster Big Bad nach ThanosKang The Conqueror“ eingeführt wurde. Doch, wie Disney/Marvel gerade erst mitteilte wurde Majors aufgrund des privaten Skandals um häusliche Gewalt und die damit zusammenhängende Verurteilung gefeuert.

Bei den Ant-Man Filmen fand ich die Bodenständigkeit der Geschichten und seiner Figuren sympathisch. Ähnlich wie bei Spider-Man. Doch Quantumania macht wie viele andere den Fehler, die Geschichte nun viel zu groß werden zu lassen und dann auch noch richtige Sets für eine Greenscreen-Orgie zu tauschen. Insgesamt einer der hässlichsten und lieblosesten Filme des Jahres.

#4 Hypnotic

Robert Rodriguez hat schon viele solide bis sehr gute Filme gemacht, aber was er sich bei Hypnotic gedacht hat, wird mir noch länger ein Rätsel bleiben. Auch Hauptdarsteller Ben Affleck wirkt hier stellenweise so gelangweilt, dass man vermuten kann, er musste durch irgendeinen Deal diesen Film drehen.

Die Geschichte ist aufgeplustert, unsinnig und besteht spätestens zur zweiten Hälfte nur noch aus Erklärungen. Der Twist ist vorhersehbar und macht den Film am Ende auch nicht besser. Dass der Film bei einem Budget von knapp 70 Millionen weltweit gerade mal 16 Millionen eingespielt hat, wundert mich nicht und ich wette alle Beteiligten wünschten sich, dass man dieses Projekt als Steuerabschreibung schnell in den Giftschrank gestellt hätte.

#3 It’s a wonderful Knife

Oh je, also It’s a Wonderful Knife ist unfassbar schlecht. Acting ist terrible, das Drehbuch rund um eine Parallelwelt ist furchtbar und was zum Teufel hat man sich bei Justin Longs Figur gedacht? Unfassbar, dass man das alles durchgewunken hat.

Wenn man dann wenigstens noch als Ausgleich paar gute Slasher-Elemente bekommen hätte, hätte man den Film ja noch mit einem blauen Auge davon kommen lassen können, aber auch hier bietet It’s a Wonderful Knife absolut null Mehrwert. Wenn man einen Slasher mit Feiertagsbezug will, dann bitte bitte Thanksgiving anschauen, der dieses Jahr deutlich mehr Spaß gemacht hat und kompetenter in allen Belangen war.

#2 The Expendables 4

Junge, Junge, Junge… es ist immer wieder erstaunlich wie wenig aus diesem Franchise gemacht wird. Das Potential für ein trashiges Actionfest mit unseren Action-Ikonen der 80er und ein paar modernen Ergänzungen wie Jason Statham find ich durchaus gegeben. Logisch, riesigen Anspruch kann man hier nicht sonderlich erwarten, aber bitte: steckt doch mal ein wenig Liebe in diese Filme.

Amateurprojekte, die jahrelang um jeden Cent kämpfen für Ihre Filmprojekte wirken trotz eines Minimalbudgets deutlich hochwertiger als Expend4bles, der unfassbare 100 Mio Budget gehabt haben soll, die er nicht mal ansatzweise wieder eingespielt hat. Der Film hat ein 0815 Script, wo jeder Twist 60 Minuten vorher zu erkennen ist, sieht furchtbar billig aus und der neue Cast juckt einfach gar nicht.

Gefühlt alles sieht nach Greenscreen und CGI der early 2000er aus. Es ist der hässlichste Film des Jahres und geschichtlich fokussiert man sich hauptsächlich auf Statham und einem neuen Team rund um Megan Fox, was kaum bis gar nicht funktioniert. Und selbst die Actionszenen bleiben nicht hängen und reißen es kaum raus – dabei hat man Leute wie Tony Jaa (Ong-Bak) und Iko Uwais (The Raid) im Film, die aber so sträflich schlecht eingesetzt werden . Furchtbarer Film, der das Franchise vermutlich endgültig zu Grabe getragen hat.   

#1 Manta, Manta – Zwoter Teil

Manta, Manta – Zwoter Teil von Til Schweiger versucht an den Kultstatus des Originals anzuknüpfen, aber verfehlt weitgehend das Tempo, den Witz und den Charme des ersten Films. Im Gegensatz zu den kompakten 90 Minuten des Originals muss man hier über 2 Stunden das prollige Drehbuch ertragen.

Selten dieses Jahr hat es ein Film geschafft bereits nach 3 Minuten so nervig zu sein und mit seinen furchtbaren und unlustigen Dialogen nicht nur den Ton für den restlichen Film zu setzen, sondern mir auch so unfassbar auf den Sack zu gehen. Im weiteren Verlauf kommen dann nur quatschige Figuren, Cameos und Storystränge dazu, die zum Frustgefühl beitragen.

Wenn ich dann noch sehe, dass Schweiger wie immer seiner Tochter eine Hauptrolle schenkt, die sie wie immer dank fehlendem Talent nicht ausfüllt, dann bleibt wenig Positives über Manta Manta 2 zu sagen. Die Chemie zwischen Til Schweiger und Tina Ruland kann man vielleicht noch als einen Höhepunkt benennen. Wenn Schweiger diese Chemie mal nur am Set für alle Beteiligten gezeigt hätte.

Manta, Manta – Zwoter Teil ist der dritterfolgreichste deutsche Film an den deutschen Kinokassen 2023 und das sagt glaube ich schon alles über das Niveau von Film und Zuschauer.

And the Oscar 2023 goes to..

And the Oscar 2023 goes to..

Es ist endlich wieder soweit: in wenigen Stunden werden die Oscars in Los Angeles verliehen. Es ist mittlerweile die 95. Verleihung des prestigeträchtigsten Filmpreises der Welt, den Academy Awards. Mein Event-Highlight des Jahres.

Oscars 2022 – was ist passiert

Ist letztes Jahr IRGENDWAS passiert? Ach ja, Will Smith verwechselte das Jahr seiner Nominierung mit 2002 als er für seine Performance in Ali nominiert wurde und smackte den Shit aus Comedian Chris Rock, nachdem dieser einen Witz über die Kurzhaarfrisur von Jada Pinkett-Smith machte, die zu diesem Zeitpunkt an Haarausfall litt. Ich für meinen Teil fand den Spruch solide, aber sicherlich kann man sich darüber streiten, wie weit dieser nötig war.

Worüber man jedoch nicht streiten kann, ist der Fakt, dass Gewalt – vor allem vor einem Millionenpublikum – sicherlich keine Lösung ist. Ich weiß noch wie ich letztes Jahr live bei der Übertragung vor dem TV saß und diese Minuten mit Fragezeichen im Gesicht überstehen musste, bis es über Twitter und Leuten vor Ort erste Bestätigungen gab, dass es sich nicht um einen einstudierten Gag handelte. Als dann Will Smith auch noch nur wenige Minuten später ohne ernsthafte Reue den Award für den Besten Hauptdarsteller gewann, war die Story perfekt. Will Smith erlebt zeitgleich den wohl größten als auch beschissensten Tag seiner Karriere und die gesamte Welt schaute dabei zu.

Es folgten halbherzige Entschuldigungen, Rücktritte, der Rausschmiss aus der Academy für 10 Jahre und mindestens 1 beschissenes Karrierejahr indem Will Smith als Persona non grata in Hollywood galt. Er wird zurückkommen und die Leute ihn wieder lieben – doch dies benötigt noch Zeit.

Zurückkommen wird auch Late-Night-Host Jimmy Kimmel, der nach einem meiner Meinung nach gelungenen Versuch mit den Comedians und Schauspielerinnen Regina Hall, Wanda Sykes und Amy Schumer, erneut die Moderation übernimmt und Ruhe in die Sache bringen soll.

Was darf man von den 95. Academy Awards erwarten?

Zum Glück trennt man sich nach nur einem Jahr wieder von anbiedernden Kategorien wie „Cheer Moment„, die so offensichtlich von Bots und großen Fangruppen manipuliert wurden und dadurch trotz vielleicht solidem Hintergedanken einfach eine Farce waren.

Fans dürfen sich auf den Auftritt von Rihanna freuen, die ihren nominierten Song „Lift me Up“ von Black Panther: Wakanda Forever performen wird. Lady Gaga schafft es aufgrund ihrer Verpflichtungen für das Joker Sequel nicht zur Veranstaltung. „Naatu Naatu“ aus dem indischen Hit RRR wird performt werden und hoffentlich für reichlich Spektakel sorgen.

Die ruhigeren Töne im „In Memoriam“-Segment wird Lenny Kravitz dieses Jahr anstimmen.

Schreibt Michelle Yeoh Geschichte indem sie die erste asiatische Schauspielerin wird mit einem Oscar als Beste Hauptdarstellerin? Auch John Williams könnte mit 91 Jahren der älteste Oscar-Gewinner aller Zeiten werden.

Snubs & Surprises

Biggest Snubs:
Bester Hauptdarsteller: Tom Cruise für Top Gun 2: Maverick
Beste Hauptdarstellerin: Viola Davis für The Woman King
Beste Nebendarstellerin: Dolly de Leon für Triangle of Sadness
Bester Nebendarsteller: Paul Dano für Die Fabelmans
Beste Regie: James Cameron für Avatar: The Way of Water, Romain Gavras für Athena oder auch Gina Prince-Bythewood für The Woman King hätten definitiv genauso in dieser Kategorie auftauchen können
Bestes Originaldrehbuch: Seth Reiss und Will Tracy für The Menu
Filme: The Batman, The Whale, The Woman King, Athena, Nope, She said und RRR wurden teils nahezu komplett ignoriert und hätten andererseits durchaus bei Bester Film als auch in etlichen anderen Kategorien landen können

Biggest Surprises:
Asiatische Schauspieler:innen werden gesehen: Michelle Yeoh ist erst die zweite Schauspielerin mit asiatischen Wurzeln, die in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nominiert wurde. Neben ihr wurden auch Stephanie Hsu, Hong Chau und Ke Huy Quan nominiert
Frische Gesichter: dieses Jahr sind trotz einigen Veteranen so viele erstmalig nominierte Schauspieler:innen dabei wie selten zuvor
Deutschlands „Im Westen nichts Neues“: Super überraschend konnte die Neuauflage von „Im Westen nichts Neues“ sagenhafte 9 Nominierungen abräumen und das Spotlight dieses Jahr nach langer Zeit mal wieder auf Deutschland richten.

Beste Nebendarstellerin / Actress in a Supporting Role

Angela Bassett (Black Panther: Wakanda Forever) | Hong Chau (The Whale) | Kerry Condon (The Banshees of Inisherin) | Jamie Lee Curtis (Everything Everywhere All at Once) | Stephanie Hsu (Everything Everywhere All at Once)

Wahrscheinlich: Angela Bassett / Jamie Lee Curtis Wunsch: Hong Chau / Stephanie Heu
Ich denke Angela Bassett ist hier die Favoritin. Ihr den Sieg und ersten Oscar für eine Performance in einem Marvelfilm könnte ihr am ehesten wohl Jamie Lee Curtis streitig machen, die gerade das Momentum zu haben scheint. Persönlich fänd ich einen Sieg für Hong Chau oder Stephanie Hsu angemessener.

Bester Nebendarsteller / Actor in a Supporting Role

Brendan Gleeson (The Banshees of Inisherin) | Brian Tyree Henry (Causeway) | Judd Hirsch (The Fabelmans) | Barry Keoghan (The Banshees of Inisherin) | Ke Huy Quan (Everything Everywhere All at Once)

Wahrscheinlich: Ke Huy Quan / Wunsch: Ke Huy Quan
Ke Huy Quan gibt hier praktisch nach 40 Jahren sein Comeback in Hollywood und was für eins. Jahrzehnte lang von der Industrie ignoriert worden und bereits den Traum von Hollywood aufgegeben, da klingeln die Daniels an der Tür und bieten Ke Huy Quan diese einmalige Chance. Und Quan füllt diese facettenreiche Rolle so gut aus, man spürt, dass er diesen vielleicht letzten Strohhalm mit aller Kraft greift und festhält. Diese Comebackstory verdient den Oscar.

Beste Hauptdarstellerin / Actress in a Leading Role

Ana de Armas (Blonde) | Cate Blanchett (Tár) | Andrea Riseborough (To Leslie) | Michelle Williams (The Fabelmans) | Michelle Yeoh (Everything Everywhere All at Once)

Wahrscheinlich: Cate Blanchett Wunsch: Michelle Yeoh
Cate Blanchett ist auf dem guten Weg ihren dritten Oscar zu gewinnen und damit in den erlesenen Kreis der Schauspieler:innen aufzusteigen, denen dieses Glanzstück bereits gelang. Verdient hätte sie es für ihre Darstellung der fiktiven Maestro Tár, doch vor allem eine Person hat da dieses Jahr ein Wörtchen mitzureden: Michelle Yeoh. Ihr wurde mit Everything Everywhere All at Once ein Denkmal gesetzt und dieses facettenreiche Schauspiel-Reel in Kombination mit ihrer langen, erfolgreichen Karriere, lassen mich am Ende für Michelle Yeoh hoffen.

Bester Hauptdarsteller / Actor in a Leading Role

Austin Butler (Elvis) | Colin Farrell (The Banshees of Inisherin) | Brendan Fraser (The Whale) | Paul Mescal (Aftersun) | Bill Nighy (Living)

Wahrscheinlich: Austin Butler / Brendan Fraser / Wunsch: Brendan Fraser / Colin Farrell
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird entweder Austin Butler oder Brendan Fraser das Rennen am Ende machen. Butler war definitiv das Beste am Film Elvis und konnte in den letzten Wochen wichtige Indikatoren-Preise abräumen, doch mich hat Niemand so sehr berührt von den Nominierten wie Brendan Fraser.

Ähnlich wie auch Ke Huy Quan in der Nebendarsteller-Kategorie, gelingt auch Brendan Fraser unter der Regie von Darren Aronofsky nach Jahrzehnten das Comeback. Fraser wurde damals, nachdem er öffentlich machte von einem Produzenten sexuell belästigt worden zu sein, hinter den Kulissen geblacklisted und für Jahre seiner Karriere beraubt. Nun ist er zum Glück aber wieder da und das besser als jemals zuvor. Seine Leistung in The Whale hat mich echt berührt wie es keiner der anderen konnte und ich wünsche ihm diesen Erfolg.

Bester Film / Best Picture

Die Aussprache | Avatar 2: The Way of Water | The Banshees of Inisherin | Elvis | Die Fabelmans | Everything Everyhwere All at Once | Triangle of Sadness | Tár | Im Westen nichts Neues | Top Gun 2: Maverick

Wahrscheinlich: Everything Everywhere All at Once / The Banshees of Inisherin / Die Fabelmans

Wunsch: Top Gun: Maverick / Everything Everywhere All at Once / Im Westen nichts Neues
Everything Everywhere All at Once ist nach den letzten Wochen der klare Favorit auf die wichtigste Auszeichnung des Jahres und das auch völlig zurecht. Das Projekt war sehr riskant. Es freut mich einfach ungemein, dass so ein kreatives Projekt, das mit soviel Liebe gemacht wurde und bis zur letzten Position sympathisch ist, diese Anerkennung bekommt – egal ob im Feedback der Kritiker und des Publikums oder als auch in finanzieller Hinsicht. Dazu schreibt der Film die besten Geschichten und repräsentiert stark die asiatische Schauspielrige. Auch The Banshees of Inisherin und Die Fabelmans haben durchaus Chancen und wären solide Siegerfilme.

Ich für meinen Teil hatte letztes Jahr aber am meisten mit Top Gun 2: Maverick Spaß und denke man könnte einen Sieg vertreten auch wenn er sicherlich weniger in die Kategorie „pädagogisch wertvoll“ fällt und vom deutschen Überraschungssieg für Im Westen nichts Neues darf man ja wohl auch ein wenig träumen.

Bonus-Kategorien

Beste Regie / Directing

Wahrscheinlich: Daniel Kwan & Daniel Scheinert (EverythingEAAO) / Steven Spielberg (Die Fabelmans) Wunsch: Daniel Kwan & Daniel Scheinert (EverythingEAAO)
Eines steht jetzt schon fest: nach zwei Jahren in Folge, wird es bei den diesjährigen Oscars aufgrund mangelnder Nominierungen den „Beste Regie“-Oscar für einen Mann geben. Beziehungsweise vermutlich sogar 2 Männern. Die Daniels sind in dieser Kategorie verdienterweise die Frontrunner und auch meine Favoriten. Streitig machen könnte es am Ende vermutlich am ehesten noch Legende Steven Spielberg, den man vielleicht ausgerechnet für den Film über seine eigene Jugend und den Beginn seiner Karriere Respekt zollen möchte.

Bestes adaptiertes Drehbuch / Adapted Screenplay

Wahrscheinlich: Die Aussprache / Wunsch: Im Westen nichts Neues
Hätte hier prinzipiell zwar lieber Filme wie beispielsweise She said gesehen, aber so ist Die Aussprache der Favorit in dieser Kategorie. Für mich darf hier Im Westen nichts Neues ruhig den Drehbuch-Oscar mit nach Deutschland bringen.

Bestes Originaldrehbuch / Original Screenplay

Wahrscheinlich: Everything Everywhere All at Once / The Banshees of Inisherin

Wunsch: Everything Everywhere All at Once
Für mich persönlich führt kein Weg an Everything Everywhere All at Once vorbei. Die Geschichte ist gut geschrieben, viel seitig, vielschichtig, komplex – was soll da noch mehr gehen? Größte Konkurrenz ist The Banshees of Inisherin. Martin McDonaghs Drehbücher sind eigentlich immer ein Garant auf Erfolg und hätten am Ende auch den Oscar verdient – wenn die Daniels nicht wären.

Zusammenfassung aller Kategorien

Wunsch:

Hong Chau (Nebendarstellerin)

Ke Huy Quan (Nebendarsteller)

Michelle Yeoh (Hauptdarstellerin)

Brendan Fraser (Hauptdarsteller)

Top Gun 2: Maverick (Bester Film)

Daniel Kwan & Daniel Scheinert (Beste Regie)

Im Westen nichts Neues (adapt. Drehbuch)

Everything Everywhere All at Once (Orig.drehbuch)

Wahrscheinlich:

Angela Bassett (Nebendarstellerin)

Ke Huy Quan (Nebendarsteller)

Cate Blanchett (Hauptdarstellerin)

Austin Butler (Hauptdarsteller)

Everything Everywhere All at Once (Bester Film)

Daniel Kwan & Daniel Scheinert (Beste Regie)

Die Aussprache (adapt. Drehbuch)

Everything Everywhere All at Once (Orig.Drehbuch)

Die Fabelmans | Kritik / Review (Oscars 2023)

Storyanriss:

Als der kleine Sammy Fabelman (Meteo Zoryon) von seinen Eltern Burt (Paul Dano) und Mitzi (Michelle Williams) das erste Mal ins Kino mitgenommen wird, hinterlässt dies einen bleibenden Eindruck. Die Bilder verängstigen wie faszinieren ihn. Eine eigene Kamera hilft ihm dabei, die Eindrücke zu verarbeiten. Jahre später ist Sammy (nun: Gabriel LaBelle) ein Teenager, der kaum mehr von seiner Kamera zu trennen ist. Zur Freude seiner selbst künstlerisch tätigen Mutter und mit Mitwirkung seiner drei kleinen Schwestern dreht er immer mehr Filme, die bald immer größer werden und die ganze lokale Pfadfindergruppe involvieren. Doch durch die Kameralinse wird er auch auf die Probleme aufmerksam, die zwischen seinen Eltern schwelen. Als die Familie aufgrund eines neues Jobs des Vaters erneut umziehen muss, scheinen diese kaum mehr unterdrückbar.

Fazit:

Erst im letzten Jahr konnte Kenneth Branagh das beste Drehbuch für Belfast gewinnen, einen Film über die Kindheit des Regisseurs. Dieses Jahr folgt Regielegende Steven Spielberg diesem anhaltenden Trend der letzten Jahre und erzählt in Die Fabelmans wie seine Liebe zum Kino entstand, welche wichtigen Eckpfeiler seinen Werdegang beeinflussten und welche Rolle auch seine Familie und ganz besonders die Beziehung zu seinen Eltern dabei spielte.

Allgemein juckt mich die Kindheit von Regisseuren relativ wenig, weil ich für sowas eine Biografie lesen könnte, wenn ich mehr wissen will und ich mehr Interesse daran habe, diese talentierten Regisseure zu sehen wie sie weitaus spannendere Ideen und Scripte verfilmen statt 0815-Kindheiten. Die eigene Geschichte ist glaube ich selten so spannend wie man vielleicht denkt.

Doch wenn ich über einen Regisseur mehr wissen will und auf der Leinwand sehen will, wie er die Liebe zum Film fand, dann ist es Steven Spielberg. Niemand in Hollywood steht mehr für das Medium Kino als Spielberg, der es in seiner Karriere immer schaffte, sowohl historische Dramen als auch phantastische Stoffe mit so sicherer Hand zu inszenieren wie kein anderer. Ich würde auch mal fast behaupten, dass gefühlt jeder Steven Spielberg kennt und keiner so viele Leute zum Arbeiten in der Branche animierte wie er.

Die Fabelmans erzählt uns also von Spielbergs erstem Kinobesuch, der so einschneidend war, das er das Gesehene nur verarbeiten konnte, in dem er selbst zur Kamera griff. Wir begleiten ihn, bzw. seinen im Film als Sam Fabelman betitelten Alterego, wie er in seiner Jugend immer komplexere, besser Amateurfilme dreht, die schnell zu mehr als nur einem oberflächlichen Hobby heranwachsen.

Doch eben diese Passion ist es auch, die ihm durch die Kameralinse die schonungslosen und bitteren Wahrheiten über seine Familie offenbaren und vorerst seine Ambitionen bremsen.

Mir hat der Film insgesamt gut gefallen, ich kann Filmen über das Filmemachen in der Regel immer was abgewinnen. Manchmal fand ich das Schauspiel seiner Eltern ein wenig zu drüber – vor allem Michelle Williams, aber aufgrund ihre Talents, das bereits 5x für den Oscar nominiert wurde, und dem Fakt, dass es Spielberg ja wissen muss, nehme ich einfach mal an, dass er das Schauspiel so gut getroffen fand. Daran ist dann nur schwer was auszusetzen.

Wie üblich für Spielberg gelingen ihm sowohl die emotionalen Momente, als auch die großen Bilder. Ich denke nicht, dass Die Fabelmans der große Frontrunner für die Oscars ist, aber bei 7 Nominierungen, wird sicherlich auch was für die Beteiligten abfallen.

Avatar 2: The Way of Water | Kritik / Review (Oscars 2023)

Storyanriss:

Mehr als zehn Jahre nach den Ereignissen des ersten Films haben Jake (Sam Worthington) und Neytiri (Zoe Saldana) eine Familie gegründet. Ihre Kinder sind Neteyam (Jamie Flatters), Lo’ak (Britain Dalton) und Tuktirey (Trinity Bliss), der adoptierte Menschenjunge Miles „Spider“ Socorro (Jack Champion) und die adoptierte Na’vi-Teenagerin Kiri (Sigourney Weaver). Doch ihre Heimat ist weiterhin nicht sicher – das müssen sie feststellen, als die Resources Development Administration (RDA) unter Führung von General Ardmore (Edie Falco) mit noch mehr Militär und einem alten Bekannten nach Pandora zurückkehrt, um den Planeten zur neuen Heimat der Menschheit zu machen. Bald sehen sich Neytiri, Jake und ihre Familie gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und beim Na’vi-Stamm der Metkayina Zuflucht zu suchen, der an den Küsten und Meeren des Mondes Pandora lebt und von der schwangeren Ronal (Kate Winslet) und ihrem Mann Tonowari (Cliff Curtis) angeführt wird.

Fazit:

James Cameron hat zwar keinen hohen Output an Filmen, aber dafür einen der bedeutendsten. Entweder dreht er Filme wie Terminator 1 & 2, die den Test der Zeit nahezu unbeeinflusst überstehen und noch heute zu den besten Filmen aller Zeiten gehören, oder er setzt eine seiner gigantischen Visionen um wie bei den „Avatar“-Filmen und hieft diese an die Spitze der erfolgreichsten Kinofilme.

Mit dem ersten Avatar vor 13 Jahren schrieb Cameron erneut Geschichte. Nicht nur spielte kein Film jemals wieder die knapp 2,9 Mrd. & an den Kassen ein, er revolutionierte auch fortlaufend die Kinolandschaft. Das 3D-Feature startete durch und wurde danach über ein Jahrzehnt auf fast jeden Blockbuster geklatscht und skurriler Weise schaffte es kein Film dieses Gimmick jemals so gut einzusetzen wie Cameron. Und dann gerade jetzt wo 3D immer mehr aus den Sälen verschwindet, kommt der erfolgreichste Regisseur der Welt zurück mit Avatar 2: The Way of Water.

Wie auch schon im Original bietet Avatar 2: The Way of Water vor allem mit technischen Highlights auf und wirkt in einem Kino mit der möglichst besten und größten Leinwand sowie dem stärksten Soundsystem 100x besser als auf dem heimischen TV oder im CAM-RIP auf dem PC. Genauso ist die Geschichte und das Drehbuch schon jetzt weiterhin nicht sonderlich herausragend und wird auch in den folgenden Jahren weiter an Qualität abbauen.

Doch James Cameron weiß einfach wie man einen Film inszeniert, Actionszenen dreht, denen man folgen kann und ein detailliertes Worldbuilding schafft wie nur wenige. Daher sind es nicht die zugegeben eher flachen, manchmal vor Pathos triefenden Dialoge, die mich fesseln, sondern die Welt, die Flora und Fauna – allgemein die Vision die Cameron für das Franchise noch hat.

Ich wünschte mir zwar auch mehr Qualität bei Figuren und Handlung, aber wenn die folgenden Teilen auch eher so oberflächlich blieben, wäre es vermutlich das einzige Franchise, der einzige Regisseur, dem ich das durchgehen lassen könnte. Das Franchise hatte man schon totgesagt. Wer würde ernsthaft eine Fortsetzung einer mittelmäßigen Geschichte 13 Jahre später sehen wollen, geschweige denn noch weitere 3 Filme?! Doch wenn Avatar 2: The Way of Water dann in kürzester Zeit 2,3 Mrd einspielt und James Cameron nun 3 der vier erfolgreichsten Filme aller Zeiten aus dem Boden stampfte, scheint nach wie vor eine große Fangemeinde da zu sein – mir inklusive.

2010 – nicht nur das Jahr, wo meine Leidenschaft für die Oscars so richtig begann – sondern auch das Jahr, wo James Cameron mit Avatar im Rennen um den Besten Film gegen seine Ex-Frau Kathryn Bigelow und The Hurt Locker verlor. 13 Jahre später muss Avatar 2: The Way of Water zwar nicht wieder gegen Bigelow antreten, aber sich sehr wahrscheinlich dennoch der Konkurrenz in dieser Kategorie geschlagen geben müssen. Er wird es verkraften. Auch in den drei anderen Kategorien wie Best Sound, Best Visuell Effects und Best Production Design schläft das restliche Teilnehmerfeld nicht und wird es Avatar sehr schwer machen

Top Gun 2: Maverick | Kritik / Review (Oscars 2023)

Storyanriss:

Aufgrund seiner Probleme mit Autoritäten hat es Flieger-Ass Maverick (Tom Cruise) nie geschafft, die ganz große Karriere in der Navy zu machen. Anstatt Orden konnte er so vielmehr disziplinarische Verfahren sammeln. Nachdem er erneut über das Ziel hinausgeschossen ist, wird er kurzerhand zu seiner alten Elite-Flugschule Top Gun versetzt. Dort soll er die jungen Flieger*innen, unter denen sich auch Rooster (Miles Teller), der Sohn seines verstorbenen besten Freundes Goose (Anthony Edwards) befindet, auf eine Mission vorbereiten, die eigentlich unmöglich zu bewerkstelligen ist: Das schwer geschützte Nuklearprogramm eines fremdes Landes muss zerstört werden. Weniger als drei Wochen bleiben zur Vorbereitung. Maverick hat nun alle Hände voll damit zu tun, die besten Absolvent*innen der vergangenen Jahre zu einem Team zu formen, damit der Einsatz nicht zum Selbstmordkommando verkommt.

Fazit:

Das Warten hat sich gelohnt: Trotz mehrfacher Verschiebungen ist Top Gun: Maverick der beste Blockbuster des Jahres. 36 Jahre nach dem Original kann der Film mit einem tollen Cast, atemberaubender Action, phänomenaler VFX-Arbeit und grandioser Kamera punkten.

Strukturell orientiert sich Maverick zwar schon viel am 80s Hit, aber im Detail konnte die Geschichte für mich dann immer noch so Spitzen setzen, die mich teils emotional abgeholt haben oder einfach an die Leinwand fesseln konnten. Ähnlich wie es ein Star Wars Episode VII zu SW: IV tat.

Der letzte richtige Filmstar, Tom Cruise, ist einfach eine Maschine und von Film zu Film werden seine Stunts aufwendiger und waghalsiger. Auch für Top Gun: Maverick wurde wieder so viel selbst gemacht wie es möglich war und das überträgt sich einfach auf die Qualität des Filmes und Begeisterung des Zuschauers.

Grandioses, simpler Action-Blockbuster wie man ihn nur noch selten in dieser Qualität bekommt und zurecht der Film, den ich dieses Jahr am häufigsten gesehen habe.

Und auch wenn Steven Spielberg sich persönlich bei Tom Cruise dafür bedankte, weil dieser seiner Meinung nach mit Top Gun: Maverick das Kino gerettet hat und der Film auch 1,5 Milliarden $ einspielte, wird Maverick trotz 6 Nominierungen am ehesten Chancen in den technischen Kategorien haben.

Tár | Kritik / Review (Oscars 2023)

Storyanriss:

Lydia Tár (Cate Blanchett) ist die erste weibliche Chefdirigentin eines großen deutschen Orchesters. Sie wird weltweit gefeiert und steht mit den Berliner Philharmonikern vor einer außergewöhnlichen Leistung. Gemeinsam hat man fast schon den kompletten Zyklus von Gustav Mahler aufgeführt. Nur die berühmte 5. Sinfonie fehlt noch, die nach einer coronabedingten Verschiebung nun in der nächsten Spielzeit auf dem Programm steht. Doch während die Proben dafür laufen, offenbaren sich immer mehr Risse in Társ Welt. Ihre Ehe mit ihrer ersten Violinistin (Nina Hoss) läuft längst nicht mehr so gut wie früher und der Selbstmord einer einst von ihr geförderten, dann aber fallen gelassenen Musikerin lässt sie panisch jegliche E-Mail-Korrespondenz mit dieser löschen. Dann tritt noch eine junge Cellistin (Sophie Kauer) in ihr Leben, die Tár unglaublich fasziniert.

Fazit:

Direkt vorab: nein, die hier gezeigte Hauptfigur Lydia Tár gibt es nicht und es handelt sich hierbei nicht um ein Biopic der vermeintlich größten Dirigentin der Welt. Mir ist nicht ganz klar warum viele Menschen im Internet dachten, dass die kontroverse Tár existiert und sie quasi zum Meme wurde, aber Regisseur Todd Field erzählt die reinfiktive Geschichte über die EGOT-Gewinnerin Lydia Tár, die in Berlin die Berliner Philharmoniker leitete. Laut Field hat er diese Geschichte nur mit Cate Blanchett in der Hauptrolle geschrieben und wäre bereit gewesen die Produktion einzustampfen, sollte Blanchett kein Interesse haben. Glücklicherweise hatte die zweifache Oscar-Gewinnerin aber Bock und liefert hier wie gewohnt eine der eindringlichsten und besten Performances des Filmjahres ab.

Das Drehbuch macht es einem Casual wie mir nicht immer einfach den technischen Gesprächen und Ausführungen 100 % zu folgen und die Handlung nimmt manchmal Züge an, wo man nicht ganz weiß, ob hier gerade übernatürliche Elemente mit der Realität verschwimmen. Todd Field lässt auch zu weiten Teilen des Films keinen klaren Schluss darüber zu, ob Tár nun eher gut oder böse sein soll.

Mir gefiel das schon ganz gut auch wenn der Film immer wieder Szenen einwirft, die dann so nie wieder aufgegriffen und fortgeführt werden. Lange fühlt es sich wie ein normaler Einblick in den Alltag und das Schaffen eines nicht immer leichten Künstlers an, bis die Fassade zu bröckeln beginnt und Todd Field Themen wie Cancel Culture, Machtgefüge oder sexuelle Belästigung beleuchtet.

Diese Passagen fand ich besonders interessant, aber leider auch ein wenig zu handzahm erzählt. Ein Whiplash beispielsweise an den ich hier auch unweigerlich ab und zu denken musste, ging da ein Stück weiter und tat letztendlich auch mehr weh.

Tár ist für 6 Oscars nominiert und kann sich vor allem im Rennen um die beste Hauptdarstellerin mit Cate Blanchett große Hoffnungen machen.